Terra Astra 314 Time Squad 3 - Die Zeitpiraten
Peter Terrids Time-Squad
Terra Astra Band 314 "Die Zeitpiraten"
wir schreiben das Jahr 2378. im HQ der Time-Squad hat man herausgefunden, dass der Gegner einen weiteren Stützpunkt in der Vergangenheit angelegt hat, nämlich in der Karibik. also wird ein Kommando auf dem offenen Meer abgesetzt, um ohne Verdacht zu erregen in Port Royal einlaufen zu können. die Besonderheit diesmal - es wird nicht der Geist der Zeitagenten in die Vergangenheit versetzt, sondern der ganze Körper, mitsamt einem zeitgenössischen Segler! da ja die Zeit-Schwadron selbst noch nicht über die Technologie verfügt, die Menschen auch wieder in die Gegenwart zurückzuversetzen, lautet der Auftrag, sich der offenbar in Port Royal befindlichen Zeitmaschine zu bemächtigen. so eine Fregatte mit drei Masten und zwei Geschützdecks schippert nicht von alleine, es wird daher ein Team von 60 Personen in den Einsatz geschickt. sollte das Team keinen Erfolg haben, lautet der Auftrag, sich nach Sidney, in die Botany Bay abzusetzen.
die Entsendung der NECHO, so wurde das Schiff in Anspielung auf den gleichnamigen, seefahrenden Pharao getauft, gelingt, doch landet unser Team mitten in einem Sturm. unser Erzähler wird jetzt im wahrsten Wortsinne arg durchgebeutelt. nass aber lebendig erreichen sie ruhigere Wasser, nur um prompt von dem englischen Linienschiff DUKE OF EXETER angegriffen zu werden - denn sie haben ja ihrer Legende gemäß die Piratenflagge gehisst. als Ablenkungsmanöver lässt man Beiboote zu Wasser, in der Hoffnung, der Engländer würde sich der ausgesetzten "Gefangenen" der Piraten annehmen und von der weiteren Verfolgung der NECHO absehen. das gelingt nur zum Teil, tatsächlich übernimmt ein englisches Kommando unter einem 17jährigen Fähnrich die Beiboote, doch der Engländer verfolgt unser Time-Squad-Schiff weiterhin gnadenlos.
der Teil unseres Teams unter Leitung von Tovar Bistarc übernimmt im Handstreich die Barkasse von den Engländern, Beiboote der NECHO mit dem Rest der Besatzung tauchen auf, das Schiff selbst wurde von der DUKE OF EXETER gestellt und zerstört. nach einer Weile taucht der Engländer als Gespensterschiff auf, eingehüllt in blaues Licht, das unsere Freunde rasch identifizieren können - niemand anderer als der Zauberer Valcarcel steuert das Schiff durch Magie! Besatzung ist keine mehr an Bord, die Zeitagenten sprengen den Liner in die Luft, und steuern mit ihren Barkassen Port Royal an.
dort geben sie sich als Piraten aus, die Engländer entlassen sie in ihre Freiheit, bis auf den Fähnrich, der sich den Zeit-Schwadron-Leuten anschließt. die Zeitagenten überfallen den Stützpunkt von Valcarcel, und überwältigen dazu einen Trupp Kampftaucher. wie schon in anderen Konstellationen wurden auch hier die gefangene Besatzung der DUKE OF EXETER einfach in das Team des Zauberers Valcarcel eingegliedert, geschanghait, sozusagen. im Hintergrund beginnt bereits das Erdbeben, bei dem die Stadt untergehen wird... bei der Konfrontation mit Valcarcel selbst ist dann Ende Gelände, er ist immun gegen alle Waffen, und unser Team kommt unter die mentale Knute des Zauberers. der führt Tovar durch eine Halle voller steinerner Statuen, die Dämonen und Götzen darstellen. mittels einer Art Voodoopuppe beginnt Valcarcel Tovar zu foltern, der kann dem Zauberer seine Waffe an den Kopf schleudern, wodurch der mentale Bann bricht. Valcarcel verwandelt sich ebenfalls in eine Art steinerne Puppe, der Versuch, ihn mit der Zeitmaschine in die Gegenwart zu befördern, misslingt. unser Team hingegen landet wohlbehalten und vollzählig im Hauptquartier der Zeitschwadron, wobei unsere Humanisten natürlich nicht darauf vergessen, die bewusstlosen Kampftaucher mitzunehmen. und alles gerade noch rechtzeitig vor der Vernichtung der Stadt...
gleich vorweg: der Roman hat mir wieder Riesenspass gemacht. Peter Terrids Art zu schreiben gefällt mir ausnehmend gut. in jedes Heft packt er eine Unmenge an Wissen, aber leichtfüßig und elegant, ohne erhobenen Zeigefinger.
"Der Besan war lateingetakelt, was dem Schiff ein höchst befremdliches Aussehen gab". ja lieber Peter, wenn du das sagst... ich lerne hier mehr Seemannsbegriffe als in meinem ganzen Leben zuvor, LOL.
"Ich wusste nicht einmal, was der genaue Unterschied zwischen Piraten, Freibeutern, Korsaren, Buccaneers, Filibustern und anderen war." ich glaub dir kein Wort, lieber Peter, ganz bestimmt weißt du das... aber gut, du lässt das ja auch deinen Hauptprotagonisten Tovar Bistarc sagen, nochmal LOL.
der Autor flicht immer wieder erfundene Ereignisse aus der fiktiven Vergangenheit ein, wir befinden uns ja im 24. Jahrhundert. so schildert er zB Australien als von der anderen Welt völlig abgeschottet, keiner kommt rauf auf diesen Kontinent, keiner kommt weg von da, Spione werden auf humane Art abgewehrt, also nicht verschleppt oder getötet.
dabei kommt aber die Action nicht zu kurz, Kampfhandlungen sind lebendig und dosiert brutal, und weit entfernt von überdeutlich geschilderten Blut-und-Beuschel-Szenen. wobei ich grundsätzlich nichts gegen harten Splatter habe, aber das passt nicht in das Genre des Heftromans, und mensch muss ja auch das Erscheinungsjahr, 1977, beachten.
die Geschichten bleiben also trotz aller vermittelter Sachkunde vor allem klassische Abenteuerromane. dazu gehören Kunstgriffe wie das Datum der Handlung - wir schreiben Anfang Juni 1692, am 7. diesen Monats versank der im wahrsten Sinne auf Sand gebaute Teil der Stadt Port Royal infolge eines Erdbebens im Meer. wie sagte schon Hitchcock - zeig dem Publikum, dass eine Bombe unter dem Tisch liegt, und die Spannung wird unerträglich...
die einzige Ungereimtheit liegt für mich in der Botany Bay, die liegt ja in Australien, dort will die Time-Squad in der Vergangenheit eine Zeitmaschine installieren, um gegebenenfalls das Team wieder zurückholen zu können. ein gewaltiges Unterfangen, benötigt man doch die Energie eines Kernreaktors zum Betrieb der Maschine selbst. warum baut die Zeitschwadron also nicht gleich einen solchen Stützpunkt in der Vergangenheit auf, so wie es auch der Gegner Valcarcel tut?
was mir auch nicht so ganz einleuchtet, ist der Ausgang der Konfrontation mit dem Zauberer. da steht unser Held Tovar unter der mentalen Kontrolle Valcarcels, und wird darüber hinaus noch von ihm gefoltert, und er schafft es trotzdem, ihm sein Lasergewehr so an den Kopf zu knallen, dass er davon ohnmächtig wird?
bringt zwei Rezensionen von Hermann Urbanek, einem Fan-Urgestein der österr. Science-Fiction-Szene, oder, wie ihn die fantastische Villa Fantastica nennt, ein "bedeutender Bibliophiler und Genre-Experte". er hat u.a. seine Perry-Rhodan-Silberband-Bestände an den ebenfalls aus Österreich stammenden Thrillerautor Andreas Gruber weitergegeben, der die Bücher jetzt regelmäßig in der SOL, dem Mitgliedermagazin der Perry Rhodan-FanZentrale bespricht. ich selbst darf Hermann heutzutage noch ab und zu an diversen SF-Stammtischen in Wien begegnen.
Werbung für andere Verlagsprodukte,
- die Romanreihe Seewölfe (1975-1990),
- die noch langlebigere Krimireihe Kommissar X (1959-1992),
- und natürlich die Ankündigung der vierten (!) Auflage von Perry Rhodan
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