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Die heißeste Nudel von Rom - »Formel 1 und heiße Mädchen«

Formel 1 und heiße MädchenDie heißeste Nudel von Rom
»Formel 1 und heiße Mädchen«

In den Jahren 1976 bis 1980 entstanden mit Tomas Milian in der Hauptrolle bereits sieben Superbullen-Filme, die dem Exil-Kubaner den Ruf der extrovertiertesten Knallschote des italienischen Kinos eingebracht hatten. 1981 unterschrieb der Mime beim Produzenten-Duo Mario und Vittorio Cecchi Gori, für drei weitere Filme als Nico Giraldi auf Ganovenjagd zu gehen. „Formel 1 und heiße Mädchen“ ist der letzte dieser drei Filme, und der vorletzte Giraldi-Film überhaupt, weil Milian diese Kultrolle danach an den Nagel hängte.

Formel 1 und heiße MädchenIn Deutschland hat die elfteilige Filmreihe eine etwas holprige Auswertungsgeschichte, da nicht alle Filme unmittelbar nach der italienischen Premiere auch in Deutschland liefen, sondern teilweise mit bis zu fünf Jahren Abstand. Mal entstanden die Synchronisationen in Berlin, mal in München, mal in Hamburg, was den Darstellern nicht nur unterschiedliche deutsche Stimmen bescherte, sondern mitunter auch andere Figurennamen. Mal blieb Milians Rolle auch in der deutschen Fassung Inspektor Nico Giraldi, mal wurde er in Tony Marroni umbenannt oder schlichtweg Makkaroni gerufen wie hier in „Formel 1 und heiße Mädchen“, um den fragwürdigen Zusatz „die heißeste Nudel von Rom“ zu rechtfertigen. Immerhin sind alle elf Filme im Laufe der Jahre synchronisiert worden, und die drei Cecchi-Gori-Produktionen (neben diesem auch „Ein Schlitzohr außer Rand und Band“  und „Das Schlitzohr vom Highway 101“) liegen mittlerweile in sehr hochwertigen, limitierten Mediabook-Veröffentlichungen von Cinestrange Extreme vor, was die Fanherzen des Superbullen mit der Strickmütze und dem Blaumann höher schlagen lassen wird.

Formel 1 und heiße MädchenFabrizio Proietti (Sergio Di Pinto), der Bruder von Angela Giraldi (Olimpia Di Nardo), ist ein ausgesprochener Taugenichts und Tunichtgut. Gerade hat er erneut nicht widerstehen können und einen edlen weißen Mercedes geklaut. Als er diesen seinem Hehler präsentiert, entdecken die beiden im Kofferraum die Leiche eines Mannes. In seiner Not wendet sich Fabrizio an seinen Schwager, den Polizeiinspektor Nico „Makkaroni“ Giraldi (Tomas Milian), der sich bereiterklärt, die Geschichte auf seine Kappe zu nehmen. Am nächsten Morgen übergibt er seinem Chef Kommissar Trentini (Marcello Martana) den Mercedes inklusive der Leiche, die sich als ehemaliger Rennfahrer entpuppt. Es ist bereits der zweite mysteriöse Todesfall aus dem Formel-1-Milieu, denn Rennfahrer Paolo Cortesi ist kurz davor bei einem Crash auf der Rennstrecke gestorben, der vermutlich durch Sabotage ausgelöst wurde. Giraldi stürzt sich unter die Motorsport-Aficionados, wo er nicht nur Ingenieur Martelli (Pino Colizzi), sondern auch dessen äußerst attraktive Gattin (Dagmar Lassander) kennenlernt. Weitere Recherchen führen Nico in einen Aerobic Club, wo er eine heiße Sohle aufs Parkett legt, um Informationen aus der hübschen Rossana (Licinia Lentini) herauszubekommen.

In dieser späten Phase der Giraldi-Filme setzten diese fast ausnahmslos auf Slapstickgags und Actionelemente. Dass es bei „Formel 1 und heiße Mädchen“ an einer Stelle ungewohnt melancholisch und emotional wird, mag da nicht so recht zum Gesamteindruck passen. Für den eher platten Humor ist einmal mehr Bombolo in der Rolle des Kleinkriminellen Venticello zuständig, während Tomas Milian in erster Linie sein exaltiertes Image pflegt. Ein netter Gag besteht darin, dass sein Filmsohn Rocky (Paco Fabrini) hier auch schon Strickmütze trägt und wie eine kleine Version von Giraldi selbst aussieht. Die Synchronisation hält Schmankerl bereit wie „Halt mal den Kopf schief, damit ein bisschen Hirn zusammenläuft“, und das Highlight zum Ende des Films ist eine turbulente Verfolgungsjagd mit Formel-1-Wagen quer durch die ewige Stadt Rom.

Formel 1 und heiße MädchenDie internationale HD-Premiere von „Formel 1 und heiße Mädchen“ ist nun als limitiertes Mediabook (in drei verschiedenen Cover-Varianten à 250 respektive 150 Exemplaren) erhältlich, das eine BluRay, eine DVD und ein 24seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen von Christoph N. Kellerbach enthält. Die Bildqualität (Widescreen-Format 1,85:1) ist auch hier wieder sehr gut ausgefallen. Der Ton (Deutsch und Italienisch in Dolby Digital 2.0 Stereo, optional mit deutschen und englischen Untertiteln) ist ebenso in Ordnung. Erstmals kann man den Film nicht nur in der üblichen deutschen Kinofassung anschauen (92 Minuten), sondern auch wahlweise die um neun Minuten längere italienische Fassung auswählen, bei der die in der Synchronfassung fehlenden Passagen deutsch untertitelt vorliegen. Neben dem Booklet bietet das Bonusmaterial zwei kleine Interviews mit dem Milian-Biografen Giorgio Navarro (7 und 5 Minuten; ersteres ist auch auf den anderen Veröffentlichungen bei Cinestrange Extreme zu finden), eine kleine animierte Bildergalerie sowie den neuen BluRay-Trailer zum Film.

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