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Kurt Luifs HEXENGLAUBEN (Teil 25)

Kurt Luif's HexenglaubeWie sehen sich nun die Hexen selbst? Darüber berichten wir in dieser Folge unserer Serie

HEXENGLAUBEN
(Teil 25)

Die Hexen haben kein allgemein verbindliches Lehrbuch, daher gibt es auch die unterschiedlichsten Auffassungen und Anschauungen. Laut Biedermann (HEXEN — Auf den Spuren eines Phänomens) stellt sich das Hexenwesen Englands folgendermaßen vor:

 

„Es handelt sich um einen Kultbund mit stufenweise vor sich gehender Initiation in die Mysterien, deren Ideengut mit dem der traditionellen Religionen nichts zu tun hat — es heißt, daß auch Christen aufgenommen werden können, wenn sie (so Alex Sanders) ‚anerkennen, daß ihr Gott auch der unsere ist‘. Dies dürfte nicht ganz leicht sein, denn der Hexenkult ist um eine unpersönliche ‚Kraft‘ und um die personifizierten Strebekräfte der Natur (die oft mit Hilfe altertümlich anmutender Rituale verehrt werden) zentriert.“
Fast alle Hexengruppen glauben an die Wiedergeburt. Der Glaube an die Hölle wird abgelehnt. Dagegen ist der Glaube an eine Art Himmel weit verbreitet, in den eine Hexe, die zu Lebzeiten ein gutes Leben geführt hat, kommt. Sie bleibt einige Zeit quasi zur Erholung im Himmel und wird dann jung und schön wiedergeboren. Deshalb fürchten die Hexen nicht den Tod. Sie sind auch der Ansicht, daß die Riten des Hexenkults weit intensiver und persönlicher sind als die von anderen Glaubensbekenntnissen. Die Intimität der Hexenversammlung rege die Phantasie an und befreie sie von den alltäglichen Sorgen, behaupten sie. Der Glaube an die  Erbsünde ist ihnen fremd, sie vertreten die Meinung, daß alle Menschen unschuldig geboren werden — was sie dann aus ihrem Leben machen, das sei einzig und allein ihre Sache. Jede Handlung, die anderen schadet, wird für böse gehalten. Innerhalb eines Hexenzirkels wird Lüge, Diebstahl, Gewalt und Betrug  abgelehnt.  Begierden,  die von  der Kirche als Sünden hingestellt werden, gelten für die Hexenmitglieder nicht.

Lassen wir dazu eine Hexe zu Wort kommen:
„Unser wichtigstes Ziel ist, in Ruhe zu leben. Wir wollen   unseren Vergnügungen nachgehen, unseren Göttern auf unsere Art huldigen, zufrieden sein und in Ruhe gelassen werden. Man wird nicht zu einer Hexe, indem man einen   Zauberstab zur Hand nimmt und nackt im Kreis tanzt. Eine Hexe kann man nur werden, wenn   man seine Kräfte weiterentwickelt und tiefer in das Mysterium der Riten eindringt. Während der Riten verfalle ich in einen tranceähnlichen Zustand, irgendetwas berührt mein Inneres, wühlt mich auf, und die uralten Gefühle von Angst und Freude regen meine Lebenslust an
Der wichtigste Punkt des Hexenglaubens ist aber die Magie, der feste Glaube daran, daß  der Mensch in sich selbst eine Macht erwecken kann, mit dem er sein Schicksal zu beeinflussen vermag. Die moderne Magie hat mit der alten nur mehr wenig gemein. Die heutigen Hexen versuchen nicht mehr Dämonen und Geister zu rufen, sie glauben auch nicht, daß Naturphänomene verändert werden können. Jedoch glauben sie daran, daß es möglich ist, eine Verbindung von Geist zu Geist herzustellen. Die Magie des heutigen Hexenkults ist eine Mischung aus Okkultismus und Parapsychologie. Die Hexen versuchen nicht ihre Magie zu erklären. Sie sind sicher, daß sie funktioniert. Darüber berichten wir in einer späteren Folge unserer Serie ausführlicher.

Bis in einer Woche..
Copyright by © Kurt Luif 1976 + 2011

 

Kommentare  

#1 Laurin 2011-01-10 09:48
Tja, die Hölle gibts also nicht ... sieht aus wie die Anpassung an die modernen Lehren der Kirche die das Böse als Teil der menschlichen Psyche darstellt und von der Hölle/Satan abstand nimmt. So zerstört sie jedoch das Gleichgewicht, denn wenn urplötzlich das eine nicht mehr Wahr ist, warum sollte das andere (Himmel/Gott) stimmen? Der beste Weg also Glaubensrichtungen generell in Frage zu stellen. ;-)
#2 Larandil 2011-01-10 15:25
Die Schwärze des Weltalls ist keine Wand am Rand des Sonnensystems, sondern die Abwesenheit von Licht ... aber deswegen scheint die Sonne trotzdem.
#3 Laurin 2011-01-10 18:45
Na ja, Larandil, sehr grob ausgedrückt ist die Sonne nichts weiter als ein natürlicher Reaktor oder anders gesagt, es läßt sich anhand von Untersuchungen und Fakten belegen warum die Sonne scheint und das damit irgendwann mal schluß ist und warum. Und auch in dem Punkt wird man schnell feststellen das sie nur scheint weil ein Gleichgewicht verschiedener Kräfte vorhanden ist. Also alles was eine Religion nicht vorweisen kann und (siehe oben) beginnt, selber in Frage zu stellen um sich moderner zu gestalten (man will ja akzeptabel und der Zeit angepaßt vor seinen "Schäfchen" da stehen). :P
Im Prinzip also erheben die Hexen (Artikel) die universellen Bedingungen wieder zur Religion anstatt sie einfach als natürlichen Kreislauf zu betrachten (erkennbar am Reinkarnationsglauben usw.).

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