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DER ALTE - Die Fälle des Leo Kress - Folge 130: Der Tod des Uhrmachers

DER ALTE - Die Kress-Ära Folge 130:
Der Tod des Uhrmachers

Nach der Ära Köster mit Siegfried Lowitz, die immerhin 100 Folgen der Reihe DER ALTE umfasste, kam man nicht umhin einen Nachfolger für das erfolgreiche Krimiformat zu finden. Am Ostermontag 1977 startete die Reihe mit dem Pilotfilm "Die Dienstreise". In Folge 100 starb Köster den Serientod. Helmut Ringelmann griff als Nachfolger auf Rolf Schimpf als Kress zurück, den er aus der gemeinsam mit ihm produzierten Serie "Mensch Bachmann" kannte.

Auf einem Campingplatz bei München kommt es mitten in der Nacht zu einer Explosion in einem Wohnwagen. Darin stirbt Eckard Maguhn, der dort seit langer Zeit wohnte. Zunächst sieht alles nach einem Unfall aus, bei dem der Sekretär des Bestsellerautors Heinrich Schilling die Gasheizung unsachgerecht bediente.

Doch dann stellt sich heraus, dass es sich um einen anscheinend perfekt geplanten Mord handelt. Dieser war zudem recht leicht auszuführen, da das Gasventil leicht zu manipulieren war. Ein mögliches Motiv ist Eifersucht, zumal der Tote sowohl mit der im Rollstuhl sitzenden Marlis Lachmann, als auch mit der reiferen Isolde Schilling ein Verhältnis hatte ...(1)

Bedeutungsvolle Folge
"Tod des Uhrmachers" ist für die Reihe von gewisser Bedeutung. Zunächst aber handelt es sich nur um eine gut inszenierte Folge mit gewisser Spannung bei der nur wieder einmal die unsägliche Schoener-Musik störend wirkt. Allerdings nicht ganz so wie schon zuvor, da sie im Gesamtblick der Folge betrachtet einen gewissen Kick mitbringt. Es ist jedoch unbestechlich zu sagen, dass diese künstliche und synthetisch klingende Musik sonst immer jede Atmosphäre von Grund auf zerstört.

Hinzu kommen bei dem Fall noch zwei Umstände, die sonst eher nicht immer gute Folgen versprechen. Das ist die Regie Zbynek Brynychs und das Buch Volker Vogelers. Der eine ist ein Exzentriker in der Regie und legt wert auch komödiantische Einlagen und eine separat tiefe Darstellung von Emotionen. Der andere ist bekannt für Krimis mit Knalleffekt und reichlich Schießereien. Alles trifft auch für diese Folge zu. Doch es gibt einen Umstand, der beides sinnvoll macht. Es passt zur Story. Gerd Heymann erschießt einen Juwelenräuber auf der Flucht. Die emotionale Krise, die er durch macht ist dank Brynych gut beschrieben. Er erlaubt sich sogar ein Beinahe-Techtelmechtel mit einer Verdächtigen. Das erinnert ein wenig an den Fall "Der Alte schlägt zweimal zu" aus dem Jahre 1977. Dort hatte Heymann schon einmal eine Affäre mit einer Verdächtigen - unter Billigung Kösters, der sich dadurch Aufklärung versprach.

Redaktioneller Fauxpas 21 Jahre später
Interessant ist bei dieser Folge was später geschah - nämlich in Folge 340 ("Taximörder",01.05.2009). In dieser Folge erschießt Heymann wieder einen Flüchtigen in Notwehr. Erneut gerät er in eine Krise. Hilfesuchend wendet er sich an Kress (seinen ehemaligen Chef). Dummerweise nur scheint sich Heymann nicht mehr an den Fall "Tod des Uhrmachers" erinnern zu können. Denn er ist der Ansicht, dass ihm das zum ersten Mal passiert ist. Hingegen behauptet Kress, dass er einmal in der Lage war, jemanden erschießen zu müssen. Das allerdings kommt in keiner Kress-Folge vor. Ein redaktioneller Fauxpas.

Marginaler Cast
Brynych besetzt die Folge mit bereits erprobten Gesichtern. Er kommt aber dank Drehbuch mit nur wenigen Akteuren aus. Ihren ersten von fünf Aufritten bei Der Alte hat Cordula Trantow.

Buch: Volker Vogeler
Musik: Eberhard Schoener
Regie: Zbynek Brynych
Mit: Rolf Schimpf, Michael Ande, Charles M. Huber, Markus Böttcher, Ulf J. Söhmisch, Jessica Kosmalla, Ulli Kinalzik, Uli Krohm, Cordula Trantow u.a. Erstsendung: ZDF, 24.06.1988

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(1) = Die Krimihomepage (GP)

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