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Zeichner von Heute - Comichelden der Gegenwart (2)

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Zeichner von Heute
Comichelden der Gegenwart (2)

Leute, um es gleich vorweg zu nehmen: wir reden hier über Geschmackssache. Was dem einen gefällt, hält der andere für Grottenschlecht. Ich plädiere deshalb: jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Ihr habt sicher auch schon festgestellt, dass zu der einen Geschichte gerade dieser oder jener Zeichner perfekt passt.


Wenn der Comic von einem anderen gemacht worden wäre, hätte es nicht diese Faszination. Gut, wenn es ein anderer gemacht hätte, würde man sich vielleicht nicht fragen, wie es denn nun mit einem anderen Zeichner aussehen würde ...

Hier und heute liste ich ein paar Zeichner auf, deren Werk ich genossen habe und immer wieder auf meinem Stapel aktueller Comics landen.

Die Reihenfolge ist willkürlich gewählt – nicht einmal alphabetisch - und entspricht keiner Rangliste.

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Brent Anderson:
Sein Beitrag zu „God Loves, Man Kills“ hat mich nicht groß begeistern können. – Ich weiß, ist schon lange her.

Wahrscheinlich lag das am gestrichenen Papier, das mir bei Comics nicht wirklich gefällt.

Für meinen Geschmack muss es haptischer sein.

Dass es sich beim Zeichner von „Astro City“ um den selben handelte, wie bei obiger X-Men-Graphic Novel, fiel mir Anfangs nicht einmal auf. Aber ich mag seine Interpretationen der alten und neuen Helden aus der Stadt der Superhelden.

Der Mann kann einfach alles. Von der normalen bis zu der heroischen Situation.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Carlos Pacheco:
„Avengers Forever“ zu lesen echt herausfordernd, benötigte man doch ein umfangreiches Wissen der Avengers-Historie, um die verschiedenen Zeitebenen zu verstehen, obwohl Kurt Busiek viel erklärte.

Die Zeichnungen erleichterten den Einstieg jedoch und ließen mich mit dem Eindruck zurück, ein gigantisches Comic gelesen zu haben!

Was Pacheco auf Papier bringt, wirkt heroisch und übermenschlich. Genau das, was man von einem Superhelden-Comic erwarten darf. Dabei spielt es auch keine Rolle, in welchem Sandkasten er spielt: DC oder Marvel. Er fühlt sich überall zuhause.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Jim Aparo:
Ende 2013 stolperte ich über einen Sammelband von „The Phantom“. Darin enthalten waren doch tatsächlich Hefte, die von Jim Aparo gezeichnet und geinkt worden waren. Und die sahen genauso aus, wie früher sein Batman, nämlich genial!

Gegen Schluss seiner Karriere hatte er leider etwas abgegeben, oder die Inker entsprachen nicht wirklich seinem Zeichenstil.

Bei dieser Ausgabe von „The Phantom“ war das Papier auch etwas grenzwertig. Das ersah man daran, wenn man die farbigen mit den uncolorierten Seiten verglich. Der Farbprozess zerstörte viel von Aparos Schattenlinien und ließen sie undeutlich erscheinen. Für Fans trotzdem empfehlenswert.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)John Romita jr...
...versuchte er zu Anfang den Zeichenstil noch dem Hausstil von Marvel anzupassen – oder man hat ihn durch die Inker anpassen lassen; genaueres weiß ich nicht -, hat sich das mittlerweile gelegt.

Seine Arbeiten bei „Daredevil“, zwei längere Berufungen als Zeichner von „Spider-Man“, und natürlich „Kick-Ass“ machten ihn zu einem Garant von coolen Geschichten. Aktuell zeichnet er „Superman“, aber ob mir das wirklich gefällt – Kragen, der Dress überhaupt, das neue Universum –, da lasse ich mich überraschen.

Ich denke mal, dass es nicht wirklich an JRJR liegen kann, der mich mit seinem Zeichenstil immer wieder, und das schon lange, begleitet.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Walter Simonson ...
... ist für mich der definitive „Thor“
Zeichner – und Autor! Erst spät entdeckt, hat er mich mit seinen groben Zeichnungen zu begeistern gewusst. Was mich früher immer gestört hat, nämlich seine wuchtigen und irgendwie lasch ausgearbeiteten Helden, faszinieren mich jetzt.

Vorsichtshalber muss ich jedoch gestehen, dass er sich weiterentwickelt hat und jetzt seine Figuren noch breiter darstellt, was mir jetzt auch nicht mehr gefällt.

Sein letzter Beitrag zu „Avengers“ landete gleich in der Tonne. Ob dies in zwanzig Jahren wieder meinem Geschmack entspricht?
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Joe Kubert ...
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)...von diesem Zeichner weiß ich schon länger, dass es ihn gibt.

Doch erst seit der Lektüre eines Magazins (Comic Book Creator Nr. 2) wächst in mir der Wunsch seine Comics zu bewundern.

Und wie ich gesehen habe, ist da ein umfangreicher Katalog an Arbeiten, die es nachzuholen gilt!

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Don Newton ...
... es ist schon länger her, dass ich in einem meiner Magazine (Back Issue Nr. 19) etwas über ihn sah, was Erinnerungen an seine Zeichnungen hervorrief.

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)In meinen Jugendjahren erschien einiges von ihm auf Deutsch, da damals aber zum Teil im Taschenbuch veröffentlicht wurde, kam der schöne Zeichenstil nicht zum tragen. Nun gilt es einiges nachzuholen!

Sogar „The Phantom“ hat er gezeichnet! Die werden hoffentlich auch bald nachgedruckt.

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Jim Starlin ...
... er hat es mit seinen kosmischen Protagonisten (Thanos, Warlock, Captain Marvel) und Quests („Cosmic Odyssey“, „Infinity Gauntlet/War/Crusade/Abyss“). Erstmals aufgefallen ist mir Starlin im deutschen Magazin „epic“. Enthalten war der Anfang einer Geschichte, die zwar bloß schwarze Zeichnungen aufwies, aber einen tollen ersten Eindruck hinterließen. Es handelte sich um die „Metamorphosis Odyssey“. Mit der Zeit wurden die Zeichnungen auch farbig und erinnerten eher an Gemälde, als an Comicseiten.

Die Geschichte wurde in einem Graphic Novel fortgesetzt, aus der bald darauf die Serie „Dreadstar“ entstand. Immer wieder schön reinzuschmökern, vor allem, weil es diese Ausgaben mittlerweile auch gesammelt gibt.

Von Starlin habe ich letztens sogar Bücher gekauft; die es aber nur auf Englisch gibt.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Mark Buckingham ...
... kenne ich in erster Linie von „Fables“. Da zieren seine Zeichnungen fast von Anfang an diese märchenhafte – im wahrsten Sinne des Wortes – Serie.

Gesammelt als Trade machen sich die Geschichten wunderbar im Bücherschrank.

Er hat auch anderes gezeichnet, z.B. „Spider-Man“ – was auch nicht schlecht ist – aber sein Zeichenstil passt wunderbar zu den Geschichten von Bill Willingham.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Alex Ross ... 
... das waren noch Zeiten, als ganze Comics von ihm gezeichnet wurden!

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Heutzutage malt er (leider) nur noch Cover, was ich persönlich schade finde, auch wenn ich nicht mehr so euphorisch auf seine Bilder reagiere, wie früher, bei „Marvels“, „Kingdome Come“, „US“, „Justice“, „Superman/Batman/Wonder Woman/Shazam/JLA“.

Man wird eben älter und auch abgebrühter. Aber immer wieder ein sehenswerter Comic-Zeichner. Dass sein Stil jedoch Zeit braucht, kann sicher jeder verstehen.

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Frank Quitely ...
... ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Aber mir sagt dieser Zeichenstil zu. Vor ein paar Wochen ist ein Buch von ihm herausgekommen, das einen Querschnitt über sein Schaffen bringt. Muss ich mir auf jeden Fall noch besorgen! Zum ersten Mal aufgefallen bei „The Authority“, bei „JLA: Earth 2“ wiedergesehen und bei „All Star Superman“ ein weiteres Mal genossen.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Brian Bolland ...
... bekannt für „Camelot 3000“, „Killing Joke“ und unter anderem für seine Titelbilder von „Wonder Woman“, die visuell sehr überzeugend sind. Ein sehr realistischer Artist. Leider sagt Bolland über sich selber, dass er ein langsamer Zeichner sei. Aus diesem Grund mache er vor allem Cover. Na ja, immerhin kommen die Leser noch so in den Genuss seiner Arbeiten.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Charlie Adlard ...
kenne ich nur von „The Walking Dead“ her. Da es sich um einen s/w-Comic handelt, muss er als Zeichner auch mit Schatten umgehen können. Wie man anhand der Beispiele sieht, schlägt er sich ganz gut.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Gary Frank ...
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)... ist für mich der Inbegriff eines grazilen und realistischen Zeichners.

Bei ihm werden alle Figuren beinahe zu Tänzern. Seinen „Hulk“ verpasste ich um ein Haar

Doch seither halte ich immer wieder Ausschau nach seinen Arbeiten.



Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Scott McDaniel ...
... seinen „Daredevil“ mochte ich nicht, was aber auch damit zu tun haben kann, dass zu der Zeit DD ein neues Kostüm verpasst wurde.

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Er lässt sich jedoch mit Tim Sale vergleichen, der mit seinen Halloween-Geschichten bekannt wurde. Beide sind sehr Schattenorientiert und bringen stimmungsvolle Bilder zustande, die mir gefallen.

Sein „Nightwing“ ging schon in Richtung Manga, war aber gerade noch erträglich. Seine dynamischen Bilder waren jedenfalls über viele Jahre Bestandteil meiner Lesekost und werden immer wieder gern angesehen.

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Scott Kolins ...
... seinen „The Flash“ habe ich geliebt. Da liest man einen guten Comic, blättert die Seite um und Peng: eine Doppelseite, die es in sich hatte und an der man sich kaum sattsehen konnte.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Kolins ist kein Zeichner, der sich in Details verliert. Es ist jedoch genug da, um sich zurecht zu finden und die Seite zu genießen.


Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Tim Sale ...
... gehört meiner Meinung nach zu den stimmungsvollen Zeichnern. Sein Schattenspiel ist unübertrefflich.

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Seinen „Superman“ fand ich jedoch schlecht.

Das Gesicht war mir zu sehr Karikatur. Aber sonst gefällt mir alles, was er produziert. Was dann natürlich von mir konsumiert wird!

Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)Mike Perkins ...
... ins Auge stach mir der Zeichner bei seiner Interpretation von Stephen Kings „The Last Stand“, die ich bei einem Besuch im Comicshop durchblätterte.

Die sahen wirklich realistisch, stimmungsvoll und voll geil aus. Ich verzichtete damals auf einen Kauf. Man hat ja sonst schon genug zu lesen.

Immer wieder gab es neue Trades, die ich links liegen ließ, bis dann alles endlich in einem großen Sammelband (Omnibus) kam. -Der musste dann natürlich her!

Man sieht, dass Perkins auch einen ansehnlichen Batman zeichnet! Definitiv ein Zeichner nach dem ich weiterhin Ausschau halte.
Autoren von Heute Comichelden der Gegenwart (1)
Damit komme ich zum Schluss meines Artikels über die Zeichner der neuen Generation, die mir mit ihren Arbeiten meinen Comickonsum immer wieder versüßen. Ich bin sicher, dass ich ein paar vergessen habe, schließlich veröffentlicht ein Neal Adams auch immer wieder etwas, das mich interessieren könnte, aber mir gefällt sein Zeichenstil nicht mehr so, wie auch schon. Leute wie er, die seit Jahren im Business tätig sind, verändern ihren Stil. Geschmack verändert sich auch - wie bei Walter Simmonson beschrieben - , und plötzlich gefällt einem etwas nicht mehr, was vorher das non plus ultra gewesen war. Oder eben umgekehrt.

Von Jack Kirby gibt es auch noch ein paar alte Sachen zu entdecken, die ich verpasst oder sogar nie zu Gesicht bekommen habe.

Wer jetzt hofft, dass ich auch von den Inkern der neuen Generation einen eigenen Artikel schreibe, den muss ich enttäuschen. Das ist es mir nicht wert.

Natürlich gibt es auch heute noch sehr gute Inker, die mit einem bestimmten Zeichner wunderschöne Comics herstellen, doch das Thema gibt in meinen Augen nicht mehr her, als bereits in meinem veröffentlichten Artikel beschrieben.

Das war’s. Wir sehen uns in den Funnypapers!


Kommentare  

#1 Carn 2014-09-22 11:49
2 meiner persönlichen Favoriten sind noch John Cassady und Gene Ha (genial sein TOP TEN, leider hört man von ihm in letzter Zeit nix mehr, wie es eigentlich immer sehr schade ist, dass manche Könner in der Versenkung verschwinden oder eher klammheimlich sterben - wie es im Fall von Dave Cockrum war, von dessen Tod ich erst Jahre später erfahren habe - Cockrum war m.E. einer der 'vergessenen' Zeichner, der einen großen Anteil am Origin der New X-Men hatte und von Marvels Seite viel zu wenig gewürdigt wurde (finanziell und auch sonst) - vielleicht schreibe ich einmal noch einen Artikel über einen der sympathischsten Zeichner der US-Historie (Cockrum hat es auch fertiggebracht mit Jim Shooter über mehrere Monate ein Apartment zu teilen, und das will was heißen...)
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#2 GuentherDrach 2014-09-22 12:47
"Graphic Ink - The DC Comics Art of Frank Quitely" ist in meinen Augen sehr zu empfehlen. Du kriegst neben diverser Cover Art eine Menge Kurzgeschichten (z.B. aus diesen "BIG BOOKS OF .."-Anthologien, die's vor Jahren mal gab, oder auch die Destiny-Geschichte aus Sandman: Endless Nights), aber auch komplette Comics (ein bißchen Batman-lastig: Batman: Scottish Connection, Batman Reborn #1 - #3).

Ich habe das Glück, dass es ggw sehr viele Künstler gibt, die mir zusagen. (Oder vielleicht sind meine Ansprüche nicht so hoch, kann auch sein.)
Ich nenne jetzt einfach auch ein paar Namen und was mir zu ihnen einfällt:

Adam Hughes -- nur selten neue Comics von ihm, Dr. Manhattan (Before Watchmen) war meines Wissens das letzte, All-Star Wonder Woman bleibt wohl ein Traum. Ich freue mich immer wieder, wenn ich ein von ihm gestaltetes Cover entdecke: AH! (Zu ihm und seinen DC-Beiträgen gibt's ein sehr schönes Buch: Cover Run: The DC Comics Art of Adam Hughes (Adam Hughes Cover to Cover))

AH! führt mich dann zu Frank Cho (Liberty Meadows, Shanna, Spider-Man, Mighty Avengers), Dave Stevens (Rocketeer, leider vor einiger Zeit verstorben) und Jim Silke (Rascals in Paradise). Was verbindet die vier? Good Girl-Art, Pin Up-Kunst -- etwas was ich einfach liebe.

WIe man auch immer zu Before Watchmen steht, die involvierten Künstler waren top. Besonders zugesagt hat mir der Ozymandias-Mini -- klar, der war von Jae Lee gezeichnet. Auch das ist ein Künstler, dessen Bilder mich immer wieder faszinieren. Er fiel mir zuerst bei John Byrnes Namor auf, da noch mit einem recht kantigem Stil, hat sich seitdem aber enorm verbessert. Hellshock. Wunderschön sein Inhumans-Miniserie, seine Dark Tower-Beiträge, sein Fantastic Four 4-3-2-1.

Frank Quitely erinnert mich manchmal an Geof Darrow. Diesen Künstler habe ich bei Frank Millers Hard Boiled und The Big Guy and Rusty The Boy Robot kennengelernt. Seine Bilder quellen vor Details über und sind einfach fantastisch anzusehen. Sein Serie Shaolin Cowboy, die er auch schreibt, wurde vor kurzem nach Jahren bei Dark Horse fortgesetzt.

Chris Bachalo -- ich liebe einfach, was dieser Mensch zeichnerisch zustande bringen kann. Death: The High Cost of Living, einer meiner absoluten Lieblingscomic. Gegenwärtig trifft man ihn häufig bei den Bendis-X-Men-Titeln an.

Bendis ... ah ja, mein Lieblings-Ultimate Spider-Man-Zeichner war tatsächlich Stuart Immonen. Immonen hat so ein leichten, eleganten Zeichenstrich. Gefällt mir. Andere Werke von ihm: Nextwave, Superman: Secret Identity, Shock Rockets, All-New X-Men.

Ein Zeichner, der sich in meinen Augen über die Jahre enorm entwickelt hat, ist Mike Deodato. Ich weiss, dass ich seine Wonder Woman-Sachen damals einfach nur schrecklich fand (aber das war eben die frühe Image-Periode). Das was er in letzter Zeit für Marvel produziert (z.B. Avengers, z.B. Original Sin), ist in meinen Augen sehr beeindruckend.

Original Sin (das Ende soll nicht so besonders sein) wurde von Jason Aaron geschrieben. Von ihm stammt auch Thor: God of Thunder. Mehrere Arcs wurden von Esad Ribic illustriert, ein Glücksgriff in meinen Augen. Wenn ich diesen Namen lesen, besorge ich mir das Comic. Der Mensch kann einfach zeichnen/malen.

Und das waren jetzt nur Namen, die mir auf die Schnelle einfielen. Es gibt so viele andere ... Art Adams, Gene Ha, Gabriel Bá, Andy Kubert, Adam Kubert, Mike Mignola, Ryan Sook, Frazier Irving, Oliver Coipel, Simone Bianchi, Sara Pichelli usw. usw.
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#3 Andreas Decker 2014-09-23 10:27
Manchmal drücken Künstler der Sache so stark ihren Stempel auf, dass es danach einfach nicht mehr das Gleiche ist.

Ich bin eigentlich ein großer Fan von Mignolas Hellboy-Universum und habe das auch komplett. Obwohl Guy Davies einen anderen Stil hat, hat er mich für sein BPRD schnell überzeugt. Aber nachdem er das Handtuch geworfen hat, habe ich das Interesse verloren, weil es die Nachfolger einfach nicht bringen. Die Serie hat ihre Atmosphäre verloren.

Noch ein paar Zeichner, die ich gern gekauft habe. Paul Gulacy, Gene Day, Mike Zeck, Mike Grell, Carlos Ezquerra, Bryan Hitch.

@Guenther
Bei Hughes, Cho, Stevens und Silke stimme ich dir zu. Die haben schöne Sachen gemacht. Da lohnen sich die Bildbände. Stevens muss ein guter Typ gewesen sein, was er für Bettie Page getan hat, war schon toll. Leider scheint Pinup-Art zu einer bedrohten Spezies zu werden.
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#4 Michel 2014-09-23 12:18
@Carn: danke für John Cassidy und Gene Ha. Von den beiden habe ich schon lange nichts mehr gesehen, bzw. gelesen. Aus dem Grund sind sie mir wohl entfallen.
Dave Cockrum verbinde ich zu sehr mit alten und älteren Comics, wobei ich da seinen Einfluss keineswegs schmälern will.

@Günther Drach: du zeigst ein paar coole Zeichner auf, die mir auch gefallen, ihr Schaffen allein reicht jedoch nicht aus, mir ihre Comics zu beschaffen. -Jedenfalls nicht immer. Immonen stelle ich mir immer wieder mal auf den Stapel der ungelesenen Comics.
Das Buch über Frank Quitely hört sich wirklich nach einem guten Kauf an! Ein Must-have.
Adam Hughes ist natürlich genial, nur ein Cover allein tut es bei mir schon lange nicht mehr.
Mike Deodato hat sich ganz schön gemacht. Von dem liegt bei mir zuhause ein Bildband rum, der mir echt gut gefällt:
www.pinterest.com/pin/49539664624637878/

@Andreas Decker: Das ist doch gerade das Gute an den Künstlern, dass sie ihren Stempel aufdrücken. Sonst gäbe es ja keinen Grund für die Fans die betreffenden Hefte zu kaufen.
Was mir fehlt sind jene Zeichner, die über Jahre hinweg an einer Serie bleiben. Ich kann verstehen, wenn sie schnell das Interesse an einer Figur verlieren oder wenn es hinter den Kulissen nicht funktionieren will. Das führt dann leider dazu, dass Fanboy dem Zeichner/dem Autor folgt und nicht mehr der betreffenden Figur, was irgendwie schade ist.
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#5 GuentherDrach 2014-09-23 16:36
@Michel: Ich liebe Artbooks. Den Deodato habe ich auch zuhause, ebenso die entsprechenden Ausgaben zu JRJR und Queseda. The Art of Hellboy, The Art of Sin City. Und jedes Jahr kauf ich mir brav die neue Spectrum-Ausgabe.

Dass Hughes nicht mehr Comic-Interior zeichnet, ist sehr schade (ich denke mit Wehmut an seine Justice League-Beiträge zurück, die frühen Ghost-Hefte, den Gen 13-Mini, ...), aber wie erwähnt, von ihm gibt es dieses schöne Cover Run-Artbook.
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#6 Andreas Decker 2014-09-24 10:45
zitiere Michel:
Das ist doch gerade das Gute an den Künstlern, dass sie ihren Stempel aufdrücken. Sonst gäbe es ja keinen Grund für die Fans die betreffenden Hefte zu kaufen.
Was mir fehlt sind jene Zeichner, die über Jahre hinweg an einer Serie bleiben. Ich kann verstehen, wenn sie schnell das Interesse an einer Figur verlieren oder wenn es hinter den Kulissen nicht funktionieren will. Das führt dann leider dazu, dass Fanboy dem Zeichner/dem Autor folgt und nicht mehr der betreffenden Figur, was irgendwie schade ist.


Du hast recht. Aber dieses Model ist aus der Mode gekommen. Das Geschäft hat sich fundamental verändert. Die derzeitige Künstlergeneration kann nicht mehr wie einst Kirby, Swan und Co jeden Monat x Seiten produzieren - und sie muss es glücklicherweise nicht. Außerdem wollen die Verlage auch nicht, dass die Fans Künstlern oder Autoren anhängen, sie sollen der Figur folgen. Das hat DC gerade beim unsäglichen New52 zur Genüge bewiesen. Zumindest bei den Konzerncomics wie Marvel und DC werden die Serien vom Redaktionskomitee gemacht und nicht mehr von den Autoren. Es werden ja auch keine neuen Figuren oder Serien mehr erschaffen.

Das hat ja auch gute Gründe. Obwohl die Fans nach Innovation schreien, kauft sie dann keiner. Kein Künstler will den nächsten potenziellen großen Hit an den Konzern rechtemäßig verlieren - verständlicherweise - und die Konzerne werden nie das Ruder aus der Hand geben, was die Urheberrechte angeht. Was ebenfalls verständlich ist.

Vertigo ist da ein schönes Beispiel. Als Hollywood endlich Geld einbrachte, ist der neuen Manageretage klar geworden, dass die Verträge dem Creator bei den Nebenrechten wie Film und TV mehr Gewinn einräumen als dem Konzern. Also wurde das schnell wieder geändert. Und das Top-Talent hat künftig einen großen Bogen um Vertigo gemacht. Und die Zeit der Erfolge war vorbei.

Dass Künstler jahrelang bei einer Serie bleiben, wird man bei Marvel und DC nicht mehr erleben.
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#7 Carn 2014-09-24 11:48
Die einzigen Zeichner, die jetzt schon sehr lange an regelmäßig erscheinenden Heftserien arbeiten sind meines Wissens Charlie Adlard bei THE WALKING DEAD und Ryan Ottley bei INCINCIBLE, bezeichnenderweise erscheinen beide bei IMAGE und die beiden werden dafür bestimmt auch entsprechend honoriert
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#8 GuentherDrach 2014-09-25 11:51
Als ich eben am Bahnhof das aktuelle Zack durchblätterte, fiel mir ein Artikel über Kelley Jones auf. In meinen Augen ein Zeichner, der auf jeden Fall erwähnt werden sollte. Und als er sich mit Batman beschäftigte, hat Jones diesem einen spezifischen Look und Flair gegeben. Sein prägnanter Zeichenstil erinnert zumindest mich an Wrightson, sein Batman hatte etwas Dämonisches, er war eine Kreatur mit riesigen Ohren, einem endlosen Cape und einer teilweise recht merkwürdigen Anatomie. Die Stories (Moench) selbst waren düster und so passte diese Figur ideal. (Von ihm stammt auch passenderweise die Elseworlds-Version des Vampir-Batman, Red Rain.)
Ich erinnere mich an eine Deadman-Miniserie, Boston Brand hatte es darin mit übernatürlichen Ereignisse in einem Wanderzirkus zu tun wenn ich mich recht entsinne. Auch hier designte er einen völlig neuen Look für DCs wandernden Geist: sein Deadman war zum Skelett abgemagert, Rippen und Knochen brachen aus dem Artistenkostüm hervor und sein Schädel war eben das -- ein Totenschädel.
Diverse Sandman-Comics wurden von ihm illustriert (u.a. das wunderschöne A Dream of Thousand Cats), Aliens, The Hammer, The Thirteenth Son, ...

Dann ist da Alan Davis, der mir seit Jahrzehnten immer wieder begegnet und in meinen Augen immer sehr gute Qualität, schöne Produkte abliefert.
Marvels Excalibur mochte ich damals, weil das endlich mal ein nicht so düsteres X-Comic war, die ersten Bände von Claremont/Davis machen immer noch Spass.
Captain Britain, seine Liebe Meggan und diverse andere Figuren Excaliburs (wie z.B. die Crazy Gang, Saturnyne, Technet) hatte Davis schon Jahre zuvor für Marvel UK gezeichnet, u.a. zu Texten von Alan Moore. Auch an Marvel/Miracleman arbeitete er mit.
Excalibur schrieb und zeichnete er dann auch eine Zeitlang.
X-Men, ClanDestine (w/a), Fantastic Four, Hulk, Avengers, Wolverine, Thor (Everything burns).
Auch bei DC war er zugange: Batman, Detective Comics, Batman and the Outsiders, JLA: The Nail (w/a), JLA: Another Nail /w/a).
Ein Künstler, dessen Werke ich mir immer wieder gerne ansehe.
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#9 Andreas Decker 2014-09-25 15:49
zitiere GuentherDrach:
(u.a. das wunderschöne A Dream of Thousand Cats).


Ich glaube, neben Calliope ist das DIE Sandman-Geschichte. Und das sagt jemand, der mit Katzen nichts am Hut hat :D Eigentlich gehört noch Midsummer Night's Dream dazu, aber das fand ich immer eher plotlos und arg prätentiös, auch wenn die Artwork grandios ist.

Davis' als Autor von Excalibur war klasse, das letzte Mal, dass die Serie lesbar war. Danach konnte man sie in die Tonne kloppen.
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#10 GuentherDrach 2014-09-25 19:02
zitiere Andreas Decker:

Ich glaube, neben Calliope ist das DIE Sandman-Geschichte. Und das sagt jemand, der mit Katzen nichts am Hut hat :D Eigentlich gehört noch Midsummer Night's Dream dazu, aber das fand ich immer eher plotlos und arg prätentiös, auch wenn die Artwork grandios ist.

Nun, immerhin haben Neil Gaiman und Charles Vess mit dem Midsummer Night's Dream den World Fantasy Award 1991 gewonnen.
Calliope wurde ja auch von Jones gezeichnet.
Grandioses Artwork gab's bei Sandman öfters, z.B. Bachalo, Woch, Russell, McManus. Ziemlich am Ende gibt's eine Geschichte, die in Form dieser japanischen Stoffmalereien gestaltet ist, hat mich sehr beeindruckt. Gemalt von Jon J. Muth, auch ein fantastischer Künstler, von dem es allerdings sehr wenige Comics gibt (Wolverine/Havok: Meltdown, Moonshadow).

Zitat:
Davis' als Autor von Excalibur war klasse, das letzte Mal, dass die Serie lesbar war. Danach konnte man sie in die Tonne kloppen.
Stimmt schon. Die Luft war draussen.
Warren Ellis hat später kurz als Autor übernommen, u.a. Pete Wisdom eingeführt (und wohl Teile des Fandom gegen sich aufgebracht, als ausgerechnet Kitty Pride eine (nicht nur platomische) Liebesbeziehung mit diesem einging). Da war's eine kurze Zeit lang wieder interessant.
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#11 Andreas Decker 2014-09-25 20:43
zitiere GuentherDrach:
Nun, immerhin haben Neil Gaiman und Charles Vess mit dem Midsummer Night's Dream den World Fantasy Award 1991 gewonnen.
Calliope wurde ja auch von Jones gezeichnet.
Warren Ellis hat später kurz als Autor übernommen, u.a. Pete Wisdom eingeführt (und wohl Teile des Fandom gegen sich aufgebracht, als ausgerechnet Kitty Pride eine (nicht nur platomische) Liebesbeziehung mit diesem einging). Da war's eine kurze Zeit lang wieder interessant.


Der WFA sei ihm gegönnt :lol: Ist mein Problem. Die Vermengung Sandman/Shakespeare war objektiv gesehen zweifellos genial. Ich bin halt kein Shakespeare-Fan und kann die Besessenheit gerade im angloamerikanischen Genre nicht teilen. Vor allem wenn ich da an Star Trek denke ;-)

Stimmt, das Ellis-Jahr hatte ich vergessen. Ich fürchte,ich bin auch kein Pacheco-Fan. Ich habe diese ganze Pseudo-Manga Phase in US-Comics gehasst, vor allen in den X-Men. Reine Geschmacksache. Pryde und Wisdom war noch das Beste an der Ellis-Zeit. Typisch, das man das hinterher wieder schnell geretcont hat.
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