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Verstärkung für die Nichtstuer - »Die Geisterbehörde«

Die GeisterbehördeVerstärkung für die Nichtstuer
»Die Geisterbehörde«

Der österreichische Autor Horst Pillau machte sich in erster Linie als Satiriker einen Namen. Nach seinem Durchbruch mit dem gemeinsam mit Curth Flatow verfassten Bühnenstück „Das Fenster zum Flur“ entwickelte er sich zu einem der beliebtesten und gefragtesten Autoren Deutschlands. „Die Geisterbehörde“ schrieb er 1979 und erhielt dafür im Anschluss an die Ausstrahlung ausschließlich positive Rezensionen.

Die GeisterbehördeUmso erstaunlicher mutet es an, dass der von Wilm ten Haaf („Das Haus der Krokodile“) inszenierte Fernsehfilm mit Starbesetzung in den darauffolgenden 40 Jahren in den Archiven des ZDF verstaubte. Einmal mehr ist es dem nostalgischen Label Pidax zu verdanken, dass diese unterhaltsame Satire auf deutsche Beamtenmentalität endlich wieder zugänglich gemacht wurde. Horst Pillau hatte die Geschichte seinerzeit anschließend auch in einen Roman umgeschrieben und damit sein erstes Buch veröffentlicht, nachdem er zuvor ausschließlich Theaterstücke, Hörspiele und Fernsehdrehbücher geschrieben hatte. Die „Geschichte, die überall spielen könnte“, ist darüber hinaus auch ziemlich zeitlos. Auch nach 40 Jahren wiehert auf deutschen Behörden der Amtsschimmel, und das Klischee des sich selbst verwaltenden deutschen Beamten ist nach wie vor bekannt und in manchen Bereichen sicherlich auch noch zutreffend.

Die GeisterbehördeGünter Nestrick (Michael Hinz) ist nicht sonderlich glücklich mit seiner Beamtenstelle, da er auf dem entsprechenden Amt nicht wirklich viel zu tun hat. Er beantragt seine Versetzung. Regierungsdirektor Bock (Heinz Giese) bringt ihn daraufhin im „Amt für Rationalisierung“ unter. Das besteht derzeit aus den beiden Räten Rudolf Stortz (Erik Ode) und Herbert Waldmann (Herbert Fleischmann), die über den Neuzugang einigermaßen überrascht sind. Denn auch bei ihnen gibt es eigentlich gar nichts zu tun. Im Amt verbringt man seinen Arbeitstag mit Schachspielen, Skatpartien oder dem Erstellen eines Kunstwerks aus den Anschlägen der Schreibmaschine. Die alt eingesessenen Beamten und ihre Sekretärin Doris (Barbara Schöne), die aufgrund ihrer Untätigkeit in ihrer Arbeitszeit die Diplomarbeit ihres Freundes Detlev (Manfred Lehmann) abtippt, wollen nun zunächst einmal schauen, woran sie bei ihrem neuen Mitarbeiter Nestrick eigentlich sind…

Die Geisterbehörde„Die Geisterbehörde“ ist ein Fernsehfilm der leisen Schmunzelgags. Sehr subtil hat Horst Pillau die Geschichte von der Untätigkeit auf deutschen Ämtern konstruiert und mit humorvollen Dialogen versehen. Die werden von einer Starriege deutscher Fernsehprominenz mit enormer Spiellaune dargeboten. Etwas verwässert wird das Ganze durch eine eher unnötige Parallelhandlung über die Liebesabenteuer des Neuen, dem die Frauen gleich scharenweise hinterherlaufen. Die hier angesprochenen Missstände sind aber nach wie vor relevant und zutreffend, weswegen man an den Ereignissen, ähnlich wie bei denen aus der Kultserie „Büro, Büro“, nach wie vor seine Freude haben kann.

Die DVD-Erstveröffentlichung erfolgt mit einem makellosen Bild (im Vollbildformat 1,33:1) und einem stets gut verständlichen Ton (Deutsch in Dolby Digital 2.0 Stereo). Als Extra hat man ein neu gedrehtes Interview mit dem Autoren Horst Pillau aufgespielt, das den Titel „Auf den Spuren der Geisterbehörde – Autor Horst Pillau über seine Bürokratiesatire“ trägt (16 Minuten).

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