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Die Männer vom Zollfahndungsamt - »Schwarz Rot Gold« - Komplettbox

Schwarz Rot Gold - KomplettboxDie Männer vom Zollfahndungsamt
»Schwarz Rot Gold« - Komplettbox

Mit keiner anderen Serienrolle wurde Uwe Friedrichsen (1934-2016) zeitlebens und über seinen Tod hinaus so sehr verknüpft wie mit der des Zollamtsrats Hans Zaluskowski. In der Serie „Schwarz Rot Gold“ verkörperte er diesen etwas spießigen, aber stets auf Gerechtigkeit pochenden Beamten in den Jahren 1982 bis 1996, in denen insgesamt achtzehn spielfilmlange Folgen produziert wurden, die nun erstmals in einer Komplettbox auf DVD erschienen sind.

Schwarz Rot Gold - KomplettboxUwe Friedrichsen hatte seine Schauspielkarriere bereits fulminant mit Mitte 20 begonnen, als er – von der Schauspielerin und Theaterprinzipalin Ida Ehre entdeckt – im Fernsehfilm „Ein Ausgangstag“ 1957 erstmals vor einer Kamera stand. Schon kurz danach holte ihn Gustaf Gründgens ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, wo er neben der Theaterlegende auf der Bühne auftrat (u.a. in dessen berühmter „Faust“-Inszenierung). Ab Mitte der 1960er Jahre folgten dann auch immer wieder größere Rollen in Film („Der Gorilla von Soho“) und Fernsehen („John Klings Abenteuer“), die den Hanseaten bundesweit bekannt und beliebt machten. Viele Kinder sind mit seinen Auftritten in der „Sesamstraße“ aufgewachsen, doch erst mit „Schwarz Rot Gold“ konnte sich Friedrichsen dann nachhaltig ins Bewusstsein der Fernsehzuschauer brennen, die ihn daraufhin auch auf der Straße gerne mal mit Zaluskowski ansprachen.

Schwarz Rot Gold - KomplettboxHamburg ist auch aufgrund seines Freihafens ein beliebter Umschlagplatz für die vielfältigsten internationalen Gaunereien – vom Schmuggel über den Vertrieb von gefälschter Ware bis hin zu Steuerhinterziehungen mit Hilfe von komplizierten buchhalterischen Tricks. Diesen Machenschaften soll das Hamburger Zollamt Einhalt gebieten. Unter der Leitung von Zollamtsrat Hans Zaluskowski (Uwe Friedrichsen) ermitteln er und seine Kollegen Siggi Hobel (Siegfried Kernen), Globig (Edgar Bessen), Müller (Udo Thomer), Doellke (George Meyer-Goll) und der neu zum Team dazu gestoßene Grosser (Helmut Zierl) gegen gelackte Firmenbosse, die gerne das Gesetz mit Füßen treten, um einen höheren Gewinn einzufahren. Das Team bekommt es mit Gaunereien auf dem Benzinmarkt, beim Versand von Butter in Dritteweltländer, mit Betrügereien auf dem Fleischmarkt oder dem Schmuggel von Millionen von Zigaretten zu tun. Nicht immer steht dabei am Ende einer Folge auch ein Ermittlungserfolg, denn die Schlupflöcher für die Gangster sind häufig größer als der Handlungsspielraum der Beamten. Wenn sich die Nadelstreifenträger darauf berufen, dass sie schließlich in einem Rechtsstaat leben, ist das auch einer der Aspekte, die die Farben „Schwarz Rot Gold“, die für die Flagge der Bundesrepublik Deutschland stehen, kennzeichnen.

Schwarz Rot Gold - KomplettboxDie durchweg von Dieter Meichsner (1928-2010), dem damaligen Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel beim Norddeutschen Rundfunk, geschriebenen Drehbücher der achtzehn Episoden stützen sich weitgehend auf reale Fälle aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität. Man spürt den Stoffen und ihrer Bearbeitung an, dass Meichsner mit der Materie vertraut war und bei der Schilderung der Kriminalfälle durchaus in die Tiefe ging. Das macht es mit den heutigen Sehgewohnheiten mitunter etwas schwer, an den Geschichten dranzubleiben, da der Zuschauer eher mit komplexen Rekonstruktionen verschachtelter Abläufe konfrontiert wird als mit einer actionbetonten Handlung. Trotzdem gelingt es den versierten Krimiregisseuren Dieter Wedel („Der König von St. Pauli“), Theo Mezger („Tatort“), Marco Serafini („Polizeiruf 110“) und Pete Ariel („Peter Strohm“) in den meisten Folgen recht gut, die Spannung am Köcheln zu halten, zumal man sich nie so ganz sicher sein kann, wie die Folgen ausgehen, und ob es den Fahndern tatsächlich gelingen wird, die Wirtschaftsverbrecher hinter Schloss und Riegel zu bringen. In der neuen Komplettbox sind die achtzehn Folgen auf neun DVDs verteilt und liegen im Vollbildformat (1,33:1) und mit deutschem Originalton in Dolby Digital 2.0 Mono vor. Das Bild ist insbesondere bei den ersten Folgen etwas blass, die technischen Aspekte insgesamt aber nicht weiter zu beanstanden. Als Extras gibt es den Porträtfilm „Es geht immer ein bisschen Lack ab – Der Schauspieler Uwe Friedrichsen über sein Leben“ aus dem Jahr 2000 (44 Minuten, zweigeteilt auf zwei DVDs) sowie ein Interview mit Friedrichsen, das Hanns-Georg Rodek führte (40 Minuten, ebenfalls zweigeteilt auf zwei DVDs).

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