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Illegale Goldgeschäfte - »Schließfach 763«

Schließfach 763Illegale Goldgeschäfte
»Schließfach 763«

Wolfgang Staudte gehört zu den renommiertesten deutschen Nachkriegsregisseuren, der mit Filmen wie „Die Mörder sind unter uns“, „Der Untertan“ und „Rosen für den Staatsanwalt“ Kinogeschichte schrieb. Ab den 1970er Jahren wandte er sich vornehmlich dem Fernsehen zu und inszenierte dort den legendären Abenteuervierteiler „Der Seewolf“ oder für die Krimiserie „Der Kommissar“. 1975 entstand unter seiner Regie der Kriminalfilm „Schließfach 763“.

Schließfach 763In der Hauptrolle dieses von Michael Mansfeld („Ein Fall für Titus Bunge“, „Das unsichtbare Visier“) geschriebenen Schmuggel- und Mordfalles ist Harry Meyen zu sehen. Der 1924 in Hamburg geborene Schauspieler und Regisseur ist vielen insbesondere noch wegen seiner neunjährigen Ehe mit der Schauspielerin Romy Schneider im Gedächtnis. Die beiden hatten den gemeinsamen Sohn David, der 1981 bei einem Unfall mit 14 Jahren ums Leben kam, was sicherlich ebenso zum frühzeitigen Tod der Leinwandlegende beigetragen hat wie der Selbstmord Harry Meyens zwei Jahre zuvor. In „Schließfach 763“ ist er noch einmal in einer seiner letzten Hauptrollen zu sehen, als windiger Boss einer Goldschmuggelbande, die durch den Tod eines Kuriers ins Visier der Cuxhavener Polizei gerät. Danach war Meyen nur noch in zwei weiteren Fernsehfilmen und in drei Gastauftritten der Krimiserien „Derrick“ und „Der Alte“ mit von der Partie, bevor er sich im Alter von 54 Jahren an der Feuertreppe seines Hamburger Hauses erhängte.

Schließfach 763Erik Hoopen (Harry Meyen) ist der Boss eines gut gehenden Goldschmuggelrings, der sich hinter einem fiktiven Reiseunternehmen verbirgt. Mitarbeiter wie Joe Nicholson (Dieter Ohlendiek) werden mit Goldbarren am Körper ausgestattet, um diese per Flugzeug in andere Länder zu schmuggeln und mit Koffern voller Geld wieder nach Europa zurückzukehren. Auch Richard Rolander (Horst Frank) ist einer dieser Kuriere, der nach erfolgreichem Deal in Kairo allerdings den Boden unter den Füßen verliert und einen Alleingang wagt. Die mit dem Geschäft erzielten rund 100.000 US-Dollar deponiert er in Schließfach 763 am Hamburger Hauptbahnhof. Seiner Kollegin Helga Baumann (Judy Winter) entwendet er noch in Ägypten die Kundenadressliste, bevor er Helga den Behörden ans Messer liefert. In Deutschland will er nun Erik Hoopen um den Hauptanteil künftiger Geschäfte erpressen, verkalkuliert sich aber gehörig dabei. Denn tags darauf wird seine Leiche einige Kilometer von Cuxhaven entfernt an Land gespült. Kommissar Böttcher (Walter Jokisch) übernimmt mit seinen Assistenten Schmidt (Edgar Bessen) und Deck (Gernot Endemann) die Ermittlungen, die bald zu einem Kutter in Cuxhaven führen, dessen Seemänner mehr zu wissen scheinen, als sie zunächst zugeben möchten.

Schließfach 763Auch bei diesem Fernsehfilm erweist sich Wolfgang Staudte einmal mehr als ausgeklügelter Spannungsregisseur. Geschickt entspinnt er Michael Mansfelds Drehbuch und zeigt seinem Publikum genug, damit sich dieses im Vorteil gegenüber den ermittelnden Kommissaren wägt, aber nicht genug, damit die Lösung schon frühzeitig auf der Hand liegt. So bleibt man anderthalb Stunden neugierig gefesselt an den Geschehnissen dran, die von einer ganzen Reihe erstklassiger Darsteller unterhaltsam dargeboten werden. Ohne Durchhänger und Redundanzen flott in Szene gesetzt, weiß „Schließfach 763“ auch heute noch bestens zu unterhalten.

Die DVD-Erstveröffentlichung bietet ein ganz gutes Bild (im Vollbildformat 1,33:1), das noch einige kleinere Verunreinigungen aufweist, und einen stets gut verständlichen deutschen Originalton (in Dolby Digital 2.0). Auf die Beigabe von Bonusmaterial hat man verzichtet.

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