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... Patrick Bach über Weihnachts- und Groschenromanserien, sowie die Frage, ob damals alles schöner war

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... über Weihnachts- und Groschenromanserien, sowie die Frage, ob damals alles schöner war

Patrick Bach wurde am 30. März 1968 in Hamburg geboren. Mit 13 Jahren wurde er beim Fußballspielen für die ZDF-Serie „Silas“ entdeckt, die 1981 entstand.

Ein Jahr später dreht er mit „Jack Holborn“ eine weitere Weihnachtsserie. Es folgten „Anna“ und „Laura und Luis“.

Zweimal erhielt er den Bambi – das erste Mal 1982 für „Silas“. Ferner spielte er u.a. in den Serien „Die Wache“ und „Nicht von schlechten Eltern“

Mittlerweile ist er in vielen Hörspielproduktionen zu hören und sich im Synchrongeschäft etabliert. Ich habe Patrick auf der HÖRSPIEL in Hamburg getroffen und dieses Interview mit ihm führen dürfen.

Zauberspiegel: Patrick, viele kennen Dich als Silas oder Jack Holborn. Ich selbst habe dich damals als Silas bewundert. Wie oft wirst du heute noch auf diese Rollen angesprochen?
Patrick Bach: Im Grunde genommen ständig. Wenn ich auf irgendeine Rolle angesprochen werde, dann auf Silas oder Jack Holborn und auch Anna. Das liegt sicher ganz einfach daran, dass wir früher sehr viele Leute hatten, die zugeschaut hatten. Mehr als das heute möglich wäre, weil das Zuschauerverhalten ein ganz andres war, und die Quoten anders zugrunde gelegt wurden. Die Leute, die das damals geschaut haben, nehmen das mit in diese Zeit. Ich kenne zum Beispiel viele, die ihr Kind Silas genannt haben. Mein Gästebuch ist voll von Einträgen, die sich eine Wiederholung der Serie wünschen.

Zauberspiegel: Wie war das als kleiner Junge für dich, plötzlich in einer TV-Serie zu spielen? Das war damals ja nicht so normal wie heute, wo jeder der will und einigermaßen Talent hat, in einer Soap auftreten darf…?
Patrick Bach: Nun ja, irgendwie spielt man da als Junge aus dem Bauch heraus. Man bringt natürlich ein gewisses Grundtalent mit, welches der damalige Regisseur auch richtig erkannt hat. Und ich habe das ganz frei und ungezwungen gespielt, es war ein Abenteuer. So ein bisschen wie Ponyhof. Nur das man Text lernen musste. Aber das tun Kinder ja auf ganz schnelle und einfache Weise. Ich habe gespielt ohne groß nachzudenken, und so ist der Silas entstanden. Die meisten, die heute mit der Schauspielerei beginnen, tun das später. Die kommen aus dem Restaurant, waren bisher Kellner und wollen nun Schauspieler werden.  Wer dieses Künstlergen allerdings nicht in sich trägt, der wird es schwer haben. Ich möchte ehrlich gesagt, heute auch nicht neu anfangen. Schon gar nicht als Erwachsener.

Zauberspiegel: Hast du als Kind Lieblinge gehabt im TV, oder auch auf Hörspielplatten?
Patrick Bach: Auf Hörspielplatten, damals noch Vinyl, hatte ich Schweinchen Dick. Das weiß ich noch. Oder auch Enid Blytons Fünf Freunde.  Im TV waren in den 80er Jahren die amerikanischen Kultserien bei mir angesagt; Knight Rider , Magnum und später dann auch McGyver. Das fanden wir als Jungs ziemlich kultig.

Zauberspiegel: Und die anderen Weihnachtsserien? Hast du was gesehen. Wie z.B. Timm Thaler?
Patrick Bach: Timm Thaler war die erste Weihnachtserie. Die fand ich klasse. Und dann kam glaub ich auch bald Silas. Und dann bin ja zum halben Weihnachtsmann geworden für das ZDF. Weil ich ja von 13 Serien  in vier dabei war. Ich denke diese Serien waren eine schöne Tradition. Es war ein Event, jedes Jahr am 26.12. mit Oma, Opa und Mama und Papa vor dem Fernseher zu sitzen um 18 Uhr, und sich fallen zu lassen in eine schöne abenteuerliche Geschichte.

Zauberspiegel: Als Silas lief, war das Programm im TV noch ein ganz anderes als heute, wo Kinder mit allen möglichen Angeboten und Programmen beliefert werden. Wie siehst du diese Entwicklung? War damals alles schöner?
Patrick Bach: Ich weiß nicht ob es schöner war. Damals war es anders. Durch die viele Werbung und die Vielfalt an Formaten die es heute gibt, vor allem im Realitybereich, ist es schwieriger geworden einfache Geschichten zu erzählen und an den Mann zu bringen. Die Geschichte find ich interessanter, die schaue ich mir lieber an, als zu sehen wie renitente Kinder in einem Bootcamp über Zäune gescheucht werden. Die erzählenden Geschichten sind weniger geworden, was für den kulturellen Aspekt sehr schade ist.

Zauberspiegel: Was machst du heute gern? Bist du von irgendetwas Fan?
Patrick Bach: Nein. Ich hole mir mal gern eine DVD. Zuhause schaue ich das dann mit Leinwand und Beamer. Das ist ganz schön. Auch Hörspiele höre ich mittlerweile ganz gerne. Ich habe das so für mich entdeckt. Meistens sind es die Eigenen, also wo ich mit dabei bin, weil man die immer irgendwie automatisch in der Hand hat. Es ist schön, z.B auf einer langen Autofahrt gen Süden so eine Gruselgeschichte zu hören. Oder auch was Geschichtliches…

Zauberspiegel: Und wann hat es für dich angefangen, mit dem Sprechen von Hörspielen bzw. Büchern?
Patrick Bach: Vor vier Jahren. Das erste Mal war es hier in Hamburg bei  Heikedine Körting , für die drei Fragezeichen. Irgendwann kam dann eine große Rolle in „Der Untergang von Pompeji“ wo ich mit sehr guten Leuten wie Christian Redel eine sehr tolle Aufnahme gehabt habe. Dann kamen immer mehr Anfragen, und inzwischen mache ich viel Hörspiele. Letztes Jahr habe ich mein erstes Hörbuch gemacht, und das war anstrengend, aber hat auch Spaß gemacht. Mir bringt Sprechen einfach Spaß, ob im Hörspiel, in der Werbung oder auch im Synchron, wo ich ebenfalls viel mache.

Zauberspiegel: Beim Dämonenkiller sprichst du einen Bösewicht. Auch bei Gordon Black. Wie findest du solche Groschenromanserien?
Patrick Bach: Nun ich kenne die ja auch alle. Ich habe früher da oft mal in so ein Heft reingeschaut. Jerry Cotton und sowas. Doch ich musste das nicht unbedingt immer haben. Doch im Nachhinein muss ich sagen, dass die als Hörspiele gut produziert sind, und gar nicht so groschig rüber kommen. Jedes Hörspiel ist für sich eine sehr gut produzierte Geschichte. Ich habe auch den Eindruck, dass sich die Macher der Hörspiele sehr viel Mühe geben. Sei es bei der Umsetzung oder bei der Auswahl der Sprecher,  und wie es gemischt wird usw.  Es gibt natürlich immer mal bessere und mal schlechtere Sachen, aber was ich so gehört habe bis jetzt, war sehr beeindruckend.

Zauberspiegel: Kann man demnächst auch wieder etwas im TV von dir sehen?
Patrick Bach: Ja, ich habe gerade eine SOKO Köln gedreht, und auch etwas für den Kinderkanal gemacht. Das kommt aber erst zu Weihnachten. Drehtechnisch war es dieses Jahr relativ ruhig, was aber auch daran liegt, dass eben überhaupt weniger  gedreht wird im Moment. Wie ein paar Fragen zuvor schon beantwortet, gibt es weniger Geschichten. Dafür spreche ich im Moment viel mehr und spiele demnächst Theater mit Herbert Herrmann und Nora von Collande in einem Vier-Personen-Stück.  Und dann stehen noch ein paar Sachen im Raum, die noch nicht spruchreif sind, aber das Karussell dreht sich, und ich bin frohen Mutes.

Zauberspiegel: Das ist schön zu hören. Ich bedanke mich.

 

Kommentare  

#1 blu 2009-07-08 11:48
Bin selbst seit Jahren ein Fan von Patrick Bachs Arbeit und freue mich immer wieder mal was von ihm zu Lesen.. Pompeji ist übrigens ein super Hörbuch, falls es jemand noch nicht kennt :-)

Danke für das schöne Interview!
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