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Neue Slasher Ikonen

Schrott auf DVD und BluRayNeue Slasher Ikonen

Was ist ein schlechter Film? Nun, diese Betrachtung ist sehr subjektiv, denn es liegt immer im Empfinden des Zuschauers.

Filme die ich schlecht finde muss ein anderer nicht zwangsläufig auch so ansehen. Für mich sind zum Beispiel die weitaus meisten der heutigen A-Filme schlecht. Da wird es manch einen Leser geben, der nun die Stirn runzelt und ein Fragezeichen über dem Kopf trägt.

Nach den großen Slasherfiguren wie Michael Myers, Jason Vorhees oder Freddy Krueger gab und gibt es immer wieder Filme, die neue Killerikonen zu etablieren versuchen. Dabei scheint es aber niemanden zu geben, der den Grund für die Berühmtheit mal analysiert. Es handelt sich bei den Vorgenannten nicht um planlose Schlitzertypen (Okay, bei Jason bin ich mir da nicht so sicher). Sie besitzen eine Geschichte, einen Hintergrund, Persönlichkeit und Charisma. Fast jeder Versuch, ein neues Franchise zu etablieren, scheiterte. Mit der SAW-Reihe endete es. Immerhin, damit hat sich das Slashergenre in das neue Jahrtausend gerettet.

Aber nun?

Rites of SpringRites of Spring (2011)
(Rites of Spring)
Regie: Padraig Reynolds, mit Katherine Randolph, A.J. Bowen, Anessa Ramsey, Sonny Marinelli, James Bartz, Shanna Forrestall, Sarah Pachelli
Versuchen wir es doch mal mit was Originellem, wird sich Autor/Regisseur Padraig Reynolds gedacht haben. Der Killer dieses Films heißt Wormface. Ja, natürlich, ist schon klar. Leatherface hatte seine Maske aus Menschenhaut, Jason die Hockeymaske, Freddy sein verbranntes Gesicht. Was genau nun diesen Wormface auszeichnet kann ich nicht sagen, der Regisseur gönnt seinem Kopf keine Großaufnahme. Ist letztlich auch nicht wichtig, denn der Figur fehlt etwas ganz Entscheidendes: Charakter. Natürlich sind Mörder prinzipiell keine Ehrenmänner, doch jene, die Bekanntheit erreichen, zeichnen sich durch charakteristische Handlungsweisen aus, die beim Publikum ein Erkennen und Verfolgen fördern. Außerdem treten sie in Filmen auf die zu ihnen passen. Nicht alle davon waren/sind gut, aber sie besitzen jene Seele, die man der jeweiligen Figur zuordnen kann. Was zeichnet RITES OF SPRING aus?

Ein schlechtes Drehbuch könnte man anführen, einen Schlitzer ohne auch nur die Ahnung eines Hintergrunds, einer Persönlichkeit oder Prinzipien (ja, auch diese zeichnen die Großen des Genres aus). Gesichtslose Darsteller hatten auch die meisten Friday- oder Nightmare-Filme, das kann man also nicht anführen. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass dieser Film zwei völlig verschiedene Geschichten erzählt, die gar nicht zusammen passen.

Geschichte 1: Seit 24 Jahren verschwinden immer zum Frühlingsanfang fünf junge Frauen. Niemand weiß was mit ihnen geschieht. Gleich zu Beginn werden zwei Mädels von einem Kerl betäubt und entführt. Sie erwachen in einem Schuppen, mit den Händen an die Decke gefesselt. Ein alter Mann kommt herein und fragt sie ob sie rein sind. Es sei wichtig. Um es feststellen zu können nimmt er ihnen Blut ab. Amy (Katherine Randolph) und Jessica (Sarah Pachelli) bleiben im Unklaren. Der Typ erscheint häufiger, ohne dass er etwas macht oder etwas Wichtiges sagt. Dann stülpt er Jessica eine Kuhmaske über und bringt sie weg. Amy kann sich befreien, durchsucht den Schuppen und findet Jessica. Sie ist tot. Plötzlich öffnet sich eine Bodenklappe. Dem Loch entsteigt eine menschenähnliche Kreatur mit einer undefinierbaren Maske und in zerlumpten Klamotten. Sofort macht Wormface Jagd auf Amy, die in ein riesiges Maisfeld flieht.

Geschichte 2: Drei Leute dringen in das Haus eines Firmenbosses ein, töten dessen Frau und entführen die beiden Töchter. Wenn er sie wiedersehen will, dann muss er 2 Millionen Dollar zu einem Werksgelände bringen. Der Mann besorgt das Geld, fährt dort hin und überwältigt einen der Entführer. Schließlich stellt er alle, wird jedoch von seiner älteren Tochter erschossen. Sie macht gemeinsame Sache mit einem der Entführer. Die beiden wollen die Komplizen töten und dann mit dem Geld verschwinden, doch da ...

Zusammenfassung: ... erscheint Amy und sucht Hilfe im Kreis der Entführer. Hinter ihr her ist nach wie vor Wormface, der sofort beginnt alle Anwesenden zu verfolgen und abzuschlachten. Amy gelingt immer wieder die Flucht, während die anderen getötet werden. Zwei der Entführer entkommen, doch sie fliehen in das Haus des alten Mannes, der ebenfalls versucht sie umzubringen. Da kommt Amy hinzu und killt den Alten. Aber auch Wormface erscheint und setzt sein Werk fort. Amy flieht zu einer Tankstelle, findet aber auch dort keine Hilfe. So muss sie sich mit dem Killer auseinander setzen und tötet ihn schließlich mit seiner eigenen Waffe, einer Art Axt. Danach flieht Amy blutüberströmt in den Morgen.

Warum ich das so ausführlich schildere? Das ist alles! Nichts wird erklärt, wir werden von Anfang an im Regen stehen gelassen. Was soll dieser ganze Quatsch mit der Entführung, wenn es keinen Zusammenhang mit der Slasher-Grundstory gibt? Anstatt diese aufwändige Entführung einzubauen hätte sich Autor/Regisseur Padraig Reynolds besser auf einen Hintergrund für die Handlung des Alten und das Erscheinen des Wormface konzentrieren sollen. Nichts dergleichen geschieht.

Da man weder Spannung noch eine nachvollziehbare Handlung geboten bekommt, beginnt man Fragen zu stellen oder sich ob der Unlogik an den Kopf zu fassen. Was macht denn nun der Alte? Er zapft den Mädels Blut ab und fragt nach Reinheit. Weshalb? Wenn in einem kleinen Städtchen seit 24 Jahren Teenager zum Frühlingsanfang verschwinden, warum gehen dann immer noch welche zu dieser Zeit allein aus dem Haus - hat es überhaupt mal Untersuchungen bezüglich des Falles gegeben? Wieso begann es vor 24 Jahren? Warum sind es immer fünf Opfer? Warum bekämpfen sich der eine Entführer und die ältere Tochter im Haus, wenn sie doch gemeinsame Sache machen? Warum tötet er die Ehefrau, wenn er doch nur auf das Lösegeld scharf ist? Warum muss Amy durch ein riesiges Feld und über eine ebensolche Rasenfläche laufen, wenn die Gegenrichtung lediglich einen Spaziergang erfordert? Warum ist Wormface schneller als ein Auto? Warum öffnet die Angestellte der Tankstelle nicht, obgleich Amy offen ersichtlich in Gefahr ist? Was ist aus dem kleinen Mädchen geworden, dem eigentlichen Opfer der Entführung? Sie wird in einem Zimmer an ein Bett gefesselt und ist bald verschwunden. Wohin? Lebt sie noch? etc. bla bla - man könnte die Liste endlos fortsetzen. Es gibt eine Menge schlampig gemachter Filme mit Drehbüchern, deren Krater in der Masse auch auf dem Mond nicht genügend Platz finden, aber dieses Ding schlägt wirklich jedem Fass den Boden aus.

Nein danke, das ist zu viel des Guten. Da schaue ich mir doch lieber zum hundertsten Mal FREITAG DER 13. an, der ist zwar auch hohl, aber er versucht gar nicht erst mehr zu sein als ein tumber Slasher. Und doch besitzt er mehr Substanz als THE RITES OF SPRING.

Bikini Girls on IceBikini Girls on Ice (2009)
(Bikini Girls on Ice)
Regie: Geoff Klein, mit Cindel Chartrand, Danielle Doetsch, William Jarand, Christina Sciortino, Caroline Faille, Suzi Lorraine
Slasher gehören halt zu den billigsten und am einfachsten herzustellenden Horrorfilmen. Garniert man den Stoff noch mit einer Reihe leicht bekleideter Mädels, dann ist der Erfolg garantiert. Jedenfalls ist das der Glaube vieler Filmemacher. Hat man dann noch einen solchen Titel, dann erreicht man zumindest Aufmerksamkeit. Es wird eine Menge Leute geben, die nur ob des Titels sich den Film angesehen haben. Ehrlich gestanden, ich gehöre dazu.

Wir bekommen sie zu sehen, die Bikinis. Äh, war da sonst noch was?

Eine Horde junger Mädels lässt sich mit einem Bus zu einer entlegenen Tankstelle fahren, um dort, nur in Bikinis gekleidet, die Autos der vorbeifahrenden Leute zu waschen. Leider haust in dieser Tankstelle der verrückte Moe (William Jarand), der wahllos jeden umbringt der sich in seine Werkstatt verirrt. Entweder wirft er seine Opfer in Tiefkühltruhen oder überschüttet sie mit Eis. So killt er nach und nach die Mädels und auch die beiden männlichen Begleiter, bis das Final Girl ihm Saures gibt.

Das hätte lustig werden können, doch leider haben die Macher das Potential der Ideen nicht genutzt, ja nicht einmal erkannt. Die Girls haben hohle Birnen, das verwundert auch nicht. Wer sich überreden lässt, abseits der Zivilisation einen Bikini-Carwash zu eröffnen, der kann nicht viel dort oben zu bieten haben. Eigentlich haben die beiden Kerle das Ganze nur organisiert um mit den Weibern herum zu machen. Hätte ja auch klappen können, wäre da nicht Moe gewesen.

Offenbar gab es durchaus die Absicht eine lustige Tittenshow zu drehen. Obwohl dafür einige der Rollen sogar mit Pornodarstellerinnen besetzt wurden, trauten sie sich dann aber doch nicht. Züchtig geht es zu, oben und unten bleiben die Damen bedeckt. Das ist im Hinblick auf das Zielpublikum, das mit einem solchen Titel angesprochen wird, schon eine herbe Frechheit. Hinzu kommt, dass der Film recht schnell beginnt sich ernst zu nehmen. Ein fataler Fehler.

Was stellt überhaupt dieser Killer dar? Er wohnt offenbar in dem Farmhaus unweit der Tankstelle, mehr erfahren wir nicht. Er trägt den Anzug eines Tankwarts, bringt die Leute um und legt sie auf Eis. Warum? Er ist ungepflegt, die Haare hängen ihm wirr im Gesicht. Er stöhnt und grunzt, das war's. Da ist null Hintergrund, null Substanz. Hinzu kommt, dass alle Kills nicht gezeigt werden. Entweder erfolgt ein hektischer Schnitt oder die Kamera hält woanders hin. Null Splatter, null Gore - keine Titten, nur eine harmlos inszenierte Sexszene - insgesamt keine Schauwerte. Vielleicht ist es nur ein zu lang geratener und misslungener Werbefilm für weibliche Bademode. Immerhin wird der Lieferant für die Bikinis im Nachspann extra genannt und hervorgehoben.

Na ja, immerhin gab es für mich einen Grund den Film zu schauen, auch wenn ich dafür bis nach dem Nachspann warten musste. Schnuckelchen Suzi Lorraine gibt sich dort die Ehre, sagt ihren Namen, das war's. Hä? Kein Scherz, ist so.

Sich über die fehlende Handlung zu ereifern bringt nichts. Auch die Charaktere und deren Darsteller sind belanglos. Wäre vielleicht von Interesse gewesen, wenn der Film sich auf das konzentriert hätte was er hätte sein sollen/können - eine funny Splatterklamotte. Offenbar hat es aber gereicht, denn inzwischen gibt es eine Fortsetzung: PINUP GIRLS ON ICE. Ich konnte den bisher nirgendwo auftreiben. Der Film wird aber nachgeholt.

30 Days to die30 Days to die (2009)
(30 Days to die)
Regie: Griff Furst, mit Shirly Brenner, Wendy Carter, Laurence Cohen, Brendan Connor, Samantha Cope, Kevin Kazakoff
Slasher gibt es wie Sand am Meer. Wenn man nicht aufpasst, dann wird man immer wieder davon gequält. Billigware, die von Billiglabels als die neue Dimension des Horrors angepriesen wird. Und was soll man von einem Film halten, der schon in seinem Ursprungsland umgetitelt wurde, um ihn irgendwie an den Mann/die Frau zu bringen?

Dabei liest sich die Ankündigung gar nicht mal so schlecht. Schauplatz ist ein Ort namens Crystal Lake. Klingelt es da? Natürlich wissen wir, dass es nicht Jason sein kann, der in diesem Film seine Machete schwingt. Dennoch - ein mysteriöser Killer geht um. Nachdem er im Prolog eine junge Frau getötet hat, verkrümelt er sich allerdings für rund 60 Minuten. Stattdessen werden wir mit sieben jungen Mädels konfrontiert, die in einem Rehazentrum allerlei Unsinn treiben. Und weil es so ist, strich man den doofen originalen Titel und gab dem Film einen neuen, der glatt aus der Titelschmiede deutscher Billiglabels hätte stammen können. Man vertrieb ihn unter 7 IN THE TORTURE CHAMBER - und siehe da, es fiel auch jetzt keiner darauf herein. Wen sollte das auch wundern? Außer mir ist wahrscheinlich kein Mensch so blöd, sich ganz bewusst den Bodensatz anzusehen.

Dabei war ich guter Hoffnung. Regisseur Griff Furst zeichnet sich immerhin für den unterhaltsamen Monsterheuler ARACHNOQUAKE verantwortlich. Natürlich muss man sich immer der Tatsache bewusst sein, dass man es mit finanziell unterbelichteten Filmen zu tun bekommt. Aber ein hohler Slasher, was sollte daran so schwer sein? Man braucht ein paar Teenies, einen Killer, möglichst mit Maske, ein paar Mordinstrumente. Na gut, wir brauchen noch einen Mann, der eine Kamera halten kann. Wenn sie mal wackelt, dann ist das nicht so schlimm. Schließlich kann ich als Produzent oder Regisseur nichts dafür, dass er seine Gage bereits während der Dreharbeiten in Alkohol und Hasch umsetzt. Außerdem arbeiteten schon die erfolgreichsten Slasher mit diesem Stilmittel.

Eine Handlung? Wozu braucht man die? Wir nehmen ein paar Mädels, lassen sie zunächst ein bisschen zickig herumtollen und zaubern dann einen Schlitzer mit einer clownsähnlichen Maske aus dem Hut, demaskieren ihn am Ende mit einem "Huch, ist das aber überraschend"-Effekt, und knallen den Sound eines untalentierten Songschreibers und Rockmusikers drüber. Das reicht, die Leute werden begeistert sein.

Nein, das sind sie nicht!!!

Ich bin zuweilen recht nachsichtig, gerade bei billig produzierten Filmen, aber irgendwann wird der Bogen überspannt. Wie ein User-Rezensent auf der IMDb ganz richtig schrieb, wäre man bereit den Film zu loben, wenn es sich um das Produkt eines Freundes oder Nachbarn handeln würde, der ein paar Euronen/Dollar zusammengekratzt und damit seinen Traum vom eigenen Film verwirklicht hätte (auch Peter Jackson hat mal so angefangen). Wenn man jedoch daran geht den Film kommerziell zu verwerten, dann hat der Zuschauer ein Recht darauf, einen Gegenwert für die Ausgabe seines sauer verdienten Geldes zu bekommen.

Man möchte fast von Betrug reden, denn schon recht schnell wird dem Betrachter klar, dass er es hier mit einem schlampig heruntergekurbelten Film zu tun hat. Wieder einmal ist das Fremdschämen eines talentlosen Amateurs angesagt. Die Optik, die Farbgebung, die unterirdisch agierenden Darsteller (sie Schauspieler zu nennen wäre eine Beleidigung für jeden, der es halbwegs kann), das auf einem Bierdeckel Platz findende Drehbuch, die grässlichen Schnittfolgen etc. An diesem Ding passt nichts. Und langweilig ist er. Nachdem man sich eine Stunde lang mit dem Gezanke der Girlies herumgeschlagen hat, wird die Slasherhandlung ratzfatz durchgezogen und ehe man sich versieht läuft der Nachspann, ohne dass es einen befriedigenden Schluss gegeben hätte. Da wünscht man sich Jason herbei, der alle Beteiligten einen Kopf kürzer macht.

Niemand sollte mich missverstehen. Ich mag oft solch billigen Müll, aber ich muss dabei erkennen können ob eine positive Energie dahinter steckt. Leute wie Rene Pérez oder Lou Simon hätten 30 DAYS TO DIE nicht anders gemacht - und doch hätten sie mir ein besseres Gefühl vermittelt.

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-03-03 11:17
Während meiner (ärztlich verordneten) "Ausruhphase" (ob's was bringt?) für meinen entzündeten Sehnerv kann ich es ja doch irgendwie nicht lassen. Das Thema "Slasherikonen" ist auch durchaus interessant. Man könnte damit schon "ein paar Seiten füllen".

Zitat:
Nach den großen Slasherfiguren wie Michael Myers, Jason Vorhees oder Freddy Krueger gab und gibt es immer wieder Filme, die neue Killerikonen zu etablieren versuchen. Dabei scheint es aber niemanden zu geben, der den Grund für die Berühmtheit mal analysiert.
Ganz ehrlich, den Grund für diese Berühmtheit konnte ich mir selber auch nie zufriedenstellend beantworten. Okay, wären diese "Schlachtertypen" Halbwesen, blutsaugende Adelige vielleicht (Graf Dracula), dann würde mir die Antwort darauf erheblich leichter fallen.

Aber, so wie ich das sehe, besitzen weder Michael Myers, noch Jason Vorhees oder eben Freddy Krüger auch nur annähernd das, was man eine gewissen mythologisch erotisierende Anziehungskraft nennen könnte (auch, wenn ihr Erscheinen nicht immer rationale Erklärungen findet..) Es gibt freilich immer wieder Aspiranten, die gerade in den zuweilen recht blutigen Slashermomenten einen unterschwelligen, sexuellen Aspekt sehen wollen.

Sie besitzen eine Geschichte, einen Hintergrund, Persönlichkeit und Charisma.
[/quote

Hier muss man allerdings sehen, das sich diese Faktoren bei John Carpenter und seinen Kollegen
in keiner Weise unterscheiden. Ihre Killer sind eigentlich nur von(einem etwas unnatürlichen) Rachedurst getrieben und verbergen ihr Gesicht unter einer Maske. Ja, wenn man so will, dann ist selbst Freddy Krüger, durch sein verbranntes Konterfei, maskiert.

Kurz gesagt: es herrscht immer das gleiche Motiv vor. Bei den Halbwesen, dem Vampir und dem Werwolf gab es da schon ein paar Unterschiede. (die, wie ich natürlich zugeben muss, irgendwann dann auch nicht mehr "zogen")

Also, wenn man es nun ganz banal ausdrücken möchte: Der Grund für diese Berühmtheit liegt wohl einfach nur im graphischen Aspekt - Blut, mehr Blut, noch mehr Blut und...Gedärm. Damit wurde ein altes Genre ...mit neuen Horrorgestalten halt wieder aufgelegt; und die durften sich so richtig "austoben". Den Slasher gab es ja schon vorher (siehe, u.a.: "Jessy, die Treppe in den Tod(Black Christmas, 1974", ein Filmchen, das sogar ohne den heute üblichen "Blutverlust" noch recht ansprechend ist.)
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#2 Laurin 2019-03-03 13:57
Zitat Friedhelm:
"Ganz ehrlich, den Grund für diese Berühmtheit konnte ich mir selber auch nie zufriedenstellend beantworten. Okay, wären diese "Schlachtertypen" Halbwesen, blutsaugende Adelige vielleicht (Graf Dracula), dann würde mir die Antwort darauf erheblich leichter fallen."

Nun ja, hier bemerkt man aber auch den Horror-Fan alter Schule, welcher auch mit zu viel Blut und Gedärm nie wirklich warm wurde. Nur konnte man damals mit Vampiren oder Werwölfen nur noch recht bedingt die Zuschauer gut unterhalten. Einen unterschwelligen sexuellen Aspekt würde ich da auch nur sehr explizit der Schilderung des Grafen Dracula wirklich zubilligen wollen. Aber auch dieser Aspekt pflegt ja bekanntlich eine Bandbreite, die sich dem einzelnen (wie mir) z.B. entzieht. Man nehme da nur die Frauen, die sich in mehrfache Mörder wie etwa Charles Manson und Co. nach der Aburteilung verlieben und diese sogar innerhalb ihrer Haft gar (wenn auch selten) heiraten. Natürlich hatten Vampire und Werwölfe hier durchaus andere Motive (welche sich untereinander wiederum unterscheiden), allerdings hatten dann auch Jason Vorhees, Michael Myers und Freddy Krueger durchaus ihre Motive, die zwar recht ähnlich gelagert waren, sich aber doch bei genauer Betrachtung zu unterscheiden wussten.

Zitat Norbert Aichele:
"Sie besitzen eine Geschichte, einen Hintergrund, Persönlichkeit und Charisma. "

Da hat Norbert durchaus recht. Beispielsweise bei dem Killer "Moe" (der Name steht faktisch nur im ersten Film auf seinem Overall) findet man weder im Film "Bikini Girls on Ice" einen brauchbaren Hintergrund, noch eine gewisse Persönlichkeit oder gar Charisma. Da ich vor kurzem ja erst selber zu den Filmen "Bikini Girls on Ice" und danach der Fortsetzung "Pinup Dolls on Ice" hier meine Artikelchen abgeliefert hatte, zeigt sich z.B. da, dass man dann zumindest versucht, in "Pinup Dolls on Ice" diesem Killer einen gewissen Hintergrund zu verpassen (man achte hier auf die Aussagen bzw. Erklärungen des Sheriffs). Doch wirklich gelingen will selbst dieses nicht mehr nachträglich wirklich, weil dies auch zum Teil wegen der offensichtlichen Unfähigkeit der stilistischen Umsetzung im Film nur noch lieblos aufgesetzt wirkt. Sind Myers und Vorhees bzw. Krueger Figuren, die den Zuschauer zu fesseln wissen, so bleibt hier "Moe" eher auf dem Niveau eines ungewaschenen und scheinbar völlig hirnlos grunzenden Killers hängen, welcher eigentlich nur billig und austauschbar wirkt, wie ein Stück Seife.

Zitat Friedhelm:
"Den Slasher gab es ja schon vorher (siehe, u.a.: "Jessy, die Treppe in den Tod(Black Christmas, 1974", ein Filmchen, das sogar ohne den heute üblichen "Blutverlust" noch recht ansprechend ist.)"

Mal ehrlich, bei den Filmen handelt es sich eher um Ansätze des späteren Slasher. Selbst bei "Black Christmas" holte das Fernsehen bereits mehrmals lieber das blutigere Remake von 2006 hervor, weil selbst die dann gezeigte 84 Minuten Fassung (Unrated 94 Minuten) dem Slasher wesentlich näher kommt, als das nun wirklich blutarme Original von 1974, mit dem man die Fans wohl kaum noch wirklich zum einschalten bewegen könnte. Ein Slasher ohne hohen "Blutverlust" ist eben (schon aus meiner persönlichen Sichtweise) kein wirklich ernstzunehmender Slasher.

Man muss das mal herunterbrechen z.B. auf die von Friedhelm angeführten Vampire. Heute muss man einen Vampir ebenfalls blutiger darstellen, wenn man nicht andererseits die "Teenager-Glitzervampir-Schiene" bedienen möchte um damit Erfolg zu erzielen. Mit dem früher eher sogar blutarmen Dracula mit einem leicht unterschwelligem erotischen Aspekt würde man heute jedenfalls kaum noch wirklich die Zuschauer ins Kino locken (also die gewinnbringende Zielgruppe). Den pflegen und hegen eher wir Nostalgiker, die auch an den alten Horrorfilmen noch ihren Spaß haben. ;-)
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#3 Friedhelm 2019-03-03 14:48
Zitat:
Nun ja, hier bemerkt man aber auch den Horror-Fan alter Schule, welcher auch mit zu viel Blut und Gedärm nie wirklich warm wurde. Nur konnte man damals mit Vampiren oder Werwölfen nur noch recht bedingt die Zuschauer gut unterhalten. Einen unterschwelligen sexuellen Aspekt würde ich da auch nur sehr explizit der Schilderung des Grafen Dracula wirklich zubilligen wollen.
Da hast du mich aber wirklich erwischt, Laurin. Ich bin in der Tat ein "Horror-Fan alter Schule". Das heisst allerdings jetzt nicht, dass ich mir nicht auch ab und an einen "Freitag der 13.", "Halloween" oder "Freddy" reinziehe. Die Originale habe ich jedenfalls vom Start weg gesehen - vielleicht noch ein oder zwei Fortsetzungen, aber damit hatte es sich irgendwie. Der neue "Halloween" ist mir ja auch nicht entgangen, fand ihn aber unnötig. Trotz meiner offensichtlich allzu ausgeprägten, nostalgischen Ader ist mir allerdings auch klar, dass man selbst die alten Monster ("Dracula" und co.) heute ohne übliches Blutgekröse nicht mehr verkaufen kann. Diese langweiligen Glitzervampire sind aber auch eher etwas für die Youngster.Kann man drauf verzichten..

Was die jetzt hier besprochenen Filme betrifft, muss ich wohl passen - habe keinen davon gesehen. Kann also nicht nachvollziehen, ob "Norbert da recht hatte". Aber, in dieser Hinsicht genügt mir sein Expertenwissen - muss ich also nicht hinterfragen.

Jetzt ist die Frage, ob Filme wie "Jessy..." bereits Slasher sind oder nicht - oder sind sie's nur ansatzweise; wahrscheinlich stimmt beides. Also, für "seine Zeit" (Entstehungsjahr 1974) würde ich das schon einmal zu behaupten wagen. Man muss halt sehen, wie weit man damals gehen konnte (und was eben effektemäßig möglich war...)Das Remake ist um einiges blutiger, klar. Aber hier würde ich eh von einer neu interpretierten Fassung. sprechen, die mit dem Original gar nichts zu tun hat. Ich denke, da war dann ein Film wie Tobe Hoopers "Kettensägen-Movie" wegweisender (obwohl man da bekanntlich kaum "etwas" sah..) Und, gab es den Begriff "Slasher" 1974 bereits? Und...Und...Und..

Nun denn, ich werde jetzt mein (verlorenes?) linkes Auge wieder schonen. Aber ein bisserl Diskussion macht immer wieder Spass. Heute abend werfe ich mir auf alle Fälle irgendeinen alten Gruselschinken in den Player... :-* :P
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#4 Laurin 2019-03-03 22:44
Nun ja, was ist Slasher und wann fing das wirklich an?
Da kann man z.B. sagen, das "I Spit on your Grave" von 1978 schon zu den Slashern zählen dürfte (mit einem guten Schuss Horror-Porn). 1980 kam ja z.B. "Muttertag", was schon ein reiner Slasher war. Aber auch die italienische Zombie-Welle griff da an blutigen Fakten mit Gedärm Ende der 70er Jahre vieles auf, was man locker in einen Slasher reinpacken kann. Und auch der Slasher kennt ja durchaus übernatürliche Elemente, stellt sie allerdings meistens nicht so ins Rampenlicht wie etwa die Horror-Klassiker wie etwa Vampir- oder Werwolf-Filme. Genau festmachen wird man es wohl nicht können, da die Übergänge doch stets recht fließend sind.

Was die Filme oben angeht, kannst du Norbert ruhig vertrauen. Bei "Bikini Girls on Ice" lohnen sich eigentlich auch in erster Linie nur die leicht bekleideten Mädels. Da braucht es nicht einmal deren Dialoge im Film. :lol:

Und keine Bange, die alten Filme mag ich ja auch, was mich allerdings auch nicht aufhält, mich daneben noch für Slasher, Splatter und Gore ins Zeug zu schmeißen. Man gönnt sich ja sonst nichts. ;-) :P

Und ganz heimlich muss ich gestehen, sehe ich die Twilight-Glitzer-Vampirfilme auch ganz gerne ab und an. Nur die Bücher sind meiner Meinung nach zum lesen eklatante Zeitverschwendung. Aber das liegt auch an der Schreibe der Autorin.

Ansonsten wünsch ich dir viel Spaß bei deinem "Gruselschinken" heute Abend. Wobei ich jetzt schon neugierig bin, welchen du dir da aussuchst. ;-)
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#5 Friedhelm 2019-03-04 13:49
@Laurin - kleiner Nachtrag..

Da in drei Jahren Murnaus "Nosferatu" hundertjähriges feiert, habe ich mir gestern abenddie die "Mutter aller Horrorfilme" einfach nochmal reingezogen. Anschliessend war dann Mario Bavas "Die Stunde, wenn Dracula kommt" dran.
Dann habe ich einfach mal in Sachen Slasher bei Wikipedia reingeschaut - und siehe da..unter..https://de.wikipedia.org/wiki/Slasher-Film...wird "Jessy..." erwähnt.

Da hammers widder mal..

;-) :-*
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#6 Laurin 2019-03-04 20:50
@ Friedhelm:
Das war ja schon Nostalgie pur, aber nicht schlecht. Murnaus "Nosferatu" muss ich mir auch irgendwann mal wieder reintun. :lol: ;-)
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#7 Norbert 2019-03-18 22:48
Da ich nun nach mehreren Wochen meine Zweit-Wohung, das Krankenhaus, wieder verlassen habe, dachte ich mir, ich reibe doch mal diesen Kommentar, auch wenn der Artikel schon etwas zurückliegt. Ich finde die Diskussion zwischen euch um BLACK CHRISTMAS recht interessant. Also lege ich mein Meinung dar. Ich war von dem Film, vor allem ob seiner Dramaturgie, schwer beeindruckt. Aber -BLACK CHRISTMAS ist definitiv ein Slasher. Braucht's denn immer Gekröse dabei? Indes ist es nicht schwer, diverse Bezüge (Ich möchte sie fast Vorlagen nennen) zum wenig später entstandenen HALLOWEEN herzustellen. Dass Carpenter den Film kannte, bevor er seinen Klassiker drehte und damit den vorherigen zur Vergessenheit verdammte, dürfte bei Ansicht beider Filme klar sein.
Die von Laurin angeführten Gründe bezüglich des Zeitgeschmacks zeigen sich hier in einem Zeitraum von nur zwei Jahren bemerkenswert gravierend. Carpenter schielte auf ein deutlich jugendlicheres Publikum als Bob Clark (Was wohl auch einem Altersunterschied geschuldet ist). Er brachte (wenn auch wenige) deutlich spektakulärere Szenen und Sequenzen ein, die neuen Sehgewohnheiten (siehe das dahinsiechen klassischer Horrorfiguren wie Dracula oder Frankenstein), das etwa Mitte der 70er entstand, Rechnung trug und das Slashergenre in seinen Grundelementen schuf.
Nun, ich will nicht ausufernd werden. Sowohl HALLOWEEN wie BLACK CHRISTMAS sind für mich herausragende Filme, wobei ich persönlich BLACK CHRISTMAS ob Dramaturgie, Spannung und Darstellungskunst sogar noch den Vorzug gebe.
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#8 Laurin 2019-03-19 13:47
Nun ja, um bei mir persönlich als Slasher durchzugehen, sollte schon zumindest etwas Gekröse dabei sein, damit ich ihn ernst nehme. Aber wie gesagt, ist rein meine persönliche Sichtweise. Aber ist ja auch egal, schließlich legen andere die Subgenres fest und nicht ich. Ist halt auch so eine Sache des Zeitgeschmacks, da ich in Sachen Slasher eher mit HALLOWEEN und FREITAG DER 13 aufgewachsen bin, wo das Gekröse ja nun schon zum guten Ton gehörte. Den original BLACK CHRISTMAS kenne ich wie schon mal an anderer Stelle gesagt, bis heute nicht, sondern nur das Remake, welches ich eigentlich auch nur ansehe, weil Michelle Trachtenberg mitspielt (die Handlung an sich finde ich zu durchschaubar und mitunter auch etwas tröge). Allerdings bin ich da ehrlich, bisher bin ich noch mit keinem dieser Christmas-Horror-Filmchen wirklich warm geworden. Scheint irgendwie nicht mein Ding zu sein, weil mir zu Weihnachten und Santa Claus eher Marzipan und ein lecker Braten einfällt, womit wir denn auch schon bei der Nahrungsaufnahme wären. :lol:
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#9 Harantor 2019-03-19 13:54
Ich kann mich nicht erinnern in Halloween - Die Nacht des Grauens überhaupt Gekröse gesehen zu haben. Es ist also nicht unbedingt notwendig es zu zeigen. Vielmehr kommt es darauf an, die Atmosphäre zu erzeugen. Bei manchen Slashern hatte ich dann auch den Eindruck, dass viel Gekröse dann einfach nur dem Schauwert diente, frei nah dem Motto viel hilft viel oder das Publikum. Manchmal auch fehlende Möglichkeiten von Regisseur, Buch und Schauspieler ersetzen musste.

Und ich glaube die Erwartung des Publikums steigerte sich natürlich auch und dem kam man auch nach.
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#10 Friedhelm 2019-03-19 15:45
Zitat:
ch kann mich nicht erinnern in Halloween - Die Nacht des Grauens überhaupt Gekröse gesehen zu haben.
Stimmt, "Halloween/1978" kommt gänzlich ohne aus - und war neben einem "Freitag der 13." damals eher harmlos in dieser HInsicht. Aberder Verzicht darauf hat dem Film kaum geschadet. Im Gegenteil, Carpenter ist es gelungen, eine wirklich bedrohliche Atmo zu schaffen. Das sah dann bei der Fortsetzung von Rick Rosenthal schon wieder ganz anders aus.
Im übrigen zeigt "Black Christimas" ja auch nicht viel - aber das könnte natürlich auch den Grenzen des Machbaren geschuldet sein. Trotzdem finde ich das Ding auch heute noch sehenswert. Zuviel Gekröse verdeckt ja meistens auch eine kaum vorhandene Story.
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#11 Laurin 2019-03-19 16:12
Stimmt, Harantor und Friedhelm, HALLOWEEN ist hierfür durchaus ein eher schlechtes Beispiel wenn es um das Gekröse geht. Allerdings muss ich gestehen das ich bei der Filmreihe nur noch gespannt auf den zweiten Teil gewartet hatte. HALLOWEEN 3 war dann für mich der komplette Absturz, weil es mit den ersten zwei Filmen eigentlich nichts zu tun hat. Besser wurde es danach bei HALLOWEEN auch nicht mehr wirklich, weil vieles nur noch als eigentlich bekannt und halbherzig aufgewärmt erscheint. Dafür war ich aber damals ein richtig dicker Fan von FREITAG DER 13 (und nicht nur deshalb, weil es sich in freier Natur schöner stirbt).
Und es stimmt schon, das manche Filme in Sachen Gekröse zu viel bieten um von den talentfreien Darstellern oder dem miesen Drehbuch abzulenken (wo etwas Licht ist, da ist halt auch immer schon viel Schatten gewesen). Aber wenn es auch da stimmt, dann kann ein guter Slasher mit ansprechendem Gekröse aber auch richtig Spaß machen. Allerdings gilt auch hierbei stets die persönliche Geschmackslage. Ich glaube allerdings, auch beim Slasher ist die Palette so groß, um jeden Geschmack zumindest etwas zu befriedigen. ;-)

Kleiner Nachtrag: Richtig gut fand ich z.B. den Slasher THE COLLECTOR und die Fortsetzung THE COLLECTION - THE COLLECTOR 2. Hier stimmte die Mischung zwischen Story, Atmosphäre, darstellerische Leistung und dem (wie sagen wir hier so schön dazu) Gekröse. THE COLLECTOR war zuerst ja als Prequel zur SAW-Reihe gedacht gewesen. Dann hatte man sich jedoch anders entschieden. Mit der SAW-Reihe wiederum wurde ich trotz des Gekröse nicht wirklich warm (warum auch immer).
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#12 Norbert 2019-03-19 19:16
Die COLLECTOR-Filme habe ich bis heute nicht gesehen. Muss ich wohl mal nachholen, denn sie kommen allgemein recht gut weg. Wenn ich mich aber recht entsinne, sind beide Filme für den Deutschen Markt gekürzt worden. Also muss es noch ein wenig warten. Wenn schon, denn schon ...
Oooch, das Urteil über HALLOWEEN 3 finde ich etwas ungerecht. Ich habe den gerade kürzlich noch einmal geschaut, da er von NSM in einer hübschen Edition neu aufgelegt wurde. Ich empfinde ihn als annehmbaren durchschnittlichen Grusler, bei dem ich das Zusehen nicht bereue. Sein Problem ist, dass er in Dramaturgie, filmischer Aufbereitung und Darstellung durch und durch ein Kind der 80er ist und dementsprechend heute schwer zugänglich (womit wir wieder bei den sich verändernden Sehgewohnheiten wären). Man muss dazu sagen, dass dieser Film auch gar nicht als wirkliche Fortsetzung geplant war. Er sollte der Beginn einer Filmanthologie werden, was jedoch gründlich in die Hose ging. Ein paar Jahre später wurde dieses Konzept mit den HOUSE-Filmen etwas origineller und erfolgreicher umgesetzt.
Man sollte mich übrigens nicht missverstehen. Auch wenn ich inzwischen von diesen extremen Splatter-/Gorefilmen wieder 'runter bin (man hat ja Alles schon gesehen), so bin ich doch kein Kostverächter. CHAINSAW: THE BEGINNING oder HATCHET sind großartige giftig blutige Slasher und selbst die frühen Ittenbach-Filme haben ein Flair, dem ich mich nicht entziehen kann und will.
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#13 Laurin 2019-03-20 09:04
@ Norbert:
Ja, was soll ich persönlich sagen zu HALLOWEEN 3. Ich fand ihn leider zum schnarchen ... irgendwie. Aber das ist ja auch nur meine eigene Meinung. Wer Spaß am Film hat, der soll sich ihn ruhig ansehen und sich von meiner persönlichen Meinung nun nicht verrückt machen lassen. ;-)

Die COLLECTOR-Filme sind für den deutschen Markt etwa entschärft worden. Da habe ich allerdings damals auch lieber über das Ausland zugegriffen.
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#14 Andreas Decker 2019-03-20 09:47
Ein überraschend guter Slasher ist das Remake von "My Bloody Valentine". Normalerweise meide ich ja Remakes wie die Pest, aber da war schon das Original nix Besonderes, insofern isses egal. Die beiden Supernatural-Heroen haben ja jeder im selben Jahr ein Horror-Remake gedreht, und "Dean" Jensen Ackles hat den besseren Strohhalm gezogen. Verglichen mit dem völlig missratenen Remake von "Friday the 13th" ist "My Bloody Valentine" überraschend gut und spannend gemacht. Eckles ist nicht der beste Schauspieler der Welt, aber er hat Präsenz, und die Inszenierung hat Biss.

Leider kann man sich nur die englische Fassung ansehen. Mittlerweile gehen mir die Minimalkürzungen am Allerwertesten vorbei, aber MBV ist ursprünglich hierzulande echt verstümmelt worden. Der Film ist sogar auf dem Index gelandet. Keine Ahnung, ob es da mittlerweile eine bessere Fassung gibt, aber ursprünglich hat man so gut wie jeden Mord nach der Andeutung rausgeschnitten. Kann man sich nicht ansehen. Macht den Film völlig kaputt.

Das ist auch einer dieser 3D-Filme, aber das wollen wir ihm jetzt mal nicht vorwerfen ;-)
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