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Leben im Schnelldurchlauf - »Old«

OldLeben im Schnelldurchlauf
»Old«

Mit seinem dritten Film „The Sixth Sense“ gelang dem indischen Filmemacher M. Night Shyamalan 1999 der Durchbruch in Hollywood. Seitdem hat er sich auf mysteriöse Horrorstories eingeschossen und auch mit Filmen wie „Unbreakable – Unzerbrechlich“, „Das Mädchen aus dem Wasser“ oder „Split“ Erfolge verbuchen können. Sein neuester Film, der nun fürs Heimkino erhältlich ist, trägt den Titel „Old“ und basiert auf einer Graphic Novel.

OldDass M. Night Shyamalan ein Faible für Comics hat, konnte man schon anhand seiner „Eastrail 177“-Trilogie erkennen, die aus den Filmen „Unbreakable – Unzerbrechlich“, „Split“ und „Glass“ besteht, denn einige der wiederkehrenden Protagonisten dieser Reihe haben Charaktereigenschaften, die denen von Superhelden nicht unähnlich sind. Nun hat der Filmemacher sich in „Old“ dezidiert einer Comicvorlage angenommen, genauer gesagt einer „Graphic Novel“, dem anspruchsvolleren und oftmals auch brutaleren Genreableger, der insbesondere von Erwachsenen goutiert wird. Shyamalans Inspirationsquelle war hier die von Pierre-Oscar Lévy und Frederik Peeters kreierte Graphic Novel „Sandburg“, die erstmals 2011 erschien. Obwohl sich der Filmemacher in weiten Teilen, Figuren und Abläufen an die literarische Vorlage gehalten hat, hat er doch auch ganz wesentliche Elemente selbst ergänzt. Insbesondere die finale Auflösung, die an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll, gibt es in dieser Form in der Vorlage nicht. Dass sich Shyamalans hinzugedichtete Ideen aber sehr gut in das Gesamtkonzept einfügen und den Zuschauern somit ein „richtiges“ Ende präsentieren, rechtfertigt diesen Eingriff in das Konstrukt des gezeichneten Originals.

OldGuy (Gael García Bernal) will mit seiner Frau Prisca (Vicky Krieps) und den halbwüchsigen Kindern Trent (Nolan River) und Maddox (Alexa Swinton) einen Urlaub im traumhaften Ananika Resort auf einer karibischen Insel verbringen. Sie werden nach Strich und Faden verwöhnt und erhalten vom Resortmanager (Gustaf Hammarsten) schließlich den Tipp, an einen Tag an einem abgelegenen, naturbelassenen Strand zu verbringen. Auch einige andere Hotelgäste sind mit dabei, Jarin (Ken Leung) und seine Partnerin Patricia (Nikki Amuka-Bird), der Arzt Charles (Rufus Sewell) mit Frau Chrystal (Abbey Lee), Tochter Kara und Mutter Agnes (Kathleen Chalfant). Am Strand selbst treffen sie auf den Rapper „Mid-Sized Sedan“ (Aaron Pierre), der aus der Nase blutet und traumatisiert scheint. Kurze Zeit später entdecken sie im Wasser die Leiche einer jungen Frau. Anfänglich verdächtigen die Urlauber den Rapper, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein. Doch es dauert nicht lange, bis sie merken, dass an diesem Strand etwas grundsätzlich nicht stimmt. Sie erkennen das zunächst an den Kindern, weil es bei ihnen am augenfälligsten ist – alle altern hier binnen einer halben Stunde um ein Lebensjahr…

OldM. Night Shyamalan hat mittlerweile genügend Erfahrung im Inszenieren mysteriöser Stoffe, dass er sein Publikum auch hier wieder sehr schnell fest im Griff hat. Die Geschichte ist rätselhaft und bleibt über die gesamte Spielzeit spannend und kurzweilig. Auch, wenn sich im Verhalten der Menschen in einer Katastrophensituation einige Stereotypen einschleichen, sind ihre Aktionen größtenteils nachvollziehbar und plausibel. Filmisch arbeitet Shyamalan mit etlichen Draufsichten aus der Vogelperspektive, die sich auch thematisch gut in die Story einfügen und der Handlung am Ende sogar eine ironische Komponente hinzufügen. Für Mystery-Fans eine lohnenswerte Angelegenheit. Die BluRay-Erstveröffentlichung bietet ein exzellentes Bild (im Widescreen-Format 2,39:1) und einen ebensolchen Ton, der erfreulicherweise sowohl in der deutschen Synchronfassung als auch in der englischen Originalversion in Dolby Atmos (TrueHD 7.1) vorliegt, optional mit deutschen und englischen Untertiteln. Die Extras umfassen zehn unveröffentlichte Szenen (zusammen 8 Minuten), und die Specials „Familienunternehmen Shyamalan“ (8 Min.), „Der ganze Strand ist eine Bühne“ (10 Min.), „Albtraum im Paradies“ (7 Min.), und „Eine Familie im Moment“ (6 Min.).


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