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DER ALTE - Die Fälle des Leo Kress - Folge 174: Das Foto

DER ALTE - Die Kress-Ära Folge 174:
Das Foto

Nach der Ära Köster mit Siegfried Lowitz, die immerhin 100 Folgen der Reihe DER ALTE umfasste, kam man nicht umhin einen Nachfolger für das erfolgreiche Krimiformat zu finden. Am Ostermontag 1977 startete die Reihe mit dem Pilotfilm "Die Dienstreise". In Folge 100 starb Köster den Serientod. Helmut Ringelmann griff als Nachfolger auf Rolf Schimpf als Kress zurück, den er aus der gemeinsam mit ihm produzierten Serie "Mensch Bachmann" kannte.

Als Ulf Belum während einer Autofahrt mit seiner Freundin Jackie Möller eine Strafanzeige seines Vaters öffnet, trifft ihn fast der Schlag. Auf dem Foto, das die Verkehrskamera gemacht hat, ist sein Vater Philip gemeinsam mit Karins Mutter Franziska zu sehen. Das Bild dokumentiert, dass die beiden ein Verhältnis miteinander haben. Jackie gesteht ihrem Freund danach, dass sie auch schon mit seinem Vater geschlafen habe. Eine Welt bricht für Ulf zusammen. Als sein Erzeuger am Abend den Fechtclub verlässt, rast plötzlich ein unbekanntes Fahrzeug aus dem Dunkeln auf ihn zu und überfährt ihn. Belum stirbt noch an der Unfallstelle. Hauptkommissar Leo Kress nimmt die Ermittlungen auf. Es stellt sich die Frage, ob es sich bei der Tat um ein Familiendrama handelt, oder ob sich jemand aus der Unterwelt bei Belum gerächt hat. Der Tote war nämlich als Journalist mehreren dubiosen Geschäften und kriminellen Machenschaften auf der Spur. (1)

Fehlende Glieder
Nur 14 Tage nach Erstausstrahlung der vorherigen Folge, liefert man mit "Das Foto" die nächste Story von Volker Vogeler. Zunächst einmal spielt das Foto in dem Fall nur eine untergeordnete Rolle. Wahrscheinlich ist es aber ausschlaggebend für den Mord, der verübt wird. Allerdings scheint Volker Vogeler das Foto am Ende der Geschichte vergessen zu haben, denn es kommt nicht mehr zur Sprache. Alles in allem mangelt es in der Story etwas an Dichte. Was hat es zu bedeuten, dass Herr Bellum um seine Geliebte beim Liebesspiel gestört werden – und vor allem wer stört sie! Die Szene wird im entscheidenden Moment abgeblendet und kommt nicht mehr zur Sprache.

Ohne Schnörkel
Helmuth Ahsley erzählt die Geschichte im Gegensatz zu Brynych ohne Schnörkel und versucht selbst in unbedeutenden Szenen Spannung zu erzeugen, in dem er entweder schnelle Schnitte wagt oder Musik einspielt, die Spannung verheißt.
Insgesamt ist der Fall aber seicht und er kommt ohne Schusswechsel aus, was bei Vogeler schon eher eine Seltenheit darstellt, aber in Zukunft dann doch häufiger vorkommt. Die Ermittler bleiben in dieser Folge schrecklich blass und wirken eher wie Marionetten. Einzig Leo Kress sticht manches Mal aus der Riege hervor und setzt einige Akzente.

Personalien
Unter den Gast-Schauspielern finden sich diesmal wieder erfrischende Gesichter. Neben Anja Kling spielt Karin Eickelbaum mit, die viele noch als Ex-Frau des Essener Tatort-Kommissars Haferkamp kennen dürften. Auch Ulrike Kriener hat hier einen ersten Gastauftritt, die später einmal in der ZDF-Reihe Kommissarin Lucas, selbst eine Ermittlerin gibt.

Buch: Volker Vogeler
Musik: Eberhardt Schoener, Frank Duval
Regie: helmuth Ashley
Mit: Rolf Schimpf, Michael Ande, Charles M. Huber, Markus Böttcher, Ulf J. Söhmisch, Karin Eickelbaum, Amadeus August, Anja Kling, Ulrike Kriener, Volker Ranisch, Robinson Reichel u.a.
Erstausstrahlung: 28.08.1992

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(1) © GP - Die Krimihomepage (mit freundlicher Genehmigung)

 

Kommentare  

#1 Jens Gonser 2020-08-19 21:50
Trauriges Detail am Rande: Als die Folge Ende August 1992 erstmalig ausgestrahlt wurde, war Amadeus August schon im Zusammenhang mit AIDS verstorben.

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