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Der Alte - Erwin Kösters Fälle: Folge 24 - Lippmann wird vermisst

Der Alte - Erwin Kösters FälleFolge 24
Lippmann wird vermisst

Philipp Radtke ist besorgt um seinen väterlichen Freund Walter Lippmann, der verschwunden zu sein scheint. Er stellt fest, dass die Hunde des Mannes unversorgt sind, auf seinem Autofriedhof ist er laut Auskunft des Angestellten Breszak seit zwei Tagen nicht mehr aufgetaucht und in seiner Villa trifft er nur auf Lippmanns Verlobte Ute Kepich, die behauptet, Lippmann sei verreist...


Diether Krebs in Lippmann wird vermisstSchließlich wendet sich der junge Mann, der sich seit einer Erkrankung an Kinderlähmung nur auf Krücken fortbewegen kann, an die Polizei. Er schildert Heymann die Umstände und seine Vermutung, die Kepich habe Walter Lippmann umgebracht. Untermauert wird der Verdacht durch Beobachtungen Harry Scholtes, einem Kumpel Philipps, der die Lippmann-Villa observiert hat und dabei Zeuge von Streitereien und Heimlichkeiten geworden ist. Außerdem wohnt jetzt ein Mann bei der Kepich, ein gewisser Andreas Bauer, der auch schon vorher ihr Liebhaber war ...

Nachdem Lippmanns Wagen herrenlos an einer südlichen Isarbrücke Münchens gefunden wird, schaltet sich Kommissar Köster in den Vermisstenfall ein. Bei der Durchsuchung der Villa stellt er fest, dass aus Lippmanns Waffenschrank ein Gewehr und aus seinem Terminkalender ein Blatt fehlt.
Von Philipps Mutter erfährt Köster, dass Lippmann für ihren Sohn immer eine Art Ersatzvater war, durch die Beziehung zu Ute Kepich wurde diese Freundschaft empfindlich gestört. Herr Breszak berichtet dem Kommissar, dass Frau Radtke ebenfalls eine Zeit lang die Geliebte Lippmanns war. Während Ute Kepich und ihr Liebhaber verdächtig rasch zu einer Reise nach London aufbrechen, macht Lippmanns Anwalt eine interessante Aussage ...

Diese Aussage bringt Köster schließlich auf die richtige Spur. Und dann findet man die Leiche, nachdem Phillip Radke einen entscheidenen Hinweis gibt.

Der 24. Köster-Fall ist außerordendlich gut gelungen und als durchaus spannend zu bezeichnen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen wird die Geschichte sehr geradlinig erzählt. Es gibt keine Sprünge, oder große Rückblenden. Ein weiterer Punkt sind die schönen Bilder, mit denen der Krimi fotografiert wurde. Da sind zum einem die Aufnahmen in der Wohngegend von Phillip, die sehr viel siebziger Jahre-Flair eingefangen haben. Zudem gibt es schöne Aufnahmen vom Moor wo man die Leiche findet. Die unterschiedlichen Drehorte: Wohung, Wohnsiedlung, Villa von Lippmann, das Moor, der Flughafen, erzeugen einen sehr abwechslungsreichen Film.
Letztlich wird man nicht groß zum Mitraten aufgefordert, da man glaubt die Täter stehen fest - nämlich Frau Kepich (Elisabeth Volkmann) und ihr Lover. Man stellt sich nur die Frage, wie und warum sie Lippmann beseitigt haben. Da man so nur auf die Klärung dieser Fragen aus ist, kommt man als Zuschauer gar nicht auf den Gedanken, dass es auch ganz sein könnte. Und somit überrascht die Aufklärung am Ende doch sehr. Dass es um das Erbe und viel Geld geht, ist zwar nicht so der unbekannte Motivgeber, aber irgendwein Motiv musste letztlich herhalten.

Zu Beginn gibt es einige nette Szenen mit Heymann, der Überstunden abfeiern will. Köster: "Wenn ich meine Überstunden erstmal abfeiere, dann können wir das Büro hier schließen." Schließlich darf Heymann doch frei machen, begegnet aber auf dem Gang Phillip Radke, der seine Aussage machen will. So wird es zunächst nichts mit Heymanns Verabredung mit einer jungen Dame. Später dann Köster zu Heymann: "Wenn du nicht bald nach Hause gehst, hast du keine Gelegenheit mehr, deine neue Freundin,etwas näher kennenzulernen."

Auch die Darsteller sind klasse. Elisabeth Volkmann, die Klimbim-Ulknudel in einer sehr unsympathischen Rolle. Eckhardt Heise mimt den Phillip. Später wurde der Schauspieler als leicht vertrottet darsgestellter Kommissar Buchwald in der SAT1-Reihe "Wolffs Revier" bekannt.
Ebenfalls mit von der Partie ist neben Sonja Sutter als Mutter auch Diether Krebs, bekannt als SOKO-Kommissar und Schwiegersohn von Ekel Alfred. Er spielt den Freund von Phillip und ist stets sorgenvoller Ratgeber. Den Scharottplatzarbeiter spielt Ferdinand Dux, bekannt als Sprecher vieler EUROPA-Hörspiele.

Ein Klasse-Krimi, der einen sehr guten Eindruck hinterlässt und wieder viel Lust auf den nächsten ALTEN macht. Bleibt noch zu erwähnen, das die Köster-Fälle zum Großteil immer etwas Besonders waren, und sich von vielen Einheitskrimis abhebt...


Besetzung: Siegfried Lowitz, Michael Ande, Eckhard Heise, Diether Krebs, Sonja Sutter, Elisabeth Volkmann, Henry van Lyck, Ferdinand Dux, Otto Kurth und anderen
Stab: Buch: Detlef Müller, Titelmusik: Peter Thomas, Kamera: Michael Georg, Szenenbild: Wolf Englert, Herstellungsleitung: Gustl Gotzler, Redaktion: Peter Renfrantz, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Regie: Günther Gräwert. Erstausstrahlung: 16.02.1979 (ZDF)

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