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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 46

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (46. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 73, das Ernst Vlcek am 8. September 1975 für den Autoren Holger Friedrichs geschrieben hat. Viel Spaß beim Lesen...

73DIE PUPPE DER HEKATE
Dämonenkiller 73
Schauplatz: wechselt
Zeit: Anfang November
Autor: Friedrichs-Palmer

Titelbild: (RON KIRBY - K 21; Th. Schlück)
eigenartiger Frauenkopf, an sich schöne Gesichtszüge. Haut aber erdfarben, wie gegerbt und dennoch glatt und nicht geschrumpft oder faltig. Augen groß und rot, maliziöses, lüsternes Lächeln, das Unheimliche dieses Frauenbildnisses wird von zwei überlangen nach unten ragenden Fangzähnen bestärkt (keine Vampirzähne! Eher Reißzähne - die eines Raubtieres). Schwarzes Haar in Ponyfransen ins Gesicht fallend, sonst rund um den Kopf ausgebreitet, lang sich wellend.
Wir sagen, es sei das Gesicht der Puppe, die den Puppenmann Don Chapman (unbewußt) in die Falle gelockt hat.

Vorbemerkungen: Dies ist der dritte Band des Zyklop-Zyklus, und es wird in zwei Handlungsebenen 1. das weitere Schicksal des Puppenmannes Don und 2. des DK weitere Maßnahmen aufgezeigt.
Über Don wurde bisher nur ausgesagt, daß er in eine magische Falle geriet, als er in London in den Räumlichkeiten irgendeines Kults die Puppendame verfolgte. Nun ist sie mit ihm in einer magischen Sphäre eingeschlossen. Sie besitzt keine Erinnerung, kein Allgemeinwissen, weiß nichts von der Welt. Sie ist aber intelligent.
Dorian hat herausgefunden, daß die Puppendame eine von zwölf kleinen "Fayencestatuen" ist, die jede ein genaues Abbild der berühmten Schlangenkönigin aus Knossos sind und die von Alraune im 16. Jahrhundert aus Mandragorawurzeln erschaffen wurden. Eine der belebten Puppen zerbröckelte unter der Ausstrahlung der Dämonenbanner, als Dorian sie mit in die Jugendstilvilla nehmen wollte, zehn verloren ihre Existenz mit dem (weiblichen) Schlangen­dämon Ophit in den Höhlen von Kreta. (Exposé 72)
Dorian weiß, daß nur noch jenes Minimädchen lebt, das Don in die Falle gelockt hat. Von der Mentalität dieses Alraunenmädchens weiß er eben so wenig wie darüber, wohin Don entführt wurde.
Das Warum vermutet er: Hekate hat natürlich ihre Hände im Spiel, und wahrscheinlich hat sie Dons Entführung nur inszeniert, um Dorian in bereitgestellte Fallen zu locken. Hekate muß auch auf eine Art mit seiner Erinnerung an frühere Leben manipuliert haben, daß sie ihm just dann einfiel, wenn es ihren Absichten dienlich war. Dorian ist auch bekanntgeworden, daß die Geschehnisse irgendwie - wenn vielleicht auch nur am Rande - mit der Geburt eines dämonischen Kindes zusammenhängt, das ein bislang unbekannter Dämon nach sich geformt hat.
Ein Anruf des Faust-Geists hat Dorian bisher nicht weiter­gebracht, den Faust drückte sich äußerst orakelhaft aus. Vielleicht tat er es deshalb, weil er im Grunde gar nichts weiß, dies aber nicht geradeheraus zugeben wollte.
Band 72 endet damit, daß Dorian Ophit tötet. Es wird ausge­sagt, daß er mit Becker und Plank noch einmal die Höhlen durchsuchen wird, um eventuell Hinweise zu finden.
Er hat auch tatsächlich einen interessanten Fund gemacht. Doch gehört dies bereits zum Thema dieses Bandes.

Hier gleich vorweg die Daten über diesen Fund:
Ein Hermetisches Gefäß (also vakuumdicht!) das zur Hälfte Kugelig ist, zur anderen aus einer Vierkantpyramide besteht. Genauer: unterer Teil eine Halbkugel, oben aufgesetzt eine Vierkantpyramide. Dieses Gefäß hat eine Gesamthöhe von 35 cm (fünfunddreißig). Es besteht aus einem unbekannten Material, Metall oder Mineral, oder ist eine Legierung aus beidem = in jedem Fall magischen Ursprungs. Es ist leicht, fast schwerelos. Wenn man ihm einen Stoß gibt, schwebt dieses Gefäß wie ein Luftballon, ändert selbständig die Richtung, als hätte es einen eigenen Antrieb, seine Bewegungen sind aber langsam und rund, nicht eckig und nicht zick-zack. Es schwebt eben - senkt sich erst nach Minuten auf den Boden.
Die Hülle - Halbkugel ebenso wie Pyramidenteil - ist mit vielen magischen Symbolen bedeckt, die eigentlich recht ungelenk eingeritzt sind. Als Dorian an der Hülle kratzt, muß er feststellen, daß sie stahlhart ist. Wenn man dagegen klopft, klingt es hohl, aber das Geräusch hat unzählige Echos, die sich in Sekundenschnellen zu einem ohrenbetäubenden Geräusch verstärken.
Experimente mit diesem "Hermetischen Kreisel" rufen die seltsamsten Wirkungen hervor.
Es sei schon jetzt vorweggenommen, daß dieses Gebilde in magischer Verbindung mit der Puppendame steht, mit der Don Chapman zusammen ist. Jede Einflußnahme auf das Hermetische Gefäß, ruft bei ihr eine Wirkung hervor.
Darauf wird in der Handlung noch eingegangen, der Autor kann von sich aus weitere Gags ersinnen.
Der Autor kann den Roman auch (knallig!) aus der Warte Chapmans beginnen. Des besseren Verständnisses fangen wir im Exposé aber mit Hunter an.

Handlung:
Um Überschneidungen mit dem vorangegangenen Band (die Gegebenheiten in den Höhlen der Ophiten betreffend) zu vermeiden, nur in Dorians Rückerinnerung schildern, wie er mit Becker und Plank nochmals in die Höhlen eingedrungen ist und das Pyramiden-Kugelgefäß fand.
Becker und sein Schüler Plank müssen nach Frankfurt zur Uni zurück. Man schlägt Dorian vor, mitzukommen und den Geist des Faust nochmals anzurufen. Immerhin habe er jetzt etwas, das er Faust vorlegen könne und dürfe sich so eher Anhaltspunkte erwarten. Dorian hat auch in London angerufen und von Sullivan erfahren, daß es nichts Neues über Chapman gibt. Coco ist verschwunden.
Den Roman aber mit folgender Szene beginnen (- und die vorangestellten Aussagen erst später machen):
Ein deutscher Geschäftsmann wird von einem Unbekannten mit dämonischem Aussehen (grüne Augen, dichter nach unten gedrehter Schnurrbart = Dorian) angesprochen. Und als man dann unter vier Augen ist, hält der Fremde, der ein gutes Deutsch spricht, plötzlich eine Gnostische Gemme in der Hand, die er vor dem Geschäftsmann pendeln läßt. Damit hypnotisiert Dorian den anderen, der Leser soll auch gleich erfahren warum:
Aus Sicherheitsgründen, damit ihm die Dämonen das Hermetische Gefäß nicht abjagen können, hypnotisiert Dorian den Geschäftsmann, übergibt ihm das Gefäß und befiehlt ihm, es in Frankfurt bei einer bestimmten Adresse abzuliefern. Es ist die Adresse der Magischen Bruderschaft.
Dies geschieht noch in Iraklion. Der DK, Becker und Plank haben beschlossen, getrennt nach Frankfurt zu fliegen.
Dorians Vorsichtsmaßnahmen erweisen sich als klug, denn kaum ist er im nächsten Flugzeug nach Frankfurt (umsteigen in Athen), passiert auch schon was.
Er wird von zwei Männern in die Zange genommen, die links und rechts von ihm sitzen. Ausdenken, was sie mit ihm anstellen - bevor er die Situation erfaßt, beschmieren sie ihn an verschiedenen Kör­perstellen mit einer teerartigen Masse, so daß er gelähmt wird, oder Ähnliches. Sie können ihn dabei auch mit herkömmlichen Waffen zwingen, daß er stillhält. Der Autor soll das jedenfalls rasant und effektvoll schildern.
Die beiden sind keine waschechten Dämonen, sondern nur Diener, deshalb spürte Dorian auch nicht ihre (schwache) Ausstrahlung. Sie verlangen nun vom DK, daß er das Hermetische Gefäß herausrückt. Dorian sagt wahrheitsgetreu, daß es längst schon in Frankfurt in Sicherheit ist.
Da spricht der Dämon aus einem der beiden Besessenen. Er droht, das Flugzeug abstürzen zu lassen, wenn Dorian das Gefäß nicht herausrückt. Dorian erfährt aus den Äußerungen des Dämons auch, daß er sich im Auftrag des anderen Dämons meldet, der das Kind nach seinem Abbild erschaffen hat. Der Hermetische Kreisel wird als Spielzeug für den "Blauen Torto" gebraucht (Faust hat von einem "Blauen Kindlein" gesprochen! Band 71!) Der Dämon, der aus dem Besessenen spricht, wird immer wütender, denn nach Dorians Aussage ist das Hermetische Gefäß bereits im Besitz der MB - und somit für den Dämon unerreichbar. Das Flugzeug erbebt wie unter einem Orkan.
Da macht der Dämon einen Vorschlag: Don Chapman werde im Austausch gegen das Gefäß freigelassen. Das verstoße zwar gegen Hekates Plan und werde sie zornig machen, aber das Wohlergehen des "Blauen Torto" sei wichtiger.
Somit hat Dorian die erste Bestätigung, daß Hekate Don ent­führen ließ und ihn, den DK, auf eine falsche Fährte lockte. Es paßt noch nicht alles zusammen, doch der DK ahnt die Zusammenhänge.
Dorian geht auf den Handel ein. Der Dämon wird sich wieder melden, sagt er noch aus dem Mund des Besessenen. Damit haben die beiden Besessenen ihre Pflicht getan, sie können spektakulär sterben - ja, sie müssen sterben, damit der DK sie nicht etwa zum Reden zwingen kann.

Umblenden zu Chapman:
Er ist zusammen mit dem Mandragoramädchen in der Finsternis der magischen Sphäre eingeschlossen. Jetzt dringen Stimmen aus dem Nichts zu ihm. Er ahnt, daß die Reise beendet ist. Wohin hat man sie gebracht? Chapman versteht die Sprache nicht, wartet, bis sich die Dunkelheit verflüchtigt.

Achtung:
Chapmans Entführer sprechen baskisch, man befindet sich in den Pyrenäen, was Chapman nicht wissen kann. Aber der Autor muß die Verhältnisse entsprechend schildern.

Dula, so nennt Chapman seine Leidensgefährtin nach den Tempeldienerinnen des Altertums, die Dierodulen genannt wurden, versteht seltsamerweise die Sprache der Männer. Sie weiß nicht, um welche Sprache es sich handelt, aber sie versteht den Sinn der Worte.
Es wird hell. Don und Dula finden sich in einem Raum wieder dessen Wände aus altem Gemäuer bestehen. Sie könnten sich in einer Burg befinden. Beide können sich jetzt frei bewegen, doch es gibt kein Entrinnen. Sie befinden sich auf einer Art Steinalter, der von ihren Entführern umringt wird.
Ein Mann ragt besonders hervor. Es ist der Dämon, der in Hekates Auftrag den Befehl zu Chapmans Entführung gegeben hat. Ein Riese von Gestalt, über und über behaart, auch im Gesicht, Augen, breitgedrückte Nase und Raubtierzähne blitzen nur gelegentlich zwischen den ins Gesicht hängenden Strähnen hervor. Wegen seines Aussehens lebt der Dämon zurückgezogen in dieser Ruine in den Pyrenäen, kann sich bei den Sterblichen nicht blicken lassen.
Aus dem Dialog zwischen den Besessenen und der Schauergestalt (Dula übersetzt es Chapman) geht hervor, daß Dula dem Dämonenkind zum Geschenk gemacht werden soll. Das kann auch aus der Warte  des Dämons erzählt werden! Chapman dagegen - er wird als guter Hausgeist Galtxagorri bezeichnet und soll deshalb geopfert werden - betrachtet man als Feind. Er muß nur solange am Leben bleiben, bis ihm das Dämonenkind, der "Blaue Torto", den Hals umdreht.
Plötzlich kommt es zu einem Zwischenfall, mit dem niemand gerechnet hat. Das Scheusal sagt gerade, daß man nur noch den Hermetischen Kreisel benötigt, der zu der Puppendame gehört wie die Hölle zum Teufel, als Dula plötzlich wie unter epileptischen Anfällen zu zucken beginnt. Ihre dadurch entstehenden metaphysischen Vibrationen bereiten dem Dämon und seinen Dienern Übelkeit. Der davon nicht betroffene Chapman ergreift diese Gelegenheit und flieht mit der leidenden Puppendame in den Armen ins Labyrinth der Ruine.

In einer Umblendung zur zweiten Handlungsebene aufzeigen, was den Anfall von Dula bewirkt hat.

Der von Dorian hypnotisierte Kaufmann ist in Frankfurt mit dem Hermetischen Gefäß gut durch den Zoll gekommen. Fahrer mit Wagen erwartet ihn, er gibt ihm die Adresse der MB. Knapp vor dem Tempel der MB kommt es zu einer Karambolage des Wagens, wobei das Hermetische Gefäß einige Erschütterungen abbekommt. Sonst nur Blechschaden. Der Mann liefert das Hermetische Gefäß ab. Damit ist der posthypnotische Befehl ausgeführt, der Mann steht nicht mehr in Dorians Bann.
Dorians Ankunft im Tempel der MB schildern. Zusammen mit Thomas Becker und vier anderen Brüdern ruft man den Faust-Geist an (Datenexposé). Auf dem Glastisch liegt zusammen mit dem magischen Globus auch das Herm. Gefäß.
Faust erscheint prompt. Er warnt Dorian davor, daß er mit dem Hermetischen Kreisel großen Schaden anrichten kann. Mit dem Kreisel könne man zwar Chapmans Entführerin beeinflussen, doch ob im negativen oder positiven Sinn, das gelänge nur einem Einge­weihten. Dorian aber könnte durch unsachgemäße Handhabung Chapman in große Gefahr bringen. Ob Faust dem DK nicht helfen könne, die Bedienung des Kreisels zu erlernen.
Faust gibt nach. Er rät Dorian, den Kreisel rotieren zu lassen. Als Dorian das tut, ertönt plötzlich ein Schrei des Entsetzens aus dem Nichts. Gleich darauf bilden sich aus dem sich drehenden Kreisel Bilder: Dorian sieht, wie sich der Puppenmann Don und seine gleich winzige Gefährtin durch eine zerklüftete Gebirgslandschaft schlagen. Besessene sind ihnen auf den Fersen.
Auf Dorians Frage, wo dieses Geschehen abrolle, gibt Faust den Hinweis: Don Chapman befinde sich am Ursprungsort der Roland-Sage. Das genügt Dorian. Erklärung: Im Jahre 778 unternahm Karl der Große einen Feldzug gegen das islamische Spanien, er drehte aber wegen der rebellierenden Sachsen wieder um und ließ Roland als Nachhut zurück, der aber im Gefecht gegen die aufrührerischen Basken fiel. An dieser Stelle steht heute das Kloster Roncesvalles.
Und dorthin muß Dorian, will er Don heraushauen. Dorian übergibt das Herm. Gefäß an Peter Plank mit dem Auftrag, damit in die Pyrenäen zu reisen und es im Kloster Roncesvalles zu deponieren. Dann kommt kein Dämon an es heran.
Dorian verläßt den Tempel, und da tritt der Dämon wieder über zwei Besessene mit Dorian in Verbindung. Dorian sagt dem Handel - Don im Austausch gegen das Herm. Gefäß - zu und wird nach Burguete bestellt, das keine fünf Kilometer vom Kloster Roncesvalles entfernt ist.

Umblenden zu Chapman:
Dula wurde von einem Schwindel erfaßt (als Dorian den Kreisel rotieren ließ), jetzt ist sie aber wieder in Ordnung. Die beiden setzen ihre Flucht fort, kommen zu einem Haus, wo normale Sterbliche wohnen, können sich denen aber nicht anvertrauen, dürfen sich auch nicht zeigen, suchen aber Unterschlupf.
Bald tauchen jedoch die Verfolger auf. Don muß hilflos zusehen, wie die unschuldigen Laute von den Besessenen traktiert werden.
Er fühlt sich für ihr Schicksal verantwortlich und zeigt sich den Verfolgern, um Unschuldige vor dem Tode zu bewahren.
Dula und er werden gefangengenommen.
Doch kaum in Gefangenschaft, werden Don und Dula von einer anderen Gruppe befreit. Es sind einfache baskische Bauern - Dula übersetzt Don die Worte -, die nach ihrer eigenen Aussage, dem heidnischen Geheimkult, der in dieser Gegend sein Unwesen treibt, den Kampf angesagt haben. Don (und auch Dula) wird von diesen einfache Menschen als guter Hausgeist Galtxagorri angesehen und verehrt. Sie verlangen auch von ihm, daß er sie vor dem schrecklichen Torto beschützt. Chapman versteht natürlich nicht recht, was sie wollen, weil er die Baskische Religion nicht kennt.

Umblenden zu Peter Plank:
Er ist in den Pyrenäen angekommen. Bevor er den Hermetischen Kreisel jedoch im Kloster verstecken kann, wird er von den Besessenen des dämonischen Geheimkults gefangengenommen und in die Ruine geschleppt, wo der schreckliche Dämon haust.

Umblenden zu Dorian:
Der DK ist in Burguete eingetroffen. Er wartet vergeblich auf Peter Plank, sucht deshalb das Kloster auf. Von einem einheimischen Führer erfährt er, daß es in dieser Gegend viele Schrecken gibt.
Menschen verschwinden spurlos, und man sagt, daß ein furchtbarer Dämon geboren worden sei. Hatte Dorian zuerst vielleicht noch Zweifel, jetzt weiß er, daß er auf der richtigen Spur ist.
Im Kloster erfährt er jedoch, daß ein Mann, auf den Peter Planks Beschreibung zutrifft, nie hier eingetroffen ist. Nun läßt sich Dorian von seinem ängstlichen Führer (Trinkgeld macht ihm Mut) zu jener Ruine führen, wo sich angeblich die Dämonendiener treffen.
Dorian dringt scheinbar unbemerkt ein. Er beobachtet, wie die Besessenen mit dem dämonischen Scheusal ein abstoßendes Ritual beginnen, in dessen Mittelpunkt Peter Plank ist. Von dem Hermetischen Kreisel ist jedoch nichts zu sehen. Aus den Worten des Dämons er­fährt Dorian aber sofort, was daraus geworden ist: Der Dämon hat ihn Torto ausgehändigt, der dieses "Spielzeug" dem Kind-Dämon zum Geschenk machen wird.
Und jetzt erfährt Dorian die Zusammenhänge: Indem der Kind-Dämon mit dem Hermetischen Kreisel manipuliert, kann er die Puppendame beeinflussen, denn ihr Schicksal ist mit dem Kreisel aufs Engste verknüpft. Und diese Puppendame wird durch die Beeinflussung zum Bösen gleichzeitig die Erzieherin des Kind-Dämons sein. Denn, so sagt das Scheusal aus, der Kind-Dämon wurde von einer Sterblichen "ausgetragen" (wir kennen diese Methode der Dämonen inzwischen, ihren Nachwuchs von sterblichen Frauen gebären zu lassen). Und die vermeintlichen Eltern werden es gar nicht merken, wie das Kind zum Bösen erzogen wird.
Und noch ein Effekt wird erreicht: Don Chapman soll von der Puppendame getötet werden, das wird sogleich geschehen, wenn der Kind-Dämon den Kreisel in die Hand bekommt. Vielleicht passiert es gerade in diesem Augenblick.

Umblenden zu Chapman:
Die ihn als guten Hausgeist verehrenden Bauern hören auf seine Worte: Er verlangt von ihnen, daß sie zu der Ruine hinaufsteigen und den Dämon zur Strecke bringen - natürlich im Schutz betender Geist­licher.
Währenddessen klagt Dula über körperliche Schmerzen. In ihrem Kopf ist ein schier unerträgliches Pochen. Don ist um sie besorgt. Er hat sich inzwischen in sie verliebt, rechnete sicher damit, nun endlich eine Gefährtin zu haben. Er braucht sie, glaubt, ohne sie nicht mehr leben zu können.
Da verwandelt sich Dula vor seinen Augen plötzlich in eine Bestie - wie es Alraune "programmiert" hat. Sie hat auf einmal Zähne wie ein Raubtier, ihre Hände werden zu mörderischen Klauen mit stahlharten und rasierklingenscharfen Krallen. Damit hätte sie unter Umständen sogar einen normalgewachsenen Menschen töten können - Chapman aber ganz gewiß. Sie stürzt sich auf den vor Entsetzen wie gelähmten Puppenmann, der das alles nicht fassen kann. Sein Widerstand ist ziemlich lahm, der sich entspinnende Kampf auf Leben und Tod ist einseitig. Chapman wäre unterlegen gewesen, wenn die Bauern nicht eingegriffen hätten. Sie rücken der raubtierwilden Puppendame mit Kruzifix zu Leibe, baden sie förmlich mit Weihwasser und führen Sprüche, die Elemente von christlichen Gebeten und Beschwörungen aus der Baskischen Religion in sich haben.
Die Puppendame nimmt Reißaus. Chapman will sie zurückrufen. Doch da ist sie verschwunden. Chapman will ihr verzweifelt nacheilen. Doch die Bauern lassen ihren guten Hausgeist nicht los.
Sie wollen ihn behalten, damit er ihnen hilft Torto zu vernichten. Chapman ist verzweifelt. So nahe war er daran, eine Gefährtin zu bekommen, aber es sollte nicht sein...

Umblenden zu Dorian:
Er hat aus den Erklärungen erfahren, daß die Puppendame bisher weder gut noch böse war. Ihr böses Ich, ihre schwarze Anima, ist in dem Herm. Kreisel gefangen. Der Kind-Dämon wird durch seinen Spieltrieb dieses Böse entfesseln, freisetzen.
Dorian wartet nicht länger zu. Er hat seine Vorbereitungen getroffen, rund um den Opferraum seine Symbole der Weißen Magie gesetzt, so daß die überirdischen Fähigkeiten des Dämons egalisiert sind. Jetzt stehen seine Chancen im Zweikampf 50:50. Der DK stellt sich dem Dämon zum Kampf, der fast gelähmt ist von Dorians Gesichtsstigma, das durch die Aufregung (Angst um Don und Wut) hervorgetreten ist.
Dorian nutzt diese Gelegenheit, um den Dämon zu zwingen, ihm zu sagen, wo der Dämon Torto haust: Im Nationalpark bei den Wasserfällen Cascadas de Cotaduero. Dorian will den Dämon noch zwingen, ihn dahin zu führen, doch da tauchen plötzlich die mit allen möglichen Waffen ausgerüsteten Bauern auf, knütteln die Besessenen nieder und töten schließlich auch den Dämon, ohne sich von Dorian daran hindern zu lassen. Es ist Dorians Glück, daß das Stigma in seinem Gesicht verblaßt, sonst hätten sie ihn in ihrer Angst ebenfalls getötet. Aber so wird er von dem Mann erkannt, der ihn zu den Ruinen geführt hat, und der DK wird verschont.
Dorian erkundigt sich bei ihnen nach dem Puppenmann, und das Unglaubliche geschieht: Die Basken sagen einstimmig aus, daß sie ein solches Wesen nie gesehen haben.
Erklärung: Sie wollen ihren guten Hausgeist, den winzig kleinen Galtxagorri behalten, deshalb verleugnen sie ihn.
Dorian muß wohl oder übel glauben, daß sie die Wahrheit sagen, obwohl es ihm scheint, daß sie ihre Behauptung nicht gerade über­zeugend vorbringen. Aber vielleicht ist das deshalb so, weil sie ihn, der an die Existenz eines solch winzigen Wesens glaubt, für verrückt halten.
Wie dem auch sei, Dorian ist gezwungen, den Kampf gegen den Torto aufzunehmen.

Achtung: Dorian spricht zwar ausgezeichnet spanisch, den Dialekt der Basken versteht er natürlich nicht. Auch die Mentalität dieser Leute erscheint ihm etwas eigenartig, und ihre Religion (die heidnische baskische Religion) ist ihm nicht so geläufig, Daß er alle Begriffe auf Anhieb versteht, er hat sich darauf ja nicht vorbereitet.

Schlußbemerkung:
Dem Autor wird vorgeschlagen, den Romanbeginn vielleicht so zu gestalten, wie Dorian den Hermetischen Kreisel in irgendeiner Nebenhöhle findet - inmitten der Trümmer der anderen elf Kreisel, die zu den anderen und nun abgetöteten "Schlangengöttinnen" gehörten. Es kann zu irgendeinem Phänomen kommen, als Dorian das hermetische Gefäß an sich nehmen will - und in einer Umblendung zum Puppenmann Don kann die Auswirkung auf Dula gezeigt werden.

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