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Der Kommissar und seine Mörder - Folge 56: Tod eines Hippiemädchens

1Folge 56:
Tod eines Hippiemädchens

Im Wartehäuschen einer Straßenbahnhaltestelle wird das Hippiemädchen Karin Junker aufgefunden: Es ist wenige Stunden vorher erstickt worden. Die Kripo kann schnell Identität und Bekanntenkreis klären, denn sie hatte in einer Kommune gelebt. Kommissar Keller findet heraus, dass Karin mit dem angesehen Dr. Tucher, einem Herrn über die Fünfzig, ein Verhältnis hatte. Immer wieder war sie, zum Missfallen der Familie des Juristen, bei ihm zu Hause.


So auch am letzten Abend ihres Lebens.

Doch Dr. Tucher beteuert, dass Karin sein Haus lebend verlassen hat. Schritt für Schritt untersucht Kommissar Keller diese Beziehung. (1)

Reinecker thematisiert mutig die damals sehr aktuelle Thematik von Hippies und ihren Ansichten zum Krieg im Vietnam, ihrem Dasein in Kommunen und ähnlichem. Nicht ganz ohne Klischees, aber auch heutiger Sicht durchaus gelungen. Doch dies nur am Rande. Im Wesentlichen geht es natürlich um ein Beziehungsdrama. Ein Hippiemädchen, das mit allem und jedem schläft, weil es eben im Verständnis der damaligen Hippies als normal gilt, wird ermordet.

In Verdacht gerät ein Jurist, der sich mit dem Mädchen amüsierte und sozusagen eine Art "zweiter Frühling" erlebte. Da der "Kommissar" fast immer ein Whodunit ist, darf auch hier klar sein, das der Verdächtige nicht der Mörder ist. Das Erraten des wahrhaft Schuldigen fällt in dieser Folge nicht besonders schwer.

Eine Folge, die eher als durchschnittlich spannend zu bezeichnen ist, aber aufgrund der Thematik ganz interessant ist.
Brigitte Horney und Kornelia Boje sind diesmal nennenswerte Gaststars.

Gedreht 1972, Erstsendung 2.2.1973

mit Erik Ode, Günter Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Helma Seitz, Herbert Mensching, Brigitte Horney, Stefan Behrens, Kornelia Boje, Werner Pochath, Dorothea Wieck u.a.
Stab: Regie: Theodor Grädler - Titelmusik: Herbert Jarczyk - Musik: Traffic: Gimme Some Lovin', The Crusaders: Put It Where You Want It- Neue Münchner Fernsehproduktion 1972

(1)= 3sat
Stabangaben und Sendedaten: Freundeskreis Der Kommissar

© by author

Vorheriger Fall: Der Kommissar und seine Mörder - Folge 55: Rudek
Nächster Fall: Der Kommissar und seine Mörder - Folge 57: Das Komplott

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2015-04-10 13:21
Und schon wieder der alte Mann und das junge Mädchen ;-) War das später beim Derrick eigentlich auch noch so ein Thema?
#2 G. Walt 2015-04-13 17:41
ja.
#3 Schmidt 2024-03-22 12:38
Warum hätte man leicht auf den Bruder kommen können??? Der spielt doch am Anfang eine unbedeutende Nebenrolle. Manchmal verstehe ich die Kommentierungen nicht.
#4 Krzykalla 2026-01-06 20:35
Was mich immer wieder stört ist das völlige Fehlen von einem juristischen Verständnis bei Reinecker. Was bei Kriminalfällen nun mal nicht unerheblich ist. Der juristische Grundsatz "in dubio pro reo" scheint ihm völlig unbekannt gewesen zu sein. Die Polizisten gehen hier immer den einfachsten Weg, jedes noch so kleine Indiz wird sogleich als Hinweis genommen, den vermeintlichen Täter vor sich zu haben, den man nur weich zu kochen braucht um die polizeiliche Arbeit schnell abschließen zu können. So einfach machen es sich die Herren, und damit scheitern sie so wie hier ausgesprochen oft. Erstaunlicherweise dürfen sie immer alles. Kein Opfer dieser oberflächlichen Vorgehensweise sucht sich obendrein anwaltliche Hilfe, was doch eigentlich naheliegend wäre. Erst recht wenn man unschuldig ist.

Hier geht es bis zum Schluss auch noch um einen Juristen, der unter Mordverdacht steht. Der doch eigentlich wissen sollte, dass die Polizei nichts Stichhaltiges gegen ihn in der Hand hat. Die Verhaftung am Ende wäre völlig unrechtsmäßig gewesen, zumal es auch noch eine Zeugin gab die bestätigt hat, dass das Mädchen das Haus lebend verlassen hat, ohne den Hausbesitzer. Glaubwürdig ist das leider überhaupt nicht. Aber die Milieuzeichnung ist dafür schon interessant, sie ist zweifelsohne ein Zeitzeugnis jener Jahre.
#5 Andy 2026-01-07 10:32
Ich habe die Serie mal vor einiger Zeit bei PLUTO-TV gesehen. Wohl eine typische Teamserie, wie früher üblich, und ich fand es schon drollig dass bis zum Ende in schwarz/weiss gedreht wurde.

Habe ich das richtig gesehen, dass einer der Darsteller auch in der Serie Derrick mitspielte? Der hatte da wohl dieselbe Rolle wie im Kommissar.
#6 G. Walt 2026-01-08 18:24
zitiere Andy:
Ich habe die Serie mal vor einiger Zeit bei PLUTO-TV gesehen. Wohl eine typische Teamserie, wie früher üblich, und ich fand es schon drollig dass bis zum Ende in schwarz/weiss gedreht wurde.

Habe ich das richtig gesehen, dass einer der Darsteller auch in der Serie Derrick mitspielte? Der hatte da wohl dieselbe Rolle wie im Kommissar.


So ist es. Harry aka Fritz Wepper wechselte ab Folge 71 zu Derrick. Sein Bruder übernahm den Part im Kommissar.
Damit ist Derrick eine Art Spin-Off von Der Kommissar und nicht der Nachfolger, wie so oft angenommen. Der Nachfolger ist die Reihe Der Alte.
#7 Andy 2026-01-08 18:59
Zitat:
Damit ist Derrick eine Art Spin-Off von Der Kommissar und nicht der Nachfolger, wie so oft angenommen. Der Nachfolger ist die Reihe Der Alte.
Ich habe aber mal gelesen, dass Derrick eine eigenständige, erfolgreiche Krimiserie war, die jedoch thematisch und stilistisch an Der Kommissar anknüpfte und die Tradition des deutschen TV-Krimis fortsetzte, Mit Horst Tappert als neuem Ermittler, der eine ähnliche Art von Fall gelöst hat wie sein Vorgänger. .

Ich kenne die Serie ja wie gesagt nun durch Pluto TV und kann mich auch nicht entsinnen, dass dort irgendwann mal Bezug auf den Kommissar genommen wurde. Nach meiner Ansicht ist so etwas bei einem Spin Off schon der Fall.

Ich will da aber jetzt nicht den Besserwisser spielen, bin ja nun kein Experte. Mag sein, dass du das besser beurteilen kannst.
#8 G. Walt 2026-01-08 19:46
zitiere Andy:
Zitat:
Damit ist Derrick eine Art Spin-Off von Der Kommissar und nicht der Nachfolger, wie so oft angenommen. Der Nachfolger ist die Reihe Der Alte.


Ich habe aber mal gelesen, dass Derrick eine eigenständige, erfolgreiche Krimiserie war, die jedoch thematisch und stilistisch an Der Kommissar anknüpfte und die Tradition des deutschen TV-Krimis fortsetzte, Mit Horst Tappert als neuem Ermittler, der eine ähnliche Art von Fall gelöst hat wie sein Vorgänger. .

Ich kenne die Serie ja wie gesagt nun durch Pluto TV und kann mich auch nicht entsinnen, dass dort irgendwann mal Bezug auf den Kommissar genommen wurde. Nach meiner Ansicht ist so etwas bei einem Spin Off schon der Fall.

Ich will da aber jetzt nicht den Besserwisser spielen, bin ja nun kein Experte. Mag sein, dass du das besser beurteilen kannst.
Umgekehrt. im Kommissar würde Bezug auf Derrick genommen (Folge 71).
Für ein Spin Off spricht noch das Derrick und der Kommissar von selben Autoren stammte. Das Konzept der Team-Arbeit setzte er nicht fort. Dafür gab es den Nachfolger Der Alte. Aus meiner Sicht ein Nachfolger, da eine ganz neue Form von Kommissar, der einen Kontrast zu der Figur Kommissar Keller darstellte. Keller war immer integer, arbeitete im Team und war Vorbild während Der Alte oft unlautere Mittel einsetzte und Alleingänge favorisierte. Jedenfalls am Anfang. Nach wenigen Folgen kam das Teamwork durch. Dennoch blieb er ein sehr eigenwilliger Ermittler. Und Der Alte startete 1977, etwa ein Jahr nach dem Ende vom Kommissar. Da lief Derrick schon fast drei Jahre. Also parallel zum Kommissar, weswegen auch nicht der Nachfolger sein kann.
#9 Andy 2026-01-09 15:41
Zitat:
Da lief Derrick schon fast drei Jahre. Also parallel zum Kommissar, weswegen auch nicht der Nachfolger sein kann.
Jetzt habe mich mal eingelesen, und es stimmt. Derrick lief schon 1974, da war der Kommissar ja auch noch auf Sendung. Man lernt immer wieder dazu.
#10 Krzykalla 2026-01-12 22:12
Ich sehe es auch so, dass der Derrick nicht der Nachfolger des Kommissar sein konnte und wohl auch nicht sein sollte. Aber ganz so einfach ist es gar nicht, die Seriengeschichte richtig zuzuordnen. Denn "Der Alte" hatte durchaus etwas mit dem Derrick gemeinsam. Bei beiden Serien gab es eine dominante Hauptfigur, die stets im Mittelpunkt stand. Neben Derrick und dem Alten waren alle anderen Figuren eigentlich schon mehr Statisten als wirkliche Darsteller.

Das war beim Kommissar anders. Ode war zwar auch in seiner Serie die Hauptfigur, aber alle anderen konnten sich durchaus aktiv beteiligen. Ode war längst nicht so dominant. Sehr gut zu sehen anhand Fritz Weppers Rolle im Kommissar und später beim Derrick, wo er regelrecht zu einem Nebendarsteller degradiert wurde. So weit, dass er neben Tappert oftmals schon relativ blass wirkten musste. Im Komissar durft er noch weitaus häufiger eigenständig auftreten. Hat man sich vielleicht zunehmend an die amerikanischen Krimiserien angepaßt, die den Krimiabend damals beherrschten? Denn die US-Serien waren sehr oft auf den Hauptdarsteller fixiert.

Der Alte entwickelte sich schon ganz anders, weil es hier keinen Reinecker gab. Weil verschiedene Drehbuchautoren sich häufiger abwechselten, gab es keinen roten Faden mehr. Ähnlich wie es später auch bei "Ein Fall für zwei" der Fall war. Anhand der Langzeitpopularität der Reineckerserien merkt man schon, wie eindrücklich die Handschrift Reineckers doch war. Egal was man von ihm halten mag, seine Drehbücher hatten eine magische Wirkung auf die damaligen Zuschauer. Das haben sie erstaunlicherweise sogar heute noch.

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