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Der Kommissar und seine Mörder - Folge 58: Schwarzes Dreieck

Der Kommissar und seine MörderFolge 58:
Schwarzes Dreieck

Frau Böhle geht am Sonntagmorgen mit ihrer Freundin, Frau Alsberg zur Kirche. Deren Ehemann wundert sich nur über die anscheinend neu entdeckte Frömmigkeit. Als Frau Alsberg eine Stunde später wieder zu Hause ist, findet sie ihren Mann tot in der Badewanne. Anscheinend ist der Elektrorasierer in die Wanne gefallen.

Aber war es wirklich ein Unfall?


Kommissar Keller findet heraus, daß das Ehepaar Alsberg schon seit langem keine glückliche Ehe mehr führte, und daß es Frau Alsberg jetzt eigentlich viel besser geht.

Nur ihre Freundinnen gefallen ihm nicht: Frau Böhle und Frau Kanietz. Haben sie etwas mit dem mysteriösen Tod in der Badewanne zu tun? (1)

Drei Frauen - zwei davon im Bann der einen. Eine Art "schwarze Witwe". Sie haben sich verabredet ihre Männer gegenseitig zu töten. Dabei ist Ihnen jedes Mittel recht. Der Rasierapparat in der Wanne, der laufende Motor in der Garage. Es sieht wie Suizid oder Unfall aus. Doch Keller wird stutzig, denn der Tote in der Wanne soll sich nie elektrisch rasiert haben...

Etwas störend wirkt die Nebenhandlung der beiden Söhne von Frau Alberg, die auf ein Erbe aus sind. Die Haupthandlung um die mordlüsternen alten Damen, die ihre Männer einfach nur bestrafen wollen, hatte genug Füllmaß für einen Krimisonntag. Das desintresse der Männer an ihren ältlichen Frauen sollte abgestraft werden. Merkwürdiges Motiv aber eben auch ein wenig typisch für Herrn Reinecker.

Gedreht 1973, Erstsendung 16.3.1973

mit Erik Ode, Günter Schramm, Reinhard Glemnitz, Fritz Wepper, Helma Seitz, Käthe Gold, Angela Salloker, Edith Schultze-Westrum, Peter Fricke, Karl-Walter Diess, Sigfrit Steiner, T. v. Berlepsch u.a.
Stab: Regie: Theodor Grädler - Buch: Herbert Reinecker - Titelmusik: Herbert Jarczyk - Musik: Peter Thomas - Neue Münchner Fernsehproduktion 1972

(1)= 3sat
Foto: 3sat

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2015-05-12 09:54
Das war eine der besseren Folgen. Auch wenn der Plot Highsmith und Hitchcock entliehen ist.

Irgendwie ist die Folge bei mir haften geblieben. Die Figur der bis zur Selbstverleugnung duldsamen Frau, die dann durchdreht, hat Reinecker ja oft in den Mittelpunkt gestellt. Eigentlich kommt sie gleich nach alter Mann/junges Mädchen in der Häufigkeit.

Aber hier vermochte sie zu berühren. Und ich fand das mit den Söhnen eigentlich gar nicht so unerheblich. Das war doch ein wichtiger Teil der Geschichte. Die Täterin versteigt sich in die Idee, durch die veränderte Situation die Söhne wieder näher an sich zu binden, und die behandeln sie aus durchaus nachvollziehbaren Gründen genauso wie der Alte.
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#2 joe p. 2015-05-12 10:43
Es ist Frau Alsbergs großer Traum, ihre entsprechend umgebaute Wohnung zum Hort für die Familien ihrer Söhne, insbesondere der Enkelkinder zu machen. Ein interessantes Nebeneinander von Menschenverachtung und Zuneigung: Oma liebt euch - sie hat extra für euch Opa heimtückisch umgebracht... umbringen lassen.
Die beiden unsympathischen Söhne kommen als Täter nicht infrage, sie sind es ja gerade, die die Mordermittlungen erst in Gang bringen. Dennoch sind sie für die Geschichte notwendig. Frau Alsbergs Traum von der Freiheit wird von ihnen zunichte gemacht. Die Unterdrückung und die Einsamkeit gehen weiter.
Es gibt einen interessanten CSI-Einschlag: Der Kommissar lässt ein Stück Gesichtshaut des Toten untersuchen ("Das kann man."), um nachzuweisen, dass dieser sich nur nass rasierte.
Ein grober Logik-Schnitzer zeigt sich am Ende. Obwohl der Kommissar direkt davor steht, die Wahrheit zu erkennen, obwohl die Beziehung der drei Frauen bekannt ist, versuchen sie, ihren jetzt völlig durchsichtig gewordenen Plan durchzuziehen.
Die beiden Frauen verzweifeln hier an der Gleichgültigkeit ihrer Ehemänner. Man lebt nebeneinander her. Aber ist das genug, um Hassgefühle und Mordpläne zu entwickeln? Hier hätte man etwas mehr häusliche Tyrannei schildern können. Und was ist mit dem Sex? Bei Reinecker sind alte Männer ansonsten meist recht triebhaft. Da hätte es nicht geschadet, den (potentiellen) Mordopfern hier Geliebte oder besser regelmäßige Bordellbesuche anzudichten, zumal Prostitution bei Reinecker ja auch an der Tagesordnung ist. Das hätte den Hass und die Mordgedanken besser erklärt.
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