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Fez on – Der Doctor Who Talk: #02 – The Good, the Bad and the Ugly

Fez on – Der Doctor Who Talk: #02 – The Good, the Bad and the Ugly

Das Haar in der Suppe zu finden, mag für Fans einer Serie nicht leicht sein. Insbesondere, wenn es sich nicht einfach nur um Fans, sondern - in diesem Fall - sogar um Whovians handelt. Als solcher findet man ja eigentlich alles toll. Selbst wenn unschuldige Passanten von einer Mülltonne aufgefressen werden (hat da gerade jemand "Rose!" gerufen?). Doch Hand aufs Herz, Manches ist selbst bei Doctor Who nicht so wirklich gut, oder sogar grausig.

Was sagen die Gallifrey-Geeks dazu? Gibt es etwas, das so wirklich richtig schlecht bei Doctor Who ist? Einen Moment, eine Szene, Gegner oder irgendetwas anderes, dass ihr als misslungen anseht? Oder ist doch alles gut beim Doctor?

Heng:
Also ich habe nur wenig zu beanstanden. Ja, manchmal sind krasse Sachen dabei und auch richtig gruselige, aber für mich sind das auch Highlights.
Ich kann mich erinnern, beim 4. Doktor, als die letzten 2 Folgen der 12. Staffel liefen, war ich schon etwas erstaunt.
Zuerst kommt eine der besten Doktor Who Folgen überhaupt: "Genesis of the Daleks" und gleich danach, OMG, kam "Revenge of the Cybermen", für mich die grausamste, schlechteste Doctor Who Folge aller Zeiten. Ich kann nicht mal Einzelheiten aufzählen, weil diese Folge wirklich von vorne bis hinten eine Katastrophe war. Die Außerirdischen, die Dialoge, die Stimmen, die Storyline, Alles.
Aber jeder kann mal danebengreifen. Das ist tatsächlich die einzige Folge, die für mich gar nicht geht.

Achim:
Ich muss ganz schön auf die Suche gehen, um eine Folge zu finden, die mir ganz und gar nicht gefällt. 
Es gab bei den Doktoren 9 bis aktuell so einige Folgen, die keine Highlights waren, ohne jedoch richtig schlecht zu sein. 
Die Drehbücher um die 13. Inkarnation waren erschreckend häufig schwach, aber die Folge "Verkehrte Welt" ist immer noch die, die mich am meisten ärgert. Es hätte aus der Folge mehr herausgeholt werden können, aber vieles wurde verschenkt und hingestümpert. Unnatürliche Charaktere und Halbherzigkeiten auf allen drei Ebenen. 
Wenn ich an missglückte Szenen denke, die mich jedoch eher amüsieren, als ärgern, fällt mir als erstes die Szene aus der ersten Staffel des 11. Doktors ein. Als Amy und der Doktor via Suizid aus einer Traumwelt entscheiden wollten und im VW T2-Bus mit Vollgas gegen eine Hauswand rasen, wobei es den Anschein hatte, dass sie den Wagen mit etwas mehr als Standgas bewegt haben. 
Oder zu Beginn der 6. Staffel war es die Jagd auf Amy und Rory, als Amy vor einem vermeintlichen Abgrund zurückschreckt, dessen flaches Gefälle im Winter nicht mal zum Rodeln geeignet gewesen wäre. 
Fazit: Um wirklich Übles zu finden, muss sehr tief gegraben werden. Vielleicht würde ich in den Staffeln vor dem 9. Doktor noch etwas an einigen trashigen Monstern herummäkeln können, aber das wäre auch eher unter der Rubrik "komisch" zu verbuchen.

Monique:
Eine doch etwas schwierige Frage! 
Ich bin auch der Meinung, dass es etliche “schlechte” Folgen gibt, sowohl bei New Who als auch bei den Classics!

Eine Folge die ich total langweilig finde, sogar schon etwas ehm schlecht ist die Folge mit dem 6.Doctor und das Tribunal! Eine für mein Empfinden doch sehr unspektakuläre und langweilige Folge! 
Bei New Who empfinde ich die Folge „73Yard“ als eine Folge, die man sich hätte sparen können! Eine Doctor Who Folge war das meiner Meinung nach nicht. 
Allgemein finde ich, dass die Skripts immer mehr nachlassen, sodass ich das Gefühl habe, New Who ab Jodie bestehe nur noch auch schrecklich schlechten Folgen! 

Markus:
Puahhh, das ist eine Mordsaufgabe die du da stellst. Denn genau so sehr wie ich Doctor Who liebe und verehre, genau so sehr gibt es Episoden die ich nicht wirklich gelungen finde. Ich hatte dies ehrlich gesagt noch bei keiner anderen Serie. Da hat man einfach genommen was einem geboten wurde. Bei Doctor Who bin ich aber so mittedrin in dieser Welt, in diesem Universum und in diesem Who-Feeling, dass ich es tatsächlich auch emotional näher an mich heranlasse, wenn ich etwas nicht gelungen finde. Selbstredend ist dies immer eine rein subjektive Sicht auf die Dinge und allein meine Meinung. Sie soll nicht als Pauschalurteil gelten. Denn bereits in meiner heimischen kleinen Time-Warp-Trio-Gruppe, bestehend aus mir und zwei Kolleginnnen (Monique kennt inzwischen Beide: Varena und Birgit, pers. Anmerkung), gibt es in der Beurteilung der Episoden zuweilen jeweils große Unterschiede.
Dabei zu sagen, Episoden seien schlecht würde ich daher auch vermeiden. Was für mich viel schwerer wiegt: Episoden die mich langweilen. Wo ich mich während dem Schauen ablenken lasse, wo ich ja sogar zu diskutieren anfange. Das ist kein gutes Zeichen im Time-Vortex. Ich bin ja vor Allem in der New-Who Ära unterwegs. Und da können wir ganz grob unterscheiden: Das geschah weder bei Eccleston, Tennant noch Smith. Klar, gab es da auch sehr trashige oder etwas belanglose Episoden, aber grundsätzlich fand ich da alles super spannend und fesselte mich. Um pro Doctor aber je eine Episode rauszupicken, die ich nicht berauschend fand und beim jeweiligen «Nachschauen» mit Kolleginnen und Kollegen auch jeweils gerne übersprungen hätte waren dies: «Vatertag» (Eccleston), «Klassentreffen» (Tennant) und «Dinos im All» (Smith)
Die Ära Cappaldi war für mich grösstenteils spannend, aber im Fazit dann doch etwas durchzogen. Die Art der Drehbücher hatte sich geändert. Es war teilweise nicht mehr so stringent erzählt, verlor sich zuweilen etwas zwischen den Zeiten, fand aber in den wichtigen Momenten immer pointiert zurück. Viele der Zweiteiler hier fand ich aber echt sehr zäh und langfädig, immer wartend dass noch ein genialer Twist kommt, was aber dann in den meisten Fällen ausblieb, wie z.B. «Spuk im See/Vor der Flut».
Dann kam die 13. Inkarnation mit Jodie Whittaker. Und ich hab dies schon an anderer Stelle erwähnt: Ich finde sie und ihre Darstellung super! Aber die Drehbücher und Storylines leider ganz und gar nicht. Das war für mich alles hanebüchen, langweilig, langfädig, ideenlos, abgekaut, ohne Zusammenhang, ohne jegliche Referenzen an Whoniversum, ja schlimmer noch: Das Whoniversum wurde in der grundsätzlichen Aussage sogar verändert! Es war so als hätte jemand ein Doctor Who Gericht versucht zu kochen, wo die Zutaten zwar drin sind, die Essenz und das Verständnis aber komplett fehlt. Leider muss ich als negatives Beispiel darum die ganze Chibnall-Ära aufführen. Ich werde mir diese wohl auch nie mehr anschauen.
Aktuell seit den Jubiläums-Specials bin ich aber wieder voll dabei und ich habe das Gefühl es geht (endlich) wieder aufwärts.

Peter:
Wirklich interessant, wie unterschiedlich die Meinungen sind. Kommen wir jetzt zur Veto-Runde. Würdet ihr den Aussagen der anderen Gallifrey-Geeks so zustimmen, oder seht ihr einzelne Punkte doch anders?

Achim:
Ein richtiges Veto ist es eigentlich nicht, nur halt Geschmackssache. Ich bin nur überrascht, dass bei Markus die Episoden Vatertag und Klassentreffen als unnötige auftauchen, denn gerade diese Folgen sind mir in ausgesprochen guter Erinnerung geblieben. Vatertag fand ich sehr gelungen und irgendwie auch anrührend, während mir insbesondere Anthony Head als bösartiger Direktor Fink neben dem Duo Doctor/Rose sehr gut gefallen hat. Auch das Aufeinandertreffen von Rose und Sarah Jane war sehr gelungen. 
Die von Monique aufgeführte Ncuti-Episode "73 Yards" kenne ich noch nicht, werde mir aber bald selbst ein Bild machen. 
Das Tribunal mit dem 6. Doc war in der Tat kein Highlight, hatte mich jedoch nicht so sehr vergnatzt. 

Markus:
Lieber Achim, vielen Dank für dein Feedback.
Ich finde es superspannend, wenn man sich mal so austauschen kann! Sollten wir auch mal „in echt“ tun können!
Ich bin da bei deinen Überlegungen und auch deinem Erstaunen ganz bei dir. Es hatte mich selber auch überrascht.
Ich bin bei der emotionalen Vater/Tochter-Sache natürlich komplett dabei. Auch die Problematik der Zeitschleife finde ich super. Allerdings wäre ich dann wohl auf dieser Schleifenidee weitergegangen und hätte diese ad absurdum geführt.
Und ich finde bei Klassentreffen Anthony Head natürlich auch klasse, da ich ihn, außer bei Buffy, relativ selten zu Gesicht bekam.
Bei beiden Episoden finde ich dann aber den Creature-Teil nicht mehr spannend. Er langweilt mich, da die Creatures für mich auch nicht wirklich gut sind, sowohl von der Idee wie auch von der Umsetzung her. OK, es gibt Vieles, was bei Doctor Who in der Umsetzung nicht ganz dolle war. Vielfach hatte es dann aber wenigstens einen Trash-Faktor und Charme, der es wieder unterhaltsam machte. Das blieb bei mir hier leider aus.
Beide Episoden finde ich von der Idee und der Ausgangslage her sehr cool, fallen zum Schluss aber arg ab.
Aber wie du schon richtig gesagt hast, Achim: Es ist absolute Geschmackssache und eine rein subjektive Sichtweise.
Finde es aber super spannend, gerade auch in dieser Runde, zu merken, dass viele Episoden auf den Einzelnen jeweils andere Eindrücke hinterlässt.
Monique hat z.B. „73 Yards“ erwähnt. Diese Episode fand ich zum Beispiel ein Glanzlicht in der sonst eher lauen ersten Gatwa-Staffel.

Monique:
Kein Veto meinerseits.  Lasse es mal so stehen. Es ist schon schwierig, da alle so verschiedene Geschmäcker haben, was die Folgen betrifft! 
Bin auf die nächste Runde gespannt! 

Heng:
Auch von mir kein Veto.

Peter:
Halten wir also fest, dass es vereinzelte Folgen gibt, die nicht besonders gelungen sind. Trotz des geringen Budgets der Classic Serie gibt es hier aber erstaunlich wenig eurerseits zu bemängeln. Was die letzten Staffeln der New Who Ära anbelangt gab es zwar einen inhaltlichen Durchhänger vor allem in der Zeit von Chris Chibnall, der während der drei Staffeln von Jodie Whitaker den Platz des Showrunners eingenommen hatte. Mit der Rückkehr von Russel T. Davies ist aber wieder ein Licht am Horizont zu sehen.

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