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Hörspielfans in Zeiten von Corona

Hörmich 2019Hörspielfans in Zeiten von Corona

In Zeiten des Internets mag die Corona-Krise nur halb so schlimm sein, als wenn sie zum Beispiel in den 80er-Jahren passiert wäre. Zumindest in der sogenannten Isolation ist man dann nicht ganz so isoliert, wenn man seinen digitalen Output nutzt, um das zu machen, was man sonst nur unter Menschen tut. Im Internet ist das auch ohne Corona schon Gang und Gebe.

Auch Fan-Events können auf diese Weise verlagert werden.

Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Jahre 2088 und 2009, wo die Hörspielmesse in Hamburg so manchen Stubenhocker an die Front lockte. Zum ersten Mal trafen sich Hörspielfans in einer großen Zahl live. War es doch in den 80er-Jahren eher ein Hobby für das Kinderzimmer, wo man am heimischen Ofen den teils spannenden, teils düsteren und teils lustigen Geschichten lauschen konnte. Damals noch mit weniger Auswahl als heute. Dass man sich nun traf und vernetzte, hatte Vorteile und Ursprünge. Die Ursprünge waren im Internet zu finden. Mit dem Etablieren dieser Technologie, traten die Fans von damals zu Beginn der 2000er-Jahre in Kontakt. Zu diesem Zeitpunkt waren die 80er-Jahre-Fans schon etwas gesetzter, aber es schien sowas aufzublühen, was man in der Liebe einen zweiten Frühling nennen würde. Darüber hinaus bekam man auf den Treffen und Messen auch Kontakt zu Sprechern, die man bis dahin nur von der Stimme her kannte oder selten auch mal aus dem TV. So saß man mit Patrick Bach (Silas, Jack Holborn), fröhlich schwafelnd am Eingang und gönnte sich ein kurzes Gespräch mit Michael Douglas´ deutscher Stimme Volker Brandt (auch ehemals Tatort-Kommissar).

Abgelöst wurde das Event 2012 durch die Hörspielarena und kurz darauf durch die HörMich. Allen Events war eines gemein. Sie begannen als kleines Fan-Event oder als Sammlerbörse. Sobald sie eine gewisse Größe erreicht hatten und immer aufwendiger zu organisieren waren, verschwanden sie wieder oder wurden aufgegeben.

Der logistische Aufwand und die Kosen wurden immer umfangreicher. Eigentlich Zeit, um das Ganze in professionelle Hände zu geben und Veranstaltungsfachleute ans Ruder zu lassen. Aber selbst das kam dann nicht in Frage.

In Zeiten von Corona denkt sich die HörMich-Gruppe von einst etwas Besonderes auch. Ein virtuelles Event, welches gerade auf Facebook läuft. Jeder kann sich beteiligen mit einem Video- oder Audiobeitrag. Diese Form der HörMich sollte sicher als gute Nachricht in Zeiten schlechter Nachrichten gelten. So hat es der Veranstalter Joachim Hühnerberg auch kommuniziert. Dabei hat man eine Fortsetzung der realen HörMich in Hannover bereits im letzten Jahr ausgeschlossen.

Wer nun in Isolation oder Home-Office oder Quarantäne einsitzt, wird als Hörspielfan zumindest Zeit für Hörspiele haben. Viele Hörspiele. Die können einem auch manchmal zuviel werden, wie aus eigener Erfahrung weiß. Abe rich bin auch keine 15 mehr, wo ich noch Hörspielen und Heftromanen gierte, sondern inzwischen 50. Das Medium ist mit mir gewachsen und ich darüber hinaus. Mein Beruf erlaubt mir weder Home-Office noch Kurzarbeit. Dennoch ist es vielleicht auch gar nicht so übel, dass die Welt etwas den Atem anhält. Hoffentlich nicht zu lange.

Wer möchte kann bei dieser tollen Idee der virtuellen HörMich dabei sein: facebook.com/groups

Am 20.06.20 soll erstmals der Nerdhafen stattfinden. Ein Ersatz für die HörMich. Wenn auch nur ein wenig kleiner. Ob er dann wirklich stattfindet, wird die Zukunft zeigen.

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