Gespenster-Krimi (neue Reihe) Band 200; erschienen am 06.06.2026
Gespenster-Krimi (neue Reihe) Band 200; erschienen am 06.06.2026
Der Hexer von Salem – Die Wiederkehr Buch 1: Aus der Tiefe
(Seite 1 bis 65)
Howard hat Robert Craven die junge Fotografin und Künstlerin Gladys vorgestellt. Sie unterhalten sich am Hafen über Kunst und Fotomotive, als ein dreimastiger Clipper ungebremst in die Tower Bridge fährt. Das Schiff sinkt. Es gibt keine Überlebenden – aber es werden auch keine Toten gefunden.
Während Rowlf, Howard und Robert Craven zu helfen versuchen, macht Gladys Fotos, die sie Robert wenig später zeigt.
Parallel ermittelt die Polizei; Scotland Yard Assistant Commissioner Wilbur Cohen wird im Andara House vorstellig. Denn es gab neben der Schiffskatastrophe weitere Vorfälle.
Mit Band 200 der „neuen“ Gespenster-Krimi-Reihe erscheinen gleich zwei neue Romane; die Ausgabe hat mit 132 Seiten (128 + 4 Umschlag) den doppelten Umfang eines normalen Heftromans. Nicht zum 1. Mal begeht Bastei ein Jubiläum mit doppeltem Umfang: In Band 150 der Autorenreihe „H.C. Hollister“ wurde ein Zweiteiler der Serie „Tombstone – die Brüder Kane“ im November 2025 neu veröffentlicht.
Das „Gespenster-Krimi“-Jubiläum ist dennoch umfangreicher, da auch der Folgeband 201 ein Doppelband sein wird, der inhaltlich anschließt: Insgesamt erhält der Leser einen neuen Hexer-Zyklus von vier Romanen!
Das Titelbild des ersten neuen Hexer-Doppelbandes wurde laut Impressum vom Verlag selbst unter Verwendung von KI-Software erstellt. Es zeigt Robert Craven in klassischer Pose (siehe z.B. Hexer-Sammelband 1 in der Taschenbuchausgabe, das allerdings den Vater Roderick Andara zeigt) und wirkt sehr stimmig. So sehr man KI-Bilder kritisieren kann und mag – rein vom Ergebnis überzeugt dieses; es hält den Vergleich mit früheren „Der Hexer“-Titelbildern in meinen Augen stand. Und das obwohl die damalige eigenständige Serie durchgehend hochklassige, atmosphärische Titelbilder verwendet hat.
Der erste neue „Hexer“-Roman besteht im Grunde aus mehreren Handlungsfragmenten, die meist noch nicht zusammen geführt werden. Die Figur des Hexers, Robert Craven, ist leider noch sehr passiv, sie wird dem Titel „Hexer“ leider in keinster Weise gerecht. Dass er als einzige besondere Fähigkeit nur merken soll, wenn er belügt wird … hm, war da nicht schon mal mehr Können?
Nachdem er bei der Katastrophe der Squid vor Ort war und spätestens nach Sichtung der Fotografie ist es fast erschreckend, dass er sich in keinster Weise aktiv einbringt. Menschen sind verschollen, wahrscheinlich gestorben, und er hält sich heraus? Kaum eine Reflexion.
Der Roman ist in der Serienvergangenheit kaum verortet. Im Grußwort von Wolfgang Hohlbein (Seite 5) wird noch angeführt: „Und vielleicht entdeckt ja auch der eine oder die andere den HEXER jetzt ganz neu für sich.“ So richtig leicht wird es den Neulesern aber nicht gemacht: keine Erläuterungen zur Handlungszeit, kein Hinweis auf frühere Romane. Aus der Handlung ergibt sich, dass der Roman wohl einige Jahre nach „Das Haus der bösen Träume“ spielt – dem abschließenden, 2004 erschienenen Roman der Weltbild-Edition von Wolfgang Hohlbein und Frank Rehfeld.
Auffällig ist auch, dass es keine Anbindung an die Welt der Handlungszeit gibt. Keine geschichtliche Aussage, die es erlauben würde, ein Handlungsjahr zu bestimmen, keine gedanklichen Abschweifungen, keine Reflexion oder eine Wechselwirkung zur „realen“ Gegenwart. Die Nutzung von Automobilen will ich da nicht gelten lassen ...
Wolfgang Hohlbein bleibt insgesamt sehr oberflächlich, die Squid ist irgendwo im nirgendwo und dann, nach unbestimmter Zeit eben in London. Nicht präzise, aber zeitlich noch plausibel, da der Roman mit dem Kapitel um das Schiff beginnt. Es gibt aber auch zwei Zirkuskapitel, die nach der Schiffskatastrophe einsetzen (zumindest in der Druckfolge, inhaltlich noch nicht mit anderen Handlungen vernetzt). Bei dem 2. Kapitel sollen dann 3 Tage vergangen sein – das passt nicht im zeitlichen Ablauf der anderen Kapitel.
Im Zuge der Schiffskatastrophe wird in einem eingeschobenen Kapitel geschildert, wie Leutnant Frank Folsom seinen Arm und in Folge sein Leben verliert (Seite 12). In einer späteren Rückschau (die sich wahrscheinlich auf ihn bezieht) sagt Cohen aus, dass jemand seine rechte Hand verloren habe (Seite 50). Natürlich möglich, dass dies unabhängig und nicht beschrieben einer anderen Person passiert ist – aber dann wäre es merkwürdig, wenn die rechte Hand plötzlich relevanter als das Ableben des Leutnants wäre.
Die einzelnen Handlungsfragmente sind sehr kurzweilig geschildert, sehr stimmungsvoll. Auch wenn Cravens passives Verhalten stört, enttäuscht und einem „Hexer“ in keinster Weise gerecht wird: Das Zusammenspiel mit Gladys ist schön und funktioniert sehr gut. Die – bekannte – Figur Wilbur Cohen mit den zahlreichen Reibungspunkte gefällt. Ich mag Cohen.
So ganz setzt Wolfgang Hohlbein aber dennoch nicht auf eine plausible Handlung; leider schiebt er Aussagen, die konkret getroffen werden müssten, oft als zusätzlichen Spannungsanheizer vor sich her und den Roman damit deutlich hin zum überflüssig Trivialen. Wenn der Ich-Erzähler Robert Craven auf einem der Fotos etwas konkret erkennt, dies dem Leser aber erst viele Seiten später mitgeteilt wird, ist das ärgerlich und wird dem Können Hohlbeins nicht gerecht. Es wäre schön, wenn der Autor auch im Erzählaufbau mehr auf Plausibilität achten würde.
Zuerst überwiegt die Freude, dass es einen neuen vierbändigen Hexer-Roman-Zyklus gibt (der sicherlich in Kürze als Taschenbuch neu aufgelegt wird).
Einerseits geht der Roman kaum in die Tiefe, weder in die Serienvergangenheit noch bei den tatsächlichen Handlungsbeschreibungen und leidet unter einigen oberflächlichen Fehlern. Nicht zu vergessen die fast schmerzhafte Passivität Robert Cravens.
Andererseits sind die einzelnen Kapitel sehr flott erzählt und die Nebenfiguren nahbar.
Der flüssig zu lesende Roman wird meiner – zugegeben hohen - Erwartungshaltung, gerade an die Figur des Hexers, letztlich nicht gerecht.
(Seite 26)
07.06.2026
Obwohl der Doppelband erst vor 2 Tagen erschienen ist, zeitgleich mit dem „Geisterjäger John-Sinclair“-Jubiläumsband 2500, teilt Bastei Abenteuerlust bereits am 08.06.2026 folgendes mit:





Kommentare
Zitat: und genau aus diesem Grund warte ich jetzt noch auf den nächsten GK, um dann alle viere quasi in einem Rutsch zu lesen. ich hatte die Serie damals ja geliebt, und vor einigen Jahren als ebook nochmal nachgelesen und befand, das ist sehr gut gealtert.
von dem Crossover mit John Sinclair - Oculus - war ich sehr begeistert. absolut düster, der Menschheit Hoffnungslosigkeit tropft da förmlich aus den Seiten, fand ich ganz großartig, die meisten JS-Fans allerdings nicht, hum hum.
umso mehr bin ich jetzt auf diesen neuen Wurf gespannt!
defms.blogspot.com/2026/06/wolfgang-hohlbein-die-wiederkehr-mit.html
Band 107. Das Labyrinth von London
Band 114. Fluch aus der Vergangenheit
und zur 40-Jahr-Feier 2024 gab es auch nochmal eine neue Geschichte im Jubiläumsbuch, heute noch bei Bastei erhältlich: bastei-luebbe.de/Buecher/Science-Fiction-Fantasy/40-Jahre-Der-Hexer/9783757700898
Das Jubiläumsbuch habe ich jetzt mal ergänzt.
Die beiden Dämonenlandromane endeten glaube ich im Nichts. War da nicht noch ein dritter Band geplant?
DL 107 & 114: Geplant war die Hexerfortführung dauerhaft im 7-Hefte-Rhythmus zu integrieren; dies wurde aber bald aufgegeben. Das Problem war, dass mit diesen 2 Heften ein neuer Zyklus begonnen wurde. Die 2 Romane wurden in das Taschenbuch "Das Labyrinth von London" aufgenommen und dort zu Ende erzählt. Das TB dürfte einem Vierteiler entsprechen.
Bei Weltbild müsste es Band 23 gewesen sein.
Weltbild 24 war ein neuer Roman (eigentlich ein Heft-Zweiteiler) von Frank Rehfeld & W. Hohlbein. M.W. noch nie im Heft erschienen, aber wie die anderen Teile in den Paperbackausgaben.
Danach kommt noch der Oculus-Taschenbuch-Zweiteiler und das Jubiläumsbuch zum 40jährigen Bestehen. Ob Oculus zum Serienkanon gehört? Würde mich interessieren.
Nicht zum Serienkanon gehören m.W. die Hexer-Romane, die innerhalb der Serie Vampira erschienen sind. Auch wenn einer der Romane vom Hexer-Autor Michael Schönenbröcher stammt.
Auf der Spur des Hexers war eine Vorgeschichte und im obigen Roman wird kein Sohn erwähnt, dann war Der Sohn des Hexers später.
Fragt man sich nur wo man Das Labyrinth von London einsortiert.
Nö, "Der Sohn des Hexers" folgt tatsächlich inhaltlich direkt auf Band 49 der eigentlichen Serie.
Wenn du Bandnummern vergeben willst:
"Auf der Spur des Hexers" (Prequel 1; sollte meiner Meinung aber dennoch erst später gelesen werden).
"Erntezeit" (Prequel 2 im Jubiläumsbuch, auch erst später zu lesen)
8 Gespenster-Krimis: 1-8
Heftserie "Der Hexer" 1 - 49: = 9 - 57
"Der Sohn des Hexers": 58 - 63
"Das Hirn von London": 64 bis 67
"Das Haus der bösen Träume" (Weltbild 24, Umfang etwa 2 Heftromane: 68, 69)
"Oculus": 2 dicke Taschenbücher (eine Aufsplittung in Heftromane fällt mir schwer) (Kanon?)
"Gespenster-Krimi" (neu) 200 & 201 (4 Teile).
"Der Magier" (3 Bände) ist auch eine Fortsetzung der Heftserie (bzw. spielt zum Teil parallel zu Band 49/57), die vor der Bastei-Fortsetzung veröffentlicht wurde; hier wird der Sohn anders definiert als wie bei "Der Sohn des Hexers".
Die restlichen Bücher seit "Der Sohn des Hexers" folgen handlungszeitlich danach. Dass der Sohn im Nachgang keine Rolle mehr spielt, liegt einfach daran, dass das Buch das Thema (ja, es ist breit gefächert) abschließt.
Der obige Roman bezieht sich auf "Das Haus der bösen Träume". Er kann sich schlecht auf Band 49/57 beziehen, da ... (SPOILER: ) tot. Und schon aus dem Grund muss "Der Sohn des Hexers" vor dem aktuellen Zyklus spielen.
Vorsicht: SPOILER des Serienendes (Band 49/57).
www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/4770-der-magier-des-hexers-sohn
Lange her alles. Da vergisst man einiges.