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Flaggschiffe, Flottenkadetten und Flops Folge 25: All You Need is Love

  Mini- und Subserien bei Terra und UtopiaFlaggschiffe, Flottenkadetten und Flops
Folge 25:
All You Need Is Love
SF-Kurzserien deutschsprachiger Autoren (I)

Von den Fünfzigern bis in die Achtziger hinein gab es SF auch in zahlreichen Reihen. Herausragend dabei die ›Marken‹ »Utopia« und »Terra«. Für viele der erste Kontakt mit der Science Fiction bzw. dem ›utopischen Roman‹. In diesen Reihen erschienen zahlreiche Sub- und Miniserien.

Diese werden in den kommenden Wochen einmal etwas näher betrachtet ...

Der unglaublichre PlanetNicht nur Perry Rhodan-Stammautoren haben in den Utopia- und Terra-Reihen ihre eigenen Miniserien publiziert. In der heutigen Folge werden Serien von deutschsprachigen Autoren vorgestellt, die keine oder nur minimale Beiträge im PR-Universum abgeliefert haben. Wolf Detlef Rohr (1928 – 1981) war ein populärer Autor der fünfziger Jahre, der einige Jahre auch im Fandom sehr aktiv war und versuchte, die Aktivitäten des 1955 gegründeten Science Fiction Club Deutschland auf eine professionelle Basis in Richtung Buchclub zu bringen. Dabei überwarf er sich aber mit dem SFCD-Gründer Walter Ernsting, was zu diversen Spaltungen des Clubs führte, bis Rohr sich für Jahrzehnte ganz aus der Szene zurückzog. Als Autor verfasste Rohr binnen weniger Jahre eine große Anzahl von spannungsgeladenen, oft kriminalistisch angehauchten Romanen, die unter seinem eigenen Namen sowie unter den Pseudonymen Wayne Coover und Allan Reed als Leihbücher erschienen. Der Großteil davon wurde in Heftausgaben nachgedruckt. Sein Roman „Nichts rettet die Erde mehr“ war zum Beispiel das allererste Terra-Heft. In den späten siebziger Jahren feierte Rohr ein überraschendes Comeback, als 39 Werke von ihm in der Taschenbuchreihe „Wolf Detlef Rohr – Utopia Bestseller aus Raum und Zeit“ im Pabel Verlag als Anschlussreihe für K. H. Scheers Utopia Bestseller überarbeitet nochmals aufgelegt wurden.

Der unglaublichre PlanetMit seinem achtteiligen Zyklus „Der Flug zu den Planeten – phantastische Abenteuer auf fremden Sternen“, der zuerst in Leihbuchausgaben im Dörner Verlag erschien, schrieb Rohr eine beachtenswerte Serie. In diesen Romanen erkundet ein Team unter Leitung des Wissenschaftlers Dr. Albertus nacheinander die Planeten unseres Sonnensystems und hat dabei jede Menge Schwierigkeiten sowohl mit irdischen Gangstern als auch mit außerirdischen Monstern:

Das häßliche Riesenwesen schien knochenlos zu sein, und der faltige Körper mit den schwingenden, armähnlichen Ausläufern glich einem mißgestalteten Fledermausflügel. Von einem Kopf konnte nicht gesprochen werden, und der Leib war fast ohne Konturen. Sugar Pearson suchte nach Augen. Aber er sah keine. Das ganze Wesen schillerte in allen nur denkbar möglichen Farben und wechselte sie wie ein Chamäleon, das sich in heftiger Erregung befindet. Die insektengrüne Farbe, die er bereits in den eiförmigen Riesengebilden kennengelernt hatte, die jetzt wie tot neben ihnen standen, kehrte auch bei diesem irrealen Wesen in rhythmischen Intervallen wieder, um dann in Blau überzuwechseln, in Rot, in mattes Gelb, in alle nur möglichen Farbnuancen, um schließlich in einem Goldregenfarbton zu verweilen und das Spiel wieder mit Insektengrün zu beginnen. Pearson schluckte. „Finden Sie nicht auch“, sagte er endlich, „mit welcher Präzision nach einem bestimmten Zeitintervall die insektengrüne Farbe wiederkehrt, Springfield?“ „Ich möchte fast sagen, es liegt eine Methode in diesem verrückten Farbenspiel“, setzte er grimmig hinzu. „Es spricht mit uns“, hörte er hinter sich eine Stimme.

zitiert aus: Wolf Detlef Rohr: Signale vom Mars, Utopia Bestseller aus Raum und Zeit 23, Pabel Verlag, 1980

Der unglaublichre PlanetDie Rolle des Helden wandert vom sperrigen Albertus immer mehr zu Sugar Pearson, Chefreporter der „New World“, der mit dessen Tochter Charmaine auch für die notwendige Liebesgeschichte sorgt. Die Abenteuer auf unseren Nachbarplaneten werden – dem Wissensstand der damaligen Zeit entsprechend – mit beeindruckenden Schilderungen der Verhältnisse untermalt, die auf ihnen herrschen, z. b. der Staubstürme auf dem Roten Planeten oder der Ausbrüche glutflüssigen Magmas auf dem Jupiter. Jeder der Romane hat im Titel auch den Namen des Planeten, um den sich die Geschichte dreht z. B. „Hölle Venus“. Wenn Ihnen das irgendwie bekannt vorkommt, ist das kein Wunder: Isaac Asimov hat in seiner sechsteiligen Serie um den Weltraumranger Lucky Starr, die in den USA ziemlich im gleichen Zeitraum erschien, genau dasselbe Konzept verwendet.

Der unglaublichre PlanetHeftnachdrucke der Serie gab es in Lehnings „Luna Utopia“ (7 Romane), ein weiterer Roman erschien als Utopia Großband. Luna Utopia, später „Luna Weltall“, war eine Konkurrenzreihe zu Pabels Utopia und Moewigs Terra, die im Walter Lehning Verlag herauskam. Seinen Ruhm erwarb sich dieser Verlag allerdings nicht durch diese Reihe mit SF-Werken von eher durchwachsener Qualität und mit grässlichen Titelbildern, sondern mit der Herausgabe eine Menge von Comics, besonders der vom berühmten Hansrudi Wäscher gezeichneten Serien wie Akim, Tibor, Sigurd, Falk und für uns SF-Freunde natürlich „Nick der Weltraumfahrer“, die sich ihren Platz in der deutschen Comicgeschichte genauso gesichert haben wie „Utopia“ und „Terra“ im SF-Heftbereich.

Der unglaublichre PlanetNeben den acht Planetenromanen soll hier auch noch der Zweiteiler „Duell der Raketen“ nicht unerwähnt bleiben, in dem es um die erste Mondlandung und die darauf folgende Ausbeutung der Mondschätze im Wettrennen zwischen Deutschen und Südamerikanern geht. Rohrs Roman „Invasion aus dem Universum“ wurde für die Taschenbuchausgabe auf die zwei Titel umfassende Miniserie „Invasion aus dem Universum“ und „Das Geheimnis der fliegenden Scheiben“ aufgesplittet. Dabei kam es zu einer posthumen Kollaberation mit Falk-Ingo Klee als Ghostwriter. Die Umstände, unter denen dies erfolgte, erfuhren wir vom Bearbeiter in einem humorvollen Beitrag auf der Perry Rhodan-Webseite.

Der unglaublichre PlanetManfred Wegener (1935 – 1999) war ein Autor, der sich in seiner Berufskarriere in vielen Genres der Unterhaltungsliteratur tummelte. Kriminal-, Spionage-, Westernromane und Seeabenteuer stehen neben SF-Titeln in seiner Bibliografie. Im SF-Bereich war er für Rhodans Konkurrenten Mark Powers, Ren Dhark, Rex Corda, Commander Scott und Raumschiff Promet aktiv. Neben einigen Einzelromanen veröffentlichte er in der Utopia-Reihe den Zweiteiler „Die Verbannten von Devils Port“ und „Dem Tode entronnen“. Dies ist eigentlich keine Miniserie, sondern ein einziger Roman, der aus Umfangsgründen auf zwei unmittelbar aufeinander folgende Nummern aufgeteilt wurde, anstatt wie es naheliegend gewesen wäre als Doppelband publiziert zu werden. Das Buch wäre mit minimalem Aufwand unter Austausch der wenigen SF-Elemente jederzeit als Westernroman publikationsfähig. John Eldridge wird unschuldig als Mörder auf einen Planeten verbannt, den seine Bewohner „Devil's Port“ nennen. Dort hat sich unter den verbannten Kriminellen ein Terrorregime etabliert, und auch die gewaltige Natur ist für die Menschen lebensbedrohend. Eldridge nimmt gegen alle Hindernisse den Kampf für seine Freiheit gemeinsam mit seinem Freund Timmy Horn auf. Der Blitz Verlag legte das Werk in seiner Reihe „Utopische Klassiker“ in einem Band unter dem Titel „Die Verbannten“ neu auf.

Der unglaublichre PlanetEin ungewöhnliches Highlight der späten sechziger Jahre ist die vierteilige Serie um „Tab Fantor“, die 1969 bis 1970 in Terra Nova erschien. Die Autoren Bernt Kling (geb. 1947) und Leo Günther waren – dem Zeitgeist entsprechend – stark von der aufkommenden Studentenrevolte und Friedensbewegung, verbunden mit den Musikheroen dieser Zeit wie den Beatles, Rolling Stones und Jim Morrison beeinflusst. So opferte der Protagonist im letzten Band für den Frieden sogar sein Leben. Die Bände brachten nostalgisches „Flower Power-Feeling“. Allerdings passten sie damit überhaupt nicht in den actionorientierten Mainstream der sonstigen Hefte. Kein Wunder, dass sich der Hauptautor Kling bald wieder von der Szene abwandte. Mit der Perry Rhodan-Szene hatte Kling allerdings noch einige Zeit als Texter für die Perry-Comics intensiv zu tun.

Der unglaublichre PlanetDer Erzsucher Tab Fantor findet auf einem neu entdeckten Planeten ein außerirdisches Artefakt, das wie ein Tempel aussieht und in dem ihm ein Roboter eine Folie mit einer Botschaft in unbekannter Schrift übergibt. Nachdem er diese mitgenommen hat, zerstört sich der Tempel selbst. Tab rettet einem affenähnlichen Wesen das Leben und nimmt es im Raumschiff mit. Er stellt fest, dass es intelligent und telepathisch veranlagt ist und sie sich verständigen können. Tabs neuer Freund Terry ist der letzte Überlebende seines Volkes. Zurück auf der Erde, lässt Tab die Botschaft von der großen Positronik entziffern. Die Botschaft führt ihn zur „Schatzinsel im All“, einen riesigen ausgehöhlten Satelliten, der die technologischen Hinterlassenschaften von Terrys Volk birgt und von einem riesigen Robotgehirn bewacht wird. Hinter Fantor ist eine Flotte des terranischen Sicherheitsdienstes her, der die Entdeckung für seine eigenen Zwecke nutzen will. Im Zug der Auseinandersetzung wird das terranische Flaggschiff zerstört und die Schatzinsel zerbirst, weil der Robot die Selbstvernichtung ausgelöst hat. Fantor und Terry sind aber bereits wohlbehalten entkommen. Nach diesem noch relativ konventionellen Roman kommt es aber dicke. Bei der Erforschung eines anderen Planeten wird Tab Fantor von sirenenartigen Lebewesen geistig beeinflusst, und die medusenartige Sirenenkönigin bewirkt, dass er wie zu Stein erstarrt. Von seinen Robotern gerettet, ruft er den Raumsicherheitsdienst zu Hilfe, der alsbald mit einem Schweren Kreuzer der Terra-Klasse unter dem Befehl des eisenharten First Commander Dünsing zu Hilfe kommt, welcher die geistigen Kontaktversuche der friedlichen einheimischen Kollektivintelligenz mit Strahlschüssen und Bomben beantwortet. Glücklicherweise hat er aber auch drei junge Absolventen der Raumakademie mitgenommen, die für Kontakte mit fremden Intelligenzen als hilfreich eingeschätzt wurden. Die drei, der Soziologe Heyno Crahl, der Kybernetiker Alph van Saan und die Biologin Isot Butor sind noch nicht vom Militär geistig verkrüppelt und erkennen die friedliche Natur der „Medusa im All“. Sie tricksen den Eisenfresser aus und die Medusa legt mit ihren geistigen Kräften die Grundlage für eine Revolution, die die Milchstraße in Aufruhr versetzen wird, denn nur mehr die Liebe soll herrschen, nicht mehr Aggression und Krieg ...

sie erkannte. die innere meduse war glücklich. sie verstand die fremden wesen. sie verstand die drei wesen, die zu ihr vorgedrungen waren. sie verstand die vielen wesen in der metallenen hülle, die noch immer um ihre welt kreiste. sie hatte erkannt, wie sie ihre impulse formen mußte, damit die fremden wesen sie verstehen konnten. sie begriff, daß die fremden wesen ihr großen schmerz zugefügt hatten, ohne es eigentlich zu wollen. sie verstand die wesen – die wesen verstanden sie. liebe verband sie alle.

… all you need is love … alles, was ihr braucht, ist Liebe ...

zitiert aus: Bernt Kling und Leo Günther: Medusa im All, Terra Nova 103, 1969

Der unglaublichre PlanetNach der Rückkehr zur Erde suchen die drei Jungabsolventen ihre alte Uni auf und stellen dort fest, dass etwas in der Luft liegt. Viele der Kommilitonen tragen Bärte, auch ihr Haupthaar scheint länger und sie tragen andere Kleidung. Demonstranten strömen Richtung Audimax. Sie schreien Parolen wie „LSD statt RSD“, „Technokraten an die Spaten – daß die Taten euch verraten!“ und auch „RSD – weg ins Weltall“ (nicht zu velwechsern mit „Ren Dhark – Weg ins Weltall“!). Die Polypen, mannshohe Plastwesen mit Fangarmen, kommen und greifen die Uni an und spritzen aus verborgenen Öffnungen ihrer Körper Wasserstrahlen auf die Demonstranten. Alph kehrt auf den Kreuzer KAHN zurück und findet heraus, dass die Besatzung durch den PAC, den Psycho-Analyt-Computer, konditioniert wird und dadurch Hass gegen die Umwelt entwickelt, der von den Vorgesetzten leicht in die gewünschte Richtung gelenkt werden kann. Er fängt an, den Computer umzuprogrammieren, und das Verhalten der Soldaten ändert sich. Nach Entführung des Riesenraumschiffes UNIVERSUM fliegen die Aufrührer zum Planeten der Medusa, wo das Schiff von ihr verändert wird. Die „Galaxis im Aufruhr“ soll frei werden! „Das rosa Universum“, wie sie das Schiff jetzt nennen, ist der Schlüssel dafür. An Bord des Schiffes beginnt ein Chor bestehend aus vier Knaben zu singen:

Der unglaublichre Planet

In der Welt, wo ich geboren,
lebte ein Mann, der flog ins All,
und er sprach von seinem Leben
im Raum der bunten Universen.

So segelten wir hinauf zur Sonne,
bis wir fanden die grüne Zeit,
und wir lebten unter den Sternen
in unserem rosa Universum.

Alle Freunde sind an Bord,
und wir haben noch viel mehr
Freunde im All.
Und die Band beginnt zu spielen ..

Wir alle leben in einem rosa Universum,
rosa Universum, rosa Universum.

 zitiert aus: Bernt Kling und Leo Günther: Galaxis im Aufruhr, Terra Nova 112, 1969

Wer kann mitsingen, auch unter Verwendung des Originaltextes? Ich kann ihn nach wie vor auswendig. That's „My Generation“! Tab ist in der Zwischenzeit auf einem weiteren Planeten gelandet, wo die Einheimischen hanfähnliche Pflanzen anbauen, aus denen ein Stoff gewonnen wird, der auf dem Markt sehr gut geht. Die in allen bunten Farben schillernden Coomings werden vom Raumsicherheitsdienst unterdrückt und wehren sich mit Gegenangriffen gegen die verhassten terranischen Besatzer. Tab solidarisiert sich wie einst Che Guevara mit ihrem Befreiungskampf „guerra a morte.“, den sie vom Dschungel aus führen. Sie bringen den illegitimen Herrschern über den Planeten eine empfindliche Niederlage bei. Der Raumsicherheitsdienst greift in einem letzten verzweifelten Versuch, seine Herrschaft aufrecht zu erhalten, mit einer Flotte von Raumschiffen den Planeten der Medusa an, weil er weiß, dass sie mit ihren telepathischen Impulsen die Herrschaft der Liebe bringen würde. Aber die ebenfalls herbeigeeilte ROSA UNIVERSUM entscheidet die Schlacht zugunsten des Friedens.

Der unglaublichre PlanetNach einer monatelangen Reise durch die Galaxis fängt die Besatzung der ROSA UNIVERSUM einen Hilferuf auf. Mit einem Beiboot landen sie auf einem Planeten, wo sie das Wrack des terranischen Schiffes LUCY finden. Die Überlebenden sind eine Gruppe von Rebellen, die vom RSD angegriffen wurden, sie werden mitgenommen. Die H-Rebellen hatten Schwierigkeiten mit dem Sicherheitsdienst bekommen, weil sie eine bewusstseinserweiternde Droge verwenden. Mit Einwerfen eines Trips können sie ihre eigene Zeit und ihren eigenen Raum schaffen. Die ROSA UNIVERSUM reist weiter zum Friedensplaneten und landet in der Hauptstadt Paradise Now, wo sie gerade rechtzeitig zum Festival der Freuden kommen. Das Lied „In the year 2525“ (das ist mal eine wirkliche SF-Nummer!) klingt gerade auf, gefolgt von „Give peace a chance“. Ein Riese versorgt sie mit Glückspillen, der darauf folgende Traum verwandelt sich aber in einen Alptraum. Die H-Rebellen versuchen das Schiff zu übernehmen, und es wird aufgedeckt, dass sie als agents provocateurs vom Sicherheitsdienst eingeschleust worden, um die ROSA UNIVERSUM zurückzugewinnen. Nach dem die Agenten unschädlich gemacht wurden, fliegt das Schiff zur Zentralwelt des Sicherheitsdienstes, um endgültig mit den Konterrevolutionären aufzuräumen, aber sie brauchen nicht mehr einzugreifen. Die Zentralwelt ist in einer künstlichen Sonne aufgegangen und die Kräfte von gestern sind endgültig beseitigt. Was war geschehen? Tab Fantor hatte mit einer Flotte von Rebellenschiffen die Zentralwelt angegriffen und durch das Opfer seines eigenen Lebens den Schutzschirm um die Zentralwelt zerstört, worauf ihr oberste Befehlshaber die Notvernichtungsschaltung aktivierte. Die Galaxis ist befriedet. Die Medusa hat ihre Aufgabe erfüllt und zieht sich in das von ihr selbst geschaffene Universum zurück, das ROSA UNIVERSUM, ROSA UNIVERSUM, ROSA UNIVERSUM.

Der unglaublichre PlanetH. J. Frey (Hans-Jürgen Freytag) war viele Jahre als Zeichner des Cartoons „Terra lacht“ in den Terra-Heftreihen aktiv. Er lieferte auch zwei Beiträge zum PR-Kosmos in Form von Planeten-Romanen ab und stellte drei Abenteuer des Weltraumtramps Phil Kerveigh in Terra Nova und Terra Astra vor. Der „Tramp im All“ hat Pech, weil er als blinder Passagier des Raumschiffes MAIDENHOOD kurz vor der Landung auf dem Planeten Justins geschnappt wird. Die Geldstrafe und die Unkosten werden von einer Organisation beglichen, die ihn aber dafür in einen Arbeitsvertrag über zwei Jahre auf einem Kolonialplaneten presst. Er wird zu dem Planeten Glory gebracht, wo die außerirdischen Cups unter sklavenartigen Bedingungen Kristalle abbauen müssen, die zum Funktionieren von Materietransmittern notwendig sind. Dort soll er neben anderen Zwangsverpflichteten das Wachpersonal verstärken. Phil organisiert zusammen mit der Rostarierin Coqualtrix einen Aufstand gegen die Ausbeuter. Coqualtrix stellt sich als Agentin des Intergalaktischen Sicherheitsdienstes heraus, die auf der Spur einer Verschwörung unter der Führung eines Generals ist, der ein vom Imperium unabhängiges Reich gründen und mithilfe der Transmitter seine Soldaten verschieben möchte. Der Aufstand gegen die Sklavenhalter gelingt, das herbeigerufene galaktische Militär nimmt die Verschwörer fest und Kerveigh bekommt einen Gratisflug zur Erde.

Der unglaublichre PlanetAls er zum Planeten Zhymot reist, weil er sich in der Hauptstadt das Spektakel des Paarungsflugs der einheimischen insektenartigen Zhym nicht entgehen lassen will, wird er in eine rätselhafte Mordserie verwickelt. Die Täter sind allerdings unschuldig, denn sie wurden vor der Tat hypnotisch konditioniert. Der intergalaktische Sicherheitsdienst ist hinter der Sache her. Die Spur der Hintermänner führt fünftausend Jahre in die Zukunft, aus der heraus Nachkommen der Menschen versuchen, die Vergangenheit zu ändern, um unerwünschte Entwicklungen in eine andere Richtung zu lenken. Ein Einsatzkommando des Sicherheitsdienstes dringt auf der Spur Vrools, des Mannes aus der Zukunft, in seine Gegenwart vor und schafft es, Kontakt mit den führenden Leuten aufzunehmen. In der Zwischenzeit ist Kerveigh, der auch hypnotisch konditioniert wurde, auf der nächsten Schiffsreise zum Planeten Target und schießt während einer Notfallübung auf einen anderen Passagier. Da die Leute vom Sicherheitsdienst aber seine Konditionierung mitbekommen und die Ladung seines Strahlers gegen eine Narkosepatrone ausgetauscht haben, passiert dem Opfer nichts. Vrool, der Mann aus der Zukunft, wird enttarnt und festgenommen, befreit sich aber und flieht vor seinen Verfolgern zum Planeten Target, auf dem sich eine telepathisch-hypnotische Superqualle als der Urheber des ganzen Schlamassels entpuppt. Kerveigh, dessen Dickschädel die hypnotische Beeinflussung überwindet, erschießt die Qualle. Es kommt auf, dass Kerveigh von seiner Freundin im Sicherheitsdienst Coqualtix als Lockvogel für den rätselhaften Kriminalfall angeworben worden war. Sein Gedächtnis wurde aber blockiert, um die Gegenseite nicht misstrauisch zu machen. Nach dem Tod der Qualle sind die Probleme beseitigt beziehungsweise nie dagewesen, deswegen korrigiert sich der Zeitstrom automatisch. Durch „Die Zeitkorrektur“ ist Kerveigh plötzlich kein Undercoveragent mehr und steht als unerwünschter Tramp vor dem Offizier der Hafenverwaltung auf Zhymot, der in der anderen Zeitlinie als Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes auf der Spur der Attentäter war.

Der unglaublichre PlanetKerveigh nimmt eine Stelle als Maschineningenieur auf der SKATING JANE an. Dass er sich damit in Schwierigkeiten begeben hat, wird ihm klar, als das Schiff von Piraten überfallen wird, die den STERNENWANDERER haben wollen, ein geheimnisvolles Artefakt, welches die SKATING JANE im Laderaum an Bord hat. Der STERNENWANDERER ist ein tiefschwarzer Dodekaeder mit einem Möbiusband herum, der sich nach seiner Entdeckung allen Erforschungsversuchen durch Wissenschaftler widersetzt hatte und dann spurlos verschwunden war. Captain Scanders, der den STERNENWANDERER gestohlen hat, überlistet die Piraten, und die Mannschaft erreicht nach Kaperung des Piratenschiffs ihr Reiseziel „Hinter der Antimateriewolke“. Dort hausen die Herren des STERNENWANDERERS tiefgekühlt am absoluten Nullpunkt, denn sie bestehen aus Antimaterie und alles würde in die Luft fliegen, falls die Kühlung versagt. Die Antimateriewesen sind skeptisch Der unglaublichre Planetgegenüber der galaktischen Zivilisation, denn sie haben eine Trividsendung aus der Serie „Die Hüter des Universums“ aufgefangen, in der natürlich geballert wird, was das Zeug hält …

Eine flott zu lesende Miniserie mit turbulent-chaotischen Handlungsbögen, die in Kürze fast nicht wiedergegeben werden können.

Der Humor des „Terra lacht“-Cartoonisten blitzt in den Geschichten immer wieder gewaltig hervor, und das Trichterohr-Männchen vieler Zeichnungen taucht im dritten Roman der Serie als Swampee-Koch Skuff auf der SKATING JANE auf.

Die 
zwei Beiträge zum PR-Kosmos dieses nahezu vergessenen Autors wurden vor kurzer Zeit im Rahmen der Neuausgabe der Perry Rhodan-Planetenromane im Zaubermond-Verlag wieder zugänglich gemacht.

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Kommentare  

#1 Hermes 2017-02-02 14:31
Manfred Wegner hat den gleichen Plot, allein auf einen fremden Planeten verbannt, noch einmal bei Gemini Nr.13 in "Endstation Tumulus" gebracht
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#2 Andreas Decker 2017-02-02 16:10
Unglaublich, dass diese Romane von Kling und Günther, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte, bei Terra Nova erschienen. Manchmal zeigt das Bild, das man sich von Schelwokat gemacht hat, dann doch Ausreißer in ungeahnte Richtungen.

Als Wegener-Fan haben mich manche seiner SF-Romane beeindruckt. So was wie "Stern der toten Seelen" (ZSF 71) war den schlichten Space Operas im Umfeld haushoch überlegen. Gerade darum überrascht mich das mit Kling so. Ein so düsterer Roman wie der Wegener ist im Terraprogramm nur schwer vorstellbar.
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