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Unterwegs mit dem Bestsellerautor - »Das geheime Leben der Bäume«

Das geheime Leben der BäumeUnterwegs mit dem Bestsellerautor
»Das geheime Leben der Bäume«

Angesichts der immer offensichtlicher werdenden Auswirkungen des globalen Klimawandels hat sich auch das Verhältnis vieler Menschen zur Umwelt und Natur geändert. Die junge Generation ist engagiert und gemahnt die Politik zum Handeln, Waldbrände in Südamerika, von Menschenhand entfacht oder aufgrund anhaltender Dürre entstanden, dringen immer mehr in das Bewusstsein der Menschen ein.

Das geheime Leben der BäumeDiese richtige, wichtige und schon längst überfällige Entwicklung hat hierzulande auch einem Förster eine immense Popularität beschert, der seit dem Jahr 2007 Bücher über den Wald und den richtigen Umgang mit Bäumen und der Natur publiziert. Weltweite Popularität erlangte Peter Wohlleben schließlich im Jahr 2015, als „Das geheime Leben der Bäume“ erschien, in dem sich der Autor mit den bislang kaum bekannten sozialen Komponenten im Leben der starr wirkenden Giganten auseinandersetzte. Drei Jahre lang hielt sich das Sachbuch auf der Spiegel-Bestsellerliste und wurde in Dutzende Sprachen übersetzt. Nun hat „Constantin Film“ aus dem weltweiten Bucherfolg einen Kinofilm gezimmert, der ab Oktober 2020 auch fürs Heimkino verfügbar ist. Regisseur Jörg Adolph hat den Förster dabei über anderthalb Jahre hinweg bei seinen unterschiedlichen Aktivitäten begleitet und diese mit den Theorien und Ansichten unterlegt, die Wohlleben in seinem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ dargelegt hatte. Diese Segmente sind mit wieder einmal faszinierenden Bildern des Naturfilmprofis Jan Haft („Das grüne Wunder – Unser Wald“) visualisiert, der mit Zeitraffer- und Makroaufnahmen ungewöhnliche Einblicke in die Abläufe und Abhängigkeiten in einem Wald liefert.

Das geheime Leben der BäumeZu den Grundthesen aus Peter Wohllebens Büchern gehört, dass es Bäumen durchaus möglich ist, ein komplexes soziales Netz untereinander aufzubauen. Der Autor macht deutlich, dass Egoisten im Wald keine Überlebenschance haben. Stattdessen unterstützen sich Bäume gegenseitig durch den Austausch von Nährstoffen über das Wurzelsystem. Darüber hinaus senden sie Duftstoffe aus, um benachbarte Artgenossen über den Einfall von Schädlingen zu informieren. In diesem Zusammenhang weist Wohlleben auch auf die Tatsache hin, dass von Menschenhand geschaffene Monokulturen nichts mit echtem, natürlichen Urwald gemein haben, und dementsprechend anfälliger sind für Schmarotzer oder widrige Wetter- oder Umweltbedingungen. Der Zuschauer begleitet Wohlleben im Film auf Exkursionen nach Schweden zum ältesten Baum der Welt, der mittlerweile fast 10.000 Jahre alt ist und noch immer lebt, oder in ein kanadisches Ureinwohnerreservat, das von einem Kahlschlag aufgrund skrupelloser wirtschaftlicher Interessen bedroht ist. Wir erleben den Erfolgsautor darüber hinaus bei seinen Lehrgängen im Wald oder bei Fortbildungsseminaren in seiner Waldakademie in Rheinland-Pfalz.

Das geheime Leben der BäumeJörg Adolph ist es mit seinem Film gelungen, die Kernaussagen aus Peter Wohllebens Bestseller anschaulich verständlich zu machen. Der charismatische Naturschützer kann seine Positionen dabei noch einmal selbst vor der Kamera darlegen. Mitunter wird der Person Wohllebens vielleicht etwas zu viel Aufmerksamkeit gewidmet, was angesichts der Tatsache, dass er es war, der diese Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit vermittelt hat, aber durchaus legitim ist. Jan Hafts faszinierende Detailaufnahmen der Prozesse in einem Wald dürften die Erwartungen von Naturdokumentationsliebhabern jedenfalls voll und ganz zufrieden stellen. Die DVD-Erstveröffentlichung des Films hat ein recht gutes Bild (im Widescreen-Format 1,85:1) und einen überzeugenden Ton (Deutsch wahlweise in Dolby Digital 5.1 oder 2.0; darüber hinaus sind eine Audiodeskriptionsfassung sowie deutsche Untertitel für Hörgeschädigte verfügbar). Als Extras gibt es ein Promo-Interview mit Peter Wohlleben (12 Minuten) sowie den Trailer zum Film.

Kommentare  

#1 Cartwing 2020-10-12 05:54
Sollte man wirklich gesehen haben.
Ich habe ihn auf Netflix gesehen und war einerseits baff über die Erkenntnisse, andererseits habe ich mich in meiner Auffassung bestätigt gefühlt, dass Bäume Lebewesen sind, worüber gern mal herzlich gelacht wird.

Stimme aber zu, dass sich gerade am Anfang zu viel um die Person und seine Promo Touren usw dreht.
Für eine Kino Produktion etwas langweilig. Aber es lohnt sich auf jeden Fall dran zu bleiben...
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