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Zombiefieber - Tipps über Untote

1Zombiefieber
Tipps über Untote

Als langjähriger Kunde von Amazon.de – ja, wir Schweizer haben kein eigenes Portal! -, schätze ich die Empfehlungen, die anhand meiner früheren Einkäufe vorgeschlagen werden. Zwar nicht immer, da ich mich schon öfter gefragt habe, was denn nun das eine Produkt mit dem anderen zu tun haben soll. Was soll z. B. ein SF-Roman mit einem Kinderfilm gemeinsam haben oder sogar mit einem Kühlschrank, aber das nur so am Rande?!


Oft klicke ich bei den bereits erworbenen Sachen an, dass die in meiner Bewertung nicht aufgenommen werden sollen. Ob das funktioniert oder nicht, kann ich zu wenig beurteilen.

Im Grossen und Ganzen bin ich jedoch zufrieden mit diesem Service. Bereits das eine oder andere ist bei mir zuhause gelandet, weil ich erst durch diese Empfehlungen darauf gestoßen bin. Schlimm ist es geworden, wenn ich mich zwischen drei Büchern/DVDs/Blurays nicht entscheiden konnte, und aus diesem Grund gleich alles bestellt habe. Mittlerweile habe ich entschieden, dass ich den Verkaufsladen um die Ecke unterstütze. So bekomme ich mein „Problem“ auch besser in den Griff, denn hingehen wird dann zur Option, grins. Und Amazon zu unterstellen, dass sie diesen Service nur anbieten, um damit ihre Verkäufe anzukurbeln, käme mir nie in den Sinn ...   Wink

Meine Überlisttaktik funktioniert auch gut, außer wenn ich hin und wieder ein Buch im Shop meines Vertrauens vorbestelle (!), und von den Leuten dort eine Mail kriege mit dem Inhalt, dass dieses bereits vergriffen sei und ich mich in einem Antiquariat oder eine Bibliothek umsehen soll. Da kommt natürlich Amazon wieder zum Zuge, nachdem ich mich ausgiebig über diese Aussage aufgeregt habe, denn bei denen funktionieren die Vorbestellungen.

Dank Kindle – oder vielleicht muss ich sagen wegen – bin ich natürlich mit meinen Einkäufen vermehrt auf Amazon.de fixiert. Da ist mir in letzter Zeit ein Trend aufgefallen. Viele Bücher von ordentlichen Verlagen werden durch Eigenproduktionen diverser Privater verdrängt. Vor allem bei den Empfehlungen. Und diese beschäftigen sich mehrheitlich mit dem Thema Zombies.
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Dazwischen quetscht sich mal ein Buch, geschrieben von einem etwas bekannteren Autor, der wenigstens mir etwas sagt. Oder auch „Zamorra“ und „John Sinclair“ sind hin und wieder vertreten, haben beide Serien den Sprung ins eBook doch noch geschafft.

Ich will den Leuten weder vorschreiben, was sie zu lesen haben, noch was die Autoren schreiben sollen, wenn mich der Trend auch bedenklich stimmt.

Natürlich habe ich auch schon Bücher angeklickt und bin so auf Joshua Guess (Living with the dead) und James Cook (Surviving the Dead) gestoßen, die dem Thema ganz spezielle Facetten abgewinnen konnten. Literarisch natürlich nicht vergleichbar mit Hemingway oder Faulkner, aber das wird vom Thema her wohl auch kaum erwartet. Auch ein Brian Keene, der durch trashige Romane – unter anderem mit Widergängern – bekannt geworden ist, hat sich aus dieser Masse erhoben und schreibt auch anderen, eindringlichen Horror, der ohne die billigen Elemente auskommt. -Obwohl, wenn ich mir so seine Titelbilder anschaue, suhlt er sich immer wieder gerne im Trash rum. Da ist ja auch nichts verkehrt. Ist einfach nicht mein Ding.
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Persönlich kann ich mit dem Thema Zombie wenig anfangen. Zwei Kinobegegnungen mit diesen Horrorfiguren zeigten mir auf, wo meine Grenzen standen und dass ich mich getrost als Memme bezeichnen kann. Aber wenn ich in der Nacht aus dem Schlaf fahre und das Herzilein mir fast aus der Brust springen will, zeigt mir doch auf, dass ich mir das Falsche angeschaut habe. Zudem kann ich dieses erschrocken-aus-dem-Schlaf-schnellen auch gut ohne einen solchen Film gesehen zu haben. Dazu muss ich mich nicht noch mehr erschrecken, als ich bereits schreckhaft bin.

In bereits gelesenen Horror-Serien (bei mir gilt dies in erster Linie für den „Dämonenkiller“ und „Der Hexer“), bin ich diesen Ausgeburten schon begegnet, auch wenn ich diese Konfrontation nicht wirklich freiwillig gesucht habe. Bei King sind sie auch schon aufgetaucht, auch wenn ich mich in diesem Fall nur gerade an „Friedhof der Kuscheltiere (Pet Sematary)“ erinnere, aber das genügte mir schon. Saumäßig spannend, auch wenn das Leben während der Nacht doch so seine Herausforderung stellte, wenn man hinter jedem Schatten etwas sah und auch wegen jedem Geräusch zusammenzuckte. Mit der Zeit wirkte das sehr ermüdend, obwohl jede solche Erfahrung sich mit mehreren Tassen Kaffee vergleichen ließ, war man danach doch wieder wach.
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Wie gesagt, jeder soll schreiben und auch kaufen, was er will. Was jedoch der Gedanke bei Amazon ist, dass diese Billigprodukte mir angeboten werden, die zum Teil von einem dürftigen Cover geziert werden, kann ich nicht verstehen. Kaufen das die Leute wirklich alle?

Oder anders gefragt: lesen das die Leute überhaupt? Und falls ja: nur solche Geschichten?

Der Zombie als solches ist wohl genauso einer Fluktuation unterworfen, wie die anderen Horrorgestalten, spr. Vampir, Werwolf und was sonst noch dazu gehört, auch.
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Die Vampire haben gerade ihr Kuschelzenit überschritten. Daher denke ich, dass die Leute mal wieder so richtig erschreckt werden wollen. Ich mag es ihnen ja gönnen, wenn ihnen danach ist. Ich persönlich betrachte die Empfehlungen weiterhin mit einem misstrauischen Blick, denn wirklich gefallen tut mir der Trend nicht. Meine Akzeptanz für den wohligen Grusel ist da, Psychospiele oder auch trashige Zombies verweigere ich konsequent.

Ich bin nur gespannt, wie ich das mit den Empfehlungen besser in den Griff bekomme. Denn auch, dass jeder Autor so seine geistigen Ergüsse unter das Volk bringen kann, sei jedem gegönnt. So sehen sie dann aber auch aus. Splatterszene als Cover, reiht sich da an Splatterszene. Mir scheint, dass man sich da mit einem billigen Trick möglichst viele Leute greifen will, die das kaufen und lesen sollen, doch mit der Qualität hat das dann nichts mehr gemeinsam. Zumeist fehlen bei solchen Produktionen in Eigenregie die Leute, die bei einem Verlag für Geld arbeiten: Korrektoren, Lektoren, Grafiker, Zeichner und Typografen. Diese vorgeschlagenen Dinger sind dann wirklich nur für den schnellen Verzehr gedacht – der Vergleich zu einem Burger drängt sich hier bei mir auf – während das etwas gehaltvollere Programm von Verlagen verlegt werden. Dass so ein Produkt keinen Verleger gefunden hat, ist dann vielleicht auch auf die Qualität zurückzuführen, die dem empfohlenen Buch fehlt.
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Mir kann es egal sein, da ich da sehr wählerisch bin und mich auch zuerst in das Buch reinklicke, reinlese und mich dann den negativen Stimmen widme – wenn es denn welche hat –, die das Buch bereits gelesen haben.

Nur so bekomme ich einen Eindruck, was mir gefallen könnte. Auf der Suche bin ich natürlich nie, da ich mich vor lauter guten Autoren in englisch und deutsch kaum erwehren kann. Bei einem Schmankerl werde auch ich noch schwach!

Aber eben, bei der Auswahl wählt das Auge mit aus. Und was da zum Teil angeboten wird, ist unter jedem Hund. Das beste wird sein, wenn ich Amazon.de eine Mail schicke, das sich diesem Thema widmet.

Ich bin gespannt auf die Rückmeldung.

Ich bin dann mal weg. Viel Spaß beim Zombie erschlagen.Wink

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2014-07-11 10:05
Du kannst davon ausgehen, dass die Vorschläge Titel sind, die in derselben Kategorie vom jeweiligen Produzenten eingestellt werden und dort schon mal gekauft wurden - und wenn es beim Selfpublishing-Trash der Autor selbst war, der sich ein Exemplar heruntergeladen hat. Das Programm basiert garantiert auf Stichwortsuchen und nicht auf Inhalten. Oder gar Qualität. Da dürfte kein Redakteur involviert sein. Das macht die Cloud von selbst. Wenn es in Luxemburg mal nen längeren Stromausfall gibt, ist das Unternehmen so was von am Arsch :lol:


Außerdem bewirbt Amazon alle Kindle-Produkte massiv. Das fällt vor allem auf, wenn es zwei Ausgaben gibt, Buch und E-Book. Ebooks stehen mittlerweile grundsätzlich in der obersten Reihe. Gib einfach mal einen Autoren wie zb Markus Heitz oder Stephen King ein unter der Rubrik Alle Kategorieren. Egal welcher Verlag es ist, klickst du den Titel an ohne zu differenzieren, landest du beim Ebook. Da ist Amazon fleißig dabei, das traditionelle Geschäft zu unterminieren. Die müssen ja das Geld für die - bestimmt - unter Preis verkauften Kindle-Geräte wieder reinkriegen.


Ich blättere die Vorschläge oft durch. Das kann ganz amüsant sein, und manchmal ist es zugegeben auch ganz nützlich, wenn man was entdeckt, das einem bis jetzt entgangen ist.

Richtig nützlich - im Gegensatz zum Buch - ist das allerdings bei anderen Produkten. Egal ob Elektronik oder Gartenmöbel, wenn man da "mal" was sucht und sich nicht auskennt, kann das ein echter Augenöffner sein. In der Schiene sind auch die Rezis hilfreich. Statt dummer Lobhuddelei oder genauso unqualifizierter Verrisse wie beim Buch liest man da oft Beiträge der Tüftler. Die sind manchmal besser als die lausigen Anleitungen der Firmen oder der Aushilfskräfte beim MediaMarkt&Co.

Das "Schlimme" an Amazon ist ja, dass es in der Servicewüste Deutschland so verläßlich ist. 8)
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#2 Laurin 2014-07-11 12:31
Ich bin da jetzt mal offen. Die Rezis für die Bücher (eBooks) sind bei Amazon mit ziemlicher Vorsicht zu genießen. Da lobhudeln auch schon mal Verwante und der Bekanntenkreis etwas nach oben, was das Papier nicht Wert war. An anderer Stelle und anderem Autor passiert dann eventuell das Gegenteil. Ich würde es als nette Meinungen bezeichnen aber bestimmt nicht als brauchbare Rezension. Da ist ein blick in die Leseprobe (wenn vorhanden) durchweg informativer.
Und was die Zombies angeht (die ja schon seit über einem Jahr tot geritten werden), orientieren sich viele der Schreiber an Autoren aus dem englisch sprachigen Raum (Härtegrad, Ekelfaktor usw.), weil z.B. aus dem deutschen Raum und seinen Autoren und ihrer Art Grusel-Geschichten für maximal 16-jährige zu schreiben, nichts zu holen ist. Ein paar wenige lehnen sich da am Heftroman-Prinzip an, aber damit gewinnt man unter der jüngeren Generation der Horror-Fans nun wirklich keinen Blumentopf mehr. Insgesamt wäre es aber auch mal an der Zeit, die Zombies durch etwas anderes zu ersetzen, denn hier hat man sich quasi auf die dümmsten Monster versteift, bei denen man nur sehr schwer neue Wendungen und Ideen umsetzen kann, ohne dabei gleich ins Lächerliche abzugleiten.
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