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# 148: Eine Nachricht von der Post

As Time Goes By# 148: Eine Nachricht von der Post

Der Zauberspiegel wird am 30. März 2012 30 Jahre alt und nur zwei Monate später ist er fünf Jahre online. Ein Grund, sich noch an einige Begebenheiten zu erinnern, als das Haar noch voll und der Bauch noch nicht so gewaltig war. 

Es gab eine Zeit, da wir alle viertel Jahr ein dicken Umschlag mit drei Magazinen (Zauberspiegel, Zauberstern und Zauberschrift) mit etwa 300 Seiten per Post zu verschicken hatten. Zumeist öffnete ich die Pakete von der Druckerei etwa gegen 20:00 Uhr. 

So wie meine Mutter während des Fernsehabends gerne mal strickte, so steckte ich dann die Magazine in die Umschläge und klebte die vorbereiteten Adressaufkleber drauf, stempelte oder schrieb von Hand »Büchersendung« daneben und versah die Umschläge mit einer Briefmarke. Die fertigen Sendungen landeten in einem Wäschekorb. Obwohl ich, inklusive der Frei- und Belegexemplare, nicht einmal hundert Umschläge zu füllen und zu beschriften bzw. zu bekleben hatte, war der Korb hinterher prall gefüllt.

Selbst die wenigen Zauberspiegel brauchten einst so ihre Zeit. Ich beeilte mich da auch nicht sehr, hatte ich doch Zeit. Den Fernsehabend genoss ich und füllte Umschläge und Korb in aller Ruhe. Mich hetzte ja niemand. Das war fast schon meditativ. Im Gegensatz zu der Zeit, da wir den Zuaberspiegel noch selbst kopiert und dann zusammengelegt haben. Das dauerte seine Zeit und war von ausgesprochener Hektik gezeichnet. Insbesondere wenn wir zu Dritt oder zu Viert waren, die dann durcheinander liefen. Und dann kam unser Hefter zum Einsatz, der gern mal nicht funktionierte. Aber das Eintüten war Entspannung, vor allem auch deshalb, weil es hieß: Es ist geschafft.
 
Und dann am späten Abend verlud ich den Wäschekorb ins Auto und fuhr die Briefkästen in der Umgebung an und füllte diese auf (wurden sie doch um sieben Uhr morgens geleert). Etwa zehn bis fünfzehn Umschläge passten in einen Briefkasten (je nachdem wer schon alles was eingeworfen hatte) ...
 
Das System funktionierte ausgesprochen gut und ich war zufrieden damit, bis dann eines Morgens Werner, unser genialer Briefträger, mir eine Nachricht überbrachte. Werner war serviceorientierter als sein Unternehmen. Er brachte mir sogar Umschläge auf denen stand »Hexen Hermann, Drochtersen«, nahm auch mal Umschläge mit, die man vor die Tür gelegt hatte oder lieferte diese an andere Haushalte auf seiner Tour aus (das waren Geburtstagsgrüße und an dem Umschlag hing dann auch schon mal ein Blumenstrauß).  

Naja, jedenfalls musste Werner nun mir etwas ausrichten. Der Postler, der die Briefkästen leerte, bat darum, die Umschläge zur Post zu bringen, weil sich liebe Mitmenschen beschwert hatten, die auf dem Weg zum Bus oder auf der Fahrt per PKW zur Arbeit noch schnell einen Brief einwerfen wollten.
 
Von da lieferte ich die Umschläge dann immer auf der Post an.

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