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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 32

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (32. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 59, das Ernst Vlcek am 6. Juni 1975 für Günter Dönges alias Gay D. Carson geschrieben hat. - Viel Spaß beim Lesen...


56DER LSD-VAMPIR
Dämonenkiller 59
Zeit: Ende Februar - Anfang März
Schauplatz: London und ein Schloß in Schottland
Autor: Dönges-Carson

Titelbild: (von dem leider kein Foto existiert)
Kopf eines Vampirs mit blutverschmiertem Maul, der auf irgendetwas oberhalb des Betrachters glotzt und sich davor duckt.
Hintergrund: Äste, Fledermäuse vor rotem Vollmond.

Vorbemerkungen zur Situation:
Mit diesem Band wird der Theriak-Zyklus konsequent weitergeführt. Die Autoren haben keinen Grund zu der Besorgnis, daß sie nun wie wild Daten büffeln müssen. Personen kommen und sterben und werden nicht durch mehrere Bände geschleppt. Bis auf eine, die immer wieder auftaucht, bzw. nicht in Erscheinung tritt: Das ist die "Geisterfilmfrau" aus dem vorangegangenen Band (58) - sie geistert sozusagen weiterhin. Und natürlich wird immer wieder von Theriak die Rede sein.
Coco hat ausgesagt, daß es unzählige Arten von Theriak gibt, mit denen man unterschiedliche Wirkungen erzielen kann, es kommt nur auf die Mischung von Zutaten an: Von Krötenblut bis Mohnsamen und Hanf und Kartoffelkeimlingen ist alles erlaubt, was in den Hexenküchen jemals ersonnen wurde.
Theriak kann ein Liebestrank sein, ein tödliches Gift, Rauschgift, das unheimliche Visionen erzeugt und auch zu übernatür­lichen Fähigkeiten verhilft (Band 58).

Wichtig: In Band 58 wurde ausgesagt, daß Dorian eines der schneckenförmigen Stäbchen, das die Japaner rauchen, diesen ab und an sich nimmt. Er hat es noch, als er nach London zurückkehrt.
Dorian hat auch das mit Tusche gepinselte Bild einer unbekannten Blume, die im ewigen Schnee zu gedeihen scheint, an sich genommen. Auf das Aussehen dieser Blume kommt es nicht an, sondern wichtig ist nur die Wurzel, wie sich später herausstellt.
Aber darauf nur dann eingehen, wenn im Handlungsteil des  Exposés darauf hingewiesen wird.
Auf jeden Fall soll der Begriff Theriak neben der Handlung durch den Roman geistern.
Hier sei auch gleich ein anderer Begriff erklärt: nämlich der Alkahest.
In den Bänden 44 und 45 kommt der Horror-Rocker Demur Alkahest vor, ein junger Dämon aus dieser Sippe. Bitte, die entsprechenden Exposés nachlesen u. ev. die Stellen in den Romanen nachlesen, falls sie erschienen.
Alkahest: Er war die prima materia der Alchimisten, war Weltseele, Weltgeist, Quintessenz, aus der alle Elemente hervorge­gangen sind. Die Alchimisten wollten diese immer gegenwärtige und doch ungreifbare Kraft im Stein der Weisen festhalten. Der Alkahest wurde als Wundermedizin, Höllenfeuer und Feuerwasser angesehen, in dem sich alle Elemente, auch Metalle auflösten.
Der Alkahest sollte in lebenden Menschen (in geringen Spuren) und in totem Gestein vorhanden sein (in noch geringeren Spuren).
Später glaubten berühmte Alchimisten den Alkahest in Natriumsulfat und Alkali gefunden zu haben. Doch wir wissen, daß das ein Irrtum war.
Wir behaupten, daß der Alkahest die Prima materia ohne chemische Formel ist, sondern nur eine magische hat. Er ist die treibende Kraft im Stein der Weisen.
Das alles braucht im Roman nicht ausgesagt zu werden, wenn es im Handlungsteil nicht extra verlangt wird. Die Daten dienen den Autoren zur Information. Und Carson-Dönges sollte zumindest andeuten, von wo der Name der Alkahest-Sippe abgeleitet wird ‑ sie spielt (zumindest einige Mitglieder) in diesem Roman eine bedeutende Rolle.

Nochmals: So wichtig Theriak für die nachfolgende Handlung ist, es sollte als zwar bedeutungsvoller aber mystischer Begriff herumgeistern. Je weniger der Leser weiß, desto mehr wird er auf die Folter gespannt. Dorian sind verschiedene Arten des Theriak aus der Vergangenheit bekannt, wenngleich er keinen weltbewegenden Zaubertrank mixen kann. Er besitzt einige Literatur darüber, aber die wirklich sensationellen Rezepte behüten die Dämonen.
Coco kennt einige dieser Rezepte, warnt aber vor ihrer Gefähr­lichkeit: Ein Sterblicher kann ihnen nur allzu rasch verfallen und dann verloren sein (siehe Band 58).

Anfangsepisode:
Irgendwo in Schottland. Kleines Dorf. In der Nähe befindet sich das Schloß des Count Lucius of Alkahest. Die Leute erzählen sich viele Geschichten über ihn - gute. Er lebt zurückgezogen auf seinem Schloß, und sich nur selten blicken. Einmal soll er durch ein Wundermittel das Vieh, das an einer unbekannten Krankheit litt und fast notgeschlachtet werden mußte, eines Bauern geheilt. Er hat durch einen Trank auch schon mal einen Menschen vor dem Tod bewahrt. Aber man sagt auch, daß er um Gotteshäuser einen großen Bogen macht. Er ist geheimnisumwittert, soll ein Naturheilkundler sein und dann wiederum ein Giftmischer und Hexer... die Laut' reden eben viel.
Ein Mädchen eilt über das nächtliche, unwirtliche Land. Es hat sich mit seinem Freund zerstritten und läuft nun zum elterlichen Anwesen. Dabei stolpert es aber, verknöchelt sich einen Fuß, humpelt frierend weiter.
Da taucht ein Fremder auf, der das frierende Mädchen aus einem Flakon trinken läßt. Er ist ihr unheimlich, aber er hat auch etwas Zwingendes an sich. Ist das Graf Lucius (so nennen ihn alle hier)?
Nachdem das Mädchen getrunken hat, fühlt es sich sofort wohler, als würde sie auf rosaroten Wolken schweben. Und als sich der Mann über ihren Hals beugt und ihr seine Vampirzähne ansetzt, da meint sie, vor Glück fast zu vergehen. Wonneschauer durchrasen ihren Körper, als das Blut ihrer Halsschlagader in seinen Mund fließt. Und auch dann, als Lucius (das nicht konkret aussagen, ich meine: daß es sich um den Grafen handelt) seinen Durst gestillt hat, kommt für das Mädchen kein Katzenjammer, sondern das Wonnege­fühl bleibt, und sie weiß, als der Graf sie auffordert, ihn mal auf seinem Schloß zu besuchen, daß sie kommen wird. Sie muß wieder von dem Trank haben, den er ihr eingeflößt hat.

Haupthandlung:
Jugendstilvilla. Wir brauchen einen Grund, warum Dorian dem Theriak verfällt. Hier haben wir ihn: Seines und Cocos Kind muß getauft werden. Dorian kann aber nicht dabei sein. So kommt Coco auf die Idee, daß sie ihm Theriak mixt, das seinen Geist öffnet und über Zeit und Raum hinweg trägt (das Kind soll Dorians Namen bekommen. Um diesen aber geheimzuhalten, bekommt es einen zweiten Namen, den eines Heiligen, den Dorian aber nicht erfährt, und der sein Rufname sein soll).
Coco warnt Dorian aber zugleich vor der Sucht. Und sie mixt ein zweites Mittel, das er einnehmen soll, wenn die Wirkung des ersten abklingt. Dann kann er nicht süchtig werden. Dieses zweite Mittel nennt Coco Taxin-Theriak, weil, wie sie sagt, es das Alkaloid Taxin aus der Eibe hat. Taxin ist ein Lähmungsgift für Herz- und Zentralnervensystem. Aber in der angemessenen Dosis (Hexenweisheit) und mit den entsprechenden Beigaben, hat es eine heilsame Wirkung.
Dorian soll das halluzinogene Theriak um Mitternacht nehmen.
Zur Auflockerung kann eingestreut werden, daß Trevor Sullivans Mystery Press Meldungen aus aller Welt bekommen hat, wonach der Gebrauch von (oftmals unbekannten) Suchtgiften ansteigt. Handelt es sich um von Dämonen in Umlauf gesetztes Theriak?
Mitternacht. Coco ist fort. Dorian will sich nicht allein mit dem von ihr gemixten Theriak zufriedengeben. Er hat ja noch die schneckenförmige Theriak-Zigarette der Japaner. Und das Eiben-­Taxin-Theriak, das ein probates Gegenmittel ist. Mit der Theriak-Zigarette will er die Wirkung von Cocos Theriak verstärken.
Und Schlag zwölf beginnt er zu paffen. Dorian ist, als explodiere er. Dem Autor obliegt nun die Aufgabe, die psychedelischen Eindrücke eines zu schildern, der sich im LSD-Rausch befindet.
Dorian ist auf einmal das gesamte Universum, dann wieder wird er ganz klein, sinkt in die Mikrowelt der Atome hinab, sieht Farben, hört Sphärenklänge, eine Landschaft von paradiesischer Schönheit tut sich ihm auf. Und dann sieht er die "Geisterfrau", die sich darüber freut, den DK endlich bei sich zu haben. Sie ist Liebesgöttin und Mutter zugleich, die Inkarnation alles Weiblichen - auch der Falschheit und des Bösen schlechthin, etc. etc.
Und dann ist der Traum aus.
Dorian findet sich in fremder Umgebung wieder. In seiner Begleitung befindet sich der Horror-Rocker Demur Alkahest. Man befindet sich in dem schottischen Dorf der Anfangsepisode.
Demur Alkahest so zynisch und bösartig schildern wie in den Bänden 44 und 45. Er ist mit Dorian in einem Gasthof abgestiegen. Auf Dorians Frage, wie er ausgerechnet mit ihm hierhergekommen ist, lacht Demur satanisch. Es freut ihn, daß Dorian seine Erinnerung an ihr Zusammentreffen vergessen hat. Ja, ja, das ist die Wirkung des Theriak. Ob Dorian sich wirklich nicht mehr daran erinnern könne, wie er zu ihm gekommen sei und ihn bat, Theriak für ihn zu beschaffen?
Dorian bitte als zitterndes Nervenbündel schildern, erste Entwöhnungserscheinungen machen sich bemerkbar. Er braucht Theriak. Nur die Ruhe meint Demur (er ist mit Dorian per Du und umgekehrt, aber es ist kein freundschaftliches Du), du bekommst ja dein Theriak. Deshalb sind wir hier.
Dorian versucht, sich zu erinnern. Es gelingt nicht. Er vermutet nur, daß er in seinem Rausch einen genialen Plan ausgeheckt hat. Das Theriak mußte sein Bewußtsein ja geöffnet haben, seine Fähigkeiten für kurze Zeitspanne ins Gigantische gesteigert haben.
Aber was will er in diesem schottischen Nest? Die Einwohner kommen ihm seltsam vor. Als sie Demurs Namen Alkahest vernehmen, da werden sie ganz demütig, verhalten sich zu ihm wie zu einem Herrscher.

In Zwischeneinblendungen, der action wegen, können die Verhält­nisse in dem Dorf aufgezeigt werden. Die meisten Bewohner, vor allem die Jungen stehen zum Count of Alkahest in einem Hörigkeits­verhältnis. Das deshalb (bitte noch nicht aussagen), weil sie sein Theriak brauchen. Wenn sie es nicht bekommen, fühlen sie sich hundeelend. Deshalb suchen sie sein Schloß auf und lassen sich als Gegenleistung beißen. Wessen er überdrüssig ist, läßt der Graf elendiglich umkommen, indem er ihm kein Theriak verabreicht.
Die anderen wissen aber nicht, daß der Tod mangels Theriak eintritt. Sie halten den Grafen für einen Gönner und Wohltäter. Ihm zu Ehren haben sie auch die Kirche abgerissen und noch keine neue gebaut.
Wenn der Graf auf jemanden ein Auge geworfen hat, dieser aber nicht freiwillig aufs Schloß kommt, dann schleppen ihn die süchtigen Einwohner mit Gewalt aufs Schloß.
Dorian wird Zeuge einer solchen Szene. Er hilft dem Mädchen in ihrer Bedrängnis, das aufs Schloß gezerrt werden soll.

Achtung: Dorian hat weder Dämonenbanner, noch sonst eine Ausrüstung bei sich. Er ist ja nicht auf Dämonenjagd. Er hat nur ein Fläschchen dabei, über dessen Inhalt ihm sein Gedächtnis aber noch keine Auskunft geben kann (es enthält Cocos Eiben-Taxin-Theriak).

Dorian rettet also das Mädchen. Demur kichert in sich hinein, aber er beschützt Dorian durch seinen Einfluß sogar vor dem Zorn der Dorfbewohner. Da bin ich aber gespannt, wie Lucius reagieren wird, meint Demur. Wer denn Lucius sei, will Dorian wissen.
Nun, wegen ihm sind wir ja hier - und nun klärt Demur den DK darüber auf, was passiert sei. Dorian sei ihm Drogenrausch zu ihm gekommen, habe ihn durch magische Beschwörung angerufen und ihn gebeten, ihm zu Theriak zu verhelfen. Demur hat gesagt, daß jemand aus seiner Familie sich auf das Mixen von Theriak verstehe - eben der Graf Lucius von Alkahest hoch oben in Schottland.
Und so seien sie hergefahren, mit Demurs Horrormaschine.
Demur sagt Dorian nun, daß Lucius ihm das Theriak nicht ohne Gegenleistung geben werde. Noch dazu, wo er ihm ein knuspriges Mädchen weggeschnappt habe.
Demur verschwindet in Richtung Schloß, will Dorian am nächsten Tag Lucius' Entscheidung überbringen. Diese sieht so aus: Dorian soll mit dem von ihm geretteten Mädchen aufs Schloß kommen und Lucius' Gast sein.
Dorian muß auf die Bedingungen eingehen. Er braucht Theriak.
Auf dem Schloß. Lucius bewohnt es allein. Wenn er Hilfe benötigt, dann kann erso viele Dorfbewohner herbeirufen wie er nur will. Sie tun für Theriak alles für ihn - und Dorian wird es auch tun.
Beim gespenstischen Abendmahl, zu dem Lucius ein halbes Dutzend hübscher, willenloser, süchtiger Dorfmädchen gerufen hat, wird Theriak gereicht. Dorian fühlt sich auf einmal wieder wohler.
Er tut nichts dagegen, als er sieht, wie sich der Graf des Mädchens blutvoll annimmt, das Dorian mitgebracht hat. Er nimmt die Tatsache als gegeben hin, daß der Graf ein Vampir ist. Demur bleibt unbeteiligter Zuschauer, einem Voyeur gleich.
Am nächsten Tag kommt die Ernüchterung über Dorian. Jetzt erkennt er, wie furchtbar seine Lage ist. Er, der DK ist so tief gesunken, daß er in die Abhängigkeit eines Vampirs geriet und ihm sogar beim blutigen Umtrunk zusieht.
Demur verhöhnt ihn noch zusätzlich. Er sagt einiges über den Grafen Lucius. Daß er in der Schwarzen Familie keinen besonders guten Ruf genieße, daß er abfällig als "Philosoph" unter den Vampiren bezeichnet wird. Daß deshalb, weil er ein Gourmet besonderer Art ist und nicht so ein Gourmand wie seine vampirischen Artgenossen.
Lucius kann nur Blut trinken, daß mit Theriak "gewürzt" ist. Das hat aber zur Folge, daß seine Opfer nicht auch Vampire werden!
Seine Artgenossen nehmen einen Vampir, dessen Biß seine Opfer nicht auch zu Blutsaugern macht, nicht für voll. Der Gourmet Lucius sieht aber eben darin den besonderen Reiz - er meint, daß seine Opfer, die Menschen bleiben, auch ihr süßes Blut behalten. Ihn darüber in einem Gespräch mit Dorian "philosophieren" lassen.
In der folgenden Nacht kommt es wieder zu einem Theriak­-Umtrunk. Und Dorian hat das unbestimmte Gefühl, daß er von Lucius gebissen wird. Am nächsten Morgen findet er eine Bißstelle an seiner Halsschlagader.
Aber er beruhigt sich einigermaßen, weil er ja nicht zu einem Vampir wird... Immerhin ist er nun in Lucius' Abhängigkeit.
Er will - egal ob das seinen Tod bedeutet - seine Schuld gutmachen, indem er Lucius pfählt.
Um das zu können, muß er aber vorerst Demur Alkahest dazu zwingen, ihm das Grab zu zeigen, in dem Lucius schläft. Die Gelegen­heit dazu bietet sich bald.
Demur hat Dorian nicht aus uneigennützigen Gründen zu seinem Verwandten, Graf Lucius, geführt, sondern aus einem einfachen Grund: Er will von ihm das Geheimnis des Theriak erfahren, es sich aneignen und damit mächtig werden. Er könnte mit dem Theriak eine ganze Menschenstadt beherrschen und wäre dann innerhalb der Schwarzen Familie eine große Nummer.
Demur bringt Dorian dazu, mit ihm in die Alchimistenküche seines Onkels einzudringen. Demur hofft, hier die magische Formel für die Erzeugung des Theriak zu finden. Er weiß nur, daß eine der Zutaten aus Sardinien stammt und die andere von der Hexe Hekate geliefert wird.

Achtung: Hekate hieß bei den Römern und Griechen die Göttin der Unterwelt und Vorsteherin des Zauberwesens.

Dorian denkt natürlich sofort, ob es sie mit der "Geisterfrau" auf dem Film (Band 58) und in seinem psychedelischen Rausch identisch ist!
Hekate, sagt Demur, gehöre auch der Sippe Alkahest an, sie sei aber eine Einzelgängerin, die nach der Allmacht strebt!
Dorian (der auch an der magischen Formel des Theriaks interes­siert ist) und Demur durchstöbern die Alchimistenküche, finden aber nichts. Als sich Demur mit seinem Wissen protzt und auf einen Tiegel mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit deutet und sagt, dies sei eine Alkahest-Mixtur, die alles vernichtet, nimmt Dorian seine Chance wahr und bedroht Demur mit der tödlichen Mixtur: Wenn er ihm nicht Lucius' Schlaflager zeigt, werde er ihn vernichten.
Demur gibt nach, führt Dorian in die Gruft, in der der Graf tagsüber schläft. Die Gruft ist mit Nachtschattengewächsen und seltsamen Pflanzen überwuchert. Dorian findet dort auch eine jener Blumen, von der er eine Zeichnung hat. Sie ist verdorrt und hat keine Wurzel!
Bevor Dorian aber noch Gelegenheit hat, den LSD-Vampir zu pfählen, kommt dieser zu sich. Lucius' Wut wendet sich aber nicht gegen Dorian, sondern gegen Demur - und er tötet ihn wegen seines Verrats.
Dorian aber lädt er in seine Alchimistenküche ein. Er scheint irgendetwas Satanisches mit ihm vorzuhaben. Dorian hat die ver­dorrte Blume an sich genommen und fragt, was sie darstellt.
Der LSD-Vampir antwortet, daß es nicht auf die Blüte, sondern auf die Wurzel ankomme. Die Wurzel liefere eine der Zutaten für sein Theriak. Eine andere wichtige Zutat bekomme er aus den Höhlen von Sardinien.
Apropos Höhlen: Der Graf braucht von dort wieder mal etwas von dem besonderen Salz - und er gedenkt, Dorian auszuschicken, es zu holen. Dabei lächelt er auf eine Art, die Dorian nichts Gutes verheißt.
Diese Eröffnung wird Dorian bei einem rauschenden Fest gemacht, daß zu Dorians Ehren gegeben wird. Sozusagen ein Abschiedsfest vor seiner Reise nach Sardinien.
Der Autor kann nach Belieben jede Menge Dorfbewohner (süchtige) anwesend sein lassen.
Dorian ist auch immer noch süchtig, aber mit ihm ist dich eine Veränderung zum Besseren eingetreten. Der Anblick der ver­dorrten Blume hat sein Erinnerungsvermögen aktiviert. Er weiß jetzt, daß er zu Demur nur Verbindung aufgenommen hat, um mit jemandem aus der Schwarzen Familie zusammenzukommen, der ein Spezialist in Sachen Theriak ist. Diesen Genieblitz hatte Dorian in seinen psychedelischen Wahnvorstellungen. Und noch eine Idee ist ihm gekommen: Wenn er Cocos Eiben-Taxin-Theriak nicht selbst nimmt, sondern einem Dämon verabreicht, wird es ihn zumindest lähmen. In Lucius' kann sogar noch ein anderer Effekt eintreten: Die Wirkung des mit seinem Theriak gewürzten Blutes, das er seinen Opfern abnimmt, könnte aufgehoben werden.
Dorian nimmt noch einmal von dem Theriak (er schwört, daß es das letzte Mal sein wird - wie es alle Süchtigen tun), um sich zu stärken. Lucius hält bei dem Theriak-Umtrunk tüchtig mit, auch er will sich in Laune bringen.
In einem günstigen Moment schüttet Dorian jedoch das Taxin-Theriak in sein Glas. Nachdem der ahnungslose LSD-Vampir es getrunken hat, gebärdet er sich, als hätte man ihm Strychnin verabreicht. Er springt auf, würgt, taumelt, sein Gesicht verfärbt sich.
Diese Gelegenheit läßt sich Dorian nicht entgehen, pfählt ihn vor den Augen der Gäste mit dem Pflock, den er in seiner Freizeit geschnitzt hat.
Die anderen Süchtigen haben von dem Gegenmittel auch was ab­bekommen und sind geheilt. Sie finden zurück in die Wirklichkeit, werden wieder ganz normale Menschen, weil die Saat des Vampires nicht auf sie übergegangen ist.
Es ist doch mal etwas anderes, daß der DK nicht massenhaft Vampiropfer pfählen muß!
Nur für Dorian ist von dem Gegenmittel nichts übriggeblieben.
Das ist ein harter Schlag für ihn. Er bleibt weiterhin süchtig. Hat aber wenigstens noch ein wenig von Lucius' Theriak um sich für einige Tage über Wasser zu halten.
Eine Durchsuchung der Alchimistenküche bringt Dorian keine Hinweise auf die Hexe Hekate, auch nicht auf die exotische Schnee­blume oder deren Wurzel - und er findet auch nichts darüber, was eigentlich auf Sardinien los ist.
Dorthin muß er nämlich. Denn ein kurzer Anruf in der Londoner Jugendstilvilla zeigt ihm, daß Coco noch nicht zurückgekommen ist, also hat er niemanden, der ihm ein Gegenmittel mixt. Er hinterläßt bei Sullivan die Nachricht, daß er nach Sardinien muß, um zu trachten, dort einen Ausweg aus seiner mißlichen Lage zu finden.
Dorian hofft, daß Lucius noch vor seinem Tod den Besuch eines Mittelsmannes angekündigt hat und auch Dorians Namen genannt hat. Das würde seiner Mission ein wenig helfen, wenngleich der DK auch nicht weiß, wohin er sich auf der Insel wenden muß.
Keine weiteren Aussagen machen und keine Spekulationen über die kommende Entwicklung anstellen.
Wie die Dorfbewohner nach ihrer Entwöhnung reagieren, kann der Autor erfinden. Sie sollten aber auch danach nicht wissen, was Böses der Graf ihnen eigentlich angetan hat.

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