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Exzellentes Remake - »Zeugin der Anklage« 1982

Zeugin der Anklage (1982)Exzellentes Remake
»Zeugin der Anklage« 1982

Leonard Vole (Beau Bridges) steht unter dringendem Tatverdacht, seine ältere Freundin oder Geliebte Emily French ermordet zu haben. Frenchs Zimmermädchen (Dame Wendy Hiller) ist sich sicher, dass Vole zur Tatzeit am Tatort war. Lediglich Voles Ehefrau Christine (Dame Diana Rigg) könnte dem Mordverdächtigen ein Alibi liefern. Doch als der Fall schließlich vor Gericht verhandelt wird, entpuppt sich Christine Vole überraschend als »Zeugin der Anklage«.

Zeugin der Anklage (1982)Dame Agatha Christies 1953 uraufgeführtes Bühnenstück „Zeugin der Anklage“ (Witness for the Prosecution), das auf einer eigenen Kurzgeschichte der bekannten britischen Kriminalautorin basierte, wurde 1957 von Billy Wilder kongenial für die Leinwand adaptiert. Der Gerichtsfilmklassiker, der mit Charles Laughton, Tyrone Power und Marlene Dietrich überragend besetzt war, zählt auch heute noch zu den besten Christie-Verfilmungen überhaupt. Da hat es ein Remake zwangsweise schwer, zumal, wenn es wie Alan Gibsons Version des Stoffes 1982 lediglich für das US-Fernsehen realisiert wurde. Aber der jung verstorbene kanadische Filmemacher, der zuvor zwei späte „Dracula“-Filme der Hammer-Reihe mit Christopher Lee und einige Fernsehepisoden von „Orson Welles erzählt“ und „Thriller“ inszeniert hatte, konnte hier auf ein gleichermaßen gutes Drehbuch (von John Gay) und eine exzellente Besetzung zurückgreifen, die diese Farbversion des Stoffes nur minimal hinter dem Wilder-Klassiker zurückbleiben lässt.

Zeugin der Anklage (1982)Die Verteidigung im hoffnungslosen Fall von Leonard Vole soll der renommierte Strafverteidiger Sir Wilfred Robarts (Sir Ralph Richardson) übernehmen. Der hatte gerade einen Herzinfarkt erlitten und wird nun auf Schritt und Tritt von der übellaunigen Krankenschwester Miss Plimsoll (Deborah Kerr) überwacht, die ihm Alkohol, Zigarren und jedwede Aufregung streng untersagt. Der Fall ist allerdings viel zu spannend, als dass Sir Wilfred sich Ruhe gönnen würde. Engagiert übernimmt er die Verteidigung des Amerikaners, dessen einzige Entlastung in der Zeugenaussage seiner Ehefrau zu liegen scheint. Als diese jedoch von Staatsanwalt Meyers (Donald Pleasence) als „Zeugin der Anklage“ aufgerufen wird, nehmen die Ereignisse eine unvorhergesehene, dramatische Wendung.
Zeugin der Anklage (1982)
Dieser Stoff ist einfach das Beste, was Dame Agatha Christie jemals zu Papier gebracht hat. Immer wieder wird der Zuschauer auf falsche Fährten gelockt, wähnt sich wissender als die Protagonisten und wird durch neuerliche Handlungsschwenks überrascht. Der ersten Verfilmung steht dieses Remake in Nichts nach. Zu Beginn erkennt man an einigen inszenatorischen Mätzchen, dass man es hier mit einer etwas bescheidener budgetierten Fernsehfassung zu tun hat, aber die grandiosen Darsteller reißen das schnell wieder heraus.

Die DVD-Erstveröffentlichung präsentiert den Film in einem nicht zu beanstandenden Bild (im Vollbildformat 1,33:1) und mit dem deutschen und amerikanischen Ton (jeweils in Dolby Digital 2.0), der der Entstehungszeit angemessen ist. Auf die Beigabe von Bonusmaterial hat man hier allerdings verzichtet.


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