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Geile Fotze! - Eine Miniatur

StoryGeile Fotze!
Eine Miniatur

Heute war ich beim Kundenberater meiner Bank. Er ist neu. Ich kenne das Büro schon von seinem Vorgänger. Er machte keinen besonders fähigen Eindruck, er schaffte es nicht, meinen Führerschein einzuscannen, aber das musste täuschen. Er ist der Filialleiter der Liesertaler Kreissparkasse in Techelsberg am Wörthersee. Hier gibt es viele reiche Leute. Eine Zeitlang tippte er etwas in seinen Computer.

 Ich sah mich in seinem Büro um. Er hat bestimmt lange gebraucht, um es neu einzurichten. Er wollte ja die richtige Mischung aus Abgrenzung und einen gewissen privaten Einblick geben finden. Jedes Foto war nicht nur ganz genau ausgesucht, sondern stand im richtigen Winkel zum Kunden, der ich nun war. Das Foto am weitesten rechts war sein Hochzeitsfoto. Mein Kundenberater sah auch nicht viel anders aus als jetzt. Da sagte ich laut: „Geile Fotze!“ Er sah mich entgeistert an. „Wie bitte?“, fragte er. „Na, sie“, ich deutete mit dem rechten Daumen hin, „Ihre Alte.“ Am liebsten hätte er mir nun sicherlich den Schädel gespaltet oder ähnliches, doch was sollte er tun? Warf er mich hinaus, hätte er Ärger mit seinem Chef gekriegt. Er brauchte den Job aber garantiert, denn seine Angetraute machte einen anspruchsvollen Eindruck. Ich überlegte noch, ob ich etwas nachlegen sollte, in der Art von: „Fickt sie nur mit Ihnen oder auch mit anderen?“, doch ich ließ es bleiben. Zum Abschied dann reichte er mir seine verschwitzte Hand.

Herzlichen Glückwunsch zum 35. Hochzeitstag


Zum Autor

Bright Angel (Pseudonym) wurde Mitte der 1960er Jahre in Kärnten geboren. Er ist ein unsteter Geist und ein rollender Stein. Er schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele und fotografiert. Er veröffentlichte Lyrik, Kurzprosa und Fotos in Zeitschriften und Anthologien und bei „Erozuna“, „Zukunftia“, „Gangway“ und „zugetextet.com“ im Internet.

Veröffentlichungen:

  • Gedichte in „Driesch“, Nr. 5  im Jahr 2011.
  • Kurzgeschichte in „Brückenschlag“, Band 27 im Jahr 2011.
  • Kurzgeschichte in „TrokkenPresse“, Nr. 5 im Jahr 2011.
  • Prosatext in „TrokkenPresse“, Nr. 2 im Jahr 2012.
  • Gedichte in und Gedicht auf „Brückenschlag“, Band 28 im Jahr 2012.
  • Miniaturen in „WORTSCHAU“, Nr. 17 im November des Jahres 2012.
  • Gedichte in „Spring ins Feld“, 13. Ausgabe, Dezember des Jahres 2012.
  • Kurzgeschichte in „Brückenschlag“, Band 29 im Jahr 2013.
  • Prosatext in „TrokkenPresse“, Nr. 3 im Jahr 2013.
  • Gedicht in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 59, 09/2013.
  • Kurzgeschichte in der Anthologie „Mein heimliches Auge, Das Jahrbuch der Erotik XXVIII“ vom konkursbuch Verlag
  • Claudia Gehrke im Jahr 2013.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 60, 12/2013.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 61, 04/2014.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 62, 08/2014.
  • Kurzgeschichte und Gedicht in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 63, 11/2014.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 64, 04/2015.
  • Kurzgeschichte und Gedicht in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 67, 04/2016.

Kommentare  

#16 Friedhelm 2019-08-01 19:35
Aber nu muss ich doch noch mal:

Zitat:
selbst wenn der Text einen anderen Verlauf gehabt hätte, hätte man sich wohl schon an der Überschrift mit den Wörtern "Geile Fotze" hochgezogen und einen auf pikiert gemacht.
"einen auf pikiert gemacht..." Aber bitte jetzt "Bright Angel" nicht zum genialen, missverstandenen Poeten hochloben. Was er ist - oder was er sein will, verschliesst sich mir leider. Das soll allerdings nichts heissen, da ich wahrscheinlich nicht klug genug bin, um das zu ergründen. :o

Nun kennt man mich zwar auch nicht gerade als besonders tiefgründigen Schreiberling - aber ich bin dann doch eher bei 'Heiko Langhans' und 'Myxin..Wer in solchen Texten unbedingt einen künstlerischen Sinn sehen will....na gut - es gibt ja immer wieder Sichtweisen, mit denen andere so gar nicht konform gehen. Aber, es existiert eben auch noch so etwas wie feinsinniger Geschmack - und der ist hier eben nicht gegeben. :-x

So, und jetzt sage ich "Tschüss", gehe in mich und harre der Dinge, die da kommen werden. :-?
Zitieren
#17 R. Windeler 2019-08-01 20:06
Abgesehen von der Geschmacklosigkeit des Textes fallen mir auch andere Dinge auf: Weshalb sollte ein Banker den Führerschein eines Kunden einscannen wollen (der bekanntlich – wohl auch in Österreich, oder? – kein Ausweispapier ist)? Und welcher Mensch zeigt mit dem rechten Daumen auf etwas? (Versucht es einfach einmal selbst…)
Wegen solcher Texte gibt es in Verlagen ein Lektorat. Hier sieht man, was heraus kommt, wenn „ungefiltert“ publiziert wird.
Übrigens: Da ich mich in Österreich nicht auskenne, hatte ich Krumpendorf für einen erfundenen Ortsnamen gehalten. Da es diesen Ort aber tatsächlich gibt und dort auch eine Filiale der Kärntner Sparkasse ansässig ist, bezieht sich der Text in Bezug auf den Filialleiter (ob nun jung oder alt, verheiratet, verwitwet oder ledig) letztlich auf eine reale Person. Damit werden aber die Grenzen zulässiger Fiktion weit überschritten. Es wäre spannend, wenn der Zauberspiegel Leser am Wörthersee hätte…
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#18 Myxin der Magier 2019-08-02 08:58
zitiere VM:
Einige Kritiken sind derart unangemessen, dass ich mich da auch nicht äußern würde.
Im Übrigen ist es ein Unterschied, ob der Autor eines Sachtextes eine Erläuterung abgibt oder man es mit Dichtkunst zu tun hat. Bei letzterer sollten sich die Leser eben selber Gedanken machen.

zu #5
Ist es für dich oder Manfred Rückert auch "ein Schlag in die Fresse", wenn Jason Darks "qualitätsloser Mist" veröffentlicht wird?
(Wobei ich die Beiträge von Bright Angel als deutlich höherwertig erachte als jeden Dark-Roman der letzten Jahre.)


Wenn du Manfreds Meinung hören willst, dann musst du ihn selber fragen.
Wenn du Jason Darks Romane hiermit vergleichst, dann musst du die Romane vielleicht einfach mal als Dichtkunst lesen ...

Diesen Beitrag von Bright Angel scheinst du ja als solche zu verstehen. Dann wäre ich auf deine fundierte Kritik gespannt. Was ist toll an einer Handvoll Zeilen, die wahrscheinlich jeder Zweite mit 14,15 Jahren schon mal so ähnlich in ein Heft geschmiert hat?

Die Leser sollen sich Gedanken machen? Hab ich. Und wie man sieht, scheinen einige Leute die zu teilen. Nicht nur zu diesem Beitrag, sondern auch schon zu anderen von BA.

Wenn dir solche Beiträge gefallen, viel Spaß damit.

Ansonsten teile ich Friedhelms Frage, auch wenn ich es nicht unbedingt "Weitsicht" nennen würde. Aber wenn man was zu Papier bringt, dann denkt man sich normalerweise etwas dabei. Oder ist es Kunst um der Kunst willen? Dann kann es immer noch jeder schlecht finden und braucht sich nicht mal Gedanken über die Hintergründe zu machen. Aber wir werden es wahrscheinlich nie erfahren, denn BA äußert sich nicht. Von daher alles Spekulation. Und auch damit allen viel Spaß. ;-)
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#19 Laurin 2019-08-02 16:18
Zitat Friedhelm:
"Aber bitte jetzt "Bright Angel" nicht zum genialen, missverstandenen Poeten hochloben. Was er ist - oder was er sein will, verschliesst sich mir leider."
Nichts würde mir ferner liegen, als BA zu einem genialen Poeten hochloben zu wollen. Selbst mir sagt nicht alles etwas, was er so hier so veröffentlicht hat und nicht alles halte ich für interessant. Aber ich sehe auch keinen tieferen Sinn darin, mich hierüber jedes mal aufzuregen und dann bei jedem Beitrag von BA wie ein aufgebrachter Spatz in den Ventilator zu fliegen. ;-)
Schließlich ist ja auch niemand dazu gezwungen BA's Beiträge nun unbedingt zu lesen.

Zitat R. Windeler:
"Übrigens: Da ich mich in Österreich nicht auskenne, hatte ich Krumpendorf für einen erfundenen Ortsnamen gehalten. Da es diesen Ort aber tatsächlich gibt und dort auch eine Filiale der Kärntner Sparkasse ansässig ist, bezieht sich der Text in Bezug auf den Filialleiter (ob nun jung oder alt, verheiratet, verwitwet oder ledig) letztlich auf eine reale Person. Damit werden aber die Grenzen zulässiger Fiktion weit überschritten."
Also nehmen wir mal an, du lässt eine Geschichte in Manhattan spielen und gibst dann dort einer fiktiven Figur den Namen Dan Williams. Und dann stellt sich vielleicht heraus, das es in Manhattan wirklich einen Dan Williams gibt (egal ob jung oder alt, verheiratet, verwitwet oder ledig). Dann müsstest du ja quasi auch die Grenze zulässiger Fiktion überschritten haben. Ich gehe zwar mit dir konform, das es sich schon etwas blöde anhört, wenn jemand mit dem rechten Daumen auf einen zeigt, aber ansonsten schießt du da etwas über das Ziel hinaus. Das ist genauso ein Sturm im Wasserglas, wie die Aussage, man könne ja mal den Link an die Sparkasse in Techelsberg (oder Krumpendorf oder wo auch immer) schicken, weil es dort mit Sicherheit einen Kundenberater bzw. einen Filialleiter gibt. Ich schätze mal, genau die haben wichtigeres zu tun als sich nun mit so etwas auseinanderzusetzen.

Also unter dem Strich bleibt nur, das ich die Beiträge von BA interessant finden kann, oder auch nicht (oder mal Ja und mal Nein), und es liegt schlicht an jedem selber, ob er diese nun liest oder nicht. Man kann auch die Frage stellen, was dies oder jenes bedeutet, wenn man den Sinn hinter dem geschriebenen nicht versteht und auch sagen, das es ärgerlich ist, wenn BA sich dann nicht äußert. Aber was der Zauberspiegel nun veröffentlicht oder nicht, liegt im Ermessen des Herausgebers und nicht bei den Lesern. Ist halt wie bei der BILD-Zeitung, die überschreitet auch im Dauerzustand die Grenzen von politisch neutralem Journalismus, ohne hierfür erst bei den Lesern um Erlaubnis zu fragen.

Also was lernen wir daraus: Ich kann etwas nicht mögen und darf es auch als schlecht empfinden und trotzdem muss ich aus einer Mücke nicht gleich einen Elefanten machen. :-*
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#20 Friedhelm 2019-08-02 17:01
Hätte ich jetzt nur nicht reingeschaut... :-*...na denne... :cry:

Zitat:
Schließlich ist ja auch niemand dazu gezwungen BA's Beiträge nun unbedingt zu lesen.
Ich würde dir da schon zustimmen, aber du weisst ja sicher auch wie das so abläuft. Es geht dabei auch um eine gewisse Neugier, die dann doch befriedigt sein will. Letztendlich ist man dann selber schuld, wenn das gelesene sauer aufstößt...(ich denke, genau das würdest du jetzt antworten.... ;-)...

So weit...so schlecht....aber....

Zitat:
Ich kann etwas nicht mögen und darf es auch als schlecht empfinden und trotzdem muss ich aus einer Mücke nicht gleich einen Elefanten machen.
Nu ja, es wäre ja alles tutti, wenn "B.A."sich einfach mal erklären würde . Okay, auch dass kann er halten wie er will...(auch hier nehme ich deine Antwort mal vorweg :P )

Allerdings, ob man es sich mit der besagten "Mücke und dem Elefanten" so einfach machen kann, das ist wieder eine ganz andere Frage, auf die hier aber wahrscheinlich ebenfalls keine zufriedenstellende Antwort kommen wird.

Das nur noch dazu - wir sollten uns nun tatsächlich erfreulicheren Dingen zuwenden. (Zumindest da sind wir sicherlich einer Meinung.. ;-) :-) )

Für mich ist der "Drops gelutscht.."
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#21 Laurin 2019-08-02 20:15
Zitat Friedhelm:
"Ich würde dir da schon zustimmen, aber du weisst ja sicher auch wie das so abläuft. Es geht dabei auch um eine gewisse Neugier, die dann doch befriedigt sein will. Letztendlich ist man dann selber schuld, wenn das gelesene sauer aufstößt...(ich denke, genau das würdest du jetzt antworten.... ;-)..."
Na, du kennst mich ja schon recht gut. :lol:

Und was die Neugierde angeht, da hatte ich mich in den Jahren beim lesen mancher Artikel auch schon mal dezent zurückhalten können. Man ist ja schließlich nicht masochistisch veranlagt. ;-)
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#22 Des Romero 2019-08-04 11:25
Polyamorie ist nichts für mich. Und wahrscheinlich auch nicht für den Kundenberater der Bank. Ein guter Grund, die letzte Frage zurückzuhalten, um keine Zweifel aufkommen zu lassen ...
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