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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 79

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (79. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 105, dass Ernst Vlcek am 24. März 1976 für seinen Autoren-Kollegen Dirk Hess  geschrieben hat.  - Viel Spaß beim Lesen...


105DER LEICHENFLEDERER (GRABRÄUBER)
DER FLUCH DES MEDIZINMANES
Dämonenkiller 105
Schauplatz: Kalifornisches Ödland, Death Valley
Zeit: 2. Maiwoche
Autor: Chess-Hess
Termin: 19.5.76 

Titelbild: AK 5880
Verwahrloster Friedhof, Hintergrund verschwindet im Nebel. Vorne Mann in braunem Staubmantel und Zylinder, holt an einem Seil grünhäutige Leiche aus einem Grabschacht. Daneben abgestellte Laterne.
Da wir kein zünftiges Wild-West-Bild haben, müssen wir uns mit diesem abhelfen. Die Kleidung des Leichenfledderers entspricht durchaus der von vor hundert Jahren.

Vorbemerkungen:
Da sich Dirk Hess ein Wild-West-Thema mit Schamanentum und so gewünscht hat, setze ich voraus, daß ihm dieses Thema liegt und er Unterlagen und Wissen darüber besitzt. Bestimmt mehr als ich, deshalb soll er den Background nach eigenem Ermessen schildern. Er muß aber darauf achten, daß der rote Zyklusfaden nicht reißt.
In diesem Roman soll wieder Luguri, oder seine Helfershelfer, wieder eine Rolle spielen, damit er nicht ganz in Vergessenheit gerät. Wir müssen nämlich annehmen, daß Luguri etwas von den Geschehnissen in Japan und den Manipulationen Olivaros mitbekommen hat. Da er die Erde als seinen Besitz betrachtet, will er auch genau wissen, was in der Welt vor sich geht. Der Autor braucht aber nicht aus Luguris Warte erzählen - sonst hat er der Handlungsebenen zu viel und die Story ist nicht mehr "rund".
Unga bleibt weiter die Hauptperson. Nach Tomotadas mißglücktem Versuch, das Monster aus dem Polareis als Kampfgefährten in Olivaros Dienst zu gewinnen, nimmt der ramponierte Jumbo-Jet wieder den Flug in unbekanntes Land auf. Um Überschneidungen zu vermeiden, sollte der Autor sofort zum neuen Handlungsort umblenden. Die Wild-West-Episoden (Geschichte des Medizinmannes) beliebig einstreuen.

Handlung:
Eine Geisterstadt schildern, in der sich eine seltsame Sekte junger Leute eingenistet hat. Sie können gekleidet sein wie Hell's Angels, sind nicht gerade zartbesaitet und sowas ähnliches wie eine Manson-­Clique. Sie haben den Tick, die Geschichte in etwa nachzuvollziehen. Vor allem wollen sie die Sage Wirklichkeit werden lassen, die sich um die Geisterstadt rankt.
Man erzählt sich, daß vor ca. 100 Jahren der Fluch eines Schamanen der Stadt und seinen Bewohnern zum Schicksal geworden ist. Damals, als die Siedler immer weiter nach Westen zogen und die Indianer zurückdrängten, entstand die Stadt. Abenteurer, Goldgräber, gescheiterte Existenten bewohnten sie. Die Indianer dieser Gegend waren auf das Niveau von Diggern herabgesunken. Sie hatten aber einen Schamanen, dem sie eine starke Medizin nachsagten und dem sie blind gehorchten. Dieser Medizinmann hatte den Weißen Rache geschworen, rief bei Kulthandlungen immer wieder die bösen Geister gegen die weißen Eindringlinge an.
Und eines Tages wurde er erhört. Er hatte die Traumvision eines Dämons, der ihm dienlich sein wollte. Der Dämon riet dem Medizinmann, allen Feinden, denen er den Tod wünschte, ein Mal zu verpassen, etwa eine Stirnwunde zuzufügen oder ähnliches. Und dann würde der Dämon alle die so gezeichneten auf Wunsch des Schamanen töten.
Dieser Dämon ist niemand anderer als Olivaro, der durch die  Schwarze Magie des Schamanen gerufen wurde.
Nun wollte der Medizinmann aber die ganze Stadt ausrotten. Des­halb ersann er eine List. Er kam mit magischen Nuggets in die Stadt, brachte in Umlauf, daß er und seine Digger viel Gold gefunden hätten und verteilte die Nuggets an die Bewohner der Stadt. Jeder bekam sein Gold. Danach wollte der Schamane wieder abziehen, aber die goldgierigen Bewohner der Stadt nahmen ihn und seine Leute gefangen und wollten durch Martern erfahren, wo sie das Gold gefunden hatten. Alle Indianer mußten sterben. Zum Schluß kam der Medizinmann dran. Bevor er starb, ließ er seinen Fluch los, und Olivaro erhörte ihn. Alle Nuggetträger der Stadt starben. Die Stadt wurde zu einer Geister­stadt, die Story vom Fluch des Schamanen wurde von anderen Indianern in Umlauf gebracht. Es hieß auch, daß der Schamane als lebender Leich­nam in einer Höhle hause - und jeden killen komme, der einen der verfluchten Nuggets an sich nehme.
Dieser Medizinmann ist einer der Schrecken, die Olivaro in petto hat und auf Abruf bereit hält.
Diese Story kann der Autor selbst ausschmücken und auch in Prosa bringen.

Wie gesagt, jetzt wohnt in der Geisterstadt eine junge Kultgemeinschaft. Man sucht nach den magischen Nuggets, plündert nicht selten Touristen und entlegene Farmen, denn man will ja schließlich von was leben. Und man unternimmt alles, um den Geist des Schamanen heraufzubeschwören, um einen Götzen zu haben, dem man dienen kann.
Anführer dieser seltsamen Kommune ist ein etwas ältere Semester. Er nennt sich Cotton Mather (nach dem gleichnamigen Prediger, der 1688 die Hauptschuld an der Hexenjagd von Salem hatte), groß, breitschultrig, kräftig, behaart, breites Gesicht, von Alkohol und Drogen gezeichnet, brutale Physiognomie. Trägt immer braunen Staubmantel und Zylinder, ähnlich den Wunderdoktoren des Wilden Westen. (Titelbildfigur). Er hat schon so manchem die Gurgel durchgeschnitten, wenn er sich in seinen pseudo-religiösen Wahn gesteigert hat, vergräbt die Leichen auf dem alten Friedhof, buddelt sie von Zeit zu Zeit wieder aus, um seine Beschwörungen mit ihnen vorzunehmen.
Das ist die Situation in dieser Gegend, als es zu einem Phänomen kommt: Das in Osaka entführte und bald verschollene Flugzeug taucht plötzlich auf.
Zwei abenteuerlustige Freunde, oder ein Pärchen, die im Jeep die Mojave-Wüste durchqueren wollen, sehen plötzlich vor sich auf der staubigen Straße ein Flimmern, die Umrisse eines Flugzeugs zeigen sich. Der Fahrer muß auf die Bremse steigen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Da ist das Geisterflugzeug endgültig materialisiert. Der eine Freund geht näher heran, verglüht in einer unsichtbaren magischen Barriere (das Flugzeug und das Drumherum ist noch von schwarz-magischer Strahlung aufgeladen). Der andere macht mit dem Wagen kehrt und verständigt die Welt vom Auftauchen des Flugzeuges.
Das ist der Augenblick, wo sich Luguri einschaltet. Er bringt alle Mitglieder der Sekte aus der Geisterstadt in seine Gewalt - oder wenn es dem Autor mehr behagt, dann nur den Anführer Cotton Mather. Gehen wir also von der zweiten Alternative aus.
An Bord des Flugzeuges. Tomotada ist verschwunden. Unga ist mit den dreißig überlebenden Frauen allein. Sie haben den Jeep gesehen, und es ist ihnen auch nicht entgangen, wie der eine Mann verglühte. Unga befiehlt den Frauen, die Maschine nicht zu verlassen und auch niemanden hereinzulassen. Dann steigt er aus und nimmt die Verfolgung des Samurai mit der Maske auf.
Unga kommt aber nicht weit. Plötzlich sieht er sich von abenteuerlichen Gestalten umringt: die Bewohner der Geisterstadt. Cotton Mather feuert sie an. Sie jagen Unga mit ihren Motorrädern und Pferden, und obwohl er sich - vorerst ohne Einsatz seiner magischen Hilfswerkzeuge, weil er ja nicht weiß, mit wem er es zu tun hat - heldenhaft wehrt, wird er gefangengenommen.
Cotton Mather läßt ihn in die verfallene Kirche bringen, die zu einem Satanstempel ausgestattet wurde. Dort soll Unga zum Reden gebracht werden. (Luguri, der in Cotton manifestiert ist, hat natürlich den Diener von Hermes Trismegistos erkannt) Wenn es nicht anders geht, will Cotton aus seinen Innereien lesen, Ungas Leiche dann eingraben und zu jeder Mitternacht herausholen, um den Toten erneut zu befragen.
Inzwischen hat Tomotada die Vorbereitungen getroffen, um den in Olivaros Bann stehenden Medizinmann zu erwecken und seine Rache wirksam werden zu lassen. Tomotada sucht den Medizinmann in seinem Höhlengrab auf. Doch der Verfluchte ist durch keinerlei Beschwörung zu erwecken. So muß Tomotada die langwierigere Methode anwenden. Er kehrt zu der Geisterstadt zurück, verstreut unbemerkt aus einem Beutel jene magischen Nuggets, auf die der Schamane anspricht. Und er streut sie so aus, daß die Bewohner förmlich darüber stolpern müssen.
Kurz darauf wird auch schon der Ruf laut: "Gold! Gold!" Das bringt auch die Jünger in der Satanskapelle auf die Beine. Und im Nu ist Cotton mit seinem Opfer Unga allein. Diese Gelegenheit nutzt Unga zur Flucht - Cotton muß Fersengeld geben. Unga entdeckt auch den Schwarzen Samurai, weiß aber nicht, daß er ihm die Freiheit zu verdanken hat.
Im Höhlengrab erwacht der Medizinmann zu schaurigem Leben. Er spürt die Ausstrahlung der verfluchten Nuggets, sie ziehen ihn wie Magneten an. Er muß seinem Fluch treu bleiben und jeden töten, der einen solchen magischen Goldklumpen besitzt. Der Schamane macht sich auf den Weg.
Da Unga entkommen ist, Cotton also seinen Informanten verloren hat, muß sich der Hohepriester neue Opfer holen. Luguri will unbe­dingt erfahren, was auf dem Geisterschiff geschehen ist und wo es war. Also bläst Cotton zum Angriff auf das Flugzeug. Er bringt seine Leute durch Drogen in Ekstase... Er kann dafür auch eine Leiche vom Friedhof holen und aus deren Leichengift ein besonders wirkungsvolles Aufputschmittel magisch extrahieren. Leichen sind halt sein liebstes Spielzeug.
Der Medizinmann ist unterwegs. Er findet sein erstes Opfer - ein Gammler mit einem Nugget - und skalpiert es. Nun können Skalpierte in der Regel weiterleben, doch nicht so die Opfer unseres Medizinmannes. Sein Skalpmesser bringt den Tod.
Unga ist dem Schwarzen Samurai auf den Fersen geblieben, der sich auf eine Felserhebung zurückgezogen hat, um von hier oben die Geschehnisse zu verfolgen. Er muß abwarten, bis der Medizinmann sein Werk vollendet hat - erst dann wird er für Olivaro zu gebrauchen sein. Unga weiß immer noch nichts von Luguris Einmischung. Er macht für alles Tomotada verantwortlich. Deshalb, weil das Leben der dreißig Frauen bedroht ist, will er ihn töten. Doch bevor es dazu kommt, sieht der Cro-Magnon von seinem erhöhten Standplatz, wie die Hell's Angel das Flugzeug stürmen.
Das lenkt ihn vom Samurai ab. Er muß den Frauen helfen.
Die Bewohner der Geisterstadt rennen wie die Wilden gegen das Flugzeug an. Cotton hat sie in Ekstase gesteigert. Die Frauen versuchen sich tapfer vor den Eindringlingen zu wehren, doch drei von ihnen werden gefangengenommen, bevor eine unerwartete Wendung eintritt.
Schon früher ist ein Erkundungsflugzeug über dem Gebiet gekreist. Jetzt landet ein Hubschrauber. Cottons Leute müssen sich zurückziehen. Aber sie haben drei Mädchen gefangen.
Bald wimmelt es in der Nähe des entführten Flugzeuges von Soldaten und Beamten. Das FBI hat sich eingeschaltet. Auch Tim Morton ist eingetroffen.
Darauf achten, daß Tim Morton zwar von Ungas Existenz weiß, daß er aber erst einmal Kontakt mit ihm hatte, oberflächlichen. Dies geschah in Band 92 in New York. Natürlich glaubt auch Morton, der DK sei tot. Er weiß aber, daß Unga weiterhin im Dienste von Hermes Trismegistos steht, hat keine nähere Beziehung zu diesem und ist mit Unga jedoch sofort per du. Das, um die Sache zu vereinfachen.
Morton hat, noch bevor das Auftauchen der verschwundenen Maschine in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, sofort die Mystery Press informiert. Sullivan benachrichtigte seinerseits Coco in Japan, die sofort nach San Franzisco flog und nun ebenfalls am Schauplatz eintrifft. Yoshi und Abi setzten sich nach Castillo Basajaun ab.
Coco und Morton werden von Unga darüber informiert, was mit dem Flugzeug geschah und daß Olivaro offenbar seine Kräfte gegen einen Feind mobilisiert.
Die siebenundzwanzig Frauen werden aus dem Flugzeug gerettet und in Sicherheit gebracht. Gleich darauf geht die Maschine in Flam­men auf. Morton erreicht, daß sich die Behörden aus den weiteren Geschehnissen heraushalten. Er begründet das damit, daß sonst die drei entführten Frauen verloren wären.
Nun können unsere Freunde frei agieren. D. h. soweit es ihnen die verschiedenen gegeneinander wirkenden Kräfte erlauben.
Der Medizinmann räumt in der Geisterstadt weiter ordentlich auf und hat schon eine schöne Sammlung von Skalps und Nuggets.
Tomotada greift in die Geschehnisse nicht ein. Unga, Coco und Morton müssen zwangsläufig denken, daß alles Böse von dem Samurai kommt.
Während Unga in die Geisterstadt eindringt, um die drei gefan­genen Frauen zu retten, versucht Coco, den Samurai auszuschalten.

Achtung: Autoreninformation: Coco hat in Band 103 den Hozo-no-o eines Kindes bekommen, das vor 350 Jahren als Sohn von Tomotada I (Dorian in seinem 5. Leben) geboren wurde. Dieser Sohn ist niemand anderer als Tomotada II. Coco hat aber keine Ahnung davon, daß diese Nabel­schnur vom Samurai mit der Maske stammt, sonst könnte sie sie ja als Waffe gegen ihn einsetzen. Tomotada weiß wiederum nicht, daß sie diese Waffe gegen ihn hat. Bitte auf keinen Fall etwas über diese Zusammenhänge äußern. Diese Daten sind nicht für den Leser bestimmt, sondern dienen nur zum besseren Verständnis der Autoren.

Coco hat den Hozo-no-o bei sich. Das sollte irgendwie elegant erwähnt werden. Aber bitte wirklich nicht mehr!
Coco versucht also, an den Samurai mit der Maske heranzukommen. Sie versetzt sich in einen rascheren Zeitablauf, hofft, ihm so sein Tomokirimaru zu entwenden. Außerdem verhindert sie, wenn sie schneller als er ist, daß er die Maske abnimmt und sie zu seiner Sklavin macht.
Coco ist also drauf und dran, sich auf einen Kampf mit dem Samurai einzulassen. Er steht wie ein Standbild da. Sie bewegt sich rasend schnell. Sie will nach seinem Tomokirimaru greifen, als die Zeichnung auf seiner Gesichtsmaske sich zu verändern beginnt. Die Zeichen formen sich zu einer Schrift. Diese besagt, daß Coco einen Fehler begeht, wenn sie sich gegen Tomotada wendet. Der wahre Feind sei ein ganz anderer als Olivaro. Größere Gefahr drohe vorerst von Luguri.
Coco kann sich ausrechnen, daß die Botschaft von Olivaro kam.

Umblenden zu Cotton in der Satanskirche.
Die drei Frauen sind auf die Opfersteine gebunden. Durch Beschwörungen und vorbereitende Folterung bringt Cotton die Frauen zum Sprechen. So erfährt Luguri von seinem Diener, daß Olivaro Vorbereitungen für eine Auseinandersetzung trifft. Natürlich nimmt Luguri an, daß sich Olivaros Aktivitäten gegen ihn richten, und er glaubt, daß der Januskopf Ambitionen hat, wieder Fürst der Finsternis zu werden.

Umblenden zu Unga. Der Cro-Magnon hat erkannt, daß der Medizinmann auf die Nuggets anspricht. Deshalb hat er einigen Bewohnern der Geisterstadt einige Goldklumpen gewaltsam abgenommen. Nun hat er eine Handvoll davon - und damit hat er das Interesse des Schamanen an sich erweckt.
Der Medizinmann folgt dem Cro-Magnon.
Unga lockt ihn zur Satanskirche, wo Cotton nun zur abschließenden Folterung der drei Frauen schreiten will.
Unga hat die Nuggets in einem Beutel bei sich. Er überwältigt einen Torposten, vermummt sich mit dessen Kutte, dringt in den Tempel ein, wo das Opfer seinem Höhepunkt entgegengeht.
Unga könnte sich nun auf Cotton stürzen und ihn mit seinen magischen Hilfswerkzeugen unschädlich machen. Doch das würde er nicht überleben. Zu groß ist die Übermacht. Er muß versuchen, seine Feinde gegeneinander auszuspielen.
Deshalb bringt er sich in Cottons Nähe.
Da dringt der Schamane ein, folgt der Ausstrahlung der Nuggets.

Achtung: Natürlich hat Luguri die verhängnisvolle Kraft der Goldbrocken längst erkannt und Cotton befohlen, keinen davon mit in den Tempel zu nehmen.

Obwohl die Anwesenden im Tempel keine Nuggets tragen, springt der Schamane nicht gerade sanft mit ihnen um. Doch sein Hauptinteresse gilt dem Nuggetbeutel Ungas. Er muß sich nur durch die im Wege stehenden Körper einen Weg zu ihm bahnen.
Cotton rast wegen dieser Störung vor Wut. Dann entdeckt er Unga an seiner Seite - doch zu spät merkt er, daß dieser ihm die Nuggets zugesteckt hat. Nun stürzt sich der Schamane auf ihn, den Diener Luguris, und skalpiert ihn nach kurzem Kampf.
Somit hat Luguri nichts mehr mitzureden. Der Erzdämon muß aber zu dem Schluß gekommen sein, daß sich Olivaros Teufelei gegen ihn richtet.
Coco hat eine Unterredung mit Olivaro. Und zwar verständigt sich Olivaro mit ihr auf originelle Weise.
Tomotada hat sich abgewandt, so daß sie nicht in sein Nicht-Gesicht blicken muß, nimmt seine Maske ab und legt sie vor Coco hin. Das lebende Gesicht auf der Innenseite der Maske nimmt Olivaros Züge an. Und zwar sieht er so aus wie auf dem Titelbild von Band 44.
Olivaro erklärt, daß er das alles nicht zum Schaden der Mensch­heit unternehme, sondern eher zu deren Nutzen. Zu seinem eigenen Nutzen, wirft Coco ein. Es sei ihr bekannt, daß der Kopf der Puppe O-tuko-San erschöpfendes Wissen über Olivaro gespeichert habe. Er fürchte wohl, daß dieses Wissen in die Hände seiner Feinde gerät.
Das muß Olivaro zugeben, doch sagt er, daß diese Feinde auch Feinde der Menschen seien. Einzelheiten kann und will er nicht preisgeben, doch wenn Coco ihm helfen würde, wäre dies ein gutes Werk an der Menschheit. Denn das Wissen über ihn sei auch ein brisanter Zündstoff, der die Welt zur Explosion bringen könnte (symbolisch!).
Es stimmt also, daß Olivaro das Ungeheuer vom Nordpol und den amoklaufenden Medizinmann von Tomotada als Verstärkung für den Kampf gegen die unbekannte Macht wecken ließ. Coco wundert sich, warum Olivaro dafür solche Mühe aufgewendet hat und dabei das Wichtigste - nämlich die O-tuko-San - aus den Augen ließ.
Olivaro meint dazu, daß er wisse, wann und wo die Puppe an seine Feinde übergeben würde. Er wird dann mit seinen Kriegern zur Stelle sein. Er fragt Coco wieder, ob sie ihn nicht unterstützen will und auch bei HT (eigentlich bei dessen Diener Unga) für ihn ein gutes Wort einlegen möchte. Sie brauche nicht zu befürchten, damit zu einem Werkzeug des Bösen zu werden.
Coco will es sich überlegen. Sie sagt, Olivaro solle sich wieder melden. Coco hat sich aber schon in diesem Augenblick dazu ent­schlossen, zum Schein auf Olivaros Forderung einzugehen. Den Aus­schlag hat die Äußerung gegeben, daß er wisse, wo er seine Feinde treffen könne.
Coco weiß nämlich (Band 103), daß Dorian in der Gestalt des Kappa den Puppenkopf an sich gebracht hat und den daran Interessier­ten übergeben will. Und Olivaro könnte sie zu diesem Treffpunkt führen! Sie geht auf den Pakt also nur ein, um mit Dorian zusammen­zukommen und ihm helfen zu können.
Coco sagt Olivaro aber klar und deutlich, daß sie gegen seine dämonischen Helfer gnadenlos vorgehen werde, wenn diese den Menschen ein Leid zufügen. Sie würden unter diesen Umständen auch Tomotada töten.
Olivaro meint, dies solle sie besser sein lassen, denn wer weiß, vielleicht sei Dorian nach seinem Tod in dem Körper des Samurais wiedergeboren worden (Siehe dazu die Überlegungen im Datenexposé).
Das zieht jedoch bei Coco nicht, die ja weiß, daß Dorian nicht tot ist, sondern das Erbe des Hermes Trismegistos verwaltet. Sie wird sich aber hüten, dies zu verraten.
Coco ist also bereit, mit Olivaro zusammenzuarbeiten, solange sich dies nicht gegen die Interessen der Menschheit richtet. Und sie weiß auch, daß Unga in Namen HTs dies gutheißen wird.  Daß sie aber Olivaros dämonische Diener dabei keine Rücksicht nehmen werden, zeigt sich am Beispiel des amoklaufenden Medizinmannes.
Nach dem kurzen Gespräch mit Olivaro – Coco versucht noch Tomotadas Maske an sich zu bringen, verbrennt sich aber die Finger daran, mischt sie sich in den Kampf gegen den renitenten Medizinmann, den Morton und Unga inzwischen führen.
Zu dritt gelingt es ihnen, den Schamanen zu killen, bevor Tomotada mit ihm verschwinden kann. Der Samurai hätte sie dafür beinahe mit dem Schwert drangsaliert – doch dann tut er es doch nicht. Vielleicht hat Olivaro dem Befehl gegeben, sie zu verschonen, um damit auch seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu zeigen.
Abschließend hört Coco noch Olivaros Stimme in ihrem Geist: Er sagt etwas, das ihr schwer zu denken gibt:
Ihr denkt, ich sei ein Dämon. Doch das stimmt nicht. Mich hat nur der schlechte Einfluß der Schwarzen Familie geformt. Ich habe nie auf der Seite der Dämonen gestanden, sondern war nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht. Ich glaube, wenn ich eine Chance bekomme, könnte ich ein Mensch werden, so wie du…
Das muß Coco tatsächlich sehr zu denken geben. Olivaro war schon immer sehr geheimnisvoll, aber das macht ihn nur noch geheimnisvoller.
Coco sieht nun die Chance, durch Olivaro wieder mit Dorian zusammenzukommen. Damit den Roman beenden.

Schlußwort: Coco kann sich vorher überlegen, ob Olivaro nicht in der Maske des Samurais immer gegenwärtig ist und ihn so nach seinen Willen lenken kann. Schließlich zeigte die Maske ja Olivaros Gesicht!

Zur Einleitung - Zum ersten Teil - Zur Übersicht

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2014-07-09 10:04
Ein Geisterwestern. Und kein besonders guter. Schon auf den ersten Seiten zeigt Hess, dass Vlceks Hoffnung irgendwie fehlgeleitet war. Für die Recherche hatte der Autor wohl keine Zeit hatte. Da spielt alles 1861, im ersten Bürgerkriegsjahr. Also schießt man mit Winchestern (Funfact: Winchester gab es erst 1866) und mit Patronenrevolvern. (Ebenfalls falsch.) Die ganze Westernhandlung ist ziemlicher Unsinn. Egal.

Zu dem Gruselwestern gibt es noch die halbgare Däki-Version der Manson-Familie, nur halt als sexfreie Variante. Da hätte man vielleicht etwas draus machen können, aber dazu ist der Autor leider nicht der richtige Mann. Er verzettelt sich – wieder - in beliebigen Nebenhandlungen, wie man sie genausogut im Gespensterkrimi hätte lesen können. (Nicht dass das Expo besonders gut gewesen wäre.) Und um den Genremix vollständig zu machen, landet der Samurai in Texas, um eine Indianermumie zu beleben. Das nennt man multikulturell.

Olivaros Plan ist weiterhin völlig sinnfrei. Wozu hat er nochmal den Jet entführt? Da labert er etwas von kommenden Gefahren, und seine neue Geheimwaffe gegen das Böse, das gleich die ganze Welt bedroht, hat Coco in drei Sekunden erledigt, ohne sich dabei auch nur einen Nagel einzureißen. Das ist alles konfuser Unsinn.
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#2 Schnabel 2014-07-09 11:44
Dirk Hess alias Derek Chess hat zusätzlich auch einen kleinen Schönheitsfehler in seinem Roman eingefügt:
"Tomotada, der Schwarze Samurai, beugte sich über das zitternde Mädchen. Er zog den Dolch aus der Schärpe und durchtrennte ihre Fesseln.
„Du - willst mich nicht töten?“ fragte sie leise und rieb sich die schmerzenden Handgelenke.
Er schüttelte den Kopf.
„Tomoe“, sagte er mit leiser Stimme. „Du ähnelst Tomoe.“
Er wandte sich ab.
Maria wollte die Geduld des Fremden nicht auf die Probe stellen. Sie hauchte ein „Danke“ lief einfach davon. Maria brauchte nur den Fackeln zu folgen, die in der Wand steckten. Wenig später war sie draußen."
Nun, Tomotada II. befreit das Mädchen und der kennt seine Mutter Tomoe kaum...
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#3 Ingo Kirchhof 2014-07-09 17:35
Das mit Winchester ist so nicht ganz richtig. Diese "Unterhebelrepetierer" gibt es seit 1860. Möchte jetzt aber nicht Erbsenzählerei machen. Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen, in erster Linie muß ein "Groschenroman" mich ca. 1,5 Std. fesseln, dann hat er mir etwas gebracht. Der DK hatte (und tut es immer noch) eine Sonderstellung im Romanbereich. Dan Shocker ebnete den weg hin zum Grusel und der Ernst hat den sehr gut genutzt und ausgebaut. Tolle Ideen und Figuren. Hinzu kommt, es war Neuland! Die Autoren haben vorweg Western, Krimi und vereinzelt S.F. geschrieben. Nun ja, geile Zeit, kommt aber leider nie wieder.
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#4 Schnabel 2014-07-11 09:08
zitiere Ingo Kirchhof:
Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen, in erster Linie muß ein "Groschenroman" mich ca. 1,5 Std. fesseln, dann hat er mir etwas gebracht. Der DK hatte (und tut es immer noch) eine Sonderstellung im Romanbereich. Dan Shocker ebnete den weg hin zum Grusel und der Ernst hat den sehr gut genutzt und ausgebaut. Tolle Ideen und Figuren. Hinzu kommt, es war Neuland! Die Autoren haben vorweg Western, Krimi und vereinzelt S.F. geschrieben. Nun ja, geile Zeit, kommt aber leider nie wieder.

Stimmt diese tolle Zeit kommt nicht wieder, aber mit dieser DK-Chronik wird wenigstens an diese Ära erinnert...
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#5 Andreas Decker 2014-07-11 10:30
zitiere Ingo Kirchhof:
Das mit Winchester ist so nicht ganz richtig. Diese "Unterhebelrepetierer" gibt es seit 1860.


Stimmt. Dann hieße es aber Henry :D

zitiere Ingo Kirchhof:
Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen, in erster Linie muß ein "Groschenroman" mich ca. 1,5 Std. fesseln, dann hat er mir etwas gebracht.


Ich gebe dir ja völlig recht, in diesem Fall macht das für die Handlung letztlich keinen Unterschied.

Andererseits kommen wir da nicht zusammen. :-) Goldwaage hin oder her, wenn ich als Autor schon mit so grundsätzlichen historischen Kulissen spiele, dann sollten es auch die richtigen sein. Klar muss man da differenzieren und wissen, wo man einen Schnitt macht. Aber das macht den Unterschied zwischen einem guten und einem nicht so guten Autoren aus.
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