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»Dorian Hunter« revisited - Teil 8 - Wolfsblut ...

»Dorian Hunter« revisited»Dorian Hunter« revisited
Teil 8 - Wolfsblut

Im September 2018 wurde die legendäre Dämonenkiller - Serie im Bastei - Verlag unter dem Namen Dorian Hunter neu gestartet. Die ersten 50 Bände sind erschienen und ein Ende ist nicht in Sicht. In dieser Artikelserie werfe ich einen kritischen Blick auf die alten Romane im neuen Gewand und begleite den “Dämonenkiller” auf seinem Weg in jene Gefilde, die bislang nur in Buchform erreicht wurden…

Die Tochter des Werwolfs“Die Tochter des Werwolfs”
Dorian Hunter Band 58
von Earl Warren
(EV: DK 57 / 23.09.75)
Um den Mord an seiner Tochter zu rächen, infiziert Bernd Sommer den Zuhälter Jürgen Henicke nach einer arrangierten Schießerei durch eine Blutspende mit dem Wolfskeim. Sullivan erhält derweil einen 30 Jahre alten Brief von Sommer (bei dem es sich um einen ehemaligen Kriegskameraden von ihm handelt, der damals von einem Werwolf gebissen wurde), in dem er ihn bittet, ihn zu töten, um ihn von seinem Fluch zu befreien. Sullivan fährt zusammen mit Hunter zu der Adresse in Frankfurt, wo der Dämonenkiller gleich die Gelegenheit wahrnimmt, Kontakt zu Thomas Becker aufzunehmen, dem Oberhaupt der dortigen okkultistischen Freimaurerloge. Sullivan erfährt derweil, dass Sommers Frau den Brief damals abgefangen hat, um ihren Mann zu retten, den sie seither in den Vollmondnächten einsperrt. Bei der Ankunft des Dämonenkillers befürchtet sie, dieser könnte ihren Mann töten und befreit ihn, worauf er von mit entsprechender Munition ausgerüsteten Polizisten erlöst wird. Als dann Henicke auftaucht, um sich an Sommer zu rächen, wird er - unbemerkt von Hunter und Sullivan - während seiner Rückverwandlung von dessen Frau überwältigt und in die Zelle ihres Mannes gesperrt. Um sich ihrerseits für den Mord an ihrer Tochter zu rächen, beschließt sie ihn dort verrotten zu lassen, anstatt ihn zu töten.

Nach dem gelungenen Beitrag um die Amalfi - Sippe hat Earl Warren auch hier wieder einen überzeugenden und durchaus spannenden Roman abgeliefert, in dem das beliebte Werwolf - Thema einmal nicht nach dem üblichen Strickmuster behandelt, sondern mit einer interessanten, tragischen Geschichte verwoben wird.

Zwar nimmt die Nebenhandlung um den mit dem Wolfsfluch bedachten Zuhälter Henicke und die Geschichte des Rächers Bernd Sommer sehr viel Raum ein, aber ein Earl Warren versteht es natürlich, dies mit der richtigen atmosphärischen Dichte zu schildern, weshalb sich die Familienstory kaum weniger unterhaltsam liest, als die Jagd auf den Henicke - Werwolf.

Einzig die Tatsache, dass der Leser bereits weiß, worauf das alles hinausläuft, da er ja zu Beginn des Romans über das Schicksal der Tochter in Kenntnis gesetzt wird, nimmt diesem Nebenstrang ein bisschen die Spannung, dennoch geht einem die eindringlich geschilderte Geschichte Sommers und seiner Frau durchaus nah.  

Ebenfalls nicht ganz uninteressant ist natürlich Dorians Treffen mit dem Frankfurter Oberhaupt der okkultistischen Freimaurer Thomas Becker, auch wenn dieser Abschnitt für die Handlung des Romans eigentlich keine größere Rolle spielt. Immerhin wird erwähnt, dass Dorian das Geheimnis der Freimaurer zu ergründen gedenkt.

Dass auch der Henicke - Werwolf sich am Ende an seinem “Erzeuger” rächen will, ist zwar vorhersehbar, wer allerdings nun einen Zweikampf der Werwölfe erwartet hat, befindet sich möglicherweise in der falschen Serie. Stattdessen hat man sich hier für einen etwas anderen, ungewöhnlichen Weg der Racheerfüllung entschieden, was den Roman mit einer originellen Pointe abschließt.

Kleine Zitate - Grosser Meister
Kein Schlüssel…?
Verschließt die Tür, sonst kann die kalte Knochenhand oder der fetzende Biss eines Werwolfs sie euch öffnen..
(DH 58)

Meister seines Fachs…
Er sah genauso aus, wie das was er war: Ein Zuhälter der Spitzenklasse.
(DH Band 58)

Unfeine Lust…
Seine Regungen waren jedoch ins Tierische vergröbert.
(DH Band 58)

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Kommentare  

#1 Robert Martschinke 2020-11-28 23:03
Hallo Stefan! - Ich kann an dieser Stelle (vorläufig) keinen eigenen Senf mehr dazugeben; bin bei Dorian raus bzw. zu Coco und ihrem Haus Zamis desertiert. (Ist immerhin die erste RomanserienheldIN bei Bastei seit der mittendrin gecancelten Neuauflage von Jessica Bannister vor einigen Jahren; und beide Serien sind mir zu viel; ich les´ eh gerade zu viel und schreibe zu wenig.) Bin allerdings reichlich konsterniert ob des Umstands, dass sich die Titelheldin auch nach drei Bänden immer noch von ihrer undankbaren Sippe, der sie jetzt schon zweimal den Allerwertesten gerettet hat, runtermachen, rumschubsen und wie eine Angestellte behandeln lässt. (Wenn innerfamiliär weiter so gestorben wird, ist sie allerdings auch spätestens ab Band 11 geschwisterlose Vollwaise.) Wenn das nicht bald mal besser wird, bin ich wohl schnell wieder beim Dämonenjäger.
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#2 Cartwing 2020-11-29 16:52
Hallo Robert, sicherlich nicht die schlechteste Wahl, wenn man schon "desertieren" will. Allerdings ist es schade, denn ab Band 62 passiert in der Dorian Hunter - Serie doch wieder so einiges.
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