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Sieben gegen die Hölle - Torven Farbauti 2. Teil

Sieben gegen die HölleSieben gegen die Hölle

Torven Farbauti (Folge 2)
Vampire
Torven erwachte mit irren Kopfschmerzen, die größtenteils wohl auf eine mittelschwere Gehirnerschütterung zurückzuführen waren, aber auch auf den grässlichen Alptraum.

Er duschte ausgiebig und versuchte hinterher, die Kopfschmerzen mit einer Kanne dampfenden Kaffees zu vertreiben, was natürlich nicht fruchtete.


Wahrscheinlich dachte Damael, dass seine kraftstrotzende Demonstration Torven als zitterndes Elend zurück gelassen hatte, aber hier sollte er schwer irren.

Torven hatte eigentlich vorgehabt, Lokis Auftritt zu ignorieren und den Dingen ihren Lauf zu lassen, aber er war auch ein sturer und eigensinniger Bursche, der nichts mehr hasste, als wenn ihm jemand Vorschriften machen wollte.

***

„Himmel und Hölle, Engel & Dämonen – nein, Mann, das sind Konzepte aus der Mottenkiste. Was mir Angst macht, sind Steuerprüfungen, langweilige Fernseh-Soaps und gepanschte Blut-Cocktails.“

„Mein Vater ist eine nordische Gottheit und du bist ein Vampir – zugegeben, ein ziemlich schlapper Vertreter dieser Zunft, nichtsdestotrotz ein Blutsauger, der übernatürliche Fähigkeit besitzt …“, sagte Torven.

„Das mit deinem Vater stelle ich auch mal in Zweifel. Sicher, du bist kein Otto-Normal-Dödel und hast einige ziemlich seltsame Tricks drauf, aber an Götter glaube ich nicht. Weder an die, noch an Engel. Mann … ENGEL … wie schwul ist das denn?!“

Alex Kurtz war ein Sun-Junkie. Einer jener Vampire, die sich zwar höllisch vor Sonnenlicht in Acht nehmen mussten, aber nichts auf der Welt verlockender fanden, sich bis zu einem gewissen Grad von ihm verbrennen zu lassen.

Die verschmorten Wunden, die sie bei diesem Spielchen erlitten, trugen sie wie Orden am untoten Körper.

„Ich weiß nicht, was für ein sonderbares Wesen dieser Kerl ist, jedenfalls stellte er sich mir als Engel vor. Und ich kann dir sagen, Alex: So einem sonderbaren und mächtigen Mistkerl bin ich noch nie begegnet, und ich habe schon alles gesehen, was auf diesem verkommenen Planeten herumkreucht, vom Werleoparden zum Öko-Magier. Dieser Hüter hat eine Kraft-Aura, die einer magischen Atombombe entspricht. Das kannst du mir glauben.“

Der Vampir schüttelte den Kopf, so dass seine ausgebleichten, dünnen, weißen Haare vor seinem Kopf wirbelten.

„Und diese lahme Story von einem Tor zur Hölle … Warum taucht das Tor denn gerade jetzt auf? Und warum an einem Hang am Hohen Meissner? Ich meine, wenn etwas so GROSSES passiert … würde es nicht an einem besonderen Zeitpunkt, an einem ganz besonderen Ort geschehen, oder? Warum platzt der ganze Höllenscheiß nicht am Unabhängigkeitstag aus dem Klo des amerikanischen Präsidenten raus?“

„Eh, das würde dir gefallen, was?“

„Naja, das wäre nicht ohne …“

„Mann, Alex, egal wie hanebüchen sich das Ganze anhören mag, ich glaube es ist die Wahrheit. Dieser Engel und mein Vater waren verdammt überzeugend!“

„Und warum erzählst du mir den ganzen Kladderradatsch?“

„Weil du mir dabei helfen musst, am Leben zu bleiben, während ich ein Stück altes Holz suchen werde, das den Untergang der Welt aufhalten soll.“

„Wow – ein Stück altes Holz – wie kann ich da bei einer solchen spektakulären Ansage noch Nein sagen?“, kicherte Alex Kurtz und genehmigte sich aus einer kleinen Ampulle, die er entstöpselte, einen Roten Snack.

***

„Ich hab‘ Ameisen im Garten. Scheiß Viecher. Die buddeln sich überall durch …“

„Helmut, du bist der größte und stärkste Vampir, den ich kenne. Wirklich! Ich hab‘ mal gesehen, wie du in 5 Minuten zwei Werwölfe auseinander gerissen hast … Das hat mich schwer beeindruckt!“

„Ich hab‘ schon alles probiert … Salz! Hefe! Chemiekeule! Nix hilft, die Mistdinger kommen immer wieder! Schau mal dort drüben, da haben sie schon wieder einen Riesenhaufen gebuddelt …“

„Ähem, ich glaube, du wirst mit jedem fertig, echt! Bestimmt könntest du ’s auch mit ´nem Engel aufnehmen, was?“

Helmut blickte Torven schief von der Seite an und runzelte fast unmerklich die Stirn.

„Ameisen sind die wahren Monster, wenn ihr mich fragt. So klein die Biester auch sind, so verschlagen und gemein sind sie, jawoll.“

„Ja, Ameisen sind echt furchtbar, aber doch keine wirkliche Herausforderung für so einen Mordskerl wie dich!“

Helmut ging missgelaunt zu einem Ameisen-Erdhaufen und kippte eine ordentliche Portion Terpentin in den Zugang.

„Damit machst du aber auch den Boden kaputt, Helmut!“

„Ja. Echt traurig. Nicht? Wie war das? Hast du etwas von `nem Engel erwähnt?“

„Hmm, ich hab‘ da tatsächlich ein kleines Problem mit `nem Engel.“

„Ein Engel? So’n kleiner nackter Botichelli-Lümmel mit Flügelchen am Genick?“

„Nee! Eher wie ‚Gottes Bulldozer mit Atombombenfäusten‘. Sowas in der Art …“

„Ein Engel? Tatsächlich? Einer dieser Handlanger des jüdischen Gottes. Dieses Gottes, der immer so furchtbar schnell beleidigt ist  und dann Sintfluten und all so’n Zeug auf die Menschheit brettern lässt … Mann, so`n Scheißkerl hat bestimmt Eisen fressende und Rasierklingen scheißende Bastarde als Engel fabriziert …“

„Äh … wenn ich meine Begegnung mit Damael rekapituliere, dann kommt das ungefähr hin …“

„Mann, so einem Engel würde ich gern mal den heiligen Arsch aufreissen …“

„He, das dachte ich mir, Helmut. So ein Ringelpietz-mit-Anfassen ist doch genau deine Kragenweite.“

Helmut wandte sich von seinem Ameisenproblem ab und blickte zum ersten Mal Torven direkt an, seit dieser mit Alex Kurtz aufgetaucht war.

Er hatte zum Schutz vor der Sonne eine Kapuze auf. Eine billige Sonnenbrille verhüllte seine Augen. Auf seine Gesichtshaut hatte er einen breiigen Sunblocker aufgetragen, der wohl auch die Strahlung einer Atomexplosion geschluckt hätte.

„Bluten Engel?“, fragte Helmut.

„Keine Ahnung … Aber wenn, dann hat ihr Blut bestimmt Gold-Farbe.“

„Oh Mann, wie gern würde ich so einen Drecksack austrinken. Wie gern …“

„Wahrscheinlich kann ich dir in Kürze diese einmalige Gelegenheit bieten. Also lass die Ameisen Ameisen sein und schlüpf in deine Kampfklamotten.“

Helmut drehte Torven sein Gesicht zu und lächelte erstmals.

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