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Sweet and Lowdown - Ein Künstler und die Frauen

Sweet and Lowdown

Ein Künstler und die Frauen

 

Woody Allens letzter Film des 20. Jahrhunderts, der 29. in seiner Funktion als Regisseur, trägt den Titel „Sweet and Lowdown“ und beschäftigt sich auf semi-dokumentarische Weise mit einem fiktiven Jazz-Gitarristen, den auf einnehmende Weise Superstar Sean Penn verkörpert. Nun ist die unterhaltsame Mockumentary bei One Gate wieder neu auf DVD erschienen.

Schon mit seinen beiden in den frühen 80er Jahren entstandenen Filmen „Zelig“ und „Broadway Danny Rose“ hatte uns Woody Allen aufs Glatteis geführt – die Filme erweckten den Anschein, Realität in Form eines Dokumentarfilms abzudecken, waren jedoch durchweg frei erfunden. Bei „Sweet and Lowdown“, der 1999 entstand, blieb der Filmemacher diesem Mockumentary-Stil treu. Die Spielszenen um die von Sean Penn dargestellte Hauptfigur Emmet Ray sind zwar klar als solche erkennbar, dennoch will uns Woody Allen Glauben machen, dass es diesen Gitarrenvirtuosen im Amerika der 30er Jahre tatsächlich gegeben hätte. Um diese Vermutung zu unterstreichen, hat er die Spielszenen nämlich immer wieder durch Statements von Musikexperten unterbrochen, deren Name und Funktion eingeblendet wird und die seriöse Kommentare abgeben, als ob es sich bei Ray tatsächlich um einen Meister seines Fachs gehandelt hätte. Einer dieser Experten ist übrigens Woody Allen höchstselbst, dem man dieses Fachwissen ebenso vorbehaltlos abnimmt, schließlich überzeugt er schon seit Jahrzehnten als Jazzklarinettist und verwendet in seinen Filmen fast ausschließlich Musik aus den swingenden und jazzenden 30er Jahren.

Emmet Ray (Sean Penn) ist der Ruhm ein wenig zu Kopf gestiegen. Seine großen Erfolge haben dazu geführt, dass er sich selbst als besten Gitarrenspieler seiner Zeit betrachtet. Höchstens der in Frankreich so überaus populäre Zigeunergeiger Django Reinhardt kann ihm nach eigener Ansicht noch das Wasser reichen. Den Star lässt Emmet auch immer wieder raushängen, um Mädchen rumzukriegen. So macht er eines Tages die Bekanntschaft mit der stummen Wäscherin Hattie (Samantha Morton), die sich trotz seiner ruppigen Art in ihn verliebt. Aber Emmet will sich nicht langfristig binden und sucht eines Tages ohne ein Wort das Weite. Auf einer Party lernt er die Möchtegernschriftstellerin Blanche (Uma Thurman) kennen, die aus einem anderen Holz geschnitzt ist und den Gitarristen um den Finger wickelt.


Woody Allen hatte hier endlich einmal einen Film um seine größte Leidenschaft herum geschrieben: die Jazzmusik. Es ist erstaunlich, dass er immer wieder genug neue Ideen hat (einige davon sind reichlich surreal und verspielt wie zu seiner Anfangszeit), um sein Publikum bei Laune zu halten. Aus seinen Darstellern holt er wie gewohnt das Beste heraus. Sean Penn ist absolut grandios, doch Samantha Morton stiehlt jedem in all ihren Szenen die Show. Beide Darsteller erhielten übrigens sowohl Golden-Globe- als auch Oscar-Nominierungen für diese Rollen. Wenn Morton im zweiten Teil durch Uma Thurman ersetzt wird, ändert sich die Tonalität des Films, wenngleich er durchweg sympathisch-unterhaltsam bleibt. Die DVD-Wiederveröffentlichung des Films bei One Gate entspricht den bisherigen DVD-Ausgaben. Das Bild (im Widescreen-Format 1,78:1) ist von passender Schärfe, wenngleich man an den Credits Kompressionsartefakte und einen unruhigen Bildstand erkennen kann. Wie bei Allen-Filmen üblich, liegt der Ton auf Deutsch und Englisch lediglich in Dolby Digital 2.0 vor, Untertitel sind keine verfügbar. Im Gegensatz zu älteren Veröffentlichungen gibt es hier nun auch keinerlei Bonusmaterial mehr.

Kommentare  

#1 Andy 2026-07-16 12:27
Einige Filme von Allen habe ich gesehen, und die hatten immer irgendetwas, das ich mal eine neurotische Note nennen würde. Offensichtlich hat Allen auch eine dunkle Seite, die da manchmal durchschimmert. Da gibt es einen, dessen Titel mir entfallen ist - jedenfalls geht es um einen Philosphieprofessor der den perfekten Mord plant.

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