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Gear & Gear: Das letzte Gebet

CoverDas letzte Gebet (To Cast a Pearl)

von Gear & Gear

Bastei Lübbe Taschenbuch, Allgemeine Reihe

erschienen: Herbst 2007 (Deutschland)

478 Seiten, 8.95 €

ISBN 978-3-404-15748-8

 

Thriller mit religiösem Hintergrund liegen spätestens seit Dan Browns Sakrileg voll im Trend. Alle paar Wochen erscheint ein neuer Roman, der uns in die Welt unglaublicher Verschwörungen und unfassbarer Geheimnisse hineinzieht und dabei für gute Verkaufszahlen sorgt.

Auch prominente Autoren springen gerne auf diesen Zug auf. Bestes Beispiel ist Wolfgang Hohlbein und sein Paulus-Evangelium. Nun haben sich mit W. Michael Gear und Kathleen O'Neal Gear zwei weitere Bestsellerautoren, die uns ihr Können unter anderem mit Lucifers Erbe und Der Schatten Gottes bewiesen haben, dran gemacht, das Genre um ein weiteres Kapitel zu bereichern.

Das letzte Gebet, im Original To Cast A Pearl, ist der Titel ihres Werkes, das sich mit den Folgen des Konzils Nicäa auseinandersetzt.

Man schreibt das Jahr 325 nach Christi Geburt. Um die Kirche zu stärken, soll ein einheitlicher Glaubenskanon gefunden werden, der angibt, welchen Regeln und Vorstellungen alle Christen auf der Welt gleichermaßen folgen sollen. Die Konsequenzen des Konzils sind weitreichend. Aus den Dutzenden vorhandener Schriften über das Leben Jesu werden vier ausgewählt, die die ab sofort gültige Wahrheit beinhalten. Alle anderen werden als verleumderische Darstellungen gebrandmarkt und ihr Studieren bei Strafe verboten.

In einem Kloster in Ägypten beschäftigen sich die Mönche, allen voran der gelehrte Barnabas, schon lange mit Schriftstücken über das Leben Jesu. Als die meisten dieser Schriften verboten werden, lässt Kaiser Konstantin Vollstrecker aussenden, die die Vernichtung der „ketzerischen“ Werke überwachen sollen.

Als Pappas Meridias und seine Schergen in dem Kloster eintreffen, fügt sich der Abt den Befehlen. Doch dies reicht dem Bischof nicht. Er lässt das Essen der Mönche vergiften und das Kloster niederbrennen. Einzig Barnabas, der junge Zarathan, der ehemalige Krieger und jetzige Mönch Cyrus und die als Waschfrau angestellte Kalay entkommen dem feigen Anschlag. Geführt von einem Papyrusfetzen begibt sich die Gruppe auf eine gefahrvolle Suche nach einem Geheimnis, für das fast 100 Mönche gestorben sind. Die Schergen Meridias sind ihnen dabei dicht auf den Fersen, denn sie halten den Schlüssel zu einer Entdeckung in den Händen, die die junge Kirche und ihre Lehren in den Grundfesten erschüttern könnte.

So viel zum Thema. Mit Ausnahme der Tatsache, dass der Roman nur wenige Jahrhunderte nach Christi Geburt spielt, gibt es storytechnisch relativ wenig, was ihn von all den anderen Thrillern mit religiösem Hintergrund der letzten Jahre abhebt. Eine große Verschwörung, eine Kirche, die durch eine Enthüllung in Bedrängnis kommt, Kirchenoberhäupter, die alles dran setzten, diese Enthüllungen zu verhindern, gejagte Protagonisten, die auf einer abenteuerlichen Flucht alles dran setzen, herauszufinden, warum sie eigentlich verfolgt werden,... Fundamental neu ist hier nichts.

Was den Thriller über einen durchschnittlichen weiteren Kirchenthriller hebt, ist die enorme Menge an historischem und theologischem Background, die dem Leser geboten wird. Gear & Gear haben sich viel Mühe gegeben, aus den lange Zeit verbotenen Evangelien, weiteren zeitgenössischen Schriften und aktuellen Forschungsergebnissen ein möglichst plausibles und detailliertes Porträt von Jesus Christus, seinem Wirken und insbesondere auch seinem Tod zu geben. Ein ausführlicher Anhang mit nicht weniger ausführlicher Literaturliste gibt dem Leser einen Einblick in die Arbeit, die die Autoren in ihr Werk gesteckt haben. (Mein persönlicher Tipp: Beim Lesen unbedingt die Einheitsübersetzung der Bibel dabei haben; es erwarten einen hier teilweise überraschende neue Erkenntnisse über das Buch der Bücher.)

Genau hier liegt aber auch das Problem des Romans. Bei all der Liebe zu einer möglichst genauen Rekonstruktion des Lebens und Sterbens Jesu bleibt die Story um Barnabas und sein Gefolge manchmal leicht auf der Strecke. Etwas mehr Dynamik und mehr Konzentration auf die Protagonisten und weniger auf die historischen Hintergründe wäre durchaus wünschenswert gewesen.

Wer einen atemberaubenden Thriller mit großen Actionsequenzen und mitreißenden Wendungen erwartet, der wird hier enttäuscht. Sucht man aber nach einem gut recherchierten Roman mit religiösem Hintergrund, der einem zu denken gibt und darüber hinaus noch eine wenn schon nicht unglaublich fesselnde, so doch spannende Story hat, dann ist man bei Das letzte Gebet genau richtig. Fans von Kirchenthrillern und historischen Romanen sei das Buch wärmstens empfohlen.

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