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Große Stimmen des deutschen Hörspiels - Konrad Halver

Große Stimmen des deutschen HörspielsKonrad Halver

Er gehört ganz gewiss in diese Serie. Denn wenn Konrad Halver in seinem Bereich nicht als Legende gilt, wer dann? Fast 800x trat er in den vergangenen 45 Jahren als Sprecher auf. Etwa 500x führte er Regie und war einige Male selbst Produzent. Sein Werdegang im Hörspielgeschäft sucht seines Gleichen. Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen, als man ihn Mitte der sechziger Jahre fragte, ob er nicht Lust hätte, die Regie bei Hörspielen im Hause EUROPA (damals noch Miller International) zu übernehmen. Er wollte gerne und wurde schnell zu einem sehr gefragten Hörspielmacher. Denn das kommerzielle Hörspiel begann zu boomen.

Konrad HalverWenn es so etwas, wie die Pioniere des kommerziellen Hörspiels gab, dann ist Konrad Halver sicher einer von Ihnen. Neben Dagmar von Kurmin, Heikedine Körting und all den anderen. Halver war sogar noch einen Tucken vorher da. Vor allem mit seinen Winnetou-Hörspielen prägte er jahrelang das Hörspielgeschehen. Etliche Neuauflagen dieser Werke belegen den einzigartigen Erfolg. Auch das erste Dracula-Hörspiel entstammt seiner Schmiede. Nachdem er angefangen hatte bei EUROPA das Hörspiel geschäftsfähig zu machen, zog es ihn jedoch zum BASF-Label PEG. Sein Erfolg hatte sich rumgesprochen, und so wollte man ihn – den Mann des Hörspiels. Bei PEG entstanden über die Jahre einige schöne Hörspiele. Seine Karl-May-Abhandlungen während dieser Zeit waren genauso erfolgreich wie einst bei EUROPA. Doch die große Hörspiel war eigentlich schon im Niedergang als man ihn bei BASF anheuerte. Die Zeichen der Zeit hatte er nicht erkannt. EUROPA hatte die Vormachtstellung auf dem Hörspielmarkt – auch Dank Kornad Halvers, und da war es schwer neues zu positionieren. Halver hatte es schwer in der Zeit. BASF stieg aus dem Hörspielgeschäft aus. Trotz einiger Produktionen, die selbst heute als Klassiker gelten. Er war ein Mann der Abenteuer, der Herr Halver. Seine Hörspiele spielten vornehmlich in diesem Genre.  

Konrad HalverEr hat mit vielen namhaften Sprechern zusammengearbeitet: Rudolf H. Herget, Reinhild Schneider, Gerlach Fiedler, Lothar Zibell – um nur wenige zu nennen. Und hat sich weiter als Produzent und Regisseur betätigt, auch als seine Zeit bei BASF um war. Doch die Anzahl seiner Arbeiten als Sprecher überwiegt deutlich. Mehr als 800 Sprechrollen. Das Hamburger Haus Gruner&Jahr war eine Anlaufstelle für den Sprecher. Hier entstanden viele schöne und spannende Hörspiele mit ihm. Man denke nur die glänzend umgesetzte Edgar Wallace-Serie von H.J. Herwald. Für Teldec inszenierte er 1977 eine Asterix-Serie. Überhaupt war er einer der Ersten, der Comics auf Hörspiel brachte. Zum Asterix gesellen sich da u.a. noch Popeye und Lucky Luke. Halver war immer im Geschäft – selbst in Zeiten als es dem Hörspiel weniger gut ging. Und mit Einsetzen neuster Hörspielleidenschaft in den Jahren 99/2000 war Halver wieder einer derjenigen die sehr gefragt waren. Vor allem durch sein eigenes Graceland-Studio war in der Lage nicht nur selbst wieder zu produzieren, sondern auch Auftragsarbeiten anzunehmen und erneut in die Rolle des Sprechers zu schlüpfen.

1999 führte er Regie bei den Gruselhörspielen, die nach der Romanserie „Der Magier“ entstanden. Er selbst sprach den Haupthelden Roy de Voss. So entstanden 3 Folgen, weil die Serie offenbar (wie auch schon die Romane) keinen großen Erfolg hatte. Interessant ist jedoch, dass es ihm hier noch einmal gelang H.G. Francis, den großen Meister des Spannungshörspiels als Autoren zu gewinnen. Die Folgen 4 und 5 der Serie entstanden ohne Halvers Mitwirkung, und auch ohne H.G. Francis. Den Roy de Voss sprach ab da Rainer Schmitt. Die übrigen Rollen blieben unverändert. Das Label Maritim ging an den Dortmunder Verlag Herrmann.

Kommissar DobranskiMit Kommissar Dobranski wollte Halver dann eine eigene Idee am Markt positionieren. Eine Hörspielserie, die wöchentlich erscheinen sollte. Die Idee war sicher gut, spielte er damit doch ein bisschen auf den guten alten Heftroman an. Und da man Heftromane sowieso massenhaft vertonte, warum sollte man dann nicht auch gleich eine Hörspielserie wöchentlich an die Kioske bringen? Das ganze war eine schwierige Aufgabe und das Ergebnis war aus kaufmännischer Sicht eine „Katastrophe“. Dennoch war Dobranski beliebt. Halver hielt an der Figur fest und brachte diese Serie letztlich bei Lübbe-Audio unter. Nicht mehr wöchentlich – eine Utopie von der sich Halver verabschieden mußte – aber immerhin bei Lübbe. Doch auch hier war der Serie kein Erfolg beschieden. Auch die Live-Vorstellungen zu Dobranski in Hamburg brachten nicht den Erfolg, den man sich erhofft hatte. Diese Tatsache zeigt aber, dass Halver immer etwas wagt im Hörspiel. Er ist selbst ein Fan des Mediums und die Leidenschaft die andere beim Hören hatten, hat Halver beim produzieren.

Konrad Halver, 1944 in Salzwedel geboren ist nicht ohne Grund eine Legende des kommerziellen Hörspiels in Deutschlands. Ein Bühnenschauspieler, der viel für das Medium Hörspiel gemacht hat, der sich verdient gemacht hat, und dessen Name auch heute noch nicht wegzudenken ist, wenn es darum geht anspruchsvolle Hörspiele zu machen. Sein Name, sein Studio wird oft gebucht. Bei ihm laufen viele Fäden erfolgreicher, kommerzieller Produktionen zusammen.
 

 

 

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