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Frühe MAZ-Spielereien - »Das feuerrote Spielmobil - Märchenbox«

Das feuerrote Spielmobil - MärchenboxFrühe MAZ-Spielereien
»Das feuerrote Spielmobil - Märchenbox«

Auf insgesamt fast 200 halbstündige Episoden brachte es die beliebte deutsche Kinderserie „Das feuerrote Spielmobil“ in den Jahren 1972 bis 1981. Die Protagonisten und Besitzer des Titel gebenden roten Busses wechselten im Lauf der Jahre immer mal wieder. Nun sind in der Edition „Pidax Serien-Klassiker“ auf drei DVDs in einer „Märchenbox“ insgesamt siebzehn Folgen erschienen, die ausschließlich auf Märchen aus den Sammlungen der Brüder Grimm basieren.

Das feuerrote Spielmobil - MärchenboxÄhnlich wie bei der deutschen Variante der „Sesamstraße“ oder bei der „Sendung mit der Maus“ diente der Titel „Das feuerrote Spielmobil“ über die Jahre als Kernmarke eines Sendeformats, das die unterschiedlichsten Inhalte an junge Fernsehzuschauer vermittelte. Zu Beginn wollten die Macher die Fantasie der Kinder anregen und Tipps zum sozialen Umgang lehren. In den Folgen mit dem Untertitel „Das Haus mit der Nummer 30“ standen die Bewohner eines alternativen Apartmenthauses im Mittelpunkt der Spielhandlungen. In dieser DVD-Erstveröffentlichung hat man nun die Märchenfolgen des „Feuerroten Spielmobils“ versammelt, deren Roter Faden in der Moderation durch die beiden Freunde Frank (Wolfgang Jansen) und Frei (Frithjof Vierock) liegt. Die beiden reisen zu Beginn jeder Folge mit dem Feuerroten Spielmobil an und erzählen den Zuschauern dann im Anschluss ein mal mehr, mal weniger bekanntes Märchen, das dann in inszeniertem Spiel nachgestellt wird.

Das feuerrote Spielmobil - MärchenboxDas Besondere an der Inszenierung war der Einsatz der 1975/76 noch recht neuen MAZ-Technik. Die Schauspieler wurden vor einer Bluescreen gefilmt, das Ergebnis dann vor gemalte Hintergründe kopiert, was dem Gesamtergebnis einen sehr surrealen, aber deswegen gut zu den Märchenstoffen passenden Rahmen gab. Einige der großen Grimm-Klassiker wurden für die Serie adaptiert, von einer eher satirisch angehauchten „Spottspiel“-Variante von „Rotkäppchen“ über „Schneewittchen“ und „Rumpelstilzchen“ bis hin zu „Das tapfere Schneiderlein“. Aber auch einige etwas weniger bekannte Stoffe sind mit dabei, so z.B. „Der alte Sultan“, „Der Geist im Glas“ oder „Simeliberg“. Die ersten vier Folgen bestehen aus jeweils zwei Folgen, in denen zunächst das Märchen nachgespielt wird, um dann in der zweiten Folge als Grundlage für „Gedankenspiele“ zu dienen. Das wirkt heute allzu pädagogisch und ist aufgrund zahlreicher Redundanzen auch ziemlich dröge.

Das feuerrote Spielmobil - MärchenboxAm unterhaltsamsten sind auch heute noch diejenigen Zweiteiler geraten („Das tapfere Schneiderlein“, „Das blaue Licht“, „Sechse kommen durch die Welt“), die in zweimal dreißig Minuten genügend Stoff zu erzählen haben, dass es nicht langweilig wird. Gleichwohl ist der insgesamt doch recht behäbige Inszenierungsstil und das eher gemächliche Tempo ziemlich veraltet, weswegen die Märchen heutzutage wohl am ehesten noch nostalgische Erwachsene mit sentimentalen Kindheitserinnerungen begeistern dürften als die Kindergeneration unserer Zeit. Immerhin ist die vom Bayerischen Rundfunk produzierte Reihe auch in den Gastauftritten mit renommierten Darstellern besetzt. Mehrfach zum Einsatz kommen beispielsweise Georg Lehn und Franziska Stömmer, in Episodenrollen sind auch mal Walter Sedlmayr, Helmut Fischer, Elke Aberle oder Maria Stadler mit von der Partie. In technischer Hinsicht ist die Veröffentlichung ebenfalls in Ordnung, das Bild (im Vollbildformat 4:3) weißt nur selten MAZ-Artefakte auf, und auch der Ton (Deutsch in Dolby Digital 2.0) ist stets gut verständlich. Bonusmaterial ist keines vorhanden.

Kommentare  

#1 Thomas Mühlbauer 2019-12-09 08:32
Erinnern kann ich mich vor allem an "Das blaue Licht". Und ich hoffe sehr, dass auch noch Philipp Sonntag und sein Traummobil erscheinen werden (Der Vielfraß, Der Buh-Mann), obwohl manche Folgen eigentlich recht unheimlich/grausig waren.
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