Hitler - Der Aufstieg des Bösen

Hitler - Der Aufstieg des BösenHitler - Der Aufstieg des Bösen
(Hitler: The Rise of Evil)

Nach Ende des Ersten Weltkrieges akzeptiert der Soldat Hitler das Angebot, die Deutsche Arbeiterpartei zu infiltrieren. Doch gerade der Nationalismus und Antisemitismus der Partei passen perfekt in sein krankes Weltbild. So schürt er das Feuer des Hasses mit den mythischen Legenden einer überlegenen arischen Rasse. Hitler fasst Fuß in der Politik und beginnt gnadenlos immer mehr Macht an sich zu reißen. Als 1933 die Flammen den Reichstag verzehren, ist auch die Demokratie in Deutschland verloren. Jetzt ist Hitler nicht mehr aufzuhalten ...

Es gibt ja nun wirklich mehr als genügend Filme, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg, dem damit verbundenen Holocaust und mit der Person des Adolf Hitler beschäftigen.

Doch dieses Werk von Christian Duguay widmet sich dem Werdegang des kleinen Gefreiten und zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise auf, wie es überhaupt zum unaufhaltsamen Aufstieg eines Mannes kommen konnte, der ganz Deutschland ins Unglück stürzte. Von frühester Kindheit an bekommt der Zuschauer hier die wichtigsten Eckpfeiler einer Karriere präsentiert, die wohl besser nie stattgefunden hätte und erhält dabei auch einen sehr tiefen Einblick in die offensichtlich kranke Psyche eines Menschen, dessen Charakter eine Mischung aus Fanatismus, Genie und absolutem Wahnsinn darstellt, was in vorliegendem Film ganz exzellent herausgearbeitet wird. Nun gibt es nicht gerade wenige Leute, die in Robert Carlyle (28 Weeks Later) eine absolute Fehlbesetzung in der Rolle des Adolf Hitler sehen, doch dieser Meinung muss ich energisch widersprechen, verkörpert Carlyle diese Figur doch nahezu perfekt und bringt insbesondere die verschiedenen Facetten des Charakters absolut brillant zum Ausdruck.

Insbesondere die Passagen, in denen es zu extremen Gefühlsausbrüchen kommt, stechen hier ganz besonders hervor und vermitteln dabei einen höchst authentischen Eindruck über die offensichtlich kranke Psyche eines Mannes, der durch sein vollkommen verzerrtes Weltbild eine ganze Nation ins Verderben führte. Man kann sich ein gutes Bild darüber machen, wie Hitler durch seine flammenden Reden die Massen begeistern konnte, die nur zu bereitwillig die Hass-Tiraden gegen die Juden in sich aufnahmen und damit endlich die Schuldigen für die damals fatale Situation in Deutschland gefunden hatten. Gleichzeitig hatten Großteile des deutschen Volkes in Hitler endlich eine starke Persönlichkeit gefunden, mit dessen fanatischen Ansichten sie sich identifizieren konnten. Zugleich gab es aber nur wenige Menschen, die hinter die Fassade geschaut und die Bedrohlichkeit erkannt haben, die von diesem Mann ausging. Doch es ist nicht nur die kranke Weltanschauung, auch das gestörte Verhältnis Adolf Hitlers gegenüber Frauen kommt hervorragend zum Ausdruck. So wird beispielsweise seiner krankhaften Liebe zu seiner eigenen Nichte eine Menge Aufmerksamkeit geschenkt. Auch in diesem Punkt brilliert Carlyle einmal mehr durch extrem intensives und ausdrucksstarkes Schauspiel und verleiht der von ihm dargestellten Figur ein Höchstmaß an Authentizität. Ich möchte sogar behaupten, dass der schottische Schauspieler seine Rolle nicht nur darstellt, sondern richtiggehend lebt, und das merkt der Zuschauer in jeder einzelnen Einstellung dieses fantastischen Filmes.

Es ist einfach absolut faszinierend, den Aufstieg eines kleinen Gefreiten zum mächtigsten Mann in Deutschland mitzuverfolgen, der sich auch von diversen Niederlagen und etlichen Rückschlägen zu keiner Zeit von seinem Weg abbringen ließ. Selbst ein gescheiterter Putsch-Versuch gegen die damalige Regierung und eine damit verbundene Gefängnisstrafe konnten nichts daran ändern, dass Hitler unbirrt seine Ziele verfolgt hat. Dabei waren ihm alle Mittel recht. Intrigen und das Einsetzen von exzessiver Gewalt gegenüber seinen Gegnern gehörten dabei zum Tagesgeschäft. Hinzu kamen außerdem seine Überzeugungskraft und seine manipulativen Fähigkeiten; er hat es einfach immer wieder geschafft, die Menschen in seinen fast hypnotisch erscheinenden Bann zu ziehen. Gleichzeitig wird in diesem Film aber auch sehr deutlich, dass durch seine Unberechenbarkeit ein extremes Angsgefühl bei vielen Menschen ausgelöst wurde, selbst Anhänger aus den eigenen Reihen haben mit der Zeit eher Abstand von ihm genommen, da sie die Gefahr gespürt haben, die von diesem fanatischen und offensichtlich kranken Menschen ausgegangen ist.

Natürlich kann "Hitler - Der Aufstieg des Bösen" trotz einer Laufzeit von gut 3 Stunden nur die wichtigsten Eckpfeiler eines Aufstiegs bearbeiten, tut dies aber dennoch mit einer teils erschreckenden Intensität und beschert dem Zuschauer damit einen sehr guten Überblick darüber, wie es überhaupt möglich war, dass Adolf Hitler zum mächtigsten Mann in Deutschland wurde. Den jeweiligen Stationen dieser bedauernswerten Karriere wurde dabei aber genügend Aufmerksamkeit geschenkt, so dass man letztendlich zu einem sehr guten Gesamteindruck gelangen sollte. Erstklassigen Schauspielern und einem absolut überragenden Robert Carlyle ist es dabei zu verdanken, dass man eigentlich sehr selten den Eindruck hat, einen richtigen Spielfilm zu sehen, denn nicht selten überkommt einen das Gefühl, eine Art realistische Dokumentation zu sehen. Regisseur Christian Duguay ist es wirklich hervorragend gelungen, seine Geschichte gleichzeitig schockierend und faszinierend zu gestalten, was für ein mehr als nur interessantes Filmerlebnis sorgt. Wenn man dieses Werk gesehen hat, bekommt man meiner Meinung nach ein viel besseres Verständnis dafür, wie es überhaupt möglich war, dass ein einzelner Mensch dazu in der lage war, durch seine manipulativen Fähigkeiten und nahezu blinden Fanatismus Großteile des deutschen Volkes hinter sich zu bringen. Durch geschicktes Ausnutzen der damaligen Situation in Deutschland und die scheinbare Unfähigkeit einer schwachen Regierung war es überhaupt erst möglich, dass ein kleiner österreichischer Gefreiter die Macht an sich reißen konnte und so der Weg für die folgenden Greueltaten geebnet war, die jedem von uns sicherlich noch im Gedächtnis sind.
 
Fazit: "Hitler - Der Aufstieg des Bösen" zeichnet sehr eindrucksvoll und authentisch den Werdegang des Adolf Hitler nach, der schon in frühen Jahren die Anzeichen einer psychischen Krankheit erkennen lässt. Durch herausragendes Schauspiel wird dem Zuschauer dabei ein Bild eines Menschen gezeigt, der optisch eher unscheinbar wirkt, aber durch seine Redegewandtheit und Überzeugungskraft die Massen mobilisieren konnte. Durch geschickt manipulatives Verhalten und das Einsetzen etlicher illegaler Mittel wurde ein schier unaufhaltsamer Aufstieg eingeleitet, der ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nicht mehr aufzuhalten war. Ein alles überragender Hauptdarsteller sorgt hier dafür, dass man einen tiefen Einblick in das kranke Seelenleben eines Menschen erhält, der unter Einsatz aller Mittel sein vollkommen verzerrtes Weltbild durchsetzen wollte, was später Millionen von Menschen das Leben kosten sollte.
 
 
Daten zum Film
 
Darsteller: Robert Carlyle, Stockard Chaning, Jena Malone, Julianna Margulies, Matthew Modine, Liev Schreiber, Peter Stormare, Friedrich von Thun, Peter O'Toole, Zoe Telford, Terence Harvey, Justin Salinger, Chris Larkin, James Babson, Patricia Netzer
Regie: Christian Duguay
Drehbuch: John Pielmeier / G. Ross Parker
Kamera: Pierre Gill
Musik: Normand Corbeil
FSK 12
Kanada / USA / 2003

 
 

Kommentare  

#1 Laurin 2011-05-14 09:43
Man kann hierzu eigentlich nur sagen, eine perfekte Umsetzung, durchweg gutes Schauspiel aller Beteiligten und die Rolle Hitlers brilliant von Robert Carlyle umgesetzt. Neben dem Film DER UNTERGANG wohl die beste Verfilmung zur Geschichte in den letzten Jahre!

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