Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Angriff auf die Lachmuskeln. Vikings of the Galaxy

Vikings of the GalaxyAngriff auf die Lachmuskeln
»Vikings of the Galaxy«

Der Winter ist gerettet. Der Leseratten Verlag liefert auch 2020 eine Medizin gegen die jahreszeitliche Melancholie. Nach "Funtastic", den "Yo-Ho Piraten" und "Schnittergarn" sind es diesmal die Wikinger, die die Lachmuskeln reizen.

Aber nicht irgendwelche Wikinger, nein, es handelt sich um die weltraumfahrenden "Vikings of the Galaxy".

"Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Ihr habt dieses Buch gekauft. Selbst schuld. Es sei denn, jemand hat es euch aufgedrängt. Dann ist der schuld." (Vorwort der Herausgeber)

Alles klar? Die beiden Herausgeber schildern wie aus einer Augenblickslaune heraus die Idee zu den plündernden und raubenden Wikingern im Weltraum entstand. Was man sich genau darunter vorzustellen hat, kann man dem Klappentext entnehmen:

"Überzeugen Met pinkelnde Ziegen, Walküren auf Weltraumharleys und Schweizer-Multifunktionsschwerter noch nicht? Dann womöglich Woodstock-Wikinger mit einer Vorliebe für das Kraut der Erleuchtung, Cyborg-Wikinger auf der Suche nach dem Funken des Lebens oder In Spek Tor beim Versuch, den Tätigkeitsbereich unserer Weltraum-Wikinger zu kategorisieren."

Vikings of the GalaxyDie Geschichten
Alexandra Baginsky schildert in "Sie waren fünf" wie Lasse, Ole, Svennson, Kalle und Kleiner Mac auf Raubzug gehen. Während alle anderen Wikinger gen Westen segeln, wenden sich die fünf nach Osten. Frei nach dem Motto, je weniger Konkurrenten desto besser. Unglücklicherweise treffen sie auf die Insel einer Zauberin, die die Plünderer kurz entschlossen auf den Mond katapultiert. Doch unterwegs im Raum werden die tapferen Wikinger von einem Raumschiff geborgen. Und dort gibt es Schweine im Weltall.

Lea Baumgart "Klare Kategorisierung" beschreibt die Probleme eines Zollinspektors. Welche Vorschriften lassen sich auf das Wikingerschiff anwenden? Und wie hält man die Besucher bei Laune, um nicht selbst in Gefahr zu geraten.

Robert von Cube widmet sich in "Deadly Death" dem Thema, was mit einem alten Wikinger geschieht, dessen Lebenserhaltungscomputer sich nach und nach abschaltet. Es dreht sich um den alten Hasting, der ohne den hilfreichen Computer bereits seit 35 Jahren nicht mehr unter den Lebenden weilen würde. Vor seinem Tod möchte der Alte noch einmal ein Schwert bekommen. Er beschließt kurzerhand auf dem Museumsplaneten zu plündern. Danach will er die Wikinger wieder bewaffnen und zu alter Größe führen.

Bei Johannes Gebhardt erkunden in "Der Funke des Lebens" die beiden Robot-Wikinger Lei-5fs und Ola-4fs eine verlassene Forschungsstation. Die automatischen Sicherheitssysteme sind leider nicht damit einverstanden, so dass sie sich ihren Weg frei kämpfen müssen.

Geli Grimm "Die Mondlandung" ist eine ganz klare Hommage an "Krieg der Sterne". Der listige nordische Gott Loki hat einen Pakt mit Freydís Eiríksdottír geschlossen. Nach mörderischen Intrigen auf Grönland ist die Tochter Erik des Roten, der als erster Amerika besuchte, unterwegs nach Kiskeya. Stellenweise, vor allem in den Dialogen mit der Mannschaft, fühlt man sich auch an die Trickfilmserie Wicki erinnert. Zuerst segelt das marode Drachenboot ins Bermudadreieck. Nach einer Begegnung mit Walkmazonen geht es dann zum Mond, der sich als riesiges Weltraumhornissennest entpuppt.

Thomas Heidemann liefert mit "Die Feuersturm-Chroniken 4: Das Blutaxt-Debakel" bereits die vierte Episode aus der Geschichte dieses Raumschiffes. Das Schiff dient der Flotte für ein Experiment. Dort soll die Wiederverwendung aussortierter Flottenangehöriger getestet werden. Dabei handelt es sich um hochgradig gestörte, gefährliche und hoffnungslos unfähige Raumfahrer. Wie aus dem dritten Teil der Chroniken bekannt, betätigt sich das Schiff mittlerweile als Pirat unter dem Kommando von Bad Axe McGregga. Bei einem routinemäßigen Überfall erbeutet er einen Persönlichkeitsinduktor, der ihn zu dem alten Wikingerkönig Erik Blutaxt macht. Eine bisher unbekannte Schaltung des Bordcomputers sorgt dafür, dass "Blutaxt" die Kommandantin Saszqua gänzlich ablöst. Und er sucht sofort ein ehrgeiziges Ziel für den nächsten Überfall aus. Doch die anvisierte Raumstation setzt sich zur Wehr.

Freydis Eriksdöttir und ihre Brüder Leif und Thorwald sind in wichtiger Mission unterwegs. Louise Hofmann schildert in "Eine zufällig zielführende Zwischenlandung" wie sie auf der Suche nach neuen Ressourcen für ihr Volk ihr Raumschiff zwecks Reparaturarbeiten auf einem unbekannten Planeten landen. Man stößt zunächst nur auf primitive Einheimische, die keine Hilfe leisten können. Doch dann begegnen sie reisenden Händlern.

In die Vergangenheit geht es bei Laurence Horn in "Die Ära der Wikinger". Captain Jarly vom Volk der Vinkingr und seine Flotte haben ein Problem: ihnen geht der Treibstoff aus. Die Schiffe verbrauchen Seelen. Also muss dringend ein geeigneter Planet gefunden werden. Ein Scan der näheren Umgebung ergibt glücklicherweise, dass ein geeignetes Objekt in Reichweite ist. Es handelt sich um die Erde. Und da gibt es noch ein kleines Problem. Dort treiben sich einige ihrer Gegner herum: Das Volk der Christ. Doch einen aufrichtigen Vikingr kann das nicht abhalten.

Um einen aufständischen Kolonialplaneten geht es in "ASGARD!" von Günther Kienle. Ny-Asgard ist die Bevormundung durch die Terraner leid. Heimlich hat man eine Flotte aufgebaut und jetzt den terranischen Botschafter gefangen gesetzt. Damit die Schiffe besonders leistungsfähig sind, hat man sie mit geklonten Besatzungen bemannt und dabei auf die Original-Wikinger DNA zurückgegriffen. Um die wilden Krieger unter Kontrolle zu halten, musste jeder Stamm eine hochrangige Geisel stellen. Geht der Plan der Kolonisten auf?

Brina von Kroll, der Captain der Briton, wird von David Knospe in "Zwei Seiten und ein Kater" einer harten Prüfung unterzogen. Auf der Suche nach einem verschollenen Patrouillenschiff trifft sie in der neutralen Zone auf ein Schiffswrack. Es gibt Überlebende, darunter den Captain Simon D. Tenner. Seine Naivität und penetrante Freundlichkeit treiben die Verhörspezialisten in den Wahnsinn. Schließlich landet man auf dem nahen Planeten und sucht dort nach dem Schiff mit dem die USS Gentleman kollidiert sein soll. Dort begegnet man einem Schiff des Empires. Die Wikinger verachten die "Weichspüler" des Empires. Was wollen die Gegner in der neutralen Zone? Kurz entschlossen wird ein weiterer Gefangener gemacht.

Um eine Hochzeit geht es in "Friedensmission", die von Tanja Kummer und Marc Hamacher gemeinsam verfasst wurde. In der Galaxis gibt es zwei verschiedene Zweige der Wikinger, die kriegslüsternen Asen und die geschäftstüchtigen Wanen. Die beiden Brautleute sind nicht gerade begeistert von der aus politischen Gründen von ihren Familien eingefädelten Verbindung. Der smarte Metsecco-Erbe Ivgar und die kampflustige Avi haben jedoch keine Wahl. Und auf so einer Wikingerhochzeit geht es richtig hoch her.

Dem Thema Zeitreise widmet sich Veronika Lackerbauer in "Schmetterlingseffekt". Der fünfzehnjährige Schüler Louis Maison entwickelt im Rahmen eines Physik-Projektes eher zufällig eine Zeitmaschine. Er begnügt sich zunächst mit kurzen Trips, die nur wenige Stunden in die Vergangenheit führen. Dann erzählt er seinem Klassenkameraden André davon. Dieser glaubt ihm kein Wort und fordert ihn auf zum Beweis, wenn schon, denn schon eine richtige Reise in die Zeit der Wikinger zu machen. Tatsächlich landen sie an Bord eines Wikingerschiffes. Doch es gibt ein paar kleinere Probleme. Man befindet sich nicht auf Wasser, sondern im Weltraum. Ragnaröck hat nämlich begonnen. Und dann ist auch noch Louis kleine Schwester Ninette mit dabei, die sich heimlich angeschlichen hatte. Zum Glück kommt ihnen die Walküre Freydis zur Hilfe.

Eine kleine Urlaubsreise im Wikingerlook bietet die dreiköpfige Besatzung des Raumschiffs "Larsons Woge" in Stefan Lammers "Feuerknopf" an. Zwölf Touristen nehmen freudestrahlend sogar das Rudern in Kauf. Dann taucht unerwartet ein fremdes Schiff auf.

Halvard, Eric, Leif, Sven und der hübsche Torsten bekommen es in "Ragnaröck 2.0" von Robin Li mit einer vom galaktischen Rat ausgesandten Truppe von Tintenfischen zu tun, die neue Mitgliedsvölker für den Rat sucht. Nach einem Atomkrieg findet sie nur die in einem Gletscher tiefgefrorenen Männer vor und nimmt sie kurzerhand mit.

Dirk Mühlinghaus schildert in "Love and Peace" was passiert, wenn beutesuchende Wikinger einen Planeten voller friedliebender Haschischraucher überfallen.

Um den Diebstahl einer Bienenkönigin geht es in "Bienenbart und die Metbiene" von Martina Schiller-Rall. Ohne Bienenkönigin gibt es keinen Met. Deshalb greift man zu Verzweiflungsmaßnahmen. Arwet und Njôrdin machen das letzte längst ausgemusterte Schiff klar, um die Diebe zu verfolgen. Fiese Weltraumzwerge und Riesenwespen machen ihnen das Leben schwer.

Eine unbedachte Wette in einer Weltraumhafenkneipe bringt in "Ziege voraus" von Kornelia Schmid Unruhe für Jarl Ingeborg und ihre Mannschaft. Nur Thors legendäre Ziegen können der "Langhammer" noch helfen bei ihrem Wettrennen gegen die Schwarzalben. Flugs macht man sich deshalb auf die Suche.

Knut stirbt in der Schlacht. Sein weiteres Schicksal beschreibt Nele Sickel in "Walküre 12". Er erwacht in einem merkwürdigen Raum und hat sich körperlich verändert. Von einer unsichtbaren Stimme, die sich als Walküre 12 bezeichnet, erfährt er, dass er sich zusammen mit anderen Verstorbenen auf dem Weg zu Station V.S.S. Walhall befindet. Dort erwartet sie Odin.

Cara, Sky und Mike machen heimlich eine Zeitreise, ihnen geht es "um Met, Fleisch und Götter huldigen". Susanne Willeke schildert in "Wie Leif Erikson zum Beinamen Der Glückliche kam" die Begegnung der drei Jugendlichen mit dem Wikinger Erik, seiner Frau Thorhild und dem zweijährigen Sohn Leif. Dazu stößt dann noch der Schiffbauer Ragnar. Als Sky und seine Freunde den Wikingern ihre Zeit-Raum-Kapsel zeigen, drückt der kleine Leif willkürlich ein paar Knöpfe und schon beginnt die Odyssee durch Raum und Zeit.

Ragnar und Erik gehen mit der Dragona auf Schatzsuche. Verena Wisner schildert in "Ein Schatz auf Phakti" wie die beiden zwar Reichtümer finden, aber auch Drachen, die diese bewachen. Und da gibt es noch die gestrandete Schatzsucherin Bora.

Meine Gedanken
Wie die Vorgängerbände auch liefert "Vikings of the Galaxy" ein Feuerwerk an "Funtastic". Es ist erstaunlich welch unterschiedliche Zugänge die einzelnen Autoren zum Thema Wikinger im Weltraum gefunden haben. Der Band verspricht viele vergnügliche Stunden. Die Bewertung der Geschichten dürfte stark vom jeweiligen persönlichen Geschmack der Leser abhängen. Ich möchte deshalb keine Story besonders herausheben. Wer sich einen besseren Eindruck verschaffen will, sei auf die Leseprobe von "Walküre 12" von Nele Sickel verwiesen.

Wie üblich gibt es ausführliche Informationen zu den Autoren. Und natürlich die obligatorische Seite mit den Kommas! Richtig eingestimmt wird der Leser auch durch das Comicartige Cover von Detlef Klewer.

Gespannt bin ich, welches Thema das Team um den rührigen Herausgeber Marc Hamacher als Nächstes angehen wird.

Vikings of the GalaxyVikings of the Galaxy 
Cara D. Strange/Thomas Heidmann (Hrsg.)
Cover: Detlef Klewer
Illustrationen: Thomas Heidmann
429 Seiten
Euro 15.--
ISBN 978-3-945230-42-8
Leseratten Verlag 2019 

Kommentare  

#1 Hermes 2020-02-02 16:58
Nächstes Thema sind anscheinend: "Götter"

Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.