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Advent der Bücher: Wenn Frankensteins Monster nicht aussieht wie Karloff...

Der Advent der außergewöhnlichen BücherWenn Frankensteins Monster nicht aussieht wie Karloff...

Frankenstein (Text: Originalfassung)... hat mir das früher überhaupt nicht gefallen. So sehr hat William Henry Pratt aka Boris Karloff mit dem Universal-Design das Monster und sein Aussehen geprägt.
 
Dabei ist Universals Interpretation – freundlich formuliert – gar nicht mal so nahe an Mary Wollstonecraft Shelleys Roman aus dem Jahr 1818.
 
Nichtsdestotrotz ist Karloff für mich in jeder Hinsicht  das Monster... - Die Schöpfung des wahnsinnigen Wissenschaftlers aus dem Film von James Whale.
 
Ebenso wie es Peter Cushing gelang, in der Auslegung des Stoffes durch HAMMER, für mich zu dem Frankenstein zu werden.  Der unterkühlt handeldende Arzt, der so ganz anders war, als Colin Clive. Dabei war Peter Cushing auch nicht sehr nahe an dem Frankenstein, den Mary Wollstonecraft Shelley 1818 schuf.
 
Und doch: Die beiden ungleichen Filmfiguren waren für mich Dr. Frankenstein und sein Geschöpf...

Auschnitt aus einer Zeichnung Im Laufe der Jahre hat ich so viele Interpretationen des Stoffes gelesen und gesehen, dass ich sie kaum noch zu zählen wage. Immerhin war auch der Originalroman Wollstonecrafts Shelleys in Deutsch und Englisch bei den Version, die ich gesehen, gehört oder gelesen habe, dabei. Und doch konnten all diese Interpretationen das so ungleiche Duo Boris Karloff und Peter Cushing einfach nicht verdrängen. - Sie sind in meinem Kopf auf ewig als 'meine' Archetypen der Figuren. Aber im Laufe der Jahre wurde ich milder, konnte auuch andere Interpretation genießen, sperrte dann die beiden Engländer ein,so ddass sie nicht stören konnten.

Nun, das Verdrängen gelingt auch der neuesten Comic-Umsetzung des Stoffes nicht. Aber dieser Comic versucht den Original-Roman, dem man wohl wahlweise zu den Wurzeln der SF und des Horror rechnen kann, konsequent in Bilder umzusetzen.

Auschnitt Und ... das Experiment gelingt grandios. Der Leser des Romans findet Bilder aus seinem Kopf wieder. Nicht die Karloffs und Cushings, aber der Roman erwacht zum Leben. Die Erschaffung des Monsters, die Geschichte Frankensteins, der Jagd ins Ewige Eis – All das erweckt das Team von Classical Comic in ihren Bildern zum Leben.

Und das in zwei Textfassungen. Zum einen wurde der Originaltext aus dem Jahr 1818 verwendet. In einer zweiten Textfassung gibt es die Geschichte in modernem Englisch. Und beide Fassungen wissen zu überzeugen, reißen den Leser in diese Geschichte, können es fast besser als der Roman, denn sie übersetzen die Sprachbilder Shelleys in phantastische Comicbilder.

Ausschnitt Diese Bilder bringen der Geschichte eine geniale Dynamik, die der Roman, ob des Stils der Autorin aus dem 19. Jahrhundert, auf den ersten Blick nicht hat. Sie führen durch die Geschichte. Und dabei können die Bilder beiden Sprachfassungen gerecht werden.

Das ist Graphic Novel wie sie sein soll. Bilder und Text zusammen ergeben etwas Großartiges. Und wenn diese großartigen graphischen Romane nicht nach Deutschland kommen, holt sie Euch in der Orginalversion. - Und wenn sich ein deutscher Verlag findet, so will ich hoffen, dass diese Idee dann auch seine Leser nicht suchen muss. Nicht nur der Frankenstein ist der Entdeckung wert.
 
Man sehe sich das Interview mit Karen Wenborn an...

Am Ende des Comics wird dem Leser die Geschichte der Enttstehung des Comics erzählt. Wie Text adaptiert wird, das Artwork entsteht und als Zusatzinfo dann noch die Geschichte des Romans und der Autorin. Es wird über Filme, Comics, Theater und alles mögliche erzählt. - Spannend und informativ.
 
Großartig....einzigartig... außergewöhnlich!
 
Die Daten zum Buch:
 
Frankenstein
Graphic Novel nach Mary Wollstonecraft Shelley
Script Adaption: Jason Cobley
Linework: Declan Shalvey
Clouring: Jason Cardy & Kat Nicholson
ISBN 978-1-906332-15-0 (Original Text)
ISBN 978-1-906332-16-7 (Quick Modern English)
141 Seiten / £ 9,99
Classical Comics

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