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Marsch durch die Hölle - Ein ganz anderer Kriegsfilm

Szenenfoto - Marsch durch die Hölle (A Town Like Alice)Ein ganz anderer Kriegsfilm
Marsch durch die Hölle (A Town Like Alice)

Jean Paget, eine englische Sekretärin, kommt aufgrund einer Erbschaft in den 1950er Jahren nach Malaysia zurück und gräbt in den schrecklichen Erinnerungen, die sie mit diesem Land verbindet: 1942 wird die britische Kolonie von den Japanern okkupiert. Jean gehört zu denjenigen, denen die Flucht nicht mehr gelingt. Während Männer in Lager kommen, schicken die Japaner die Frauen und ihre Kinder auf eine gewaltsame Odyssee durch das Land.


Marsch durch die Hölle (A Town Like Alice)Es sind Höllenqualen, die Jean und die anderen erleiden müssen angesichts der ständigen Konfrontation mit Tod, Krankheit und Gewalt ... (1)

Hintergrund des Films ist die japanische Invasion auf die malaysische Halbinsel in den Jahren 42/42. Beschrieben wird dabei vorwiegend das Leid britischer Kolonisten. Es zeigt aber eben auch auf, dass der zweite Weltkrieg nicht nur Deutschland war, sondern überall Ungerechtigkeiten und menschliche Vergehen geschahen. Vor diesem Hintergrund ist der Film ein kleines Zeitdokument, auch wenn die Handlung sehr einseitig dokumentiert. Bein anschauen bemerkte ich, das mir der Film im Grunde weder "Fisch noch Fleisch" bot.

Es ist weder eine Liebesgeschichte noch ein taugliches Kriegsdrama. Geschildert werden die Guttaten der Engländer, die ein Dorf in Malaysia mit Wasser versorgen und den Menschen dort auf diese Weise helfen. Die Malaysier werden als Menschen dargestellt die den Engländern jederzeit wohlgesonnen sind und sie für ihre guten Taten lieben. Die britische Empire hatte die Kontrolle über weite Teile Malaysias seit dem frühen 19. Jahrhundert inne. Den Japanern war daran gelegen die Kontrolle über die Halbinsel zu erlangen, da es ein strategische wichtiger Ausgangspunkt war.

Erst 1963 gewann Malaysia seine Unabhängigkeit zurück. Die Bösen sind hier selbstverständlich die Japaner und die Guten die Engländer. In deutschen Kriegsfilmen ist die Kriegsbewältigung ganz anders. Aber sei es drum. Mit Ruhm bekleckert haben sich beide Seiten nicht. Wie dem auch sei, war der Film ein großer Erfolg in Großbritannien. Aus heutiger Sicht ist es eher ein uninteressanter Film. Zu loben ist Darstellung vor allem durch die Hauptakteure Peter Finch und Virginia McKenna.


Pidax-Film bringt das Drama, welches die Qualen einer Handvoll Menschen auf ihren Marsch durch die Hitze Malaysias beschreibt in restaurierter Fassung heraus. Das Bild ist dabei als sehr gut zu bezeichnen. Die schwarzweiß-Optik wirkt vor der Kulisse etwas fremd. Dem Film hätte eine Koloration sicher gut getan.

Die DVD von Pidax wurde liebevoll aufgemacht. Das Booklet (ein Teilnachdruck der illustren Filmbühne), bietet weit weniger Informationen als es auf dem Cover versprochen wird.

Fazit. Ein weiterer Klassiker von Pidax, der aber nicht ganz hält was er verspricht.

Marsch durch die Hölle (A Town Like Alice)Marsch durch die Hölle
(A Town Like Alice)
mit Virginia McKenna, Peter Finch, Kenji Takaki, Munesato Yamada, Yukio Yamada, Ikeda Nakanishi, Sanny Bin Hussan
Drehbuch: W. P. Lipscomb, Richard Mason
Musik: Matyas Seiber
Regie: Jack Lee
Nach dem Roman „Eine Stadt wie Alice“ von Nevil Shute
1 DVD in einem Amaray-Case mit Wende-Inlay (inwendig ohne FSK-Logo)
Laufzeit: ca. 116 Minuten
Bildformat: PAL 1.66:1 s/w
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Sprache: Deutsch, Englisch
Ländercode: 2 (Europa)
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Großbritannien 1956
Pidax-film.de

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