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# 157: Kreativ sollt ihr sein ...

As Time Goes By# 157: Kreativ sollt ihr sein ...

Der Zauberspiegel wurde am 30. März 2012 30 Jahre alt und nur zwei Monate später ist er fünf Jahre online. Ein Grund, sich noch an einige Begebenheiten zu erinnern, als das Haar noch voll und der Bauch noch nicht so gewaltig war.

Der Leser ist ein Wesen, dem man einfach nicht trauen kann. Immer wenn man als harmloser Magazinherausgeber glaubt, man wüsste, wie die ticken, überrascht ihn sein Konsument. Manchmal weiß man nicht, warum sich an manchen Beiträgen Diskussionen entzünden ...

Aber eines bleibt. Da ist der gemeine Leser beinahe absolut berechenbar. Auf der Pferderennbahn möchte man das eine ›todsichere Wette‹ nennen. Der Leser an sich verharrt gern in seiner passiven Konsumentenrolle und ist dort nur selten hinter dem Ofen hervorzulocken.
 
Wenn man auf seine (des gemeinen Lesers) kreative Mitwirkung setzt, dann trauen sich nur die wenigsten. Sie bleiben scheu in der Deckung wie ein Reh. Halten sich bedeckt wie ein gut getarnter Scharfschütze der US-Marines. Selbst so einige, die sich ansonsten offen und gerne äußern tauchen ab, gehen förmlich in den Untergrund ...
 
Die Spielserie einst im gedruckten Zauberspiegel und auf Geisterspiegel.de war so eine gute Idee, die an der (fehlenden) Mitwirkung der Leser scheiterte. Wenn man mal zwei Einsendungen hatte, tanzte man auf den Tischen oder schlug Rad und sang dazu. Das waren schon Gefühle des Triumphes.

Seit mehr als dreißig Jahren ist das eine der wenigen Konstanten (nicht nur beim Zauberspiegel). Egal, wie man den Leser zu locken versuchte, kreativ mitmachen wollten die wenigsten. Der Konsument bleibt eben gern passiv. Er nimmt (manchmal unter Protest) das servierte Programm hin.
 
Nach meiner Erfahrung verweigern sich manche nur, weil sie nicht glauben, etwas zu können. Nicht, dass sie es probiert haben, und wenn doch, liegt diese Probephase in der frühen Kindheit. So war es mit mir beim Reiten. Man hatte mich auf den Gaul (es war ein Pony) gesetzt. Mein Bruder versetzte dem Vieh einen gewaltigen Klaps und das edle (kleine) Ross schoss davon, bevor ich den Zügel in der Hand hatte, und der Masseträgheit folgend fiel ich runter. Seither betrachte ich Pferde mit Argwohn und verzehre gelegentlich dieses oder jenes Stück dieser Tiere.
 
Manchmal hat man das Gefühl. Einigen unter den passiven Konsumenten scheint es mit ihren Schreibversuchen (oder sonstigen kreativen Aktivitäten) ähnlich ergangen zu sein. Aber: In der Grundschule einen richtig guten Artikel zu schreiben, eine Geschichte zu verfassen oder eine Top-Illu zu zeichnen ist schon schwer.
 
Nur weil es damals nicht geklappt hat, muss es heute nicht so sein ... Denkt mal darüber nach ...

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