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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik - 126.Teil

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (126. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Ernst Vlcek schrieb das DK-Exposé 150 - den ersten Teil des Sechsten Leben-Zyklus - für sein Alter-Ego Paul Wolf. Leider kam es bei Vlceks Trümmerbruch am rechten Bein zu Komplikationen und so durfte Kurt Luif, als Autor für Vlcek für den Band 150 einspringen.


Die VampirfamilieDAS SECHSTE LEBEN

DIE ROTE HEXE
Dämonenkiller 150
Schauplatz: Castillo Basajaun - Dreißigjähriger Krieg
Zeit: Anfang August - Mitte bis Ende 1626, bzw. von 1610 an
Autor: Vlcek-Wolf
Termin: 30.3.1977

Titelbild: AK 6290 (BOADA)
Im Hintergrund vor bewölktem Himmel der Wehrturm einer Burg. Im Vordergrund streuendes Wolfsrudel, einer davon macht gerade Metamorphose vom Menschen zum Wolf durch.
Etwas links davon springt gerade ein männlicher Vampir aus unbekannten Höhen herab, wirkt distinguiert, was mir weniger gefällt, ist daß er einen unzeitgemäßigen Frack trägt. Sein Umhang hat noch die Form von Fledermausflügeln.
Etwas hinter ihm zwei Gestalten mit weißen Umhängen, Totenkopfgesichtern - die eine hält Sense.
Über allem aber ein Mädchen im roten Kleid. Sie ist hübsch, ihr Gesicht drückt starke Willenskraft aus, sie hat auf die Schulter fallen des Haar, das etwas in Unordnung geraten ist.
Sie hält in der Linken ein Klee-Kreuz wie bannend vor sich, und ebenso, nämlich bannend, starrt sie auf irgendetwas vor sich.
Das Libussa, auch die rote Hexe oder Libuschka genannt.

 

Situation:
Sie hat sich seit Band 149 kaum geändert.
Rebecca versucht, alle Vampire der Welt um sich zu scharen und ihnen Standesbewußtsein einzuimpfen - "Bloody is beautiful".
Luguri, sich seiner momentanen Schwäche eingedenk, sie aber vor seinen Dämonen verbergend, hat den "Archivar" Zakum ausgeschickt, der Rebeccas wunden Punkt ausfindig machen soll.
Das DK-Paar ist mit seinem Sohn Martin auf Castillo Basajaun. Martin hat sich inzwischen an seine neue Umgebung und die neuen Gesichter (vor allem an das des Zyklopenjungen Tirso) gewöhnt und alle liebgewonnen. Virgil Fenton wird zu seinem Hauslehrer - dabei aber bedenken, daß Martin noch nicht fünf ist, aber für sein Alter ungewöhnlich intelligent. Das nicht zuletzt wegen des permanenten (oder fast) telepathischen Kontakts mit seiner Mutter. Auch darauf eingehen, daß Martin zusammen mit Coco verblüffende Fähigkeiten mobilisieren kann.
Dorian ist nun auch im Besitz des magischen Bumerangs, er gedenkt aber im Moment nicht daran, ihn einzusetzen. Dorian hat auch sein normales Aussehen zurückbekommen - mit Schnauzer -, bisher hat sich auch sein Gesichtsstigma noch nicht gezeigt, was aber nicht beweist, daß er es endgültig verloren hat.
Seit den letzten Abenteuern, zuletzt in Wien, verlebt man ruhige Tage im Castillo, die die DK-Familie zu Ausflügen in die nähere Umgebung und nach Spanien und Frankreich genützt hat.
Unga ist nach Island zurückgekehrt.
Hideyoshi Hojo befindet sich in London bei Trevor Sullivan. Die Mystery Press meldet diesen oder jenen Zwischenfall mit Dämonen, aber Dorian und Coco legen Scheuklappen an, sie wollen ausspannen.
Es müßte also schon etwas vorfallen, das sie privat betrifft, um sie aus der Reserve zu locken.

Handlung:
Dorian hat einen Alptraum: Er sieht die Titelbildszene - die er schon im HT-Tempel (Band 130) gesehen hat - aus dem dreißigjährigen Krieg vor sich, vielleicht mit einigen Retuschen (Traumarbeit) und das rothaarige Mädchen ruft flehend: "Matthias, Matthias! Hilf mir...." oder so ähnlich.
Dorian schreckt schweißgebadet aus dem Traum hoch.
Obwohl er die vertraute Umgebung ihres Schlafzimmers im Castillo um sich sieht, Coco an seiner Seite, hört er immer noch den Nachhall der Hilferufe.
Coco wacht auf. Ihr Instinkt hat sie gewarnt, sie fühlt, daß irgendetwas nicht stimmt. Dorian gesteht ihr, daß er einen Traum hatte, in dem eine Frau aus seinem 6. Leben in höchster Not um Hilfe gerufen habe.
Coco meint beruhigend, daß dies nichts weiter zu bedeuten haben wird. Er hat schon früher aus vergangenen Leben geträumt, und das putscht ihn immer auf. Dorian aber glaubt, daß mehr dahinter steckt.
An Schlaf ist jedenfalls nicht zu denken, und Dorian beginnt aus seinem sechsten Leben zu erzählen, um sich von den Alpdrücken zu befreien.

Achtung:
Es wäre aber gut, schon vorher die Situationsdaten in der Anfangsepisode unterzubringen, um sie dem Leser nahezubringen.

Vergangenheit - von Beginn von Dorians 6. Leben bis 1626:

Bethela ist eine Zigeunerin von unbestimmtem Alter, aber bestimmt über vierzig, die mit ihrem Wagen als Marketenderin kurz und quer durch Europa zieht. Sie soll nach dem Vorbild der Courage Grimmelshausen geschildert werden. Sie schachert und betrügt und hurt und kämpft und säuft - aber sie scheint das Herz auf dem rechten Fleck zu haben, und nicht einmal die drei Menschen, die ihr am nächsten stehen, oder die anderen, bei denen sie in hoher Achtung steht, könnten diese Geheimnisse ergründen.
Ludomil, der Kutscher und Partner von Bethela, der jedoch schwer unter ihrer Fuchtel steht, sich manchmal als ihr Mann, dann wieder als Bruder, Vater oder Onkel ausgibt, ist ein wunderlicher Kautz.
Mal verflucht er Bethela, dann wieder werden ihm die Augen feucht, wenn er in den höchsten Tönen des Lobes über sie spricht. Fragt man ihn nach den Geheimnissen der Zigeunerin, dann schweigt er ängstlich, und er schwört, daß man ihn nicht einmal mit glühenden Zangen zum Sprechen bringen könnte.
Ludomil stammte aus Mähren. Er beherrscht eine Reihe von Taschenspielertricks und erklärt stolz, daß Bethela ihm etwas von ihren magischen Künsten gelehrt hat. Im Grunde genommen ist er ein Feigling und Schwächling, aber liebenswert - und für Bethela würde er durch allen Höllen gehen.
Ludomil hat ein pockennarbiges Gesicht und eine dunkle, fast schwarze Haut. Er spricht nicht gerne darüber, woher er sich diesen Makel geholt hat, sagt nur aus, daß die "Zigeunerin" (wie er Bethela liebevoll-spöttisch nennt) ihm das Leben gerettet habe.
Gabor ist im Jahre 1626 16 Jahre alt. Er weiß nicht, woher er stammt. Erinnert sich nur dunkel daran, daß er bei Ausbruch des Krieges von Bethela aus brennenden und rauchenden Trümmern vor plündernden Soldaten gerettet und bei sich aufgenommen wurde. Seit dem zieht er mit diesem seltsamen Paar durch die von Krieg verwüsteten und von der Pest verseuchten deutschen Landen, mal auf der Flucht von den Kaiserlichen, dann wieder vor den Soldateska der Union Reißaus nehmend, immer aber geschickt genug, um sich nicht barbieren zu lassen.
Gabor kann oft nur so staunen, wie es Bethela, die er aus Verehrung Mutter nennt, schafft, sich den tödlichen Gefahren zu entziehen. Er hat von Anfang an daran geglaubt, was die Leute über die Zigeunerin sagen, daß sie nämlich Zaubern kann. Und obwohl von allen für eine Hexe gehalten, entging sie bisher auch den Scheiterhaufen.
Einmal beobachtet Gabor, wie sich Mutter Bethela mit drei unheimlichen Gestalten trifft. Er schleicht ihr nach, wird von einem der Schrecklichen jedoch gestellt, doch Bethela kommt gerade zurecht, um ihn zu retten und ihn schimpfend davonzujagen.
Gabor glaubt auch der Aussage der Zigeunerin, daß sie alle vier sich nicht vor der Pest zu fürchten hätten.
Der vierte im Bunde ist Janko, ein Junge wie Gabor, der auch ein ähnliches Schicksal hat, jedoch etwas älter und selbstständiger ist.
Gabor erinnert sich daran, wie sie vor Jahren zu einem Gut kamen, daß gerade von Soldaten gebrandschatzt wurde. Nachdem die Soldaten abzogen, durchstöberte die Zigeunerin die rauchenden Trümmer und kam mit dem übel zugerichteten Janko zurück.
Seit dem reisen sie zu viert herum. Janko, schön zu nennen, aber nicht gerade kräftig, und Gabor, von kräftigerer Statur aber unbeholfener, wenn es darum geht, sich durchzusetzen, sind gute Freunde geworden, Brüder fast. Janko aber wird von der Zigeunerin bevorzugt und in einige ihrer Tricks eingeweiht (man könnte auch Magie sagen - Gabor jedenfalls glaubt an Zauberei).
Im Sommer 1626 erreicht die Zigeunerin mit ihren Begleitern die Burg Gleichen in der Nähe von Göttingen, wo die Tillysche Armee kampierte. In ganz Deutschland wütet wieder die Pest, auch Tillys Soldaten werden davon nicht verschont.
Die Zigeunerin ist darüber sehr besorgt - und sie gerät in Gefahr, als sie beschuldigt wird, die Seuche mitgebracht zu haben. Ihr Glück ist, daß Tillys Armee zu diesem Zeitpunkt (8. August) bei Lutter mit der Armee Christians von Dänemark zusammenstößt.
Bethela rät Gabor, die Gelegenheit zu nützen und zu den Dänischen zu fliehen, doch der versteht nicht. Bethela verlangt von ihrem Begleitern überhaupt, daß sie sich von ihr zurückziehen sollen, denn nun "sei die Stund gekommen, wo der Teufel sich ihre Seel holen kommt".
Davon will aber niemand etwas wissen, man bleibt bei der Zigeunerin. Nun kommt es zu einer Reihe unheimlicher Geschehnisse, und auf der Flucht setzt Bethela Janko und Gabor im Wald aus, oder schickt sie unter einem Vorwand fort.
Als sie zurückkommen hören sie mehr an den schaurigen Geräuschen, als daß sie es sehen, daß etwas Unheimliches vor sich geht. Sie treffen auf einen pestverseuchten Musketier, dann finden sie Ludomils zerfressenen, verseuchten Körper, Wolfsgeheul und überlautes Fledermauspiepsen gellt durch die Luft.
Janko und Gabor stellen fest, daß eine Gruppe Soldaten einer Horde von Unheimlichen zum Opfer fielen und von diesen nun gejagt und gerissen werden. Es kreucht und fleucht durch den Wald - nur Janko und Gabor bleiben vorerst verschont.
Sie wissen nicht, daß sie diesen Schutz der Zigeunerin zu verdanken haben. Als sie diese endlich finden, liegt diese in den letzten Zügen.
Sie gibt eine kleine Lebensbeichte. Sagt, daß sie sich mit dem Schrecklichen, dessen Name man nicht ausspricht verbündete und nun zeit ihres Lebens von den Dämonendienern traktiert worden - und ja, in der Tat, sie sei es gewesen, die Pestilenz verbreitet habe, an der sie nun aus Strafe selbst zugrundegehen müsse, weil sie sich gegen den Schrecklichen auflehnte.
Vor ihrem Tod übergibt sie Gabor noch ein Dokument, sagt dazu, daß darin mit Siegel bestätigt werde, daß er in Wirklichkeit Matthias Troger von Mummelsee heiße und von adeliger Geburt sei. Er solle dies Dokument gut verwahren und nur darauf achten, daß es nicht den Kaiserlichen in die Hände fiele, denn sonst sei der verloren.
Als letztes warnt die Zigeunerin die beiden noch vor den Dämonendienern des Schrecklichen und beschwört sie, nur ja jemandem zu verraten, daß sie zu ihr gehört haben. Dann ist sie endgültig tot.
Nun übernimmt Janko die Führung. Beide reisen mit dem Wagen weiter. Auf dem Weg nach Schloß Hoya - es wintert bereits - kommt es zu einem Zwischenfall. Marodeure der Union überfallen den Zigeunerwagen. Man entkommt ihnen, nur einer gelangt auf den Wagen, stürzt sich auf Janko. Der Soldat will ihn töten, als er eine verblüffende Feststellung macht. Nun will er Janko vergewaltigen, doch Gabor erschießt ihn mit seiner eigenen Pistole.
Vor dem verblüfften Gabor alias Matthias entpuppt sich Janko nun als Mädchen, fast schon eine Frau, mit langem roten Haar, das sie geschickt unter ihren Mütze verborgen, und mit festen Brüsten, die sie bisher immer an den Leib gebunden.
Und sie sagt, daß sie in Wirklichkeit Libussa heißt, auch Libuschka genannt, aber damals, als die Zigeunerin sie fand, von dieser überredet wurde, sich als Junge auszugeben, um nicht ein solches Schicksal zu erleiden, wie es ihr nun fast widerfahren wäre.
Libussa sagt, daß sie das Leben der Zigeunerin weiterführen wolle, aber das nur zum Schein. In Wirklichkeit wolle sie Rache an dem Dämon nehmen, der Bethelas Unglück verursacht hat. Nur könne sie Matthias nicht gebrauchen und werde ihn vorher zu den Dänen bringen.
Man kommt im Dezember nach Schloß Hoya, das aber gerade von Tillys Truppen (12.12) eingenommen wird, und unsere beiden jungen Freunde müssen gute Miene zum bösen Spiel machen. Die allgemeine Lage wird schlimmer, als es zu einer Reihe dämonischer Vorgänge kommt. Und dabei - findet Matthias - benimmt sich Libussa recht seltsam...

Gegenwart:
Dorian kurze und episodenhafte Erzählung wird durch einen Zwischenfall unterbrochen.
In Castillo Basajaun wird Alarm gegeben.
Irgendeine dämonische Macht ist ins Kastell eingedrungen - trotz aller Vorsichtsmaßnahmen. Aber nun scheint es, als hätte sich der Dämon in den vielen Fallen und Bannern gefangen. Er gibt aber nicht auf, sondern beginnt fürchterlich zu toben - und kommt auch frei.
Die Bewohner von Basajaun bekommen ihn nicht zu Gesicht, hören aber sein Gepolter und Geheul und sehen die Ergebnisse seines unheimlichen Wütens. Er plärrt mit durchdringender Stimme, verheißt alle ringsum alle Qualen der Hölle.
Man macht sich auf das Schlimmste gefaßt, denn es scheint sich um einen furchtbaren und mächtigen Dämon zu handeln. Er nennt sich Aigel Arcanus Kadmon, lux in tenebris, Magga Zicci Margarve - ein ebenso ellenlanger wie beeindruckender Name. Und der Dämon bezeichnet sich als Hüter des Grals, als Meister der Senza, als Herren von Agarthi usw. - und läßt sich kurz als "Zicci, der Schreckliche" titulieren.
Von einem solchen Dämon hat noch niemand gehört. Und das gerade macht den schrecklichen Zicci noch wütender. Das Kastell erbebt unter seinem Tobsuchtsanfall.
Coco fürchtet um ihren Sohn. Der Hermaphrodit Phillip dagegen ist überhaupt nicht beeindruckt. Wie man ihn auch beschwört, im Kampf gegen den furchtbaren Dämon zu helfen, er lächelt nur unbeeindruckt, weicht im Übrigen Martin nicht von der Seite. Martin nimmt die Situation nicht ernst - gottseidank.
Endlich gelingt es, den schrecklichen Zicci nach einer Reihe unliebsamer Vorfälle, die aber einen gewissen Humor nicht entbehren, doch noch dingfest zu machen. Zu aller Verblüffung fleht Zicci um Gnade.
Man gewährt sie ihm. Kaum in Freiheit - das Kastell kann er aber nicht verlassen oder aber der denk gar nicht daran - nimmt er den Mund wieder voll, will das Kommando über das Kastell, kommandiert auch herum. Er spricht wieder von sich als dem Schrecklichsten aller Schrecklichen, doch langsam merkt auch der Dümmste, daß er nur aufschneidet, wenn er davon spricht, wieviele armen Seelen er schon in die ewige Verdammnis geschickt hat.
Es stellt sich auch bald heraus, daß er nur ein minderwertiger Hausgeist, bzw. -dämon ist, der nur geringste magische Macht hat.
Außerdem geht ihm zumeist alles schief, und er bringt seinen jeweiligen Herrn mehr Unglück als Gutes.
Zicci soll als liebenswerte, humorige Figur aufgebaut werden. (Siehe Daten)
Dorian will von dem Spiritus familaris wissen - während man ihn im Festsaal bewirtet und er alles mit Heißhunger hinunterschlingt und trotz seiner geringen Größe einen unheimlichen Appetit entwickelt, der Abi zu der Bemerkung veranlaßt, daß Zicci seine jeweiligen Meister wohl arm frißt und sie deshalb so oft wechselt -, Dorian will also wissen, was Zicci hier zu suchen hat.
Da wird der Hausdämon hektisch. Er bittet um Hilfe für seinen Schützling, der sich in Lebensgefahr befinde. Zicci schwört Stein und Bein, daß er in Castillo Basajaun an der richtigen Adresse ist, denn sonst hätte ihn der entsprechende Zauber nicht hierher gebracht.
Trotzdem Zicci zur Eile drängt, beruhigt Dorian ihn und verlangt, er solle erst einmal der Reihe nach erzählen, damit man erfahre, wem wo und wie geholfen werden soll. Und da erzählt der "schreckliche Zicci" seine Geschichte:

Vergangenheit 1626 (Zicci in Ich-Form?):

Zicci hat es als tollpatschiger Hausdämon schwer, seine Meister bei der Stange zu halten. Dem vorletzten hat er Feuer aufs Dach geschickt, dem letzten hat er den finanziellen Ruin gebracht, als er den Kaufmann zu haarsträubenden Spekulationen animierte, und dieser verhökert Zicci bei nächstbester Gelegenheit um einen Weißpfenning (Silbermünze) an einen Zigeuner - d. h. er verkauft die Beschwörungsformel und somit das Leibeigenrecht -, den aber Zicci sofort durchschaut und als Frau entlarvt.
Schlimmeres, als einer Frau zu dienen, hätte Zicci nicht widerfahren können. Seine Herrin ist niemand anderer als Libussa, die Matthias nicht von ihrem spiritus familaris erzählt, wie sie dem ahnungslosen Jungen überhaupt sehr viel davon verschweigt, was sie von Bethela gelernt und erfahren hat.
Zicci spricht von sich sehr eindrucksvoll, doch zwischen seinen Worten muß herauszuhören sein, daß er ein Angeber ist und ein Versager eigentlich, der Libussa und Matthias sehr viel Ungemach bereitet.
Als Libussa von ihm wissen will, was die letzten Warnungen der Zigeunerin zu bedeuten hatten, da prahlt Zicci mit seinen guten Verbindungen in Dämonenkreisen, verspricht, sie erschöpfend auszunutzen und Libussa bald detailliert zu berichten.
Zicci bekommt bald einiges heraus, was ihm den Schreck in die Glieder fahren läßt. Die Zigeunerin hatte sich nämlich einen mächtigen Dämon verschrieben, aus dessen Pakt sie vergeblich auszusteigen versuchte, was ihr schließlich den Tod einbrachte.
Zicci will Libussa das verheimlichen, denn besagter Dämon ist so gefürchtet, daß niemand seinen Namen auszusprechen wagt, um ihn nicht etwa gar herbeizurufen. Und das möchte Zicci auf keinen Fall.
Als Libussa, die schnell herausgefunden hat, daß nicht viel los mit ihm ist, ihm droht, ihn in Weihwässer zu ertränken, rückt er mit der Sprache heraus, weigert sich jedoch standhaft, Details über den Dämon zu verraten.
Libussa gibt sich damit zufrieden, verlangt aber, daß er sie mit einem der Unterdämonen zusammenbringt. Ein solcher Unterdämon gesteht Zicci, haust in der Nähe von Schloß Hoya... Also nichts wie dorthin, Libussa hofft, daß sie dort Matthias an die Unionssoldaten übergeben kann, die aufgrund seines Dokuments schon wissen werden, was mit ihm zu geschehen hat. Doch in Hoya angekommen stellt sich heraus, daß die Union sich ergebt hat und Tilly ins Schloß einzieht.
Libussa spielt nun ihre Männerrolle, taucht gelegentlich als Frau auf, so daß bald von einer roten Hexe die Rede ist, die ihr Unwesen treibt. Dabei versucht Libussa, an die dämonischen Mächte heranzukommen. Dabei bringt Zicci sie durch seinen faulen Zauber und seine Ungeschicklichkeit einige Male in Bedrängnis. Außerdem warnt der Hausdämon Libussa, die Hände von diesen Dingen zu lassen - er fürchtet wohl mehr um sich als um seine Herrin. Wenn es sich herumspricht, wozu er sich hergibt, ist er bei den Dämonen endgültig unten durch. Libussa aber läßt nicht locker.
Von Gabor spricht Zicci ziemlich abfällig...
Nun kommt es dazu, daß der Dänenkönig Christian seine erlittene Scharte auszuwetzen denkt und Hoya zurückerobern will. Mit seinen Kanonen durchlöchert er die Burg förmlich.
Das scheucht auch die Dämonen auf.
Libussa nützt die Gelegenheit zur Kontaktaufnahme. Überlistet Gabor und treibt ihn die Arme der Dänen. Sie glaubt ihn nun in Sicherheit zu wissen...
Zicci bringt Libussa zu dem Unterdämon. Er ist der Vampir vom Titelbild, der mit Wölfen und Wolfsmenschen zusammenhaust - im Hintergrund immer die Bedrohung durch die Pest. Der durchschaut Libussa jedoch und nimmt sie gefangen. Er hat schreckliches mit ihr vor. Zicci ist unbemerkt geblieben, kann sich mit Libussa in Verbindung setzen. Er kann sie nicht so einfach heraushauen, dazu ist er nicht mächtig genug. Aber gemeinsam können sie eine Beschwörung machen, deren Sinn es ist, daß Zicci zu jemandem gelangt, der Libussa nahesteht - damit ist niemand anderer als Matthias gemeint. Zicci soll ihm alles sagen. Libussa hofft, daß Matthias durch sein Dokument einigen Einfluß auf die Dänen hat und sie dazu bewegen kann, daß Dämonennest zu stürmen.
Also wie gesagt, man macht die Beschwörung. Doch Zicci gelangt nicht zu Matthias, sondern kommt im Castillo Basajaun heraus.
Behauptet aber, daß er richtig ist und etwas in dieser Burg mit Libussa zu tun haben muß und ihr deshalb geholfen werden kann.

Gegenwart:
Dorian sagt, ja, er selbst habe mit Libussa zu tun gehabt, als er in seinem 6. Leben "Matthias" war. Doch Zicci kommt um dreieinhalb Jahrhunderte zu spät. Libussa müsse längst schon tot sein.
Zicci ist am Boden zerstört. Er hat wieder einmal etwas falsch gemacht. Dorian aber tröstet ihn, sagt, daß Zicci bei ihnen bleiben darf. Dorian geht das Wagnis ein und nimmt ihn als Hausdämon. Zicci wird sofort aufmüpfig und großsprecherisch, er verspricht Dorian, ihm und seiner Familie ewiges Glück und unerschöpflichen Reichtum zu bringen etc...
Dorian hat noch einen Trost für Zicci. Er selbst hat damals Libussa aus den Klauen des Vampirs gerettet. Das kann in einer letzten Vergangenheitsepisode geschildert werden, je nach Laune des Autors.
Es muß aber keineswegs detailliert geschehen, weil wir uns ja von Blut- und Kampforgien sowieso distanzieren wollen.
Matthias hat jedenfalls (so wie Dorian in der Gegenwart) Libussas Hilferuf vernommen. Tatsächlich macht das Dokument, daß er den Dänen übergeben hat bei diesen solchen Eindruck, daß ihm eine kampfstarke Truppe folgt, als er sagte, daß er sie zu einem Versteck des Feindes führen kann. Tatsächlich hetzt er sie aber auf die Dämonenbrut. In dem Durcheinander gelingt es ihm, Libussa zu befreien und mit ihr sicher zur Linie der Dänen zu gelangen.
Wie gesagt, dies kann Dorian aber auch kurz und prägnant schildern.

Für den kranken Ernst Vlcek durfte Kurt Luif einspringen. Er schrieb den Roman 1977 bis ca. zur Hälfte, als er von der Indizierung des Dämonenkillers erfuhr. Erst 1986 beendet er ihn und der Roman erschien als Nummer 138 der DK-Zweitausgabe unter dem Titel „Die Pestburg“.

Das Titelbild wurde für den Vampir-Horror-Roman Nr. 300 genommen, da es ja als DK-Titelbild Nr. 150 nie erschienen ist.

Volker Sorge hat freundlicherweise das DK-Titelbild gestaltet.

Zur Einleitung - Zum ersten Teil - Zur Übersicht

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-01-06 15:48
Nichts sagt mehr 30jähriger Krieg als ein Vampir im viktorianischen Abendanzug :lol:

Als Luif ihn als die 138 der NA schrieb, hat er den ganzen Mist mit Zicci wohlweislich rausgelassen. Er hat auch das Ende grundsätzlich verändert und besser gemacht.

Bei Zaubermond hat man diese Expos dann ja verarbeitet, und auch wenn Uwe Voehl daraus keine besonders lesenswerten Romane gestrickt hat, hat er wenigstens den entsetzlichen Klamauk weggelassen, den Walter Appel und Walter Mauckner ja in der Zicci-Version im Hexenhammer doppelt so dick aufgetragen haben. Vlcek hat sich da einfach verrannt.

Manchmal hat man die Serien ja weitergekauft, weil man sie halt sammelte und nicht weil es sich gelohnt hätte, und ich weiß noch genau, dass ich schon den öden Baphomet-Zyklus am Ende nur noch überflogen habe. Ich glaube, wenn es auf diese Weise weitergegangen wäre, hätte ich dann doch darauf verzichtet.
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#2 Remis Blanchard 2016-01-07 10:40
Der gleiche Klamauk kam dann auch in Mythor vor mit dem Beuteldrachen Gerrek. Ich denke man wollte in allen Pabel/Moewig Heften eine ähnliche Figur wie der Mausbiber Gucky erschaffen.
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#3 Schnabel 2016-01-07 17:52
Zervane hieß die Zicci-Version im Hexenhammer.
Kurt Luif hate diese Figur überhaupt nicht gefallen und sie war auch ein Grund für sein Ausstieg aus der Hexenhammer-Reihe.
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