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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Kürzungen in der DK-Neuauflage - 35. Teil - Der schwarze Hengst

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Kürzungen der Neuauflage
Der schwarze Hengst

Als am 12. April 1983 die Neuauflage der Dämonenkiller-Serie startete, war ich hocherfreut, denn es bestand für mich die Chance, daß ich endlich das Ende des Baphomet-Zyklus (Dämonenkiller 130 – 149)  in Heftformat erhalten könnte. Leider wurde nichts daraus und das lag unter anderem daran, dass der Erich Pabel-Verlag auf eine glorreiche Idee kam.


Im Sinne des Jugendschutzes begann man damit, sämtliche (möglicherweise) jugendgefährdenden Stellen in den Dämonenkiller-Romanen zu entfernen.

Dadurch das der Pabel-Verlag den indizierten Dämonenkiller-Roman Nr. Nr. 7 Amoklauf nicht in der Dämonenkiller-Neuauflage gebrachte hatte, veränderte sich die Nummierung der folgenden DK-Hefte. Es kamen diverse Leser-Beschwerden wegen der Auslassung von DK-Nummer 7 und deshalb entschloß sich der Pabel-Verlag einen neuen DK-Roman schreiben zu lassen. Die passende Lücke fand sich zwischen dem DK-Roman "Die Frau aus Grab Nr. 13" und "Dorf der Kannibaben". Man beauftragte Ernst Vlcek mit dem Verfassen eines neuen DK-Exposé, daß Kurt Luif alias Neal Davenport ausarbeiten sollte. Der Roman sollte als Nummer 34 der DK-Neuauflage erschienen und damit die alte Nummierung für die folgende Bände wiederherstellen.

Und jetzt viel Spaß beim Lesen des letzten DK-Exposés das Ernst Vlcek für die Dämonenkiller-Serie verfasst hat.

Der schwarze Hengst

Dämonenkiller-Exposé 34
Eiskalt wie der Tod/Der schwarze Hengst/Das Würgemal
Handlungsort: Wien/Nizza-Cannes
Handlungszeit: Februar (im Anschluß an vorangegangenen Band)
Autor: Neal Davenport
Termin: Nach Vereinbarung.

Vorbemerkungen:
Dieser Roman wird als Ersatz für die in der Neuauflage weggelassene Nr. 7: AMOKLAUF eingeschoben, soll aber weit mehr als ein Lückenfüller sein. In der DK-Serie klafft nach dem Zamis-Zyklus eine Lücke von ca. 3 Wochen; wichtige Ereignisse aus dieser Zeit wurden in den Folgebänden nur erwähnt. Nun wollen wir sie aufrollen und ein wichtiges Bindeglied schaffen.

1. Wir wollen die Figur der Sandra Thornton beleben, die in Nr. 31: HEXENSABBAT als bösartige Hexe und Cocos Lehrerin Erwähnung findet (p 16)

2. In Bd. 34 wird im Finale geschildert, wie Coco und Dorian auf Schloß Behemoth und auf der Flucht vor der untoten Agnes Houlkmann (Cocos "Mutter") in ein Spiegelzimmer geraten.
Bekanntlich stürzte die Untote in einen dieser Spiegel; Dorian sah als Spiegelbild, wie Coco von der Untoten gewürgt wurde und dabei wirklich das Bewußtsein verlor. Wir sagen in diesem Band nun aus, daß, als Agnes in die Spiegelwelt verschlagen wurde, ein Etwas, ein Schatten, die rachsüchtige, lebenshungrige Seele eines der Opfer von Graf Behemoth, ins Diesseits verschlagen wurde und nun ein besonderes Verhältnis, eine Art Abhängigkeit, zu Coco hat und diese bedroht.

3. In Bd. 44, p 60 erinnert sich Dorian an eine Liebesnacht in Wien, bei der ihr gemeinsamer Sohn gezeugt wurde, und in Bd. 46, p 55 wird auf eben diesen Aufenthalt in Wien eingegangen.
Dort wird das Hotel "Imperial" genannt, wir sollten es allerdings auf das fiktive "Kaiserkrone" umtaufen. Herr Delfs müßte diesen Namen dann aber auch in Bd. 46 ändern!

Die unter 3. festgehaltenen Aussagen sollten u.a. Ausgangspunkt für diesen Roman sein. Als Anfangsepisode sollte jedoch ein Ereignis stehen, daß scheinbar nichts mit der Haupthandlung zu tun hat.

Anfangsepisode:
Ein Gestüt irgendwo in Südfrankreich. Es gehört dem schwerreichen Sektkönig George Arnod, ein richtiger Pferdeliebhaber. Von diesem Gestüt kommen die besten Galopper, die horrende Preise erzielen und wahre Siegläufer sind. Vater dieser Vollblüter ist der schwarze Hengst "Capricorn", eine lebende Legende bereits, schier unerschwinglich und natürlich unverkäuflich.
Aber irgendein Fanatiker hat sich in den Kopf gesetzt, diesen Hengst in seinen Besitz zu bringen. Er hat anonym einige Angebote gemacht, wurde von Arnod aber nur verlacht. Als sein Lizitieren nichts fruchtete, hat er gedroht, sich "Capricorn" eben auf andere Weise zu beschaffen. Auf dem Gestüt ist es zu verschiedenen merkwürdigen Zwischenfällen gekommen, die der Anonymus angezettelt haben könnte (Autoreninfo: Bei dem Anonymus handelt es sich um einen Dämon). Es ist alles wie verhext...
Es herrscht Aufbruchsstimmung auf dem Gestüt. Capricorn und ein paar andere Pferde sollen nach Cannes gebracht werden, wo zur Wintersaison einige Rennen stattfinden und sich Trainer aus ganz Europa treffen.
Für zusätzliche Hektik sorgt eine trächtige Stute, deren Beschäler "Capricorn" ist, von der man jede Stunde ein Fohlen erwartet. Arnod ist so nervös als wäre er der Vater des Fohlens.
Endlich ist es soweit. Aber anstatt eines gesunden Fohlens wirft die Stute eine unförmige, zuckende Fleischmasse, aus dem sich ein unförmiger Schädel mit Raubtiergebiß reckt etc. Man kann sich Arnods Entsetzen vorstellen. Er ist auch um den Ruf von Capricorn besorgt, denn wenn bekannt wird, daß der Hengst Vater eines Monstrums ist...
Der Autor kann den Kampf gegen das unheimliche Monstrum schildern, wie es schließlich besiegt und verbrannt wird, um alle Spuren zu verwischen. Zeuge ist nur der Jockey Charles Casprin.
Inzwischen meldet sich aber wieder der Erpresser bei Arnod und sagt, daß dies nur ein Vorgeschmack dessen sein wird, wenn Arnod nicht endlich Capricorn ihm überläßt.
Der Autor kann das nach Belieben ausschlachten.

Haupthandlung:

Um die unheimliche Stimmung gleich anzuheizen, aus der Warte der Sandra Thornton beginnen. Sie ist eine große, magere Frau mit gelblicher, vertrockneter Haut und einem Geiergesicht, stechendem, bösartigen Blick, grobknochigen, gichtig wirkenden Händen, verbitterten Gesichtszügen. Also der Prototyp einer alten Jungfer und bösen Hexe. Letzteres ist sie auch, ersteres nicht, denn sie kann auf ein ausschweifendes Leben zurückblicken. Uralt.
Sie wollte bei Behemonts Vermählung mit Coco dabei sein, kam aber verspätet und fand das Schloß in Flammen vor. Als sie von den panikartig flüchtenden dämonischen Gästen hört, daß Coco und ihr Gefährte Hunter, der in der Schwarzen Familie bereits sattsam bekannte Dämonenkiller, für Cyranos Tod und das Inferno verantwortlich sind, schwört sie furchtbare Rache.
Sie folgt den beiden unbemerkt nach Wien, quartiert sich im selben Hotel im Zimmer darüber, nämlich 345 ein. Dort beobachtet sie und wartet auf ihre Gelegenheit.
Dorian und Coco (ihr Zimmer haben sie mit Dämonenbannern gesichert) trafen in der Hotelbar Marvin Cohen, der gekommen ist, um den Puppenmann Donald Chapman nach London mitzunehmen. Er hat einen speziellen Aktenkoffer, in dem er Chapman durch den Zoll bringen will. Cohen so unsympathisch wie je schildern, er quält den Puppenmann wo er kann. Er schlägt ihm vor, ihn in einer ausgestopften Katze zu transportieren, oder ihm eine Spritze zu verpassen, die ihm vorübergehend todesähnliche Starre verursacht, so daß er wirklich als Puppe gelten kann. Der Autor kann sich auch andere Gags einfallen lassen. Jedenfalls sollte man es so darstellen können, daß Don in der schummrigen Bar nicht auffällt, und wenn doch, so wird der Betroffene seinen Augen nicht trauen.
Coco und Dorian wollen sich von den Strapazen erholen und einige Tage Urlaub machen und gemütlich nach London zurückkehren. Bitte erwähnen, daß der O.I. Trevor Sullivan noch nicht wieder aufgetaucht ist.
Als Coco mal zur Toilette geht, wird sie von einer Gruppe junger Leute an der Bar angepöbelt. Es handelt sich um Elmar Lang und seine Clique, die mit einem Privatjet noch diese Nacht nach Nizza fliegen, um beim dortigen Pferdespektakel dabei zu sein. Sie laden Coco ein, sie zu begleiten. Obwohl Cohen kein Deutsch versteht, erkennt er die Situation, und weil Dorian keinen Finger rührt, stürzt er sich auf Lang und gibt ihm eins auf die Nase. Die Gemüter beruhigen sich aber. Nachdem Cohen mit Chapman abgereist ist, versuchen Dorian und Coco ihr Wiedersehen gebührend zu feiern, dabei tut Coco auch den Ausspruch, daß sie sich von Dorian ein Kind wünscht (bitte wie in Bd. 44, p 60 wörtlich übernehmen).
Dorian nimmt das nicht sonderlich ernst, tut das als Ausbruch ihrer Gefühle nach den bestandenen Gefahren ab. Ein Kind würde ihm gerade noch fehlen, das wäre wie ein Klumpfuß im Kampf gegen die Dämonen. Das denkt er sich aber nur.
Später bestellt Dorian zur Feier des Tages Sekt aufs Zimmer. Coco ist bis auf ein Halstuch völlig nackt (damit bedeckt sie ihre Würgemale).
Als es läutet, will Dorian hin, weil er den Zimmerkellner erwartet. Coco benimmt sich auf einmal seltsam, fleht ihn fast an, die Tür geschlossen zu lassen, ihre Stimme bricht.
Als Dorian dennoch öffnet, sieht er zwar den Zimmerkellner, doch mit dem passiert Unheimliches. Er wird von einem schwarzen Etwas eingehüllt, das eine Eiseskälte ausstrahlt und dem Mann offenbar die Körperwärme und Lebensenergie entzieht. Dorian gelingt es, das unheimliche Etwas mit einem Dämonenbanner zu verjagen, bevor es den Kellner getötet hat.
Inzwischen gebärdet sich Coco wie eine Besessene. Sie reißt sich das Tuch vom Hals, und Dorian sieht, wie ihr Würgemal anschwillt und wie eine Wunde aufzubrechen droht. Dabei kommt es im Zimmer zu seltsamen Phänomenen, als sei trotz der Dämonenbanner Schwarze Magie im Spiel. Schließlich beruhigt sich Coco und die Effekte ebben ab.
Da Dorian kein Dummer ist, nimmt er an, daß der Geist der untoten Agnes Houlkmann Coco immer noch bedroht. Doch Coco, ziemlich erschöpft, verneint das. Von ihrer "Mutter" Agnes drohe ihr bestimmt keine Gefahr mehr. Aber es wäre vielleicht doch ganz gut, Wien zu verlassen. Sie weiß auch schon, auf welche Weise und wohin. Ohne lange zu fackeln kleidet sie sich an und begibt sich mit Dorian in die Bar (vorher muß der Hotelarzt verständigt werden, der sich um den "unterkühlten" Kellner kümmert). Dort findet sie Lang und seine Clique vor. Sie hypnotisiert ihn (macht ihm "schöne Augen"), und daraufhin lädt er sie beide wie uralte Freunde zum Flug nach Nizza ein.
(Die Hexe Sandra hat das alles natürlich mitbekommen. Und wenn der Autor glaubt, sich damit nichts zu vergeben, kann er zu ihr umblenden. In diesem Fall muß er es aber so darstellen, daß sie den Schatten nicht auf Coco gehetzt hat, diesen sogar ein wenig fürchtet. Dennoch hofft sie, daß der Schatten sich Cocos Körper bemächtigen wird, denn das ist offenbar seine Absicht).
Der Flug nach Nizza und das Drumherum soll dem Autor dazu dienen, Lang schildern zu lassen, was sich in Cannes in Sachen Pferdesport tut - und daß er mit seinen Freunden vor allem des legendären Capricorn wegen hinfliegt. Zum anderen kann der Autor durch Action aufzeigen, daß der Schatten Coco weiterhin folgt.
Der Clique gehört auch Katja Leiner an, ein Nymphchen, die's mit jedem treibt. Sie macht auch dem attraktiven Dorian schöne Augen. Als sie jedoch einen Blick von Coco einfängt, wird ihr auf einmal ganz anders. Sie leidet an Erstickungsanfällen, ihr Gesicht schwillt an, etwas Schwarzes wirbelt um sie herum und eine Eiseskälte hüllt sie ein. Coco leidet synchron unter ihrem Würgemal, aber mit letzter Kraft begibt sie sich zu Katja, und durch die körperliche Berührung wird der Schatten verscheucht.
Dorian registriert den Vorfall mit Besorgnis, aber Coco beruhigt ihn. Wenn sie erst weiter vom Ort des Geschehens entfernt sind, wird alles gut.
Aber nach der Landung in Nizza stellt Dorian fest, daß Katja nicht mehr unter ihnen ist. Er sucht nach ihr, findet in einem dunklen Winkel einen Kältepol vor - und einen Haufen schmelzender Eiskristalle, der annähernd noch menschliche Umrisse zeigt. Zu Coco zurückgekehrt, stellt er die abklingenden Symptome von Atemnot bei ihr fest. Sie beteuert, daß alles in Ordnung sei. Dorian läßt sich aber nicht mehr hinhalten, verlangt, daß sie Dieter Houlkmann nachreisen, um den Spiegel zu zerstören, den er im Andenken an seine Mutter mitgenommen hat.
Coco sagt wieder, daß Agnes ihr nichts mehr anhaben könne, gibt aber zu, daß irgend etwas anderes aus dem Spiegel auf sie übergesprungen sein muß. Sie fürchtet nun, daß sie eine Spur des eiskalten Todes hinter sich nachziehen wird...
(Und das soll in der Folge auch so sein. Der Autor soll sich ähnliche Episoden einfallen lassen, in denen der Schatten immer wieder zuschlägt, nach Möglichkeit aber immer einen Dreh finden, wie Dorian das Schlimmste verhindert. Das gibt Action am Rande).
...und möchte sich mit Dorian von den anderen absondern.
Aber Lang besteht darauf, daß sie mit der ganzen Clique auf dem Gut eines befreundeten Züchters wohnen. Es ist ein Deutscher mit Namen Günter Zemann und Besitzer der Stute "Halloween", die dem schwarzen Hengst an Feuer kaum um etwas nachsteht. Lang deutet auch an, daß Arnod und Zemann übers Kreuz sind, verrät aber vorerst nicht den Grund.
Dorian und Coco werden von Zemann als Langs Freunde herzlich aufgenommen, können es aber erreichen, daß sie in einem abseits gelegenen Bungalow wohnen dürfen.
Der Autor soll nun ein geselliges Beisammensein mit Fachsimpeleien schildern. Dabei kommt auch der Streit zwischen Zemann und Arnod zur Sprache. Der Grund ist der, daß Zemann Capricorn zum Beschäler für Helloween haben wollte, die beiden konnten sich aber nicht einigen, und seit damals stehen sie auf Kriegsfuß. Als der Schatten in diesem Augenblick zuschlägt - Dorian gerade noch das Schlimmste verhindern kann - und auch das Mobiliar durcheinanderwirbelt, behauptet Zemann, daß nur Arnod daran schuld sei. Er sagt: "Der ist ja mit dem Teufel im Bund Capricorn ist der Teufel!" Die anderen lachen darüber, Zemann aber scheint es ernst zu meinen.
In der folgenden Nacht erwacht Coco durch einen seltsamen Singsang, der ihr bekannt vorkommt. Sie folgt ihm (es ist ein "Wiegenlied", mit dem Sandra Coco als Halbwüchsige in ihren Bann geschlagen hat, um sie zähmen zu können) und gerät fast in eine magische Falle, durch die der Schatten Macht über sie bekommen hätte. Sie erwacht im letzten Augenblick durch Dorian aus der Trance, der ihr gefolgt ist. Coco weiß aber nun, daß außer dem Schatten noch jemand hinter ihr her ist. Daß das Wiegenlied von Sandra stammt, weiß sie nicht. Aber sie kann sich zusammenreimen, daß jemand sie dem Schatten ausliefern will.
Der Autor soll nun Rennatmosphäre machen. Auf dem Rennplatz kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen Arnod und Zemann, bei dem einer dem anderen nichts schenkt. Zwischen den Leibwächtern kommt es sogar zu Handgreiflichkeiten. Und der Schatten mischt mit, indem er zwei Streithähne unterkühlt.
Coco schnappt auf, daß Arnod vorhat, die bekannte Hellseherin Leva Croison aufzusuchen und entschließt sich ebenfalls zu einem Besuch. Die Croison gilt als wirklich begabt und mit dem zweiten Gesicht ausgestattet. Coco will von ihr erfahren, wie der Name des Schatten ist, um etwas gegen ihn unternehmen zu können.
In der Folge - und auch schon vorher - kann der Autor um der Action willen immer wieder zu Arnods Stallungen umblenden. Dort kommt es immer wieder zu schrecklichen Vorfällen, die der Sektkönig immer wieder vertuscht. Einmal dreht Capricorn durch und trampelt seinen Stalljungen nieder. Nachts schleicht sich ein unbekannter "Schlächter" in die Stallungen, trotz der Bewachung, und köpft wertvolle Pferde.
Daraufhin meldet sich der anonyme Erpresser, der sich nun tatsächlich als "Schlächter" vorstellt, und droht, dasselbe mit Capricorn zu machen - die Möglichkeit dazu hat er ja, wie er bewies.
Arnod verdächtigt natürlich sofort seinen Erzrivalen Zemann der Tat. In seiner Verzweiflung beschließt er, die bekannte Hellseherin Leva Croison aufzusuchen.
Die Croison wohnt einsam und abgelegen in einem verfallen wirkenden Haus an der Küste, nahe von Cannes. Arnod trifft zum vereinbarten Termin ein. Außer der Croison sitzen noch drei Medien am Tisch. Die Seance beginnt. Arnod will wissen, wer der Erpresser ist. Zu diesem Zweck hat er einige von der Croison verlangte Utensilien mitgebracht. Speichel, Haare und Blutprobe von Capricorn etc.
Die Croison selbst ist bis zur Unkenntlichkeit vermummt, sie wirkt unter den Tüchern jedoch krumm und verwachsen - eine unheimliche Ausstrahlung. Sie versetzt sich in Trance und beginnt sich bald unter Qualen zu krümmen, stöhnt furchterregend. Sie sieht vergangene und kommende Schrecken, Blut: Pferdeblut, einen verstümmelten Pferdekadaver usw. Sie stammelt, daß auf Capricorn ein Fluch laste. Arnod will davon nichts wissen, er verlangt den Namen des Erpressers, und die Croison meint klagend: Der ihn erschaffen hat und der ihm am nächsten ist, wird den Hengst im Augenblick des Sieges rituell richten. Und sie schildert den Zieleinlauf eines Rennens, bei dem Capricorn bei erreichen der Ziellinie förmlich in einer Blutorgie endet.
Weiter kommt die Croison nicht, denn plötzlich ist eine Eiseskälte im Raum, eines der Medien wird von einem Schwarz bedroht und ist dem Erfrierungstod nahe.
Da platzt Coco, die Arnod heimlich gefolgt ist, in den Raum und sprengt so die Seance. Arnod, der sie bei Zemann gesehen hat, verdächtigt nun auch Coco. Doch bevor sich die Situation zuspitzen kann, greift Dorian ein und Arnod wird hinauskomplimentiert.
Der DK, Coco und die Croison sind nun allein. Coco erzählt ihr von dem Schatten der sie bedroht und schildert ihr sogar die näheren Umstände, sie vertraut der Croison. Diese will wissen warum, da lüftet Coco ihre Tücher, darunter kommt ein häßliches, verwachsenes Weib zum Vorschein. Coco sagt ihr ins Gesicht, daß sie mal eine Hexe der Schwarzen Familie war, jedoch von dieser ausgestoßen wurde und nun als Freak leben muß. Aber Coco glaubt, daß sie immer noch das zweite Gesicht hat, darum vertraut sie sich ihr an.
Die Croison verspricht, Coco zu helfen. Sie legt ihre Hände auf Cocos Würgemal und versinkt in Trance. Dorian ist aufmerksamer Beobachter. Die Croison ruft den Schatten, bekommt Kontakt mit ihm. Sie erfährt, daß sein Name "Craft" war und er vor vielen Jahren, noch vor Cocos Zeit auf Schloß Behemoth, ein Opfer von Behemoth wurde, der ihn des Körpers beraubt und ihn in einen Spiegel seines Spiegelkabinetts bannte. Seit nun Craft aus diesem Gefängnis befreit wurde, ist er auf der Suche nach einem Körper. Er steht in besonderer Beziehung zu Coco, denn sie ist sein Bezugspunkt in der Realwelt, andere Körper kann er nicht übernehmen, bei jedem solchen Versuch erstarren diese zu Eis.
Das ist die Erklärung dafür, daß Coco eine Fährte des kalten Todes hinter sich nachzieht.
Die Croison dringt tiefer und bekommt heraus, daß Behemoth oft mit einer Frau ins Spiegelzimmer kam, um ihn, Craft, zu quälen. Diese Frau haßt der Schatten noch mehr als Behemoth. Als Coco die Beschreibung dieser Frau hört, erkennt sie sofort: Sandra Thornton, und sie erinnert sich nun auch sofort des Wiegenliedes. Damit steht für sie fest, daß diese Hexe ihr nachstellt.
Die Seance endet damit, daß sich der lebenshungrige Schatten der Croison bemächtigen will. Gleichzeitig dringen Schläger ins Haus ein, die es auf Coco und Dorian abgesehen haben, in einem von ihnen erkennt Dorian einen Leibwächter von Arnod. Arnod gibt offenbar alle Schuld ihnen. Coco und Dorian müssen flüchten. Als sie zu Zemanns Gut kommen, stellt Coco fest, daß Sandra ihr zuvorgekommen ist. Die Hexe befindet sich bei dem Pferdezüchter und hetzt ihn gegen sie auf. Sie müssen sogar befürchten, daß Zemann derjenige ist, der Arnod erpreßt und mit Sandra sich verbündet hat.
Den beiden bleibt nur noch Arnod selbst als letzter Ausweg. Schildern, wie sie sich in der kommenden Nacht durch den Bewachungsring zu Arnods Herrenhaus durchschlagen. Dabei fällt ihnen eine kleine, dunkle Gestalt auf, die in den Stall schleicht und sich an Capricorn heranmacht, mit dem Hengst irgend etwas anstellt. Coco und Dorian sind überzeugt, daß es sich um einen Dämon handelt. Der letzte Beweis wird erbracht, als sich Cocos Schatten auf die Gestalt stürzt, von dieser aber abgewehrt wird. Dabei verliert der Unbekannte aber etwas.
(Dieser Gegenstand sollte auf einen Jockey hinweisen). Coco und Dorian untersuchen Capricorn und stellen fest, daß sich auf seinem Fell ein schwarz-magisches Zeichen befindet, mit dem Dämonen Opfertiere kennzeichnen. Coco verändert dieses Zeichen, so daß es eine ganz andere Wirkung hat.
Nun suchen die beiden Arnod auf, wecken ihn aus dem Schlaf. Coco macht ihn durch Hypnose gefügig und erfährt von ihm die wahren Hintergründe:
Arnod hat sich als Pferdenarr mal auf einen Packt mit einem Dämon eingelassen. Der Dämon hat ihm dafür Capricorn geschenkt, das feurigste Pferd - das tatsächlich "den Teufel im Leibe" trägt - das es je gab. Der Dämon hat aber verlangt, daß er Capricorn am Gipfel seines Ruhmes zurückbekommt, um das Pferd schlachten zu können. Damals hat Arnod dem zugestimmt, doch nun weigert er sich, die Abmachung einzuhalten. Er kann doch nicht zulassen, daß ein solches Pferd einem heidnischen Ritual geopfert wird.
Coco und Dorian können sich nun einiges zusammenreimen. Als sie erfahren, daß Capricorn beim morgigen Rennen starten soll, ist es für sie klar, daß der Zieleinlauf gleichbedeutend mit dem Opferzeremoniell sein soll. Sie begeben sich zum Rennplatz und finden im Zieleinlauf die gleichen magischen Symbole wie auf Capricorns Fell vor. Coco ändert auch diese.
Nächster Tag. Rennatmospähre. Wir kommen zum Finale, in dem Capricorn gegen Halloween antreten soll. Ich habe zwei Varianten für den Schluß ausgearbeitet, die ich noch mündlich mit dem Autor besprechen will.
Die erste Variante sieht vor, daß Capricorn vor Halloween ins Ziel kommt, sozusagen um Nasenlänge. Während des Zieldurchlaufs verwandelt sich der Jockey Charles Casprin in eine haarige Gestalt. Er ist nämlich der Dämon, so eine Art Vampir, der es auf das Blut edler Tiere abgesehen hat, und er giert daher nach Capricorns Blut. Die von ihm angebrachten magischen Symbole sollten bewirken, daß er Capricorn während des Einritts opfern kann. Die Croison hat es in einer Vision gesehen, wie er sich im Reiten über den Hals des schwarzen Hengstes beugt und sich mit seinem Raubtiergebiß festsaugt. Wäre das ein Spektakel gewesen, eines Opferrituals würdig - vor Tausenden von Zeugen, die gar nicht wirklich mitbekommen, was wirklich passiert. Da Coco die Symbole jedoch verändert hat, wird der Jockey-Dämon jedoch von Capricorn abgeworfen und niedergetrampelt.
Die 2. Variante ist vielleicht besser, weil sie im Finale alle Handlungsstränge vereinigt  und einen runderen Schluß ergibt: Durch Cocos Manipulation mit den magischen Symbolen geht der schwarze Hengst mit seinem dämonischen Jockey durch, folgt sozusagen dem Stallgeruch.
Dorian, der sich mit Coco unter die Zuschauer gemischt hat, entdeckt in der Nähe eine häßliche dürre Frau, auf die die Beschreibung von Sandra paßt. Gleichzeitig ist ein ferner Singsang zu hören (Wiegenlied). Als sich Dorian während des Zieleinlaufs nach Coco umblickt, ist diese verschwunden. Er will sich auf die Suche nach ihr machen, wird aber von Arnods Leibwächtern gestellt und gewaltsam mitgenommen. Die Leibwächter handeln aber offenbar nicht in Arnods Auftrag, sie wirken dämonisiert und scheinen unter fremdem Zwang zu handeln.
Dorian wird von ihnen zu Arnods Stallungen gebracht. Hier herrscht eine unheimliche Atmosphäre, die Ausstrahlung von Dämonen ist fast körperlich zu spüren. Als Dorian in den Stall gebracht wird, ist dieser bereits für eine Schwarze Messe hergerichtet. Sandra Thornton und der Casprin sind die Hohepriester. Es soll sozusagen eine Multi-Media-Opferung werde, bei der Capricorn, Arnod und Coco gleichzeitig drankommen - und nun auch der DK.
Doch nun kommt Cocos Manipulation mit den Symbolen zum Tragen. Capricorn wird auf einmal tollwütig und trampelt den Dämon, seinen Schöpfer, Casprin nieder. Und nun ruft Coco auch den Schatten Craft an und demaskiert ihm Sandra Thornton als seine Peinigerin von Schloß Behemoth. Sandra versucht natürlich, dem Schatten Cocos jugendlichen Körper schmackhaft zu machen, aber Crafts Haß ist stärker. Er stürzt sich auf die Hexe und läßt alle ihre Lebensenergie und ihre Körperwärme in einer eisigen Explosion frei werden. Der Stall wirkt daraufhin wie eine Tiefkühlhalle - und Capricorn erliegt den abbekommenen Erfrierungen (Ich stelle mir vor, daß den erhitzten Hengst der Schlag treffen könnte).
Damit ist die Sache gelaufen, alle Probleme erledigt. Coco und Dorian schlagen Arnods Einladung aus, wollen irgendwo auf dem Land in einem einsamen Haus für einige Tage ausspannen, bevor sie nach London zurückkehren, ihre Schwierigkeiten mit dem Secret Service (der Inquisitions-Abteilung geht es an den Kragen) lösen und nach Trevor Sullivans Aufenthalt forschen.
Damit den Roman beenden.

Schlußbemerkung:
Es braucht wohl nicht extra vermerkt zu werden, daß der Autor für den Handlungsablauf freie Hand hat, auch gegen den im Expo festgelegten Rahmen. Die Ausarbeitung wird zeigen, wie der den Ablauf ab besten aufbaut.
Das im Expo zitierte Wiegenlied ist kein Schlummerlied für Babys, sondern mehr ein Bannlied für Hexen-Novizinnen, mit dem sie im Zaume gehalten werden.
Mir ist dazu ein Text eingefallen, den der Autor verwenden kann (oder auch nicht), wenn er ihm als nicht zu blöd erscheint:

Kleine Hexe, schlafe, schlafe,
Zähl die Wölfe, nicht die Schafe,
Dank an Schlangen, Würmer, Unken,
Bis Du in den Schlaf gesunken,
Träum von Hexen und Dämonen, Kind,
Die doch Deine Geschwister sind.

Das war das Exposé für den Einschubband Nr. 34 der Dämonen-Neuauflage. In der nächsten Folge kommen dann die Kürzungen in der Dämonen-Neuauflage Nr. 35 "Das Dorf der Kannibalen" von Günter Dönges alias Gay D. Carson darn.

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2015-10-17 14:35
Interessant. Auch wenn das zugegebenermaßen naiv war, war ich immer irgendwie der Ansicht, Luif hätte den Roman ganz allein gemacht. Allein schon wegen der Thematik Pferderennbahn, was ja sein Metier war.
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