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Juchu: Wiederholung

Vampira - Die WiederholungJuchu: Wiederholung

Der Heftroman ist in der Krise. Lange hält der sich eh nicht mehr. Sowieso gibt es heute in vielen Verlagen nur noch nervige Nachdrucke, Konserven, die noch einmal aufgemacht werden. Das ist eine nicht selten geäußerte Meinung über das Entwicklungspotential des Heftromans. In der vergangenen Woche begann der Bastei-Verlag die siebzehn Jahre alte Heftroman-Serie „Vampira“ neu herauszubringen. Und obwohl das eine typische Konserve ist, die auf extrem offensichtliche Art und Weise von dem abklingenden Vampir-Boom profitieren möchte, wird der Neustart bejubelt.

Die NeuausgabeAls junger Mensch, der erst 2005 im Alter von 14 Jahren mit dem Lesen von Heftromanen angefangen hat, war mir „Vampira“ verständlicherweise lange Zeit nicht bekannt. Doch gerade in den „Bastei“-Foren geisterten des Öfteren die Namen „Bad Earth“ und „Vampira“ herum, beides Serien, die von Manfred Weinland entwickelt wurden. Beides Serien, die sich um Band 50 herum einer erheblichen Veränderung unterziehen mussten. Beides Serien, über die von einigen immer noch beinahe ehrfürchtig gesprochen wird, obwohl sie ja finanziell nicht besonders erfolgreich waren.

Insofern habe ich mich auch über die Ankündigung einer Neuauflage gefreut. Schließlich hatte ich nie die Möglichkeit, die Serie zu verfolgen. Leider muss man den einzigen kritischen Stimmen in letzter Zeit recht geben: Wie lange sich die Neuauflage hält, ist mehr als unsicher. „Pat Connor“ war vor Kurzem eine Neuauflage im Bastei-Verlag beschieden, wurde ähnlich schlecht beworben wie Vampira und nach kürzester Zeit wieder eingestellt. Daraus scheint der Bastei-Verlag wenig gelernt haben. Nicht einmal eine eigene Kategorie für Cover und Leseprobe hat die Neuauflage. Immerhin hat man recht schnell ein neues Forum eingerichtet. Ob Neueinsteiger, Alt-Fans und Gelegenheitsleser reichen, um „Vampira“ ein deutlich längeres Leben als „Pat Connor“ zu bescheren, darf bezweifelt werden. Aber eine Serie nicht kaufen, weil sie eventuell frühzeitig beendet wird, ist ja schließlich wie aufgeben, ohne etwas versucht zu haben. Denn nur kaufen kann ja dafür sorgen, dass Schwarzmaler wie ich Unrecht haben werden.

Die Erstausgabe Der Serie dürfte ihre relativ moderne Aufmachung zugute kommen. „Relativ“, weil Heftromane insgesamt nicht besonders modern wirken. Modern wirkt das erste Heft vor allem, wenn man es mit dem Original vergleicht. Die damalige Bastei-Aufmachung wirkte sehr beengend, das Cover kam kaum zur Geltung. Die Serienbeschriftung ist kleiner geworden. Leider hat das jetzige Titelbild mit der Handlung eigentlich nichts mehr zu tun. Dennoch ist es ansprechender als das alte Titelbild, das etwas angestaubt wirkt.

Der Roman erzählt den Hintergrund der Hauptfigur Lilith und macht Lust auf mehr. Besonders schön ist dabei, dass es dem Roman gelingt, viele Informationen zu transportieren und dennoch ein hohes Tempo zu bewahren. Dafür muss man zwar Abstriche bei der Story machen, aber das fällt kaum ins Gewicht. Es ist gut, dass der Leser schnell den Hintergrund von Lilith erfährt. Beinahe gelingt es dem Autor auch, den Leser mit Liliths Erinnerung etwas zu foppen. Doch die Auflösung des Rätsels deutet sich zu schnell an.

Lilith wird in den nächsten Heften die Welt der Menschen, wie die der Vampire erst einmal kennenlernen müssen. Bisher kennt sie nur die Erfahrungen, die sie in ihren Träumen gemacht hat, und an denen der Leser etwas teilhaben konnte. Wie gesagt, ist es gut, dass Lilith nicht erst einmal die nächsten Hefte der Frage „Wer bin ich (und wenn ja, wie viele)“ hinterherhechelt. Denn die ersten Seiten, in denen sich Lilith mit dieser Frage beschäftigen soll, sind auch die schwächsten.

Ich möchte noch ein paar Worte zu dieser Kolumne verlieren. Sie soll keine reine Inhaltsangabe werden. Das mache ich schon an anderer Stelle. Auf dem Zauberspiegel sind in der letzten Woche viele Artikel über „Vampira“ online gegangen. Einige Autoren werden die „Neuauflage“ ebenfalls weiterhin verfolgen. Diese Kolumne möchte sich mit den größeren Zusammenhängen der Handlung beschäftigen und themenbasiert arbeiten. Das bedeutet, dass sie durchaus einmal aussetzt, wenn sich gerade kein Thema anbietet. Vor allem aber bietet diese Kolumne die Sicht von jemandem, der von „Vampira“ nicht viel mehr als den Namen kennt und die Serie somit neu entdeckt.

In diesem Sinn bin ich gespannt, welche Richtung die Serie nehmen wird und welche Richtung dementsprechend auch diese Kolumne nehmen wird.

Kommentare  

#1 Lefti 2011-06-03 21:05
Um mal auf den Kolumnen-Titel Vampira - die Wiederholung einzugehen...
Ich finde der Titel Vampira - die Wiederbelebung würde viel besser passen. :lol:
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