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Jetzt haltet doch endlich mal die Ruhe: Von Vorverurteilungen

In (Multi-)Medias Res - Die Multimedia-KolumneJetzt haltet doch endlich mal die Ruhe
Von Vorverurteilungen

Ich weiß ja auch nicht. Nee, echt nicht. Anstatt sich darüber zu freuen, dass nach längerer Zeit das Star-Trek-Franchise wieder neues Fernsehfutter bekommt - die Picard-Serie, wohl zwei Animations-Serien und jetzt die Serie mit der Section EinundDreißig - da kommt bei manchem Fan schon jetzt die Das-wird-eh-nichts-Seite zum Vorschein. Es scheint an der Zeit für etliche Worte zum Thema Vorverurteilungen.

Und das betrifft sowohl die positive als auch die negative VorverurteilungenDer Jubel darüber, dass Picard eine neue eigene Serie bekommt liegt mir ja immer noch in den Ohren. Dabei wissen wir bis heute noch gar nicht so richtig, was da kommen wird. Schön, die Serie spielt irgendwie zwanzig Jahre nach Star-Trek-Nemesis. Es geht irgendwie um die Romulaner? Supernova und Auswirkungen? Das ist momentan alles, was wir wissen. Und was beileibe nun nicht den Enthusiasmus an sich rechtfertigt, der da durchs Fandom schwappte.

Ebenso verstehe ich nicht die zahlreichen Kommentare zum kommenden Spin-Off-Serie mit Emperor Georgiu nicht so ganz. Was wissen wir von der Serie bisher? Noch weniger als von der mit Picard. Nur, dass es eine geben wird und dass die Section EinundDreißig eine Rolle spielt. Das allein reicht aber aus um empörte und aufgeregte Kommentare a la <Das ist das Furchtbarste, was Star Trek je passieren konnte>. Ja, ich sehe dich an, Moviepilot ...

So. Wir alle atmen jetzt mal bewußt ein - ja, schön, viel Luft holen - und dann atmen wir ruhig und langsam wieder aus - puuuuhhhhh, gut so. Prima. Haben wir uns alle jetzt wieder beruhigt? Okay. Dann schauen wir uns doch einfach die Fakten an: Es gibt keinen Teaser für die kommenden neuen Serien. Noch nicht. Wer Regie führt? Keine Ahnung. Wer die Drehbücher schreibt? Keine Ahnung. Worum es genau bei beiden Serien gehen wird? Wissen wir auch nicht. Wir wissen halt nur einige wenige Details, die einfach nicht ausreichen um jetzt schon ein Urteil zu fällen. So einfach ist das.

Also so einfach könnte es sein, wenn nicht der Heiligenschein von Patrick Stewart auf der einen Seite und auf der anderen Seite die Höllenfürstin Michelle Yeoh wäre. Klar, ich mochte Patrick Stewart auch. Sehen wir mal von etlichen Gurkenfolgen der ersten Staffel ab ist Stewart halt der Chef, den man im realen Leben auch immer haben möchte: Freundlich, aber gerecht. Streng, aber nicht unnachgiebig. Kein Wunder, dass alle ihn anhimmeln. Gut, er ist auch ein beeindruckender Schauspieler, ich meine, der Mann hat bei Shakespeare-Company vor Star-Trek schon auf der Bühne gestanden. Kann man auf etlichen DVDs von Shakespeare-Verfilmungen nachsehen. Sein Polonius oder sein McBeth sind schon beeindruckend.

Von Michelle Yeoh habe ich nun vor der neuen Star-Trek-Serie nichts gesehen - aber hey, die hatte in der Pilotfilme durchaus Präsenz. Und als die später im Spiegel-Universum wieder auftauchte mochte ich auch die totale Wandlung dieses Charakters. Das muss man auch erstmal können, da reicht manchmal ein Bart halt nicht aus. Aber die neue Star-Trek-Serie hat ja bekanntermaßen alle Ideale von Star-Trek verraten, der Charakter ist auch sowas von unsympathisch und böse und überhaupt, wie kann man sich erdreisten, eine Serie mit ihr zu machen? Weil es offenbar auch Leute wie mich gibt, die den Charakter gemocht haben? Unglaublich, nicht. Wobei ich es auch gerade spannend finde, wenn man bei Star-Trek mal NICHT einen sympathischen Helden in den Mittelpunkt stellt sondern einen Antihelden. Und Charaktere können sich bei Star-Trek bekanntlich nicht entwicklen. Völlig - aus - ge - schlos - sen.

Wenn wir uns das also so ansehen beruhen die ganzen Urteile eigentlich nur auf unserer Sympathie oder Antipathie gegenüber einem Charakter. Was beileibe viel zu wenig ist, um wirklich irgendwas über eine Serie zu sagen. Gut, wenn man jetzt so einen Trailer wie den zum zweiten Spiderman-Film hat - da kann man immerhin schon mal eine Ahnung davon bekommen, wie der Film werden könnte. Dass selbst Trailer lügen können, das ist natürlich klar. Aber immerhin kann man hier schon mal festmachen, was einem gefällt oder auch nicht. Ob es wert ist sich darüber aufzuregen steht auf einem anderen Blatt. Oder ob es wert ist jetzt wieder <Fünzig Details, die ihr beim neuen Spiderman-Trailer nicht gesehen habt>-Beiträge zu verfassen... Ähm ...

Vielleicht warten wir erstmal alle ab, was da bei den Star-Trek-Serien geplant ist. Freuen wir uns doch darüber, dass neue Serien kommen - was wir der neuen Star-Trek-Serie wohl zu verdanken haben. Wir können gerne dann nochmal gemeinsam darüber diskutieren, was gefällt, was nicht gefällt, wenn wir den ersten Trailer sehen. Bis dahin streiten wir uns halt wieder über die neue Star-Trek-Serie, denn Staffel Zwei läuft ja jetzt an ...

Kommentare  

#1 VM 2019-01-18 22:46
Patrick Stewart, Michelle Yeoh, Sektion 31 ... ich glaub, ich werd irre ... das ist ja der HAMMER! Wie geil!!!! *freu*
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#2 Friedhelm 2019-01-19 19:19
Also, ob es nun ST-Animations-Serien braucht, wage ich mal zu bezweifeln. Und ich denke, eine Serie um das "Spiegel-Univerum", in der die Imperatorin eine tragende Rolle spielt, würde tatsächlich nur als Mini-Serie funktionieren - wenn überhaupt. Ach ja, und dann die "Picard-Serie" - kann mir kaum vorstellen, dass der betagte Patrick Stewart mehr als zwei Staffeln trägt. "Sektion 31", was könnte dabei schon schon anderes herauskommen als eine SF-Agenten-Serie?

Nee, ich habe vor kurzem endlich mal "Star Trek-Discovery" gesehen und war doch angenehm überrascht.

Obwohl man ja vieles daran bemängeln könnte, dass mit der Classic-Serie nicht kompatibel ist. Das fängt bei den Unformen an, geht weiter zum allgemeinen Design - und endet beim erneut, veränderten Aussehen der Klingonen.

Aber, ganz ehrlich, diese Serie hat mich geflasht - und es bleibt zu hoffen, dass es mehr als drei Staffeln gibt. Was die Charaktere betrifft, da steht für mich Sonequa Martin Green an erster Stelle - man schaut ihr gerne zu. James Isaacs' Abgang halte ich allerdings für einen Fehler - auch wenn (als besonderes Bonbon für die Fans) Christopher Pike (vorerst) als Ersatz an Bord der Discovery seinen Dienst versehen wird.

Natürlich bin ich auch auf den neuen Spock gespannt...

"St-Discovery" hätte ich mir übrigens in dieser Form auch auf der großen Leinwand, als Kinofilm, vorstellen können. Man liest ja eh inzwischen, dass die momentane "Reboot-Reihe" mit, Chris Pine in Schwierigkeiten steckt. Ich die fand die bisherigen Filme eh zu vorhersehbar...und eigentlich überflüssig
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#3 Laurin 2019-01-19 22:54
Also, Picard hatte sich irgendwie ab dem letzten ST-TNG-Kinofilm völlig totgelaufen bei mir. Bei einer ST-Animationsserie kommt mir gleich die Animationsserie von STAR WARS in den Sinn, der ich jedenfalls nichts abgewinnen konnte. Und irgendwie bin ich auch der ständigen Lobpreisung gegenüber Roddenberry überdrüssig geworden. Da reichte mir die Reboot-Kinoreihe mit Chris Pine in Sachen ST eigentlich völlig aus. Wäre mal angenehm, wenn man das Geld mal in ein paar neue SciFi-Serien stecken würde, die nichts mit STAR TREK oder STAR WARS zu tun hätten.

Und dieses ewige jammern der Uralt-Fans geht einem langsam auch auf die Kappe. Können die nicht einfach froh sein, neues aus ihrem Film- und Serien-Universum geboten zu bekommen?
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#4 Friedhelm 2019-01-19 23:33
Zitat:
Wäre mal angenehm, wenn man das Geld mal in ein paar neue SciFi-Serien stecken würde, die nichts mit STAR TREK oder STAR WARS zu tun hätten.
Obwohl ich ja ST-Fan bin, muss ich dir da zustimmen. Aber wie gesagt, von "Discovery" darf es gerne noch ein paar Staffeln geben..

Serien, die nichts mit "Star Trek" oder "Star Wars" zu tun haben? Jo, da bin ich dann ebenfalls bei dir - es dürfte dabei aber auch ruhig ein Reboot sein. Leider ist eine angedachte
Neufassung der alten, englischen Serie "Ufo" vor ein paar Jahren schon im Ansatz gescheitert - aber wie wäre es mit "The Invaders" (dtsch: "Invasion von der Vega..) - da könnte Roy Thinnes (in seiner Rolle als David Vincent) ja eine Gastrolle übernehmen.

"Thunderbirds", Gerry Andersons Puppenserie, könnte ich mir auch vorstellen - diesmal (wie in dem lauen Kinofilm von Jonathan Fraker) als Realfassung, ohne Puppen.

Und...und...und....
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#5 Laurin 2019-01-20 12:53
@ Friedhelm:
Klar, ein Reboot in Sachen (Serien) wie "UFO" wäre schon was, wo ich gleich hinsehen würde. Habe die Originalserie ja komplett auch mit den in Deutschland nie gezeigten Episoden und sehe mir die Serie immer mal wieder gerne an. THE INVADERS würde mich da auch reizen, sollte aber entschieden besser gemacht werden als die Mini-Serie von Scott Bakula aus dem Jahr 1995. Der Zweiteiler (je 90 Minuten) kam ja 1997 auf ProSieben und war eher zum abgewöhnen.

THUNDERBIRDS als Realfassung? Jo, könnte spaßig werden.
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#6 AARN MUNRO 2019-01-21 11:15
Die "Shadoks" bitte als Realserie ... :lol:
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#7 Advok 2019-01-21 18:29
Da muss ich ja mal prinzipiell widersprechen:
Natürlich sind negative Unmutäußerungen absolut angebracht!!!
Weswegen hat es so lange gedauert, bis Star Trek in der richtigen Zeitlinie sich endlich in die Zukunft vorantraut?
Immer diese Prequels, mit denen denen die Produzenten anecken müssen. Irgendjemand findet immer etwas, was beim neuen mit dem alten kollidiert.
Und gerade Star Trek bietet so viele Optionen, um auch einmal zeitlich voran zu schreiten.

Bin gespannt.

Animationsserie: Bin ich kein Freund von. Damit kann ich nichts anfangen.
Laurin: Letzer Picard-Kinofilm: Gute Handlung, gute Effekte, gute Schauspieler - und hat dennoch nicht geklappt. Zu viele Elemente, die bereits in der Serie verbraten worden sind. War schade um die Chance, die ein Kinofilm bietet.
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