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Tanz der Hexen - Meine Stiefmutter ist eine Hexe

Tanz der Hexen

Meine Stiefmutter ist eine Hexe

 

Im Jahr 1988 verließ Horrorregisseur Larry Cohen (1936-2019) sein ihm angetrautes Genre zumindest teilweise, um mit der Hollywood-Legende Bette Davis (1908-1989) eine Horrorkomödie zu realisieren. „Tanz der Hexen“ stand von Anfang an unter keinem guten Stern und floppte schließlich auch an den Kinokassen. Davis‘ letzter Leinwandauftritt ist ab dem 28. Mai von Pidax nun zum ersten Mal auf DVD zu bekommen.

Larry Cohen hat von den 1970er bis in die 1990er Jahre 20 Filme für Film und Fernsehen inszeniert, seine Credits als Drehbuchautor überschreiten sogar mehr als 80 Titel. Am bekanntesten ist sicherlich sein 1974 gestarteter Kinofilm „Die Wiege des Bösen“ (im Original: „It’s Alive“), der es bis 1987 auf zwei Fortsetzungen brachte, die ebenfalls noch von Cohen inszeniert wurden. Die Geschichte um ein Monster-Baby, das immer dann Menschen umbringt, wenn es in Angst versetzt wird, traf seinerzeit offensichtlich einen Nerv, denn auch William Friedkins „Der Exorzist“ (1973) und Richard Donners „Das Omen“ (1976) rückten in derselben Ära Kinder in den Mittelpunkt, die besessen oder abgrundtief böse waren. Die meisten anderen Filme Cohens boten lediglich durchschnittliche Gruselunterhaltung, man denke beispielsweise an seine eher maue Fortschreibung der Stephen-King-Geschichte „Brennen muss Salem“ in seinem ebenfalls 1987 entstandenen „Salem II – Die Rückkehr“. Einer seiner sicherlich gelungensten Filme war außerdem einer seiner letzten, der 1990 erschienene „Ambulance“ mit Eric Roberts und James Earl Jones. Zwei Jahre zuvor hatte er mit der zweifachen Oscar-Preisträgerin Bette Davis „Tanz der Hexen“ gedreht. Die ohnehin als schwierig bekannte Diva verachtete das für ihre Ansprüche lausige Drehbuch und verließ den Set bereits nach einer Woche – weswegen Cohen gezwungen war, das Drehbuch gehörig umzuschreiben, um am Ende noch einen ganzen Film zustande zu bekommen. So merkt auch ein Laie, dass die Verlagerung der Handlung auf Barbara Carrera aus der Not heraus geboren war.

Als Jenny (Colleen Camp) und Steve Miller (David Rasche) aus dem Urlaub nach Hause kommen, überrascht sie der im gemeinsamen Haus wohnende Vater Jennys, Sam (Lionel Stander), mit einer ungeheuerlichen Neuigkeit. Er hat mittlerweile wieder geheiratet, und Miranda (Bette Davis) ist auch schon bei ihm eingezogen. Die schrullige alte Dame ist Kettenraucherin, isst Fleisch in rauen Mengen und hält sich eine Katze als Haustier. Jenny kann das alles kaum fassen, weil sie Raucher hasst, rein vegetarisch lebt und eine Katzenhaarallergie hat! Ihr Alltag wird durch Miranda von Grund auf umgekrempelt. Auch Sam hat sich schon sehr verändert. Er sitzt den ganzen Tag vor dem Fernsehgerät und schaut sich Quizshows an, obwohl er diese früher verabscheute. Und auf seiner Glatze beginnen langsam wieder Haare zu sprießen. Jenny möchte die Situation nicht akzeptieren und engagiert mit Nat Pringle (Richard Moll) einen Privatdetektiv, der Nachforschungen zu Miranda anstellen soll. Auch Lieutenant MacIntosh (Tom Bosley) ist der Greisin durch mehrere Bundesstaaten auf der Spur, da er vermutet, dass es sich bei Miranda um eine Hexe handelt, die die Familien ausnutzt, bei denen sie unterkommt – und sie am Ende mitunter auf Spielzeugfigurengröße schrumpfen lässt. Eines Tages steht mit der aufreizenden Priscilla (Barbara Carrera) eine Sexbombe in der Tür, die den Männern im Haus gehörig den Kopf verdreht. Priscilla behauptet, die Tochter Mirandas zu sein, die aber ihrerseits plötzlich spurlos verschwunden ist.

„Tanz der Hexen“ ist der hoffnungslos in die Hosen gegangene Versuch einer Parodie auf moderne Gruselfilme. Dass Bette Davis nicht für die gesamten Dreharbeiten zur Verfügung stand, wird an zahlreichen Logikfehlern offensichtlich. Der unsäglich alberne Humor kann da auch nichts mehr retten. Leise Komikmomente sind nämlich die Ausnahme, wenn man beispielsweise auf dem Schreibtisch Fringles den Malteser-Falken stehen sieht oder durch Fotos ersichtlich wird, dass Jennys Mutter Joan Crawford war (die zeitlebens erbittertste Feindin von Bette Davis). Dieser Film ist wohl der Beweis, dass Larry Cohen zwar ein guter Horrorautor und –regisseur war, vom Komödienfach allerdings besser seine Finger gelassen hätte. Auch die Trickeffekte sind hier eher mäßig, die Rückprojektionen allzu deutlich als solche erkennbar. Da der Film in den USA floppte, kam er hierzulande nur auf Video heraus und leidet deswegen zusätzlich unter einer furchtbar schlechten deutschen Synchronisation. Bei Pidax erscheint nun die deutsche DVD-Erstveröffentlichung dieses legendären Trashfilms. Das Bild (im Widescreen-Format 1,85:1) ist okay, aber nicht sonderlich scharf. Der Ton (Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0 Stereo) ist soweit in Ordnung. Extras sind keine mit aufgespielt worden. Obwohl der Film in dieser Schnittfassung bereits 1989 ungekürzt ab 12 Jahren freigegeben wurde, prangt auf dem Cover nun das „FSK 16“-Logo.

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