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Spannende Fernsehunterhaltung - »Straßenfeger Box 18: Das Ding/Härte 10«

Straßenfeger Box 18: Das Ding/Härte 10Spannende Fernsehunterhaltung
»Straßenfeger Box 18: Das Ding/Härte 10«

In den 1970er Jahren bot das deutsche Fernsehen hiesigen Filmemachern exzellente Chancen, um sich auszutoben und mit ihren innovativen Ideen schnell eine breite Bekanntheit zu erlangen. Viele der damals produzierten Fernsehfilme und -serien wurden von den Zuschauern so sehnsüchtig erwartet, dass die Straßen leergefegt waren, wenn diese ausgestrahlt wurden. Immerhin gab es seinerzeit noch keine Möglichkeiten, Sendungen aufzuzeichnen oder zu jeder beliebigen Zeit zu streamen

Studio Hamburg Enterprises hat sich in der letzten Dekade vielen dieser klassischen Fernsehsendungen angenommen und diese in der Edition „Straßenfeger“ veröffentlicht. In Box 18 sind auf fünf DVDs zwei Miniserien aus den 1970er Jahren vereint, deren Titel einem heute vielleicht nicht mehr allzu viel sagen, die man aber noch immer mit Genuss anschauen kann, da sie kaum gealtert sind. „Das Ding“ ist ein Zweiteiler aus dem Jahr 1979, den Uli Edel nach einem Roman von Franz Joseph Wagner inszeniert hat. Für Edel war es seinerzeit der nationale Durchbruch, und ähnlich wie Wolfgang Petersen, der mit den Fernsehfilmen „Tatort – Reifezeugnis“ und „Die Konsequenz“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, gelang es auch Uli Edel, von dort zunächst den Sprung auf die Leinwand („Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) anzutreten, um dann sogar in Hollywood Karriere zu machen („Body of Evidence“, „Homicide“). Auch die Schauspieler in „Das Ding“, vor allem Uwe Ochsenknecht und Stephan Schwartz, wurden mit dem Zweiteiler bekannt und sind nach wie vor populär und vielbeschäftigt.

Straßenfeger Box 18: Das Ding/Härte 10Eine Clique Bundeswehrsoldaten hat 1973 einen raffinierten Plan. Durch Rocky (Wayne Laryea), dessen Mutter (Ulla Jacobsson) bei der Hamburger Münzprägeanstalt arbeitet, erfahren auch dessen Freunde Sprinter (Stephan Schwartz), Engelchen (Uwe Ochsenknecht) und Joker (Roadent) von einem LKW-Konvoi, der Millionen 5-DM-Münzen transportieren soll. Die vier Freunde, unterstützt von Sprinters Freundin Michaela (Caroline Chaniolleau), wollen eine Manöverübung der Bundeswehr nutzen, um die drei Laster abzufangen. Engelchen soll Gaspatronen in die Führerhäuser der LKWs schießen, um die Fahrer und die Bewacher ohnmächtig werden zu lassen. Die drei anderen sollen die Laster dann während der Fahrt erklimmen und das Steuer übernehmen. Entgegen der Erwartungen besteht der Konvoi aber aus vier Fahrzeugen, was die Improvisation der Freunde fordert. Und es passiert noch etwas anderes Unvorhergesehenes – einer der Wachmänner stirbt bei der Aktion. Der Generalstaatsanwalt Trogan (Georg Marischka) und der leitende Ermittler Hans Prehl (Rudolf Wessely) stehen vor Rätseln, da drei der LKWs und mit ihnen rund 200 Millionen Mark spurlos verschwunden sind.

Straßenfeger Box 18: Das Ding/Härte 10„Das Ding“ kann auch mehr als 40 Jahre nach seiner Entstehung noch fesselnde Unterhaltung garantieren. Minutiös hat Uli Edel den Ablauf der Ereignisse eingefangen und erzielt gerade dadurch ein Höchstmaß an Authentizität. Fieberhaft bleibt der Zuschauer an den Ereignissen dran, die für so manche Überraschung gut sind. Auch im zweiten Teil, der sich mit den Fallstricken beschäftigt, Millionen von Münzen tatsächlich zu Geld zu machen, bleibt es spannend und abwechslungsreich. Eine Sternstunde der deutschen Fernsehhistorie! Die beiden rund anderthalbstündigen Folgen befinden sich auf zwei DVDs. Das Bild (im Vollbildformat 1,33:1) ist insgesamt recht blass ausgefallen und weist auch noch einige Unschärfen auf. Der Ton (Deutsch in Dolby Digital 2.0 Mono) ist stets gut verständlich. Als Extras bieten die Scheiben ein Intro von Uli Edel, die Trailershow „Straßenfeger – Vom Phänomen zur Marke“ (3 Minuten) sowie je ein Interview mit Uli Edel (69 Minuten; geführt von Hanns-Georg Rodek) und Uwe Ochsenknecht (50 Minuten; geführt von Arild Rafalzik), die anlässlich der DVD-Erstveröffentlichung im Jahr 2009 entstanden sind.

Straßenfeger Box 18: Das Ding/Härte 10Der zweite Titel dieser Veröffentlichung, „Härte 10“, ist eine internationale Koproduktion zwischen dem WDR, dem französischen ORTF und der italienischen RAI. Auf dem Regiestuhl saß der Schotte Gordon Flemyng („Mit Schirm, Charme und Melone“, „Simon Templar“), Vater des Schauspielers Jason Flemyng. Der rund siebeneinhalbstündige Fünfteiler beschäftigt sich mit dem Diamantenhandel, aber auch mit den kriminellen Aspekten in diesem Milieu. Alles beginnt mit dem letzten Diamantenschmuggel, den die aparte Nadine Mercier (Olga Georges-Picot) zusammen mit ihrem Liebhaber Abdul Carraco (Arthur Brauss) in Südafrika durchzieht. Nadine hat genug von den Gefahren und möchte aus der Szene aussteigen. Im Flugzeug zurück nach Europa macht sie die Bekanntschaft mit dem Geschäftsmann Martin Melchior (Wolfgang Kieling), der ihr aus der Patsche hilft, als sie beim Zoll aufzufliegen droht. Aus Dankbarkeit heiratet sie Martin und zieht mit ihm nach München. Doch schon bald muss sie feststellen, dass auch ihr frisch gebackener Ehemann in krumme Geschäfte verwickelt und sie vom Regen in die Traufe geraten ist. Bei einer gemeinsamen Reise der Melchiors zurück nach Südafrika lernt Nadine zunächst Sir Harold Ames (Jeremy Kemp) kennen, den angesehenen Investor, der mit der Firma Diamonds Ltd. ein Monopol im Diamantenhandel besitzt. Viel wichtiger für Nadine ist allerdings ihre Begegnung mit dem Prospektor Piet van Straaten (Horst Janson), in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Ganz so schnell will sich Martin Melchior aber nicht ersetzen lassen…

Gordon Flemyng hat in fünf spielfilmlangen Episoden natürlich wesentlich mehr Zeit als Uli Edel bei seinem Zweiteiler. Deswegen schildert er einige der Vorkommnisse mit zum Teil dokumentarischer Detailgenauigkeit. Das ist sehr faszinierend, zumal die meisten Zuschauer relativ wenig über die Diamantengewinnung und die damit einhergehenden Handgriffe wissen dürften. Zwar sind einige Handlungselemente nach heutigen Sehgewohnheiten etwas bedächtig entwickelt, aber Flemyng nutzt die zahlreichen internationalen On-Location-Aufnahmen und die Action- und Stuntszenen, die in der Miniserie eine wichtige Rolle spielen, um sein Publikum stets bei Laune zu halten. Ganz nebenbei werden auch immer wieder Aspekte der Rassenproblematik thematisiert, die damals, zu Zeiten der Apartheid, in Südafrika noch an der Tagesordnung waren. Die fünf Folgen sind auf drei DVDs verteilt und bieten ein akzeptables, etwas grobkörniges und mitunter überbelichtetes Bild (im Vollbildformat 1,33:1). Der deutsche Ton (in Dolby Digital 2.0 Mono) ist nicht zu beanstanden. Auch hier gibt es als Extra ein Interview mit einem der Hauptdarsteller, Horst Janson (73 Minuten, geführt von Arild Rafalzik im Jahr 2009 für die Erstveröffentlichung der Box). Hinzu kommt noch ein zehnseitiges Booklet, das zu den beiden Mehrteilern Stabangaben, Fotos und Hintergrundinformationen bereithält.

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