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Terra Astra 282 Time Squad 1 - Die Zeitschwadron

Rainers Leselisten

Peter Terrids Time-Squad

Terra Astra Band 282 "Die Zeitschwadron"

neues Jahr, neue Leselisten!

"Die Zeitschwadron" heißt der erste von 21 Science-Fiction Heftromanen von Peter Terrid (Wolfpeter Ritter), aber schon hier heißt es im Untertitel "Ein Abenteuer der TIME-SQUAD", und unter diesem Begriff sind diese Abenteuer, die als Subserie der Reihe TERRA ASTRA zwischen 1977 und 1985 im Moewig-Verlag erschienen sind, auch heute noch bekannt.

Peter Terrids TIME-SQUAD hat ein durchaus SF-typisches Thema, Zeitreisen, interessant auch, wie sie hier eingesetzt werden - nämlich von der titelgebenden Zeit-Schwadron, eine Sondereinheit der Polizei. vorgeblich perfekte Straftaten, wo Zeugen, Beweise, Opfer fehlen, sollen durch Beobachten aufgeklärt werden.

- dazu reist der Geist eines Polizisten in die Vergangenheit, sein Körper verbleibt samt der Zeitmaschine in der Jetztzeit, sein Geist kann völlig materieunabhängig agieren, also durch Mauern gehen, fliegen, ja teleportieren. ihr habt jetzt Heinz Rühmanns Mann, der durch die Wände geht vor Augen?

- aber wehe, wenn der Geist sich einbildet, verstofflicht zu sein - dann ist er genauso anfällig und verwundbar wie ein echter Körper, und kann an der vermeintlichen Verletzung sogar sterben. kommt euch bekannt vor, und ihr habt jetzt Keanu Reeves und die Matrix vor Augen?

- und dann kann dieser Geist sich auch noch real in das Gehirn von Körpern einklinken und sie übernehmen. kommt euch bekannt vor, und ihr habt jetzt Perry Rhodan und seine Gehirn-Odyssee in Naupaum vor Augen?

🚀 mein Senf 🧂

wir sind in einer nicht näher genannten Zukunft. es gibt Gleiter, Antigravschächte, Laserkanonen und Narko-Nadler, aber auch noch immer Europa und die USA. wir erleben, wie der Polizist Tovar zur Zeit-Schwadron stößt, erfolgreich seinen ersten Auftrag löst und sich frohgemut ins zweite Abenteuer stürzt. dort übernimmt eben sein Geist den Körper eines, nunja, Idioten namens Wood, dessen Bewusstsein dafür in Tovars Körper gelangt.

mittendrin dreht die Geschichte von der dritten in die erste Person - und die Handlung wird aus der Sicht des neuen Tovars weitergeführt. Wood hat nämlich inzwischen die Seiten gewechselt und ist zum Gegner der Time-Squad geworden, während Tovar sich zum neuen Spitzenagenten entwickelt. was für eine unerwartete Wendung! genialer Schachzug, das. Tovar kann Wood beseitigen, und gewinnt dabei gleich einen neuen Kollegen, den Farbigen Maipo.

sprachlich kommt Terrid flott daher, aber nicht so flapsig wie zB ein WK Giesa. ein paar humorige Einlagen liefert er schon. zwischendurch gibt's Unterricht, der Fall des Schwefelsäuren-Mörders Haigh wird zitiert, die Funktion der Börse erläutert einschließlich der Tradition, dass Frauen dort nix zu suchen haben, wie entstehen Atolle, usw.

mit dem Ablauf der Zeit wird zugunsten der Geschichte recht nonchalant umgegangen. Tovar braucht elf Monate, um als Wood aus der Irrenanstalt zu entfliehen, und nochmal 10 Monate, um sich an der Börse ein Imperium aufzubauen; all das wird in wenigen Nebensätze abgehandelt. das erscheint mir trotzdem schlüssig, und bringt eben die Handlung voran.

viele Szenen kommen mir wie Zitate vor:
- der Schurke haust auf einer Südseeinsel wie weiland Dr. No bei James Bond;
- ein Allzweckboot kann tauchen (und sogar fliegen) und bietet alle Annehmlichkeiten, obschon es kein Entkommen gibt - Kapitän Nemo lässt grüßen;
- bevor er sich in sein Schicksal fügt, flieht der neue Tovar kurzfristig vor der Time-Squad und kommt bei einem alleinstehenden älteren Ehepaar unter, ganz so wie der junge Kal-El in Kansas, bevor er zu Superman wird.

die SciFi beschränkt sich hier auf weiterentwickelte Gerätschaften (Sci) und die Existenz einer Zeitmaschine (Fi), doch eigentlich ist das einfach ein spannender Abenteuerroman, dem man zwar in der Action die 70er ansieht, der aber dennoch gut gealtert ist. müsste ich, dann würde ich 4 von 6 Punkten vergeben, hat mir wirklich gut gefallen.

noch was?
in den Heften findet sich vorneweg ein Report, hier ein Selbstporträt vom Autor Horst Hoffmann.

   

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Vor- und Rückschau

    

zum Autor
einen kleinen Überblick zum Autor findet ihr hier auf dem Zauberspiegel. einen schönen Nachruf auf den Autor und zugleich umfangreiche Zusammenfassung zu seinem Wirken gibt es auf der Seite Terranischer Club Eden. und auch sein Stammverlag hat ihn entsprechend gewürdigt. für mich als Ösi interessant: Wolfpeter Ritter arbeitete mit Ernst Vlcek (alias Paul Wolf), Kurt Luif (alias Neal Davenport) und Hubert Straßl (alias Hugh Walker) nicht nur bei TERRA ASTRA, sondern auch bei MYTHOR und DÄMONEN-KILLER zusammen.

zum Titelbild
das ist von Eddie Jones, und zeigt recht werkgetreu die Zeitmaschine, und gefällt mir auch ziemlich gut. der Zeichner hat etliche Tibis für Pabel und Bastei gezeichnet, im Web gibt's da viel zu finden, u.a. hier.

zum Verlag
die Hefte sind damals im Moewig-Verlag erschienen, zu dem Zeitpunkt eigentlich schon Verlagsgruppe Pabel-Moewig-Semrau, und damit Teil des Hamburger Konzerns Heinrich Bauer Verlag.

zum Erscheinungsdatum
das leihe ich mir ganz frech von Reinhard Peters nicht kommerziellem SF- und Fantasy-Web-Archiv. ich vertraue dabei auch auf die Expertise von Reinhards Mitarbeiter, Heinrich Stöllner, der hat von 2016 bis 2017 hier auf dem Zauberspiegel eine großartige Artikelserie zu Science-Fiction und Fantasy veröffentlicht, die mittlerweile auch als Buch zusammengefasst und überarbeitet erhältlich ist, unter dem Titel "Die Zukunft von gestern".

mal sehen, ob ich tatsächlich alle 21 Hefte schaffe, der Anfang war schon mal vielversprechend. ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ihr mich wieder auf dieser (Zeit) Reise begleitet! registriert euch gerne, und sagt mir eure Meinung, ich freue mich über jede Rückmeldung und Anregung.

Terra Astra 282
Die Zeitschwadron
Sie greifen ein - denn die Zukunft der Menschheit ist in Gefahr
Ein Abenteuer der Time-Squad - 1. Roman

Autor: Peter Terrid (Wolfpeter Ritter)
Titelbild: Edward "Eddie" John Jones
Verlag: Moewig
Erscheinungsdatum: 11.01.1977

 

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