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»Dorian Hunter« revisited - Teil 74: Stürme im Wasserglas ...

»Dorian Hunter« revisited»Dorian Hunter« revisited
Teil 74 - Stürme im Wasserglas ...

Im September 2018 wurde die legendäre Dämonenkiller - Serie im Bastei - Verlag unter dem Namen Dorian Hunter neu gestartet. Die ersten 50 Bände sind erschienen und ein Ende ist nicht in Sicht. In dieser Artikelserie werfe ich einen kritischen Blick auf die alten Romane im neuen Gewand und begleite den “Dämonenkiller” auf seinem Weg in jene Gefilde, die bislang nur in Buchform erreicht wurden…

Das zweite Gesicht“Das zweite Gesicht”
Dorian Hunter Band 124
von Neal Davenport
(EV: DK 121 / 14.12.76)
Aus einer Vision Neljas eines Bergdorfes in Kaschmir schließt man, dass der Januskopf Vozu sich dort befindet. Kiwibin fliegt mit Abi, Nelja, Tirso und Philip, sowie einigen Agenten per Hubschrauber hin, der aber von Luguri zum Absturz gebracht wird, welcher es ebenfalls auf Vozu abgesehen hat. Vozu ist derweil auf dem Weg zu dem Dimensionstor. Dass die Zugänge von Malkuth aus gesperrt wurden, weiß er noch nicht. Abi, Kiwibin und Gefährten müssen nach dem Absturz gegen ein paar Flugvampire kämpfen und ihnen wird klar, dass man es hier mit zwei Parteien zu tun hat.

Nelja gelingt es, Vozus Spur weiter zu verfolgen, doch als sie ihm zu nah kommt, kann dieser Besitz von ihrem Geist ergreifen und sie in seinem Sinne steuern. Es kommt zu Konflikten zwischen Abi und Kiwibin, der dies ahnt, während Abi, der in Nelja verliebt ist, sie noch beschützen will. Schließlich kommt es zu einem erbitterten Kampf zwischen Luguri und Vozu, bei dem es Luguri gelingt, den Januskopf mittels einer magischen Kugel zu vernichten. Abi und Kiwibin sind zwar verletzt, können aber gerettet werden, Nelja jedoch verschwand während des Kampfes in der magischen Kugel.

Laut Expose sollte diesen Roman ursprünglich Dirk Hess schreiben, der aber vor Beginn des Malkuth - Zyklus bereits ausgestiegen war. Doch auch wenn seine Beiträge nicht unbedingt die besten waren, so muss man sich nach der Lektüre dieses Romans fragen, ob er das zugrunde liegende Expose wirklich sehr viel schlechter umgesetzt hätte, als Luif.

Tatsächlich wirkt auch dieser Roman, ähnlich wie bereits der vorherige ebenfalls von Luif verfasste, ziemlich lustlos und unmotiviert herunter geschrieben. Zwar gelingt es dem Autor, die Konflikte zwischen dem eher praktisch denkenden Kiwibin und dem hoffnungslos verliebten Abi Flindt recht glaubwürdig zu schildern (wenn er den Russen auch nicht so gut darstellt, wie Warren), dafür wirken Tirso und Phillip hier eher wie Ballast, den man irgendwie durch die Handlung schleppt, ohne sehr viel sinnvolles mit diesen starken Figuren anzufangen.

Das geht so weit, dass der Autor die beiden im letzten Drittel gar nicht mehr erwähnt, so als hätte er bereits vergessen, dass sie noch da sind. Zuvor lässt er Tirso noch kurz nach dem Absturz des Hubschraubers eine Schneeballschlacht (!) starten, so als wäre nichts weiter passiert.

Dass Luguri die Gelegenheit nicht wahrnimmt, diese beiden mächtigen Gegner auszuschalten, obwohl er sich genau das vorgenommen hat, wird natürlich damit begründet, dass er Nelja noch braucht, um mehr über die Janusköpfe zu erfahren. Angesichts der eher spärlichen Informationen fragt man sich dann aber, ob das (aus Luguris Sicht) wirklich so eine kluge Entscheidung war.

Die finalen Kämpfe zwischen Luguri und dem durchaus ebenbürtigen Vozu werden zwar immerhin einigermaßen packend geschildert, aber man ahnt natürlich, dass der Januskopf am Ende unterliegen muss, da eine Rückkehr nach Malkuth ja ohnehin nicht mehr möglich ist.

Dem Leser wird diese Rückkehr indes nicht erspart bleiben, da das Ende des Zyklus noch in weiter Ferne liegt. Ob das nun ein Grund zur Freude ist, sei zunächst mal dahingestellt. Romane wie der vorliegende, den man ganz sicher nicht zu Luifs besten Werken zählen kann, sorgen jedenfalls eher nicht für ein wohliges Gefühl der Vorfreude… 

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