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…Katja Brügger und Douglas Welbat über eine 25 Jahre alte Rolle, den Groove der 80er ...

Douglas Welbat und Katja Brügger... Katja Brügger und Douglas Welbat über eine 25 Jahre alte Rolle, den Groove der 80er und ein ambitioniertes Filmprojekt

Douglas Welbat wurde 1957 in Berlin geboren. Er ist auf zahlreichen Hörspielen zu hören und spricht auch Synchronrollen. Er spricht das Krümelmonster in der Sesamstraße. Als Autor verfasste er die Dan Shocker-Hörspielserien Larry Brent und Macabros, sowie einige Drehbücher für Fernsehserien wie "Hallo, Onkel Doc". Als Produzent war er für die 7 Zwerge-Filme mit Otto Waalkes verantwortlich. Als Schauspiler tart er unzähligen Kleinstrollen z.B. in "Die Schwazwaldklinik" neben Klausjürgen Wussow und Gaby Dohm auf.

Katja Brügger wurde 1959 in Hameln geboren und war ebenfalls als Hörspielautorin für Larry Brent und Macabros tätig. Sie spielt sehr viel Theater und ist in Synchron- und Hörspielrollen zu hören. Sie ist die Ehefrau von Douglas Welbat.

 

Douglas Welbat im Interview Zauberspiegel: Als Charly Graul haben Sie die unvergessenen LARRY BRENT und MACABROS-Hörspiele geschaffen. Wie kam damals die Idee zustande, so etwas zu machen?
Douglas Welbat: Ich wurde damals einfach von Heikedine Körting gefragt, ob ich das machen will, und da ich gemerkt habe, dass es eine etwas größere Aufgabe wurde, habe ich meine Frau dazu gebeten und meinen Freund und Trauzeugen Bertram von Boxberg. Dann haben wir uns das Pseudonym Charly Graul gegeben.

Zauberspiegel: Und die Dreierkombination deshalb, weil die Aufgabe allein nicht zu bewältigen war?
Douglas Welbat: Nun, wir haben das spielerisch angefangen. Und wir hatten uns gesagt, dass mit dem Geld, was man da verdient, durchaus zu dritt etwas Kreatives gestalten kann. Und wir konnten es uns dabei sogar leisten nach Lanzarote zu fahren, und dort die Manuskripte schreiben. So haben wir tagsüber am Strand was geschrieben, und abends haben wir uns das dann vorgelesen, und so entstand Stück für Stück die Serie LARRY BRENT.

Zauberspiegel: Warum Lanzarote, warum dieser ungewöhnliche Ort? Hatte das was mit Inspiration zu tun?
Douglas Welbat: Sie meinen weil es so gruselig ist? Nein. Meine Eltern haben mir dort  einige Quadratmeter Spanien überlassen, und so kam es zu dem Ausflug nach Lanzarote.

Zauberspiegel: Den MACABROS haben Sie selbst gesprochen. Wollten Sie das von Anfang an, oder kristallisierte sich das erst später heraus?
Douglas Welbat: Das war ziemlich schnell klar. Heikedine hat schon immer nach einer Rolle für mich gesucht, die ich mal als Hauptrolle füllen könnte, und da ich diese Monologe in der Serie selbst schrieb, (mit den ganzen Sprüchen), war es naheliegend das ich diese am besten sprechen könne. Denn ich hatte ja die Vorstellung davon, wie das klingen sollte.

Zauberspiegel: Wer war für die Auswahl der Romane zuständig?
Douglas Welbat: Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir einen ganzen Stoss Romane mitbekommen, und hatten die freie Auswahl, welche Romane wir verhörspielen wollten und welche nicht.

Zauberspiegel: Warum, glauben Sie, haben diese Gruselserien trotz Ihrer Popularität bei den Fans und trotz des andauernden Hörspielinteresses bei den Menschen, keinen Erfolg mehr? Die Fortsetzung ist ja bekanntlich gescheitert.
Douglas Welbat: Ich kenne die neuen Folgen ja nicht und kann nur sehr schwer dazu was sagen. Ich vermute mal  der Musikerstreit, den EUROPA viele Jahre lang führen musste, war so ein Grund. Wir konnten damals an den Serien ja auch nicht weiterarbeiten, weil es eben diesen Streit gab. Und die neue Musik hat sicher nicht mehr für den 80er Jahre-Groove gesorgt wie das bei unseren Hörspielen der Fall war. Ich denke, dass ist ein Grund. Aber nur eine Vermutung, und ich kenne die wahren Gründe nicht, ich weiß es einfach nicht.

Zauberspiegel: Haben Sie mal die neuen Macabros-Hörspiele von Hörspiele-Welt gehört?
Douglas Welbat: Ich kenne diese eine Folge, wo ich dann den Vater gesprochen habe.
Zauberspiegel: Ja genau das?
Douglas Welbat: Mein erster Eindruck war, das könnte man noch optimieren.

Katja Brügger Zauberspiegel: Wird Katja Brügger noch oft auf Carminia Brado angesprochen?
Katja Brügger: Sehr oft. Da werde ich von Leuten gefragt, "Hallo Sie haben doch mal die Carminia gesprochen"- und ich finde das immer ganz niedlich.

Zauberspiegel: Ein Larry Brent-Film ist sogar geplant. Meinen Sie das Projekt hat eine Chance?
Douglas Welbat: Das wäre schön. Wir haben uns oft Gedanken gemacht über eine Verfilmung, einer der beiden Serien, und Larry Brent würde sich da wahrscheinlich eher eignen als Macabros. Alle Erhebungen haben aber bisher ergeben, dass die Fandichte nur schwer feststellen zu ist. Es gibt viele treue Fans, ohne Frage, aber die Masse macht letztlich die Entscheidung über eine Verfilmung aus.
Ein Beispiel ist Jerry Cotton, den die Kollegen ja gerade wieder verfilmen. Da gibt es eine feststellbare Größe von den Romanlesern, die vielleicht bei  100.000 Stück liegt. Das ist die Basis.  Bei dieser Zahl kann man beruhigt von 5000 oder 6000 richtigen Fans ausgehen.  Hier ist also ein Grundinteresse vorhanden. Wenn jetzt noch die richtigen Stars dazukommen, dann könnte dies das Salz in der Suppe sein, um aus dem Projekt einen Blockbuster zu machen.
Larry Brent hat keine Heftchenleser mehr, weil es die Hefte nicht mehr gibt. Also hat man keine Grundzahl. Und ein Film von Larry Brent, würde auch teuer sein. Denken Sie nur an die nötigen Effekte, Tricks etc. Man muss also Erhebungen machen, und von denen die ich bisher eingesehen habe, denn es gibt bereits Erhebungen, hat mich keine ausreichend überzeugt, um die Fandichte festzustellen und den Film realisieren zu können.

Zauberspiegel: Es gibt eine Erhebung von Stefan Sikora. Waren Sie daran beteiligt?
Douglas Welbat: Ich habe mehrfach mit Herrn Sikora telefoniert. Er wollte mit einer Münchner Produzentin Larry Brent realisieren. Zunächst war dies als Animation geplant. Da gab es aber verschiedene rechtliche Probleme. Dann hatte er mich gefragt, und daraufhin hat er dann diese Erhebung gemacht, deren Ergebnis recht mau war. Er hatte glaub ich 5000, 6000 oder 7000 Fans registriert. Und das war einfach zu wenig.

Zauberspiegel: Katja, Sie haben vor 25 Jahren mal eine Rolle im Dämonenkiller gespielt. Es war die des Filmstarletts Dorothy Malone. Die gleiche Rolle spielen sie nun wieder in der Neuauflage beim Zaubermond-Verlag. Wie ist denn das eine solche Rolle nach so vielen Jahren nochmal zu sprechen?
Katja Brügger: Ich muss gestehen, als mir der Dennis sagte, ich hätte das schon einmal gesprochen, da konnte ich mich gar nicht daran erinnern. Wir haben den DORIAN HUNTER ja eben live aufgeführt, und vor 25 Jahren war ich 25 Jahre jünger, und da habe ich das bestimmt ganz anders gesprochen.
 
Das Interview entstand im Mai auf der HÖRSPIEL 2008
© by author 2008
 

 

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