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Derrick und seine Fälle: Folge 149 - Die Dame aus Amsterdam

Derrick und seine FälleFolge 149
Die Dame aus Amsterdam

Albert Hufland konnte noch einen Notruf durch das Telefon an Derrick geben. "Derrick, ich bin in Lebensgefahr!", sind seine letzten Worte. Er kann sie gerade noch in den Hörer schreien, bevor mehrere Schüsse krachen und die Leitung unterbrochen wird. Derrick kannte Hufland noch aus dessen Polizeizeiten. Mittlerweile arbeitete er als Privatdetektiv. Bei der Observation des Frankfurter Chemikers Dr. Soest sei er auf eine "Riesensache" gestoßen ... (1)

Möglicherweise war diese Folge als Jubiläumsfolge 150 vorgesehen. Einiges spricht dafür. Zum einen die ungewohnt actionreiche und tempogeladene Handlung sowie die Tatsache, dass Erfolgskomponist Martin Böttcher die Titelmusik komponieren durfte.

Ernst JacobiBunt und komplex
Auch ansonsten kommt der Fall recht bunt und komplex daher, so dass weder atmosphärische Lücken noch Handlungslücken entstehen. Dialoge von ellenlanger Art kommen gar nicht vor. Folge 149 ist ein rundherum gelungener und waschechter Krimi ohne Schnörkel. So richtig was für Actionfans, die sich etwas mehr Handlung und Spannung im Derrick wünschen. Wie schon Folge 99 besser war als Folge 100, so ist bei diesem Jubiläum die Güte der Folgen ähnlich. Die 149 ist besser als die 150 und ist sogar unter den TOP 10 der Derricks anzusiedeln, wenn ich mir diese Wertung erlauben darf?

Tödliche Substanz
Der Wissenschaftler Soest hat eine Substanz entwickelt, die bis zum Schluss Rätsel aufgibt. Damit spart sich der Regisseur und Autor den Plot auf. Hinter dieser Substanz sind einige Mafiosi her, die dafür über Leichen gehen. Und die neue Frau an Soests Seite spielt ein doppeltes Spiel, was der verliebte Doktor nicht erkennen will. Detektiv Hufland, der von Soests eifersüchtiger Frau mit der Beschattung des untreuen Gatten beauftragt wurde, entdeckt das die Dame aus Amsterdam eigentlich gar keine Dame ist und mit den Gangstern kooperiert. Die wollen an seine Erfindung. Eine gefährliche Substanz, die einen Menschen binnen Sekunden töten kann - und sicher interessant für kriegerische Diktatoren ist.
Das Zitat dieser Folge geht so:

Derrick: Woran arbeiten Sie, Dr. Soest?
Dr. Soest: Ich arbeite auf dem Gebiet der Schädlingsbekämpfung.
Derrick: Ach so. Nun, das tun wir doch auch.


Personalien
Für den Darsteller Ernst Jacobi (hier als Dr. Soest) ist diese Derrick-Folge interessanterweise erst der zweite Auftritt nach Folge 9 Paddenberg. 12 Jahre musste er also auf ein neuerliches Gastspiel beim Oberinspektor warten. Die Wartezeit auf seinen nächsten Einsatz wird wesentlich kürzer. Er wird in der Folge Die Stimme, ein Jahr später wieder dabei sein. Schluss bei Derrick ist hingegen für Raimund Harmstorff. Der "Seewolf" war dreimal dabei und wird die Serie nicht mehr beehren. Wie viele seiner Kollegen (z. B. Ekkehardt Belle in Der Fall Weidau) verlässt auch er die Reihe als Leiche. Denn er spielt den Detektiv, der gleich zu Beginn erschossen wird.
 
Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Willy Schäfer, Ernst Jacobi, Elisabeth Augustin, Gustl Halenke, Raimund Harmstorff, Thomas Astan, Wega Jahnke, Thomas Bertram und andere
Musik: Martin Böttcher, Titelmusik: Les Humphries, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film- und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Regie: Helmuth Ashley. Erstsendung: 30.01.1987
 
(1) ZDF
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Kommentare  

#1 Dipl.-Päd. RL Fred Maurer 2014-09-12 11:02
Eine ganz ausgezeichnete Filmbetrachtung!
Davon würde ich gerne noch mehr lesen.
Herzlich, Fred Maurer (Derrick-Fan)
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#2 G. Walt 2014-09-12 22:09
DANKE. Inzwischen sind bis auf etwa ein Dudzent alle Folge besprochen im Zauberspiegel. Auch der ALTE 1-100 ist bereits fertig und am Kommissar arbeiten wir derweil. Liebe Grüße.
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#3 Michael 2016-12-29 00:54
zitiere G. Walt:
DANKE. Inzwischen sind bis auf etwa ein Dudzent alle Folge besprochen im Zauberspiegel. Auch der ALTE 1-100 ist bereits fertig und am Kommissar arbeiten wir derweil. Liebe Grüße.

Ich stiess erst jetzt beim "Derrick" auf Euch und geniesse die Kritiken. Bei "Der Alte" und bei "Der Kommissar" werde ich dann mit Genuss auch lesen... Meistens bin ich Eurer Meinung!
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#4 G. Walt 2016-12-29 12:57
Das freut sehr. Und das Feedback ob positiv oder kritisch bestärkt die Annahme, dass diese Arbeit nicht umsonst war. :-)
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#5 R. Krzykalla 2018-09-18 19:05
Diese Folge zeigt sehr gut auf, dass Reinecker auch den klassischen Krimifan sehr gut zu bedienen wußte, wenn er es denn mal gewollt hat. Hier fehlt es bestimmt nicht an der nötigen Spannung, und geboten wird sicherlich eine sehr kurzweilige Unterhaltung auf hohen Niveau. Diese Folge ist immerhin sehr gut zum Abschalten vom Alltag geeignet. Ich bin mir allerdings sicher, dass Reinecker nicht gerne in dieser eingängigen Art und Weise seine Drehbücher geschrieben hat. Das Problem bei solchen Folgen ist immer, dass sie, so unterhaltsam sie für eine Stunde auch immer gewesen sein mögen, völlig bedeutungslos bleiben. Man vergißt sie sofort wieder, nichts davon bleibt hängen. Warum auch nicht, es muss ja nicht jeder Krimi immer starke Eindrücke hinterlassen oder besonders bedeutungsschwanger sein. Aber für das, was den Derrick - und eben auch seinen Erfolg - ausgemacht hat, steht diese Folge für mich nicht. Dafür ist sie zu belanglos und austauschbar. Es ist eine gute Folge für zwischendurch. Aber es war beim Derrick immer gut zu wissen, dass der nächste Fall ganz bestimmt wieder mehr von Reineckers eigentlichen Anliegen mit sich bringen wird. Eben ganz unkonventionell auch mal andere Geschichten zu erzählen als bei der gewohnten Krimikost. Solche Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sein können, Geschichten, mit denen sich die Zuschauer identifizieren können. Geschichten, die es vermögen, den Zuschauer zu berühren und ihn nachdenklich zu machen. Das hat bei dieser Folge natürlich gefehlt. Von daher würde ich sie als ziemlich durchschnittlich bewerten. Gut, sie mal gesehen zu haben, aber für ein zweites Mal gibt sie einfach nicht genug her.
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#6 G. Walt 2018-09-18 22:10
Das hast du gut dargelegt. Ich stimme dir jedoch in Punkt nicht zu, dass man diese Folge sofort wieder vergisst.
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#7 Mark Wolf 2019-12-09 18:52
Gerade eben gesehen. Ernst Jacobi als Dr. Soest war beindruckend, seine Aktion am Ende hat mich kalt erwischt und geschockt. Ein Hauch von Horror in Derrick!
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