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#33 Männer, Multitasking und Morgenmuffel

As Time Goes By# 33: Männer, Multitasking und Morgenmuffel

Seit ich im Besitz eines Führerscheins oder mit Petra Köhpcke zusammen mit dem Auto unterwegs war, bezog ich (fast immer, wenn es auf einen Con im Süden oder zur Buchmesse oder zu beidem ging) Quartier im Hause Michael. Erst in Ahnatal, dann wieder in Kassel-Helleböhn. Das war praktisch und machte Spaß. Zu diesen Zeiten, als Rolf noch verheiratet war, kamen wir meist gegen 17:30 Uhr in Kassel an, weil Robin of Sherwood (dt. Robin Hood) mit Michael Praed oder Jason Connery in der Hauptrolle im ZDF lief. Danach wurde gegessen, Filme geguckt, Bier und selbstgemachter Eierlikör (an dem sich Rolfs Kater Merlin mal fürchterlich betrunken hatte, weil er die Gläser über Nacht ausgeschleckt hatte) getrunken.

Meistens war dann für Samstagmittag der Aufbruch angesagt. Der Samstagmorgen hatte aber so seine Besonderheiten. Zuerst erhob sich meist Petra Michael. In dem Moment aber, in dem das Wasser den Kaffee berührte, erwachte ich. Wenn ich dann in der Küche erschien, waren meine Sprachprogramme schon so weit hochgefahren, dass ich Petra Michael zutexten konnte. Die war genervt, denn normalerweise war sie erst nach der dritten Tasse Kaffee zur Kommunikation bereit.

Rolf verschwand zwischendurch mit dem Hund, um Hefegebäck und Brötchen zu holen. Ich machte mich dann nützlich und räumte den Kühlschrank aus, denn nur ein Frühstück mit Abwechslung macht Spaß. Petra Köhpcke (ebenfalls ein Morgenmuffel) erhob sich zwischendurch. Ihr Blick schweifte über den Frühstückstisch. Nebenbei bemerkt: Heute würde sie davon nichts mehr essen, denn sie ist Vegetarierin geworden und hat sich der Vollwertküche verschrieben. Ich hab's probiert. Man kanns essen, ohne dass es einem übel wird. Im Gegenteil: Gesund kann auch schmackhaft sein. Aber sie missioniert nicht und versucht nicht, jedem den exzessiven Konsum von Fleisch zu verleiden.

Nachdem Rolf zurück war, begann das Radio oder der Fernseher zu plärren, Rolf und ich teilten die Zeitung und plauderten über Zamorra, Fantasy, den Heftroman und Gott und die Welt. Meistens beide zeitgleich und heftig. Es wurde gelästert ("Wenn WK 'nen Lassiter schreiben würde, gäb's ein mit Goldfäden durchwirkten Lasso"), gemault und rumgemeckert. Dabei wurden ganz nebenbei die Ereignisse der Weltgeschichte, der aktuellen Politik und des Sports diskutiert.

Ich belegte dabei das dreisitzige Sofa, Rolf besetzte den Zweisitzer. Seine Frau hatte sich auf den Fußboden verzogen und beobachtete immer wieder kopfschüttelnd uns multitaskingfähige Männer beim Frühstücken. Denn neben Reden, Lesen und Fernsehgucken wurde auch noch ordentlich gegessen und Petra Michaels kräftiger Kaffee kannenweise verzehrt.

Petra Köhpcke hatte noch den Einsitzer abbekommen und nachdem sie sich mit ein paar Tassen Kaffee der Normalität angenähert hatte, begann sie sich an dem Gespräch zu beteiligen, was dann die Lautstärke noch steigerte und Petra Michael doch wohl wünschte, sie wäre liegen geblieben.

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