Albino Alligator - Kammerspiel in der Kellerbar
Albino Alligator
Kammerspiel in der Kellerbar
Kevin Spaceys (geboren 1959 in New Jersey) Karriere ist geprägt von etlichen Aufs und Abs. Erstmals Mitte der 1980er Jahre konnte man den Mimen vor der Kamera erleben, es sollte aber bis in die 1990er Jahre dauern, bis er seine ersten großen Erfolge verzeichnen und populärer werden sollte. In der Bühnenadaption von David Mamets „Glengarry Glen Ross“ glänzte er an der Seite von Hochkarätern wie Al Pacino und Jack Lemmon. Um 1995 löste ein Highlight das nächste ab: Auf „Die üblichen Verdächtigen“, für den er seinen ersten Oscar erhielt, folgten der packende Pandemie-Thriller „Outbreak – Lautlose Killer“ von Wolfgang Petersen und der clevere Serienmörderfilm „Sieben“ von David Fincher. Kurz darauf drehte Spacey dann sein Regiedebüt „Albino Alligator“ und erhielt einen zweiten Oscar für „American Beauty“ unter der Regie von Sam Mendes. Mit „Beyond the Sea“ realisierte er 2004 seinen zweiten Film als Regisseur, der ebenfalls floppte. 2017 führten schwere Missbrauchsvorwürfe zum Karriereende des Stars, der daraufhin auch aus der Erfolgsserie „House of Cards“ geschrieben wurde und Millionenstrafen zahlen musste. Obwohl er 2023 von allen Anklagepunkten freigesprochen wurde, ist es ihm noch nicht wieder gelungen, in Hollywood wieder Fuß zu fassen.
Die Gelegenheitsgangster Dova (Matt Dillon), Milo (Gary Sinise) und Law (William Fichtner) flüchten vor der Polizei mit dem Auto durch New Orleans. Als sie in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, suchen sie in Dinos (M. Emmet Walsh) Kellerbar Zuflucht. Da diese schon nach kurzer Zeit von Polizisten umstellt ist, entschließen sich die drei, die anwesenden Gäste und Angestellten als Geiseln zu nehmen. Darunter befinden sich Kellnerin Janet (Faye Dunaway), Geschäftsmann Guy (Viggo Mortensen), Stammgast Jack (John Spencer) und der Jugendliche Danny (Skeet Ulrich). Auf der Straße führt Agent Browning (Joe Mantegna) das Kommando. Als erste Schüsse fallen, werden die Gesetzeshüter zusehends nervös. Sie bereiten eine Stürmung des Gebäudes vor, als die Gangster Janet dazu zwingen, ihre Forderungen per Telefon an die Polizisten weiterzuleiten. Sie fordern den kompletten Abzug aller Beamter und freies Geleit zum Flughafen, wo ihnen eine Maschine zur Verfügung gestellt werden soll, die sie mindestens 3000 Meilen weit fortbringen kann. Was die drei Kriminellen allerdings nicht wissen: Unter ihren Geiseln befindet sich jemand, der nicht ist, was er zu sein scheint. Als die Fernsehreporterin Jenny Ferguson (Melinda McGraw) hinter diese unglaubliche Story kommt, muss sie sich entscheiden, ob sie diese auch ohne offizielle Bestätigung sendet…
Obwohl ein Großteil der Geschichte von „Albino Alligator“ in einem einzigen Raum spielt, ist es Regiedebütant Kevin Spacey hier sehr eindringlich gelungen, die Spannung durchweg am Köcheln zu halten. Die unterschiedlichen Temperamente der Gangster und der Geiseln sorgen für ein anhaltendes Konfliktpotenzial, das durch die Entscheidungen von Polizei und Medien zusätzlich verschärft wird. Die renommierte Besetzungsriege wird exzellent geführt und ist mit Hingabe bei der Sache, so dass man an diesem nervenaufreibenden Thriller samt seiner unerwarteten Schlusspointe als Genrefan viel Freude haben dürfte. Die BluRay-Erstveröffentlichung von Explosive Media (parallel hat das Label auch eine DVD-Wiederauflage herausgebracht) bietet ein sehr gutes Bild (im Widescreen-Format 2,35:1). Der Ton liegt in der deutschen Synchronfassung lediglich im DTS HD Master Audio 2.0 vor (die englische Originalfassung gibt es zusätzlich auch in einer DTS HD Master Audio 5.1-Fassung, optional sind deutsche und englische Untertitel verfügbar), ist aber durchweg gut zu verstehen. Als Extras hat man den US-Trailer zum Film und eine größere animierte Bildergalerie mit internationalem Werbematerial und Behind-the-Scenes-Fotos mit aufgespielt.



